Mittwoch, 7. Juni 2017

Standpunkt 1092: Großbritannien wählt


UK election: Surprise, or no surprise?

"False teeth"

In wenigen Stunden wählt sich Großbritannien ein neues Parlament. Der Ausgang ist offen. Hat sich Theresa May verzockt?

"Doppelbegräbnis geplant" (Quelle: cicero.de)

Noch Ende April haben die neue "Eiserne Lady Britanniens" und ihre Tories wie die klaren Sieger ausgesehen. Trotz ihrer Zustimmung zu den vorgezogenen Neuwahlen galten Labour und ihr Vorsitzender Jeremy Corbyn zu dem Zeitpunkt als völlig chancenlos. Die Umfragen bescheinigten ihnen einen Rückstand von bis zu 25%(!) auf die Tories. Das ist unter normalen Umständen nicht aufzuholen. Doch es kommt anders. Im Wahlkampf patzt May, während Corbyn zuverlässig punktet. Heute, einen Tag vor der Wahl, beträgt der Unterschied in den Umfragen nur noch läppische 3%. Wir erleben ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Eine faustdicke Überraschung.

"Du hast die (Neu-)Wahl" (Quelle: cicero.de)

Der von May propagierte "harte Brexit" als Wahlprogramm ist einfach zu wenig, wenn auf der anderen Seite nur eine weitere Verschärfung der bereits seit Jahren knallhart betriebenen Sparpolitik steht. Corbyn hat sich stattdessen vom Thema "Brexit" weitgehend ferngehalten und einem grundsätzlichen Politikwechsel das Wort geredet. "The Labour Party Manifesto 2017" (hier) macht den Unterschied. 

"Early election" (Quelle: toonpool.com)

May kann nicht kontern. Da kommen die Terroranschläge vor der Wahl möglicherweise wie gerufen. Folgerichtig versucht sie nachzulegen und trägt an dieser Stelle richtig dick auf, während Corbyn maßvoll zurückhaltend bleibt.   

Trotz des Einsatzes von May ist bis jetzt noch nicht klar, inwiefern sich die Terroranschläge auf die Stimmabgabe auswirken werden. Gut möglich, dass die Tories dadurch noch das eine oder andere Pünktchen hinzugewinnen. Obwohl sie es gewesen sind, die in den letzten Jahren auch bei der öffentlichen Sicherheit rigoros den Rotstift angesetzt haben. Was in den britischen Medien, neben einer fehlgeleiteten Außenpolitik, jetzt ausführlich "gewürdigt" wird. 

Theresa May steht, jedenfalls behauptet sie das bis heute, für einen "harten Brexit". Kompromisse oder gar Zugeständnisse will sie keine machen. Die vorgezogene Parlamentswahl soll ihr die dafür notwendige Mehrheit bei den Briten verschaffen. Uns ist das nur recht. Wir sind seit 1973 der festen Überzeugung, dass der Beitritt Großbritanniens ein großes Mißverständnis gewesen ist. Endlich bietet sich die Gelegenheit einer Korrektur. Deshalb drücken wir der legitimen Nachfolgerin Maggie Thatchers fest die Daumen. 


Für die Menschen in Großbritannien ist Jeremy Corbyn eindeutig die bessere Wahl. Falls er seinen Worten auch Taten folgen lässt, was aber in der Politik eher außergewöhnlich ist. Anders als May muss er aber nicht gewinnen, sondern es reicht völlig, wenn er am Wahlabend ein mehr als achtbares Ergebnis erzielt hat und dadurch seine umstrittene Position in der Partei festigen kann.

"Conservative campaign"

An dieser Stelle ist unser kleiner Exkurs in den britischen Wahlkampf noch nicht zu Ende. Wir haben eine Reihe von Beiträgen recherchiert, die wir unseren Lesern als Lektüre empfehlen. Sie liefern durchweg reichlich Gedankenfutter, bestens geeignet, um sich eine eigene, diskussionsfeste Meinung zu bilden.

Großbritannien vor Neuwahlen: Operation "Reiner Tisch"
(cicero.de) Die Ausrufung der Neuwahlen in Großbritannien ist ein Überraschungscoup von Premierministerin Theresa May. Warum sie das getan hat und was es für die EU bedeutet. Mehr...

Der Beitrag stammt vom Chefradakteur des CICERO, dem "Magazin für politische Kultur" in Deutschland. Journalistisch ist er von geradezu erbärmlicher Qualität. Und deshalb eine absolute Pflichtlektüre!

Neuwahlen in Großbritannien
(heise.de/telepolis) Theresa May will die Gunst der Stunde nutzen und sich für die Brexit-Verhandlungen eine bequemere Mehrheit sichern. Mehr...

Dieser Beitrag zeigt beispielhaft, dass man auch sachlich mit den Problemen der Labour Party umgehen kann. Insgesamt sehr sachlich. 

Jetzt will sie's wissen - Was sich Theresa May von vorgezogenen Neuwahlen verspricht
(ipg-journal.de) In der Vergangenheit hat Theresa May vorgezogene Neuwahlen wiederholt ausgeschlossen. Jetzt hat sie Neuwahlen für den 8. Juni angesetzt. Wie kommt es zu diesem plötzlichen Sinneswandel? Mehr...

Ausführlich, sachlich, informativ. Von einem ehemaligen BBC-Journalisten. 

"Mystery box"

Britischer Wahlkampf: Der Staatsfonds mit den leeren Taschen
(nzz.ch) Die konservative Regierung in Grossbritannien geht mit dem Versprechen in die Wahl, Staatsfonds zu gründen. Einnahmen aus der Schiefergasförderung sollen in diese fliessen – eine flüchtige Idee. Mehr...

Typisches Wahlkampfverhalten: Politik nach dem Känguruh-Prinzip - "mit leerem Beutel die weitesten Sprünge". 

Selbstmordanschlag in Manchester: Die offizielle Darstellung gerät ins Wanken
(wsws.org) Die Behauptung der britischen Premierministerin Theresa May, der Selbstmordattentäter von Manchester Salman Ramadan Abedi sei dem Geheimdienst nur "bis zu einem gewissen Punkt" bekannt gewesen, wurde in weniger als 24 Stunden als Lüge entlarvt. Mehr...

Eine Überraschung? Nein! 

"Manchester attack = UK foreign policy" (Quelle: cagle.com)

Theresa May Pushing For UK Intervention in Syria Following Manchester Attack
(theantimedia.org) Following the recent Daesh (ISIS)-linked terror attack in Manchester, England, United Kingdom Prime Minister Theresa May raised the country’s terror threat level to critical, the first time it has been raised to that level since 2007. However, the situation in the UK is dramatically different now than it was when the streets of London and Glasgow airport were the targets of foiled terrorist attacks in June 2007. 
This is partially thanks to a once-secret contingency plan established by the UK government in 2015 known as "Operation Temperer". The plan allows for up to 5,000 British troops to be deployed on the streets of their own country. Almost 1,000 soldiers have already been deployed in order to free up armed officers for counter-terrorism operations. As was reported in 2015, the operation would involve sending troops to guard key targets in major cities if Daesh or other terror groups launch multiple attacks on UK soil.  
But the action being taken in the wake of the Manchester bombing is unique for another reason that stretches far beyond the country’s borders, as there is now an increased likelihood of the UK taking military action abroad – particularly in Syria, where the UK and its American ally have a mutual interest in pushing for regime change. Read more...

Manchester Bomber Was Product of West’s Libya/Syria Intervention
(globalresearch.ca) Here’s what the media and politicians don’t want you to know about the Manchester, UK, suicide attack: Salman Abedi, the 22 year old who killed nearly two dozen concert-goers in Manchester, UK, was the product of the US and UK overthrow of Gaddafi in Libya and "regime change" policy in Syria. He was a radicalized Libyan whose family fled Gaddafi’s secular Libya, and later he trained to be an armed "rebel" in Syria, fighting for the US and UK "regime change" policy toward the secular Assad government. Read more...

Manchester Bombing: What We Don’t Know
(globalresearch.ca) On 22nd May at approximately 22.30hrs a bomb was detonated at the Ariana Grande Manchester Arena concert, Manchester, UK. Much has emerged in the national press and television media over the incident. There are some things though that we don’t know. Read more...

Manchester Terror Attack Proves that the War on Terror Is Failing: Ten Ways to Reduce Terrorism
(globalresearch.ca) Given that the Manchester terrorist was a product of the interventions in Libya and Syria, it’s time to have an adult discussion about what it will take to stop terrorism. Read more...

Terror in Britain: What Did the Prime Minister know
(johnpilger.com) The unsayable in Britain's general election campaign is this. The causes of the Manchester atrocity, in which 22 mostly young people were murdered by a jihadist, are being suppressed to protect the secrets of British foreign policy.
Critical questions - such as why the security service MI5 maintained terrorist "assets" in Manchester and why the government did not warn the public of the threat in their midst - remain unanswered, deflected by the promise of an internal "review". 

The alleged suicide bomber, Salman Abedi, was part of an extremist group, the Libyan Islamic Fighting Group, that thrived in Manchester and was cultivated and used by MI5 for more than 20 years.
The LIFG is proscribed by Britain as a terrorist organisation which seeks a "hardline Islamic state" in Libya and "is part of the wider global Islamist extremist movement, as inspired by al-Qaida".
The "smoking gun" is that when Theresa May was Home Secretary, LIFG jihadists were allowed to travel unhindered across Europe and encouraged to engage in "battle": first to remove Mu'ammar Gadaffi in Libya, then to join al-Qaida affiliated groups in Syria.

Last year, the FBI reportedly placed Abedi on a "terrorist watch list" and warned MI5 that his group was looking for a "political target" in Britain. Why wasn't he apprehended and the network around him prevented from planning and executing the atrocity on 22 May?
These questions arise because of an FBI leak that demolished the "lone wolf" spin in the wake of the 22 May attack - thus, the panicky, uncharacteristic outrage directed at Washington from London and Donald Trump's apology.
The Manchester atrocity lifts the rock of British foreign policy to reveal its Faustian alliance with extreme Islam, especially the sect known as Wahhabism or Salafism, whose principal custodian and banker is the oil kingdom of Saudi Arabia, Britain's biggest weapons customer.
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Eine bemerkenswerte Lektüre! Von dem australischen Journalisten John Pilger.

Ergänzend dazu: Wolfgang Ksoll auf Facebook: "Die Terroristen haben gewonnen. Frau May verlässt die Zivilisation und das Christentum, um so wie die Terroristen zu werden." Mehr...

The blueprint
(jacobinmag.com) Labour’s manifesto offers a vision to radically improve the lives of millions. Whatever happens on June 8, we must fight to keep it on the horizon. Read more...

Radio-Stationen ignorieren Protestsong gegen Theresa May
(rp-online.de) In Großbritannien stürmt ein Lied die Charts – trotzdem wird es von den Radio-Stationen nicht gespielt. Denn in dem Song wird Premierministerin Theresa May als Lügnerin beschimpft. Und das kurz vor der Parlamentswahl. Mehr...

Hörenswert: "Sie ist eine Lügnerin, man kann ihr nicht vertrauen" (hier)! Die Nerven liegen blank bei den Konservativen. 

"Ich glaube Theresa May kein Wort"
(sueddeutsche.de) Youtube-Star Owen Jones ist für Hunderttausende Briten eine linke Stimme der Vernunft. Der umtriebige Aktivist erklärt, wie er junge Leute für Labour begeistern will und der Brexit die politische Debatte vergiftet. Mehr...

Brexit: Warum Theresa May scheitern wird
(zeit.de) Wer einen erfolgreichen Brexit will, muss Theresa May wählen. Allein sie könne das Land erneuern, behauptet sie. Stimmt das? Sechs Gründe, warum ihr Konzept nicht aufgeht. Mehr...



Jeremy Corbyns Labour Party: Schamlos links
(ipg.journal.de) Entgegen aller Erwartungen schneidet die Labour-Partei bei den Wahlumfragen überraschend gut ab. Der Unterschied zwischen ihr und den Konservativen ist kleiner geworden. Warum ist das so? Und wird dieser Trend andauern? Mehr...

Ein Auszug aus dem URL zu diesem Beitrag: "Corbyn ist unschuldig". Nett.

UK Election: Theresa May or Jeremy Corbyn? The Unknown Factor in that YouGov Poll
(globalresearch.ca) When Theresa May called a snap election two months after reiterating seven times in as many months that she would not do so, there were seemingly good reasons behind it. Not least, May was in a commanding 21 point lead ahead of Corbyn and she appeared at the time to be the most solid politician to help negotiate a good Brexit deal for the country. In addition, Labour was in the midst of an internal battle, driven by a more right-wing ‘Blairite’ agenda. 
Predictions were calling this a coronation more than an election. It was considered a slam-dunk, an election was not really necessary but democracy required going through the motions. Read more...


Unter den Tories macht sich Panik breit
(zeit.de) Großbritanniens Konservative sind bisher fest von einem Sieg bei den Neuwahlen ausgegangen. Doch nun droht ein Debakel. Auch Parteichefin May steht in der Kritik. Mehr...

The Differences Between the Conservatives and Labour Are Defined and Stark 
(globalresearch.ca) After 20-plus years of being lost in the muddy centre ground of British politics, the Labour party now stands tall again as the party of social democracy, rooted in values of social justice, participation and unity. Under the leadership of Jeremy Corbyn, Labour is offering a positive message of hope at the coming UK election and presents a real alternative to the Conservatives. Read more...

Brexit als Thema verdrängt
(fuw.ch) "Es sieht alles danach aus, dass die Wahlen für May nicht zu einem Triumphzug, sondern zu einem Pyrrhussieg werden." Hat sich die britische Premierministerin Theresa May verschätzt? Mehr...



Der Terror und die Wahl: Jetzt wird’s eng für Theresa May
(faz.net) Die Terroranschläge bestimmen den Wahlkampf in Großbritannien. Oppositionsführer Corbyn fordert Premierministerin May zum Rücktritt auf. Und die Umfragewerte purzeln. Mays Neuwahl-Plan droht zum Bumerang zu werden. Mehr...

Die Angst steht Theresa May ins Gesicht geschrieben
(welt.de) Für die Premierministerin wird der Wahlkampf-Endspurt zur Chaosveranstaltung, verzweifelt kämpft sie gegen die Zeit. Denn nicht nur Terror, Labour und Trump treiben May vor sich her – ihre eigene Vergangenheit wird zum Verhängnis. Mehr...

Labours Programm – eine Chance für die Mehrheit! 
(diefreiheitsliebe.de) Das Programm der Labour Party bietet eine Perspektive, um das Leben von Millionen Menschen zu verbessern. Was auch immer 8. Juni passiert, wir müssen kämpfen, um sie aufrechtzuerhalten. Mehr...


Generation Jezza
(jacobinmag.com) Labour has offered Britain’s youth a chance at a better future — and been rewarded with a historic polling surge. Read more...

Politische Grundsatzfragen in der britischen Parlamentswahl
(wsws.org) Im Vorfeld der vorgezogenen britischen Parlamentswahl steigen die Umfragewerte der Labour Party.
Viele Wähler suchen nach einer Möglichkeit, die verhasste Tory-Regierung abzuwählen. Außerdem haben die Angriffe der Rechten auf den Labour-Vorsitzenden Jeremy Corbyn ihm große Sympathie eingebracht. Auch dessen Wahlversprechen, eine Labour-Regierung werde den Reichtum von den „Steuerbetrügern, den Abzocker-Bossen und den gierigen Bankern zurückholen“, fällt auf fruchtbaren Boden. Zudem stellen sich die nominell linken Gruppen wie üblich hinter die Labour Party und rufen jetzt ungeniert zu ihrer Wahl auf. Mehr...

Aus Prinzip: Die sozialistischen Dauernörgler...

Wahlallianzen in Großbritannien: Alle gegen May
(spiegel.de) Kurz vor der Wahl arbeiten britische Aktivisten mit Hochdruck an ihrem Ziel: Premierministerin May zu stürzen. Ihre Waffen: viel Geld, viele Freiwillige - und taktisches Wählen. Mehr...

Das jüdische Problem der Labour Party
(faz.net) Schon vor Jeremy Corbyn war die Labour Party von antisemitischer Fäulnis zersetzt, aber jetzt stinkt diese schlimmer als je zuvor. Eine einstmals große Partei verwechselt den demokratischen Sozialismus mit einem Sozialismus von Irren. Mehr... 

Ein Beitrag der übelsten Sorte, befriedigt niedrigstes BILDungsniveau. Die F.A.Z. sollte sich dafür schämen. Ein weiteres Mosaiksteinchen zum völlig desolaten Gesamtbild dieser ehemals angesehenen Zeitung. Nur zur Erinnerung, der Pressekodex des Dt. Presserat: "Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse". Offensichtlich dürfen Gastbeiträge diesen Kodex unterlaufen.

Auf den Beitrag haben bereits die NACHDENKSEITEN hingewiesen (hier). Und einen lesenswerten Kommentar abgedruckt, von dem wir an dieser Stelle gerne einen Auszug wiedergeben: "Wie bereits aus dem Vorspann deutlich hervorgeht, zielt der Artikel des amerikanischen Gastautors James Kirchick allein darauf ab, Jeremy Corbyn auf das Schändlichste mit Schmutz zu bewerfen – und das natürlich zwei Tage vor den anstehenden Unterhauswahlen in Großbritannien. Das, was der streng neokonservative Kerchick hier zum Besten gegeben hat, kann nur als Propaganda bezeichnet werden. So betreibe Corbyn „Kameraderie mit einer elenden Kollektion von Terroristen, Spinnern und Antisemiten“. Zudem wird der Antisemitismus in Großbritannien als vornehmlich linkes! Problem dargestellt. Eine derartige Verleumdungskampagne habe ich jedenfalls noch nicht gelesen."  

(Macron and) May’s Battle for the Banks
(jacobinmag.com) Brexit has opened a fierce battle between London and Paris for the favor of the world's financial industry. Whoever wins, workers in both countries will lose. Read more...

We cannot afford the Conservatives
(defenddemocracy.press) There is a mad elephant tethered in the room of the Conservative Manifesto. That elephant is the dominance of service and finance industry in the UK, the sector that nearly broke the world economy in 2008. Linked to this dependence on finance and the service industry is the limited size of manufacturing industry.The dominance of finance can knock all talk of ‘stability’ for six.
The wealth of this country is not controlled by government but by the major finance institutions and a few huge corporations, yet all the talk in the Conservative manifesto is that the government can and will deliver change. All the government does in reality is sort monetary policy and legal boundaries.
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London Terror to Complete Brexit Coup d’Etat
(globalresearch.ca) Within hours of completing an analysis of how the June 8 UK
General Election is a fix to lock in a phony one-off referendum to leave the European Union unsupported by a vast majority of British voters, the Saturday night London terror struck on cue.
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Die beste Analyse, die wir zur vorgezogenen britischen Parlamentswahl gefunden haben! Geschrieben hat sie der britische Philosophieprofessor John McMurtry. DIE absolute Pflichtlektüre. Leider in Englisch und streckenweise schwer verdaulich geschrieben. Durchbeißen lohnt sich, sie behält ihre Gültigkeit auch nach der Wahl.  

Nach Anschlag: Votum der Briten offener denn je
(wiwo.de) Die Auswirkungen des Anschlag auf die Neuwahlen am Donnerstag in Großbritannien sind noch unklar. Sicher ist nur: Premierministerin Mays Ziel - eine stabile Mehrheit für die Brexit-Verhandlungen - wackelt. Mehr...

"Vote Tory"

So, das war's für heute!
  

Samstag, 6. Mai 2017

Standpunkt 1091: Frankreich-Wahl - Die Entscheidung


Frankreich-Wahl: Pest oder Cholera

"French Election Race For President" (Quelle: cagle.com)

Das Rennen um den Élysée Palast ist entschieden, der morgige Urnengang der Franzosen reine Formsache: Emmanuel Macron gilt bereits als sicherer Sieger und neuer (starker?) Mann Frankreichs. So jedenfalls ist die einhellige Meinung der "Experten"  unserer Leitmedien. Es sind die gleichen journalistischen Phantasten, die im vergangenen November alles auf Hillary Clinton als Siegerin der US-Präsidentschaftswahl gesetzt haben - um am Ende mit leeren Händen dazustehen. 

Zugegeben, dieses Mal scheint alles anders. Macron liegt nach den letzten Umfragen weit vor Le Pen und seine rechtsrheinischen Unterstützer sind sich ihrer Sache deshalb totsicher.

Zu denen gehören auch eine ganze Reihe linker Vordenker, die sich gerne immer noch in der Rolle als intellektuelle Weltverbesserer sehen. Das war einmal. Heute sind sie sich nicht zu schade, für Emmanuel Macron ihre Überzeugungen schnell in den Wind zu drehen, um ihm seine Unterstützung zu versichern und sie bei den Linken wortreich einzufordern. Daniel Cohn-Bendit ist ein bedauernswertes Beispiel dafür.  

Begonnen hat diese Siegesgewissheit bereits nach dem 1. Wahlgang, den Macron mit leichtem Vorsprung gegenüber Marine Le Pen für sich entschieden hat. 

(Quelle: globalresearch.ca)

Noch am Wahlabend beginnt ein gigantischer Unterstützungsfeldzug für Emmanuel Macron. Er wird zum Hoffnungsträger für Europa hochstilisiert, fehlende politische Überzeugungen werden ihm ab sofort angedichtet oder gleich in den Mund geschoben. Macron selbst bleibt farblos. Seine Aussagen erfreuen Berlin und Brüssel, weniger die Franzosen, dessen Präsident er werden soll. 

"Affront National"

In den vergangenen zwei Wochen hat sich eine bemerkenswerte Allianz von Macron-Unterstützern entwickelt: Linke und der reichste Mann Frankreichs, Bernard Arnault, kämpfen gemeinsam für dessen Wahl. Das sollte nicht nur den Franzosen zu denken geben. 

Die befinden sich durch das Ausscheiden von Jean-Luc Mélenchon in einer misslichen Lage: Beide Kandidaten bringen dem Land nichts Gutes. Macron hat keinen Plan, Le Pen plant das Chaos. 

Das ist aber noch nicht alles, diese Wahl entscheidet ein Stück weit auch über die Zukunft der europäischen Krise. Mit Macron geht es weiter wie bisher, er bedeutet keine Gefahr für die deutsche Dominanz in Europa. Eine trübe Aussicht. Anders bei Le Pen. Ihre Forderungen können Berlin kräftig unter Druck setzen und das übrige Europa aus seiner Lethargie reissen. Soll sie ins Leere laufen, dann muss die europäische Führungsriege unter Angela Merkel endlich Farbe bekennen, wie es mit EU und Eurozone weitergeht. Dann müssen Entscheidungen getroffen werden, aussitzen funktioniert nicht mehr. In diesem Fall scheitern viele von Le Pen's übrigen Plänen an der Wirklichkeit. Nur aus diesem Grund wünschen wir uns ihren Sieg und drücken Madame die Daumen.

Wir erwarten nicht, dass unsere Einschätzung viele Nachahmer findet. Sie soll lediglich als Denkanstoss dienen. Zusätzlich liefern die folgenden Beiträge und Karikaturen reichlich Gedankenfutter für unsere Leser. Genug, um sich eine eigene Meinung bilden zu können. 

Den Anfang machen drei Artikel, die sich mit dem Kandidaten näher beschäftigen:

Emmanuel Macron: Jung, smart, loyal
(zeit.de) Frankreichs neuer Wirtschaftsminister soll Präsident Hollande aus dem Glaubwürdigkeitstief holen. Die Vita des 36-jährigen Macron ist erstaunlich. Mehr...


Hollande’s Party
(jacobinmag.com) François Hollande has hastened the French Socialist Party's transformation into a vehicle for business interests. Read more...
 
Die Bande des Monsieur Macron
(monde-diplomatique.de)  Fazit: Emmanuel Macron, der als der neue Mann ohne Vergangenheit und ohne Beziehungen posiert, verkörpert mit seiner Person und mit seiner Umgebung das kompakte Aufgebot der Staatsaristokratie (Abteilung Finanzministerium) und der Hochfinanz, kurz: das "System"schlechthin. Dreißig Jahre nachdem Hollande, Jouyet und andere sozialistische Granden verkündet hatten, dass „die Linke sich bewegt“, inszenieren diese alte Garde und Macrons Jungtürken die ewige Geschichte des Modernismus mit neuer Besetzung. Mit einem Mann, der über den Parteien steht und die Entschlossenheit, die technische Kompetenz und die modernsten Methoden besitzt, um das Land zu führen. Dabei kommt es nicht darauf an, ein Programm zu haben. Entscheidend ist, die Wähler vom rechten Rand der Linken bis zum linken Rand der Rechten zu gewinnen. Mehr...

The Mélenchon Economy
(jacobinmag.com) Jean-Luc Mélenchon’s senior economic advisor explains his proposals to grow the economy and carry out an ecological transition. Read more...

Der Beitrag gehört eigentlich noch in unseren letzten Standpunkt. Leider hat JACOBIN ihn erst am Tag danach veröffentlicht. Nach unserer Ansicht ist Mélenchon's Wirtschaftspolitik das Beste, was Frankreich - und mit ihm Europa - hätte passieren können. Schade, dass die Franzosen nicht noch ein bisschen mehr Mut hatten. 19% sind ein achtbares Ergebnis, mehr aber nicht.

Präsidentschaftswahl – Frankreichs schlummerndes Wirtschaftswunder
(neuewirtschaftswunder.de) Neben Terrorsorgen ist Frankreich kurz vor der Schicksalswahl geprägt von Depression und Wirtschaftsstarre – wie Deutschland im Herbst 2005, als Schröder verjagt wurde. Dann kam der Aufschwung. Wiederholt sich das Muster? Mehr...

Eine erstaunliche Bestandsaufnahme von Thomas Fricke. Sie passt so gar nicht zu dem Frankreich-Bashing deutscher Politiker.

Europa vor dem Frexit?
(heise.de/telepolis) Parbleu, mon Dieu - ein Streifzug durch die europäische Aufgeregtheit anlässlich der heutigen Wahlen in Frankreich. Mehr...

 
Frankreich: Öffnung oder nationaler Rückzug?
(heise.de/telepolis) Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl könnte der Sieger schon so gut wie feststehen. Mehr... 

Klar, was denn sonst?

Neuanfang auf Trümmern
(cicero.de) Emmanuel Macron dürfte nach dem Sieg im ersten Wahlgang auch zum Präsidenten Frankreichs gewählt werden. Von ihm wird erwartet, die Nation zu einstiger Größe zurückzuführen. Schwieriger könnte die Aufgabe kaum sein. Mehr...

Macron And Le Pen Move To The 2nd Round: What Happens Next, According To Goldman And Citi
(zerohedge.com) Most of the results are in, and while it remains close, Macron will likely be the winner of the first French presidential round and is set to face Marine Le Pen in the runoff.
What does that mean for various asset markets and the bigger macro picture?  Here are two forecasts, just released from Goldman and Citi. Read more...

Eine lohnende Lektüre!

(Quelle: cartoonmovement.com)

The French "Political Class" Gets Crushed – on the Surface
(wolfstreet.com) It designed the rules to protect itself against an election like this. 
According to preliminary results of the presidential election in France, the two candidates that came out on top during today’s first round and therefore made it into the second round, to be contested on May 7, are Marine Le Pen, leader of the right-wing anti-euro and anti-EU Front National, and Emmanuel Macron, leader of the centrist, pro-EU movement En Marche, which he founded just last year.
So congratulations to today’s winners.

This is the first time since the beginning of the Fifth Republic in 1958 that no candidate from the major establishment parties made it to the second round, and that neither of the two winning candidates are backed by parties that have ever held the presidency.

This is also the first time in the Fifth Republic that the winner’s party will have zero or practically zero power in Parliament. Read more...

4 Scary Implications of the French Election
(alternet.org) Europe's left-right political order is dying and Bannonite populism is stronger than ever. Read more...



Das haben Macron und Le Pen mit Frankreichs Wirtschaft vor
(spiegel.de) Wer wird Frankreichs nächster Präsident? Eine EU-Gegnerin, die das Land abschotten will? Oder ein Sozialliberaler, der umfassende Reformpläne für die marode Wirtschaft hat? Die wichtigsten Positionen im Vergleich. Mehr...

"En marche!" – doch wohin?
(fuw.ch) Emmanuel Macron dürfte französischer Präsident werden und Marine Le Pen verhindern. Doch was kann er darüber hinaus leisten? Mehr...

Peinlich, dieser Kommentar. Ein Ignorant, der fordert, was längst schon gescheitert ist. Erfreulicherweise gibt es auch Ausnahmen unter den Schweizer Welterklärern.

Frankreich: Das mittlere Maß der Unvernunft
(heise.de/telepolis) Die Wahl in Frankreich passt in das Muster der Verzweiflungswahlen, die inzwischen zum europäischen Normalfall geworden sind. Vieles spricht dafür, dass das Land noch einmal fünf lange Jahre warten muss, bevor sich wirklich etwas ändert.
Frankreich hat gewählt, aber es hat sich nicht entschieden. Dieser Satz wird auch noch in zwei Wochen Gültigkeit haben, wenn der junge Mann, der gestern mit einem im historischen Vergleich sehr schwachen Ergebnis die erste Wahlrunde gewonnen hat, zum Präsidenten gewählt sein wird.
Frankreich hat sich weder dafür entscheiden können, es mit den bisher die Republik regierenden Parteien noch einmal zu versuchen, noch dafür, radikal anders regiert zu werden. Das Ergebnis wird, paradoxerweise und wenn nicht alle Zeichen trügen, die Fortsetzung der bisherigen Politik unter einem neuen Namensschild sein. Mehr...

Ein Beitrag von Heiner Flassbeck. Das bürgt für Qualität.

Frankreichs Marsch ins Unbekannte beginnt
(sueddeutsche.de) Das französische Parteiensystem ist zerfallen. Macron wird die Republik neu erfinden müssen, um sie zu reformieren. Eine Herkulesaufgabe. Mehr...

Frankreich-Wahl: Start-up Macron
(zeit.de) Emmanuel Macron hat Karriere in der alten französischen Elite gemacht. Dennoch gilt er als unverbraucht. Fünf Gründe, wie er zum Favoriten für die Stichwahl wurde. Mehr...

Emmanuel Macron: Hat Frankreich einen Reformer gewählt?
(faz.net) Emmanuel Macron wird der nächste französische Präsident. Er muss für innere Sicherheit und für einen Aufschwung der Wirtschaft sorgen. Denn Marine Le Pen und ihre Partei sind nicht erledigt. Mehr...

Wer ist Marine Le Pen?
(project-syndicate.org) Ich kann mich noch genau an den ersten Fernsehauftritt der französischen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen erinnern. Im Vorfeld der Präsidentschaftskampagne von 2002 habe ich damals im französischen Fernsehen eine Debatte moderiert. Um die politische Ausgewogenheit zu gewährleisten, brauchten wir auch jemanden von der rechtsextremen Nationalen Front (FN), die damals von Marines Vater, Jean-Marie Le Pen, geleitet wurde. Bruno Gollnisch, der Wahlkampfmanager von Jean-Marie und sein möglicher Nachfolger, schickte uns stattdessen Marine.
Offensichtlich war dies ein Trick – nicht nur gegen die "feindlichen" Medien, sondern auch gegen Marine Le Pen selbst. Gollnisch hielt sie für eine Rivalin, die seiner Meinung nach in der Partei von ihrem Vater zu sehr unterstützt wurde. Le Pen war damals eine weithin unbekannte 33-jährige Rechtsanwältin ohne viel Erfahrung, aber schon damals hatte sie einen guten Instinkt für prägnante Auftritte. Letztlich ist Gollnischs Plan wohl nach hinten losgegangen: Ein paar Tage nach Le Pens Auftritt druckte ein Wochenmagazin die Schlagzeile: "Was gibt es Neues bei der FN? Marine!" Mehr...

Das Original dieses Beitrags, "Who Is Marine Le Pen?", gibt es hier.

(Quelle: toonpool.com)

Alle sind gegen Le Pen - und das könnte ihr größter Trumpf sein
(focus.de) Frankreichs Staatschef François Hollande hat davor gewarnt, eine klare Niederlage der Rechtspopulistin Marine  Le Pen bei der Präsidentschaftswahl als gegeben anzusehen. "Es ist noch nichts erreicht", sagte der Sozialist am Dienstag bei einem Besuch im nordwestfranzösischen Laval. "Eine Wahl muss man sich verdienen."
Geht es nach Hollande, soll Le Pen bei der Stichwahl am 7. Mai so "schwach" abschneiden wie möglich. Die EU-Gegnerin war bei der ersten Wahlrunde am Sonntag mit 21,3 Prozent auf den zweiten Platz gekommen. Der sozialliberale Reformpolitiker Emmanuel Macron landete mit 24 Prozent vorne und ist jetzt klarer Favorit für die zweite Wahlrunde in knapp zwei Wochen. Umfragen sehen ihn im Duell mit Le Pen bei 60 bis 64 Prozent.
Mehr...

Frankreich - Kein Grund zur Sturmentwarnung
(cicero.de) Nach dem ersten Wahlgang in Frankreich gilt ein Sieg des parteilosen Emmanuel Macron als sicher. Doch aufatmen kann Europa noch lange nicht. Die Gründe für den Aufstieg der Nationalistin Marine Le Pen bestehen nach wie vor. Mehr...

French Establishment Mount The Ramparts Against Le Pen
(zerohedge.com) "Centrist" candidate Emmanuel Macron was no sooner announced winner in the first round of the French presidential election at the weekend, and with unseemly haste the political establishment rushed to close ranks against rival Marine Le Pen of the Front National.
Macron topped the poll in the first round winning 23.8 per cent of the vote. Le Pen came in second place with 21.5 per cent. Both candidates will now proceed to face off in the second round, to be held on May 7, with the other nine candidates having been eliminated.
The FN leader is entitled to call her electoral performance a «historic» achievement. It was the best result for the nationalist party in the French presidential elections since its foundation in 1972. But while her supporters were celebrating a landmark victory, the French establishment was desperately pulling up the drawbridge. Slings, arrows and boiling oil are being readied to make sure Le Pen is kept at bay from the seat of power.
Le Pen, who took over the party leadership in 2011 from her father Jean-Marie, has taken the FN from «fringe» status to now being a major mainstream political force, within a shot of winning the presidency of the French Republic.
But it is unlikely that Marine Le Pen will become Madame President – at least in the 2017 cycle. Her rival Macron is already receiving fulsome endorsements from the erstwhile two main parties, the center-right Republicans and the incumbent Socialists. Both parties suffered painful defeats at the weekend, the first time in 60 years than neither of them have a candidate going forward to the second round. Read more...


Was steckt hinter dem deutschen Jubel über Macron?
(wsws.org) Der Sieg von Emmanuel Macron in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl hat in der herrschenden Klasse Deutschlands wahre Begeisterungsstürme ausgelöst. Mehr...



"Stichwahlkampfhilfe" (Quelle: cicero.de)

Hoffnungsträger Macron
(project-syndicate.org) Nachdem Emmanuel Macron die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahlen für sich entscheiden konnte, herrscht bei vielen Bürgern Frankreichs ein Gefühl der Erleichterung und des Stolzes. Die Meinungsforscher sollten ausnahmsweise Recht behalten: Die beiden favorisierten Kandidaten – Macron und Marine Le Pen des Front National – haben sich für die Stichwahl am 7. Mai qualifiziert. Vorbei sind die Angst und die Besorgnis der Wochen, Tage und Stunden vor der Wahl, dass Frankreich in der zweiten Runde vor einer Entscheidung zwischen der rechtsextremen Le Pen und dem Linksaußen Jean-Luc Mélenchon stehen könnte. Mehr...

Die Begeisterung des Autors Dominique Moisi am Ende macht uns sprachlos: "Derweil sollte die demokratische Welt in Macron das sehen, was er ist: ein Leuchtfeuer der Hoffnung in einem Meer aus Zweifeln und Verzweiflung." In welchem Frankreich lebt der Mann? Es ist nicht von dieser Welt!

Kontrollfreaks finden den Originalbeitrag hier.

Macron 2017 = Le Pen 2022
(jacobinmag.com) Opposing Le Pen should in no way be limited to voting against her on May 7.
Now that we know the French presidential election’s second round will set former banker and finance minister Emmanuel Macron against neofascist Marine Le Pen, where should the French left set its sights? 
The vote — as well as the legislative election that will follow in June — is unfolding amid a deep crisis of political representation that, alongside financial decline and growing violence, has turned the European Union into what Stathis Kouvelakis and others have termed global capitalism’s “weakest link.” Although these multiple crises are far from new, they have produced striking new developments that we need to analyze before mapping out possible next steps for a stronger political left. Read more...

Emmanuel Clinton Versus Marine LeTrump
(zerohedge.com) Here’s the body count in the latest geopolitical earthquake afflicting the West: The Socialist Party in France is dead. The traditional Right is comatose. What used to be the Extreme Left is alive, and still kicking.
Yet what’s supposed to be the shock of the new is not exactly a shock. The more things veer towards change (we can believe in), the more they stay the same. Enter the new normal: the recycled "system" – as in Emmanuel Macron — versus "the people" — as in the National Front’s Marine Le Pen, battling for the French presidency on May 7.
Although that was the expected outcome, it’s still significant. Le Pen, re-christened "Marine", reached the second round of voting despite a mediocre campaign.
She essentially reassembled — but did not expand — her voting base. I have argued on Asia Times that Macron is nothing but an artificial product, a meticulously packaged hologram designed to sell an illusion.
Only the terminally naïve may believe Macron incarnates change when he’s the candidate of the EU, NATO, the financial markets, the Clinton-Obama machine, the French establishment, assorted business oligarchs and the top six French media groups.
As for the stupidity of the Blairite Left, it’s now in a class by itself.
Jean-Luc Mélenchon, the domesticated hard-left of Insubordinate France, managed to equal the Catholic Right François Fillon in the final stretch. Yet the vapid PS candidate, Benoit Hamon, stole Mélenchon’s shot at hitting the second round.
As for Marine, she lost almost four points in the final tally. With one extra week of campaigning Fillon, despite Penelopegate, could have been equal with Marine.
Marine has only one extremely long shot on May 7. She will be frantically touring “deep France” to turn the second round into a debate on French identity and a clash of nationalists, patriots and sovereignists against pro-EU globalists and urban "liquid modernity”"practitioners. Read more...

Finance Capital and Neo-Fascism: The French Elections Mirror the Crises of Western States
(globalresearch.org) There was much anticipation surrounding the outcome of the April 23 national elections in France.
A runoff between National Front leader Marine Le Pen and the 39-year-old banker and former Minister of Finance Emmanuel Macron’s En Marche (Onwards) is slated for May 7.
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Lesenswert bis zum Schluss. Das Fazit: "The Western industrialized states do not have the political or economic capacity to break with the reliance upon unequal terms of trade, militarism and the super-exploitation of labor. Racism and xenophobia are utilized to fortify the system of capitalism where the financial institutions determine the parameters of both domestic and foreign policy. Until the workers and oppressed within the imperialist states can organize to effectively transform the status quo, there are relatively few prospects for a genuine qualitative improvement in living standards among those who have to toil for their existence. The ruling class has articulated no program for resolving the crises of joblessness, poverty and the burgeoning inequality within capitalist society. Consequently, these two candidates in France represent the duality of an unresolvable quagmire within a social system that has served its usefulness to humanity." Stimmt, oder?

Frankreichs herrschende Elite sammelt sich um Macron
(wsws.org) Nach dem historischen Zusammenbruch der beiden großen Parteien Frankreichs in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl sammelt sich die Mehrheit der herrschenden Elite um den Ex-Bankier Emmanuel Macron, um die neofaschistische Nationale Front zu stoppen. Mehr...

Emmanuel Macron als rettender Strohhalm für die Reichen und Mächtigen? Eine charmante Vorstellung. In Wahrheit doch nur eine öffentlichkeitswirksame Show. Selbst wenn Marine Le Pen die Wahl gewinnt, besteht kein Grund zur Besorgnis: Noch immer ist es den Eliten gelungen, ihre Interessen durchzusetzen - auch Le Pen wird anerkennen: Nur "Geld regiert die Welt".

Ein Land steht kopf
(zeit.de) Fast alle wetten darauf, dass Marine Le Pen die französische Präsidentschaftswahl verliert. Das könnte ein Fehler sein. Mehr...

The French Scuttle Their Own Ship
(lewrockwell.com) We are witnessing a historical reversal in France, where the ancient political spectrum is exploding into pieces as new fractures appear. Because of the intensive storm of media propaganda which has recently almost drowned the nation, the French can now perceive nothing more than the essential markers and cling to red lines which no longer exist. However, the facts are clear, and certain evolutions are predictable.
After a very agitated electoral campaign, the French chose Emmanuel Macron and Marine Le Pen for the second round of the Presidential election.
Already, almost all the losing candidates, with the exception of Jean-Luc Melenchon – and that’s no accident – have appealed to their followers to support Macron, who should then be easily elected.
The two major historical parties which have governed France since the beginning of the Fifth Republique – Les Republicains (ex-Gaullists) and the Parti Socialist (ex-Jaurèsians) – have been beaten. A newcomer, En Marche !, has made it to first place on the podium, facing the Front National. Read more...

Frankreich vor der Stichwahl: Das Übel des kleineren Übels
(woz.ch) Dank Emmanuel Macron hat die Rechtspopulistin Marine Le Pen einen Rückschlag erlitten. Doch Frankreichs Linke muss sich nun zusammenraufen: Der Exbanker will ein neoliberales Regierungsprogramm umsetzen. Mehr...

Französische Jugendliche protestieren gegen die zweite Runde der Präsidentschaftswahl zwischen Le Pen und Macron
(wsws.org) Am Donnerstag kam es überall in Frankreich zu Protesten, an denen sich tausende Schüler beteiligten; sie blockierten ihre Schulen und kamen in den Städten zu Demonstrationszügen zusammen. Die Proteste sind Ausdruck der wachsenden Wut über die zweite Runde der Präsidentschaftswahl. Die Wahl ist auf zwei rechte Kandidaten beschränkt: den Ex-Bankier Emmanuel Macron und die Führerin des Front National (FN), Marine Le Pen.
Millionen von arbeitenden Menschen verstehen, dass diese Wahl ihnen lediglich die Entscheidung darüber lässt, welche Person an der Spitze einer autoritären, militaristischen Regierung in Frankreich stehen wird. Le Pen ist eine Neofaschistin. Was Macron angeht, so wird er von der Jugend wegen seiner Rolle als Wirtschaftsminister der gegenwärtigen Regierung der Sozialistischen Partei (PS) weitgehend verabscheut. Diese Regierung hat im letzten Jahr Streiks und Massenproteste der Jugend gegen die reaktionäre Arbeitsgesetzgebung brutal unterdrückt. Mehr...

Frankreich hat gewählt – und nun?
(project-syndicate.org) Zum Jubeln ist es noch zu früh, denn bis zum 7. Mai, der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen, kann noch viel passieren, vor allem viel Unvorhergesehenes. Noch sind die Nationalisten mit Marine Le Pen nicht endgültig geschlagen, aber der vergangene Sonntagabend gibt zu der begründeten Hoffnung Anlass, dass der nächste französische Staatspräsident Emmanuel Macron heißen wird.
An Europa wäre damit noch einmal der Kelch der Selbstzerstörung vorübergegangen, denn eine Staatspräsidentin Le Pen hätte wohl das Ende der EU bedeutet: der Austritt Frankreichs aus dem Euro, den sie anstrebt, würde zum Zerfall der Gemeinschaftswährung führen, in deren Folge auch der gemeinsame Markt und die Europäische Union nicht überleben würden. Europa würde dadurch in einen bodenlosen Abgrund gestürzt werden, in dem wirtschaftlich, finanziell und politisch all das zerstört würde, was in den vergangenen sechzig Jahren erfolgreich aufgebaut worden war.
Hinzu will die Kandidatin den Austritt Frankreichs aus der NATO und eine innige Freundschaft mit dem Russland Wladimir Putins, was nicht nur in Frankreich, sondern in der gesamten EU zu einer Finanz- und Wirtschaftskrise verbunden mit einer sehr ernsten politischen und Sicherheitskrise führen würde. Auch die politischen Folgen einer solchen Krise sind kaum abschätzbar. Mehr...

Natürlich muss auch der Alt-Spondi Joschka Fischer seinen Senf dazugeben. Dieser Beitrag zeigt aber einmal mehr: Er sollte besser endlich die Klappe halten, statt sich weiter als elitärer Büttel zu verdingen. Hält er sich wirklich immer noch für glaubwürdig? 

Junge Franzosen: "Macron ist noch schlimmer als Le Pen"
(zeit.de) Jean-Luc Mélenchon wurde bei den jungen Franzosen die stärkste Kraft. Ihnen bleiben jetzt zwei Kandidaten, die sie ablehnen. Und die Enthaltung. Was werden sie tun? Mehr...

Ein hervorragendes Stimmungsbild: "Vor dem zweiten Wahlgang habe ich (...) jetzt schon Angst: Marine Le Pen ist eine Faschistin, sie möchte jeden aus Frankreich vertreiben, der nicht blond und weiß ist. Aber Macron ist noch schlimmer.Denn er repräsentiert die Finanzeliten. Er spielt sich auf, als sei er der Held der Jungen, aber wenn er an die Macht kommt, sitzen doch wieder dieselben Politiker wie vor 20 Jahren auf den Posten. Wir sehen die Ergebnisse der Politik von Leuten wie ihm an den letzten Jahren. Er will die Reichen reicher machen und die Armen ärmer.(...) Macron ist dagegen nur Marketing: Er hat einen guten Slogan und ist jung. Um die jungen Menschen in Frankreich kümmert er sich aber überhaupt nicht." Und ein echtes Dilemma: "Für mich ist es trotzdem wichtiger, Le Pen zu verhindern. Deswegen werde ich bei dem zweiten Wahlgang auf jeden Fall Macron wählen, auch wenn ich ihn überhaupt nicht mag. Es ist keine Stimme für Macron, sondern eine gegen Le Pen." 


Le Pen weicht ihre Anti-Euro-Haltung auf
(faz.net) Wahlkampffinte oder echte Neuausrichtung? Nach einer Vereinbarung mit dem Rechtspolitiker Dupont-Aignan spricht sich die Präsidentschaftskandidatin des Front National für eine Parallelwährung neben dem Franc aus. Mehr...

Ein erster Schritt, um sich in das bestehende Machtgefüge einzupassen. Ausgerechnet mit der Idee des früheren griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis

Die moralische Pflicht, Macron zu unterstützen
(project-syndicate.org) Die beiden Namen, die bei den französischen Präsidentschaftswahlen auf dem Wahlzettel für die zweite Runde stehen, machen deutlich, dass in Europa gerade ein politischer Kurswechsel stattfindet. Emmanuel Macron und Marine Le Pen stehen für alternative Weltsichten jenseits der traditionellen Einordnung zwischen Links und Rechts.
Auch anderswo in Europa traten in letzter Zeit europafreundliche, marktorientierte Parteien gegen nationalpopulistische Bewegungen an. Aber da Frankreich für Europa so wichtig ist, steht dort extrem viel auf dem Spiel. Die Feinde der Europäischen Union wissen dies. Russische Hacker haben bereits zahllose Netzangriffe auf die Webseite von Macrons Bewegung En marche! durchgeführt, und der Kreml macht sich öffentlich für Le Pen stark.
Aber viele französische Wähler scheinen weltpolitische Dynamik, die bei der Wahl in ihrem Land am Werk ist, immer noch nicht wirklich zu erkennen. Und trotzdem lastet auf ihren Schultern eine gewaltige Verantwortung: Das Schicksal der EU – und des gesamten Westens – liegt in ihren Händen. Mehr...

Scheinheiliger Bullshit. Vorsicht, dieser Beitrag kann starken Brechreiz verursachen! Deshalb verzichten wir vorsorglich auf den Verweis zum Original. 

Frankreich: Die Linke, die Faschistin und der Neoliberale
(diefreiheitsliebe.de) Die Faschistin Marine Le Pen und der Banker Emmanuel Macron in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich – das bestätigt die tiefe politische Krise, in der sich das Land befindet. Aber im Vorfeld der Parlamentswahl im Juni kann sich auch ein neuer linker Pol herausbilden. Mehr...

Ein netter Versuch, neue Hoffnung zu verbreiten. Die stirbt bekanntlich ja zuletzt. Ausgerechnet die Franzosen sollen demnächst wieder nach links schwenken? Wie versponnen ist das denn?

"Marine Le Pen drives to the Polling Station"

Front National: Sie nennen sich Mitte
(zeit.de) Nicht nur Franzosen aus benachteiligten Schichten stimmen für die rechtsextreme Kandidatin. Sie zieht zunehmend auch Lehrer, Unternehmer und junge, gebildete Frauen an. Mehr...

Für uns ist das keine Überraschung. Wie in den USA erodiert in Frankreich die Mittelschicht. ARTE hat über diesen Zerfall in mehreren Dokumentationen in den vergangenen zwei Wochen ausführlich berichtet. Der Konservative Sarkozy hat mit seiner "deutschen" Politik diesen Prozess in Gang gesetzt, der Sozialist(!) Hollande ihn beschleunigt. Deshalb sucht sich die Mittelschicht eine neue politische Heimat. 

"Strong Vote in France"

Teile der französischen Rechten unterstützen die Neofaschistin Le Pen
(wsws.org) Am Wochenende erklärte der Vorsitzende der rechten Kleinpartei Debout la France (Steh auf Frankreich, DLF) Nicolas Dupont-Aignan offiziell, er werde Marine Le Pen vom neofaschistischen Front National (FN) in der Stichwahl am 7. Mai unterstützen.
Le Pen erklärte, sie würde Dupont-Aignan zum Premierminister ernennen, wenn sie die Präsidentschaftswahl gewinnt. Wörtlich sagte die Kandidatin des FN: „Zusammen werden wir dafür kämpfen, immer mehr Menschen zusammenzubringen und die Stichwahl am 7. Mai zu gewinnen.“
Die beiden Parteichefs veröffentlichten ein „Regierungsübereinkommen“ mit sechs Punkten, das die Grundlage ihres Bündnisses bildet. Die beiden Unterzeichner erklärten: „Dieser Vertrag für ein Regierungsbündnis wird der Schlüssel zur Überwindung der Spaltungen und Zweifel sein, die dem ‚System‘ und Emmanuel Macron in die Hände spielen und damit dem nationalen Interesse schaden.“ Mehr...
 
"The new soft in age of Le Pen" (Quelle: cartoonmovement.com)
 
Emmanuel Macron: Der teure Freund
(faz.net) Emmanuel Macron wird von deutschen Politikern bejubelt. Das europäische Projekt gewinnt mit ihm an Fahrt. Doch niemand redet darüber, wer am Ende dafür bezahlt. Mehr...
 
Die Franzosen, wer sonst?

Frankreich: Macrons Sieg über Le Pen unsicher
(heise.de/telepolis) Nur ein Drittel der Anhänger des Linken Mélenchon will die neoliberale Kröte Macron gegen die rechtsradikale Le Pen schlucken. Mehr...

Marine Le Pen verspielt jede Chance
(wiwo.de) Zweieinhalb Stunden lang lieferten sich Emmanuel Macron und Marine Le Pen am Donnerstagabend einen harten und persönlich beleidigenden Schlagabtausch. Inhaltlich argumentierte nur einer der Kandidaten. Mehr...

Es beginnt die finale Lobpreisung für den Wunschkandidaten...

Le Pens Maske ist gefallen
(sueddeutsche.de) Die französische Rechtspopulistin lügt, überzeichnet, polemisiert. Sie hat ihr Wählerpotenzial ausgeschöpft - aber auch die Republik gespalten. Macron wird es schwer haben. Mehr...

"Macron is the winner"

Möglicher Wahlsieg Le Pens: "Die Märkte könnten den Euro in 48 Stunden zerstören"
(spiegel.de) Gewinnt Marine Le Pen am Sonntag die Präsidentscha!swahl, droht Europa die wirtscha!liche Kernschmelze: Investoren würden aus Frankreich und Südeuropa fliehen, warnt der Ökonom Henrik Enderlein. Mehr... 
   
...und dafür werden alle Register gezogen! 

So funktioniert "marktkonforme Demokratie". Zum Glück für die Märkte hat Angela Merkel in Deutschland das längst verstanden.

Dumm nur, dass die französischen Wähler das letzte Wort haben.

Die Linke muss für Macron stimmen
(project-syndicate.org) ... die Entscheidung vieler Linker, auf Äquidistanz zu Macron und Le Pen zu gehen, ist unentschuldbar. Mehr...

Wir sind sprachlos. Und haben unseren ehemaligen Helden des griechischen Widerstandes verloren, Yanis Varoufakis. Ungeniert schwadroniert er das politische Fliegengewicht Macron schön. Eine Schande. 

Für Kontrollfreaks: Im englischen Originalbeitrag "The Left Must Vote For Macron" steht der gleiche Mist (hier).  

Der reichste Franzose wirbt persönlich für Macron
(manager-magazin.de) Dass Bernard Arnault "ohne zu zögern Emmanuel Macron wählt", wird kaum jemanden überraschen. Dass er dies öffentlich mitteilt, vielleicht schon eher. Mehr...

Dem fehlt nach dem Scheitern von Fillon schlicht eine angenehme Alternative. 

"Le Pen ist sozialer"
(zeit.de) Der Schriftsteller Emmanuel Carrère warnt vor der Stichwahl vor einem leichtfertigen Urteil über die Anhänger von Marine Le Pen. Sie zu verachten, wäre gefährlich. Mehr...

Wir finden, das ist ein passendes Plädoyer zum Schluss unseres heutigen Standpunkts zur Stichwahl in Frankreich.  

"French Election Drama"

Vive la France!