Montag, 28. März 2011

Standpunkt, Ausgabe 18: Mega-Krise, USA, Europa, Deutschland, China, Rohstoffe, Krisenvorsorge


Nachlese:

Unsere Aussagen zu der Katastrophe in Fukushima wurden mittlerweile in wesentlichen Teilen bestätigt. Selbst der japanischen Regierung gelingt es nicht mehr, die Fakten weiter zu beschönigen. Nur geht es ihr immer noch nicht um den Schutz der Bevölkerung, sondern weiter um die Verniedlichung der Ausmaße dieser Katastrophe. Eine Sperrzone im Umkreis von lächerlichen 20 km wird per Gesetz eingerichtet. Auf diese Weise wird die Zahl der betroffenen Bewohner klein gehalten und damit auch die möglichen Schadenersatzansprüche. Betroffen sind nur rund 80.000 Menschen, während es bei einer Sperrzone von 60 km bereits 1 Million Menschen sind. Unterstützung erhält die japanische Regierung von der internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) in Wien, die zweifelhafte Meldungen über geringe freigesetzte Radioaktivität heraus gibt. Die „teilweise“ Kernschmelze mussten Regierung und IAEA jedoch längst zugeben. Als Reaktion auf die erhöhte Strahlung werden die Grenzwerte für Kinder heraufgesetzt. Für Kinder in Japan gilt jetzt der gleiche Strahlengrenzwert wie für deutsche AKW-Mitarbeiter. Spätestens seit Tschernobyl ist bekannt, dass besonders Kinder unter der erhöhten Strahlung leiden und Spätfolgen sicher sind.

Zur Katastrophe selbst gibt es keinen Anlass zu irgendeinem Optimismus. Japanische Wissenschaftler sprechen von einer „extrem ernsten Situation“. Vor wenigen Tagen berichtete das französische Fernsehen über Fukushima und die Folgen. In diesem Bericht äußerte einer dieser japanischen Wissenschaftler seine feste Überzeugung, dass der Großraum Tokio bereits verstrahlt sei. Ackerbau und Viehzucht, Fischerei und die Industrieproduktion wird nachhaltig, teilweise auf Jahrzehnte hinaus, gestört. Über die Strahlenbelastung der übrigen Welt ist ebenfalls noch nicht das letzte Wort gesprochen. Hierzu hat sich mittlerweile Greenpeace zu Wort gemeldet und befürchtet eine „weltweit steigende Strahlenbelastung als Folge der Atomkatastrophe in Fukushima“.

Die Leser-Reaktionen auf unsere Einschätzungen zur Finanzkrise und besonders zur Krisenvorsorge sind erstaunlich - negativ. Offensichtlich verdienen wir uns gerade den Ruf von durchgeknallten Unruhestiftern/Chaostheoretikern. Diese Leser werden sich bei der Lektüre der vorliegenden „Osterausgabe“ bestätigt fühlen. Jedenfalls sehen wir uns momentan als Don Quichote im Kampf gegen die Windmühlenflügel aus Sturheit und Ignoranz. Wir geben aber noch nicht die Hoffnung auf, wenigstens einen kleinen Teil unserer Leser von der Wahrhaftigkeit unserer Absichten und der Notwendigkeit tiefgreifender Maßnahmen zur Vermögenssicherung überzeugen zu können.


Grundsätzliches:

Die Quellenangaben sind gestrafft. Wir haben unsere eigene Quellen, die wir aus verschiedenen Gründen nicht nennen wollen. Dafür bitten wir um Verständnis. Diese Quellen sichern uns einen entscheidenden Wissensvorsprung, den wir auch in der vorliegenden Ausgabe wieder nutzen.

Wir stellen nur echte, belastbare Informationen bereit, die wir allgemein verständlich kommentieren.

Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass die folgenden Äußerungen unsere persönliche Bewertung wiedergeben, die wir mit großer Sorgfalt erarbeitet haben.

Wer sich nicht regelmäßig mit Wirtschaft & Politik und deren Folgen auf die persönlichen Lebensumstände beschäftigt, bzw. beschäftigen kann, sollte sich für die folgenden Seiten unbedingt Zeit nehmen. Der Nutzen ist enorm und wächst mit jeder weiteren Ausgabe, die wir regelmäßig, kostenlos und ohne jede Verpflichtung, bereitstellen.

Denken Sie aber bitte auch daran, diese Informationen Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen, etc., etc., zugänglich zu machen. Die Ereignisse erfordern Hintergrundwissen und machen Denkanstöße zwingend notwendig.

Nutzen Sie unsere Erfahrung für Ihre Entscheidungen. Vertrauen Sie nicht länger den Politikern, Ökonomen, Wirtschaftsjournalisten oder gar Bankern. Nur Letztere wissen was sie tun, nie haben sie dabei jedoch das Interesse ihrer Kunden im Blick, ausschliesslich ihre eigenen.

Nehmen Sie endlich die Scheuklappen herunter, Sie werden sofort eine bessere Sicht auf das Wesentliche haben. Ignorieren Sie nicht länger die Fakten und handeln Sie, die Zeit drängt!

Für Rückfragen, Anregungen, Kommentare, persönliche Beratungen, unsere Email-Adresse: benner-kemmer@web.de.


Die Verfasser


Heute haben wir nur ein Thema, wir präzisieren unsere Jahresvorausschau:


Exklusiv-Nachricht: Mega-Krise jetzt in Sichtweite!

Nach der Natur- und Atomkatastrophe in Japan, der Staatsschuldenkatastrophe in den USA, beschleunigt sich die Entwicklung der weltweiten Finanz-Katastrophe massiv. Noch in 2011 erwarten wir die Vorboten einer Mega-Krise, die das globale Wirtschafts-, Finanz- und Geldsystem endgültig ruinieren wird. Sprichwörtlich „bleibt kein Stein auf dem anderen“. Daran führt kein Weg mehr vorbei.

Auslöser sind die USA. Deren Probleme mit dem Budget, den Staatsanleihen und dem Dollar sind katastrophal und alle Versuche einer Lösung einfach nur Murcks. Ein schwacher Präsident Obama ist nicht in der Lage, sich gegen die Interessen der Wall Street zu behaupten, oder die politischen Grabenkämpfe zwischen den Demokraten und Republikanern im Interesse des Landes zu verhindern.

Weiter wird so getan, als hätten die anderen Länder, allen voran die Europäer, große Probleme zu lösen. Der Euro wird weiter diskreditiert und es wird auch nicht davor halt gemacht, Teile der weltweiten Unruhen zum Zwecke der Ablenkung zu instrumentalisieren. Leider führen diese Pläne zu einer Auflösung der bisherigen Ordnung in der Welt.

Tatsächlich ist die amerikanische Schuldenlast nicht mehr beherrschbar. Die geplanten Sparmaßnahmen sind falsch und treffen nicht nur die amerikanische Bevölkerung, sondern letztlich die ganze Welt, einschliesslich das „starke“ China.

Der Giftmüll in den Bankbilanzen der Welt hat seit 2008 noch dramatisch zugenommen. Es ist ein Billionen-Scheinvermögen, sonst nichts, für eine seriöse Bewertung völlig wertlos. Versteckt wird alles in einer doppelten Buchführung – mit dem Segen der US-Regierung, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel (BIZ) und der internationalen Organisation für Rechnungslegungsstandards (Financial Accounting Standards Board – FASB). Die Weltwirtschaftsleistung reicht niemals aus, um diesen Müll zu kompensieren. Nicht heute und nicht in den nächsten 30 Jahren.

Teile dieses Giftmülls befinden sich längst in den Bilanzen aller wichtigen Notenbanken. Ausdrücklich nennen wir hier die US-FED, die EZB, die Bank of England, die Bank of Japan, die People’s Bank of China. Bereits bankrott ist bisher „nur“ die US-Notenbank FED, der deshalb bereits von dem renommierten US-Ökonom Allan Meltzer zur Gründung einer eigenen Bad Bank geraten wird. Die weitere Entwicklung bringt auch die anderen Notenbanken in eine ähnliche Situation.

Besonders tragisch: Weitere Teile dieses Giftmülls stecken in den Büchern von Versicherungen, Wirtschaftsunternehmen und Pensionsfonds, sind also auch ein Problem für die Realwirtschaft und die Sparer, Rentner, etc. Sie alle werden demnächst mit erheblichen Vermögens- und Einkommenstotalverlusten konfrontiert sein.

Dieses Scheinvermögen beginnt sich ab Herbst 2011 aufzulösen. Möglicherweise wird diese Auflösung für viele Betroffene noch nicht sofort sichtbar werden, sondern – wie 2008 – erst nach einigen Wochen. Dann wäre es jedoch zu spät, um noch zu reagieren und wenigstens Teile des eigenen Vermögens zu retten.

Auf dem Weg dorthin wird der Dollar noch eine Scheinblüte erleben und die Aktienbörsen werden noch einmal neue Höchststände markieren. Es ist aber nur die Ruhe vor dem großen Sturm. Die Wahrheit danach: Deutlicher Wertverlust des Dollars (1/3) und massive Verluste an den Börsen weltweit. Die Aktienindizies werden in den Keller rauschen.

In der Folge sind dann gewaltsame Proteste sogar in den westlichen Ländern möglich. So erwartet der neue Gouverneur Kaliforniens, Jerry Brown, bürgerkriegsähnliche Zustände in den USA (Quelle: CBS, 04.10.2010). Brown ist ein politisches Urgestein und war bereits von 1975 bis 1983 in Kalifornien Gouverneur. Geordneter Geldverkehr Fehlanzeige. Kapitalverkehrskontrollen werden die Regel. Lebensmittelpreise inflationieren. Bund, Länder und Kommunen erhöhen in immer kürzeren Abständen die Steuern und Gebühren. Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Nationalismus werden in einem Maße zunehmen, das heute noch unvorstellbar ist. Erste Anzeichen dieser Entwicklung gibt es bereits vor unserer Haustüre in Großbritannien, Frankreich, Finnland, Holland. Es genügt ein Exkurs durch englische und französische Zeitungen.

Das bisherige Finanzsystem ist weder verbesserungsfähig, noch verbesserungswürdig. Die vollmundigen Absichtserklärungen der einzelnen Regierungen zur Regulierung der Finanzmärkte oder kürzlich die Einigung der G20-Staaten auf einen Abbau der weltweiten Ungleichgewichte zwischen den Industrienationen heucheln schlichten Aktionismus. Eigentlich wurschtelt jeder nur weiter, so lange es geht, immer bedacht auf den eigenen Vorteil.

Sehen wir uns die wahrscheinliche Entwicklung in Amerika, Europa und den Schwellenländern an:


USA:

Längst wird Amerika mit Griechenland auf eine Stufe gestellt. Die „Verwarnung“ durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S & P), die den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der USA von „stabil“ auf „negativ“ zurückgesetzt hat, war längst fällig. Schon im Januar hatte die Agentur Moody’s eine Herabstufung auf mittlere Sicht nicht ausgeschlossen (wir berichteten in Ausgabe 9). Die PIGS-Staaten, in einer vergleichbaren oder sogar besseren Situation, sind schon früh auf Ramsch-Niveau herunter gestuft worden. S & P erklärt, „der Weg aus dem Defizit ist für uns nicht sichtbar“ und „mehr als zwei Jahre nach der Krise haben sich die Verantwortlichen noch nicht geeinigt, wie sie die erodierende Budgetsituation umkehren und langfristig lösen wollen“ (Quelle: MANAGER MAGAZIN, 19.04.2011). Mittlerweile betrachten 17 % der Amerikaner die Defizite als das größte Problem, vor sechs Monaten waren es nur 5 %, vor einem Jahr fast niemand (Quelle: GALLUP, US-Meinungsforschungsinstitut). Dem gegenüber sieht sich die US-Regierung auf dem richtigen Weg: Obama will, ganz aktuell, u. a. die Steuern für Reiche wieder erhöhen. Kein sehr erfolgversprechender Ansatz, da die Republikaner dafür die Zustimmung verweigern. Richtig ist: Niemand in Washington weiß, wie die Schulden zurückgezahlt werden können. Warum? Weil die Schuldenorgie immer weiter geht. Hier einige harte Fakten:

Die USA haben im März 2011 8,2 mal mehr ausgegeben als eingenommen (Quelle: Fairesearch, US-Treasury). Die Staatsausgaben im laufenden Jahr sind nur noch zu ca. 40 % durch reale Steuereinnahmen gedeckt.

44 Millionen Menschen (mehr als die Hälfte der Einwohner Deutschlands) beziehen Lebensmittelmarken, Tendenz noch bis 60 Millionen steigend.

Hohe Ausfallrisiken bei Gewerbeimmobilienfinanzierungen bis Ende 2013. 65 % der zur Refinanzierung anstehenden Hypotheken sind ausfallgefährdet. Aufgrund dessen sind 45 % (= ca. 3.000) aller US-Banken in ihrer Existenz bedroht.

Die Amerikaner könnten, nach vorsichtigen Schätzungen aus dem Sommer 2009, für die Bankenrettungs- und Konjunkturprogramme mit 23,7 Billionen Dollar im Obligo stehen. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt von rund 15 Billionen Dollar eine unermessliche Summe. Die US-Notenbank hat diese Summe mittlerweile durch neue Liquiditätsprogramme noch einmal um mindestens 1,2 Billionen Dollar erhöht.

Den Pensionsfonds fehlen 20 Billionen Dollar, auf die US-Pensionäre zukünftig Anspruch haben. Soviel Geld kann sogar die Notenbank nicht zur Verfügung stellen. Die Wirtschaftsleistung gibt ebenfalls nichts her.

Brisant: Uns liegt eine Meldung der schwedischen Reichsbank (Riksbank) in Kopie vor, nach der die Reichsbank in einer Auktion am 14.09.2009 für US-Staatsanleihen in Höhe von 5 Milliarden Dollar keine Gebote erhalten hatte. Daraufhin erklärte die schwedische Reichsbank am 19.11.2009 in einer Pressemitteilung, sie werde den Handel mit US-Krediten ganz einstellen, weil keine Nachfrage vorhanden sei. Ein sehr bemerkenswerter Vorgang. Solche Ereignisse erklären, warum die FED aktuell 83 % aller US-Staats- und Behördenanleihen aufkauft.

35 US-Bundesstaaten bereiten drastische Einsparungen bei den öffentlichen Ausgaben vor, was jedoch deren Niedergang nur weiter beschleunigt.

Die Schulden von Staat, Unternehmen und Privatpersonen belaufen sich auf rund 50 Billionen Dollar, also ein mehrfaches der Wirtschaftsleistung des Landes.

Die Inflation beträgt offiziell 2,1 %, tatsächlich sind es schon nahe 10 %.

Die echte Arbeitslosenquote liegt bei 22 %, nicht wie offiziell verkündet bei 9 %.

Diese desaströsen Zahlen dokumentieren die „wahre Größe“ Amerikas.

Der weitere Weg ist vorgezeichnet. Es spielt überhaupt keine Rolle mehr, ob und wie viel Konjunktur- und Sparprogramme Obama und seine Helfershelfer noch auflegen werden. Alles zu spät. Die Notenbank (FED) versagt bei ihrem gesetzlichen Auftrag, die Währung stabil zu halten und die Konjunktur zu stützen. Nach dem Auslaufen des aktuellen Liquiditätsprogramms im Juni wird die FED erst einmal pausieren und abwarten. Nur um später noch massiver einzugreifen wie bisher.

Die USA spielen der Welt eine wirtschaftliche und finanzielle Stärke vor, die sie nicht mehr haben. Lediglich militärisch sind die USA noch Spitze.

Hier noch einmal ein Zitat, das Winston Churchill, früherer engl. Premierminister, zugesprochen wird:

Amerika wird es immer richtig machen, aber erst nachdem alle anderen Optionen ausgeschöpft sind.“

Wie schon gesagt, der weitere Weg ist vorgezeichnet …


Europa:

Die Euro-Zone wird weiter von anglo-amerikanischen Spekulanten und deren Verbündeten attackiert. Bisher sehr erfolgreich. Staat für Staat fällt diesen Attacken zum Opfer. Als nächstes Spanien. Trotz aller gegenteiligen Beteuerungen von EU und IWF. Spanien beschönigt seine Zahlen, wie es vorher schon Griechenland, Irland und Portugal getan haben. Erst kommt aber China noch ins Spiel und erwägt über einen Staatsfonds 9,2 Mrd. Euro in die spanischen Sparkassen zu investieren. Angeblich benötigen die Geldinstitute 15 Mrd. Euro Hilfen. Andere Schätzungen, z. B. des Spanischen Hypothekenverbandes (!), gehen von mindestens 80 Milliarden aus, die von den spanischen Sparkassen gebraucht werden. Übrigens, schon im August 2010 versprachen die Chinesen Milliarden zur Unterstützung Spaniens, die bisher dort aber nicht angekommen sind.

Die Hilfen von EU und IWF gegen die Bedingung, dass strikte Sparprogramme durchgeführt werden, um die Defizite in kurzer Zeit zu beseitigen, ist heuchlerisch. Längst ist bewiesen, die „Beseitigung des Defizits“ bedeutet ganz einfach die Beseitigung zahlreicher Arbeitsplätze sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor, deren Existenz von diesem Defizit abhängt. Die wirtschaftlichen und menschlichen Kosten des Defizitabbaus in einer schwachen Wirtschaft sind horrend und die angestrebten Ziele werden auch nicht erreicht, denn aufgrund der Ausgabenkürzungen erodieren auch die Einnahmen des Staates, weil die Gesamtnachfrage sinkt. Logisch, dass dann die Verschuldung weiter ansteigt. Diese Folgen haben wir schon mehrfach beschrieben und am Beispiel Griechenlands auch durch entsprechende Zahlen belegt. Aktuell muss Griechenland für 10-jährige Staatsanleihen eine Rendite von 13,26 % bieten, bei den 2-jährigen Papieren sogar schon 17,85 %. So wird es nicht funktionieren.

Vergessen wir aber nicht, dass die Rettung europäischer „Pleitestaaten“ in erster Linie eine Bankenrettung ist, die aber schmerzhaft scheitern wird.

Politisch motiviert wird es zu Umschuldungen bei Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, usw., kommen. Als Folge davon werden die betroffenen Länder endgültig verarmen und von den übrigen EU-Ländern dauerhaft gestützt werden. Die bisher so sehr geschmähte Transferunion wird dadurch unausweichlich. Übrigens würde daran auch die Abschaffung des Euro nichts ändern. Diese Umschuldungen werden ganz Europa gefährden. Alle bisher verbreiteten Zahlenspiele zu den Kosten z. B. der griechischen Umschuldung sind jetzt schon Makulatur: Keine dieser Berechnungen berücksichtigt die Forderungen der Schattenbanken, die ebenfalls wertberichtigt werden müssen und dann die Bilanzen der Muttergesellschaft zusätzlich belasten. Aus 30 Milliarden können dann ganz leicht 120 Milliarden Forderungen werden, die bei einer Umschuldung zu 50 % oder mehr abgeschrieben werden müssen. Feine Aussichten für alle Lebensversicherungsgesellschaften und deren Kunden, die mit riesigen Summen in diesen Ländern investiert sind.

Eine kleine Fußnote in der Geschichte der Finanzkrise 2008 ist das Ergebnis einer jüngsten Volksabstimmung in Island. Dort wurde darüber abgestimmt, ob die Bürger für eine Bank geradestehen, die vor 3 Jahren bankrott gegangen war. Das Ergebnis: Einer Mehrheit der Isländer (knapp 60 %) leuchtete es nicht ein, dass sie nach dem Zusammenbruch ihres Bankwesens mit drastischen staatlichen Sparmaßnahmen und massiv gestiegener Arbeitslosigkeit auch noch für Auslandsschulden gescheiterter Banker aus ihren Steuergeldern aufkommen sollen. Die Bank, Icesave, eine Internetbank, war eine mit Hochzinskonten riskant im Ausland operierende Privatbank, deren Scheitern das ganze Land in eine Art Geiselhaft versetzt hat. Schon einmal, im März 2010, wurde ein entsprechendes Referendum mit 93 % abgelehnt. Quelle: Financial Times Deutschland, 10.04.2011. Wie würden wohl Volksabstimmungen in Griechenland, Island, Portugal, Großbritannien, Deutschland, usw., ausgehen?


Deutschland:

Deutschland profitiert von US-Schuldenkrise“ war am 19.04.2011 in der Financial Times Deutschland zu lesen. Bereits einen Tag früher war in der gleichen Zeitung zu lesen „Investoren fliehen in Bundespapiere“. Mit Verlaub, aber das sind die gleichen Idioten, die immer noch weiter in Aktien investieren, ohne die Gefahren zu sehen. Natürlich, alle Ratingagenturen bewerten Deutschland mit der Bestnote „AAA“, der Ausblick ist stabil. Andererseits haben „die Deutschen auch viel Geld in den USA angelegt“ und „es gibt ein allgemeines Interesse, dass die Stabilität an den Finanzmärkten erhalten wird“. Wir werden in wenigen Monaten erleben, wie den Anlegern ihre deutschen Staatsanleihen, inkl. der Bundeschätzchen, bitter aufstoßen werden. Alles Gerede vom wirtschaftlichen Aufschwung ist pure Propaganda. Es sind nur potemkinsche Dörfer. Wir haben keine Lust mehr, noch weiter auf diese „Aufschwung-Phrasen“ der verschiedenen Wirtschaftsinstitute, der deutschen Star-Ökonomen vom Schlage eines Hans-Werner Sinn, oder des Bundeswirtschaftsministers Brüderle, einzugehen. Wir verweisen hierzu auf unsere früheren Äusserungen. Die Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums vom 14.04.2011 ist eine einzige Farce. Leider werden diese Aussagen von den Medien verbreitet, ohne deren Wahrheitsgehalt zu hinterfragen. Wir tun es und kommen nur zu einem Ergebnis: Es gibt keinen, die Menschen werden schlicht belogen! Gerne verweisen wir in diesem Zusammenhang auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes, einzusehen auf deren Internetseite. Oder auf eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung, veröffentlicht am 20.04.2011, zum Thema Armut bei Erwerbstätigen. Überschrift: „Working Poor in Deutschland: Sieben Prozent der Erwerbstätigen sind arm, Tendenz steigend“. Oder auf den Schuldenstand Deutschlands für 2010, der um 319 Mrd. Euro zugenommen hat, wovon alleine 241 Mrd. Euro auf die umfangreichen Maßnahmen zur Finanzmarktstabilisierung (=Bankenrettung) entfielen.

Wirklich noch Fragen zur Krisenfestigkeit der Bundesrepublik Deutschland?


China und die Schwellenländer:

China hat das getan, was auch die meisten anderen Länder getan haben, die Verwendung von Geld und Kredit massiv ausgeweitet. Die daraus resultierenden Marktverzerrungen wollen die meisten westlichen Experten überhaupt nicht wahrnehmen. 2010 stieg das Kreditvolumen um 140 %. Die Einzelhandelspreise steigen um mehr als 17 %, die Eigenheimpreise im Jahresvergleich um 26 %. Die Inflation beginnt zu galoppieren. China ist, neben den USA, das Zentrum des heißen Geldes. Der US-Ökonom Nouriel Roubini nennt es „Chinas schlechte Wachstumswette“ (project-syndicate.org, 14.04.2011).

Da hilft es wenig, dass China mehr als 3000 Milliarden Dollar Währungsreserven hält. Das ist Papiergeld, sonst nichts, abhängig von der Entwicklung des Dollars, um den es schlecht steht.

Schon wird die chinesische Währung Yuan als neue Weltwährung ausgeschrieben, nur weil einige westliche Konzerne (z. B. Unilever, McDonalds) ihr China-Geschäft über chinesische Anleihen finanzieren. Bitte beachten: Aktuell belaufen sich die weltweiten Devisenmarkttransaktionen mit dem chinesischen Yuan auf 0,1 %, gegenüber z. B. 39 % mit dem Euro. Das wird ein steiniger Weg für die chinesische Führung. Quelle u. a.: Wirtschaftswoche, 18.04.2011.

Was machen Brasilien, Russland, Indien, die anderen Schwellenländer? Die haben jetzt erst einmal Kapitalverkehrskontrollen eingeführt und kämpfen ebenfalls gegen eine deutlich steigende Inflation. Die Aktienmärkte beginnen sich abzuschwächen, die Investoren ziehen sich zurück. Die Unternehmensgewinne bröckeln, steigende Rohstoffpreise hinterlassen Spuren. Diese Entwicklungen bedingen eine nachlassende Wettbewerbsfähigkeit, außerdem wird der Druck erhöht, sich an der lockeren Liquidität der US-Notenbank zu beteiligen und in Dollar lautende Staatsanleihen zu kaufen, um die eigene Währung niedrig zu halten.
Nicht gerade rosige Aussichten für die Entwicklung des Wohlstandes in diesen Ländern.

Wir haben schon früh davor gewarnt, die Schwellenländer als Retter der Welt-Wirtschaft anzusehen. Alle leben doch nur davon, dass der Absatz in die USA und nach Europa funktioniert. Kommt es hier zu Störungen, klappt auch in diesen Ländern die Wirtschaft zusammen.


Rohstoffe:

Passend zum Thema beschäftigen wir uns heute mit der Entwicklung bei Gold und Silber, die bekanntlich in den vergangenen Wochen enorm im Preis gestiegen sind. Gold hat die 1.500-Dollar-Marke geknackt, Silber stieg auf über 48 Dollar, so hoch wie seit 31 Jahren nicht mehr. Wie geht es weiter?

Schon melden sich die ersten Analysten zu Wort, die den Boom für beendet erklären. Andere halten Gold und Silber für reine Spekulation, nicht für eine sinnvolle Investition (Beispiel: Guy Wagner, Chefökonom der Banque de Luxembourg, 22.04.2011).

Wir sagen klipp und klar: Alles Quatsch. Gold und Silber bleiben weiter gefragt. Korrekturen sind natürlich wünschenswert, sie fallen bei Silber in der Regel deutlicher aus als bei Gold.

Hintergrund dieses stabilen Aufwärtstrends sind die zunehmenden Käufe privater Anleger zum Vermögensschutz. Die tauschen Liquidität in Sicherheit. Andererseits sind Großanleger bisher kaum investiert. Die wichtigsten US-amerikanischen Pensionsfonds halten beispielsweise weniger als 0,2 % ihres Kapitals in Gold. Aber gerade die US-Fonds werden wach. So hat der Stiftungsfonds der Universität Texas fast 1 Milliarde in Gold angelegt. Dafür hat er die bisherigen Terminkontrakte für 7000 Barren – aus Angst vor einer Goldverknappung – in echten Barren ausliefern lassen. Eine sehr weise Entscheidung, andernorts machen nämlich bereits Banken Probleme, wenn sie ihren Kunden das Gold statt der Zertifikate aushändigen sollen. In diesen Fällen gab es nur Geld zurück, wenn auch mit einem üppigen Aufschlag.

Den Goldpreis beeinflussen die Notenbanken, den Silberpreis JP Morgan. Mit Erlaubnis der US-Regierung hält diese Bank den Silberpreis künstlich niedrig. Dieser Manipulation wird irgendwann die Luft ausgehen und JP Morgan muss ihre ungedeckten Positionen glattstellen. Mit der Folge, dass der Silberpreis regelrecht explodiert. Die US-amerikanische National Inflation Association nennt für diesen Fall inflationsbereinigt einen Preis von 140 Dollar pro Unze Silber. Diese Entwicklung braucht ihre Zeit, belohnt jedoch auch mit interessanten Möglichkeiten.

Selbst Gold hat noch beste Aussichten: 75 Analysten setzen auf einen Goldpreis von 5.000 Dollar und höher in den kommenden Jahren. Einige Banken, so z. B. die Erste Group in Österreich, halten wenigstens 2.300 Dollar für möglich.

Wo die Reise hingeht? Mega-Krise = Mega-Preise!


Krisenvorsorge:

Das Zeitfenster, um auf das aufziehende Unheil frühzeitig genug zu reagieren, verkleinert sich rapide.

Die liebgewonnenen Kapitalanlagen aus der Vergangenheit bieten für die Zukunft keine ausreichende Sicherheit mehr.

Deutschland kann sich – gerade bedingt durch seine stark exportlastige Wirtschaft – nicht wirksam schützen vor den Entwicklungen in den westlichen Volkswirtschaften. Schlimmer noch, Deutschland ist ein wichtiger Teil aller Probleme.

Der deutsche Schuldenberg sind nicht nur die offiziell gehandelten 2 Billionen, sondern eigentlich 7 Billionen Euro. Die Verschuldung der privaten Haushalte und Unternehmen sind dabei noch gar nicht eingerechnet. Sowieso nicht berücksichtigt sind die gigantischen Verbindlichkeiten des Finanzsektors, deren endgültige Höhe niemand genau kennt.

Wir erleben Biflation, eine üble Mischung aus Deflation und Inflation. Die Sparanstrengungen der Bundesregierung funktionieren nicht, sondern münden in die Deflation. Die Wirtschaft wird regelrecht erdrosselt. Sogar Immobilien werden, vom heutigen Preisniveau aus gesehen, stark an Wert verlieren. Garantiert!

Der Staat ist regelrecht gezwungen, die Bürger zu enteignen, um seine Schulden wieder in den Griff zu bekommen. Historisch betrachtet geschah das in Deutschland bisher durch Hyperinflation und anschließender Währungsreform. Für die Zukunft wieder ein sehr wahrscheinliches Szenario. Niemand weiß eine andere, bessere Lösung.

Inflation ist immer eine Umverteilung von den Gläubigern (Bürgern) zu den Schuldnern (Staaten). Zugleich erhöht sich das Steueraufkommen, weil Scheingewinne und Einkommen besteuert werden. Für jeden Staat eine hochwillkommene Entwicklung.

Immobilienerwerb ist keine Alternative. Die Geschichte beweist es. Alle Rechnungen und Überlegungen zur Krisenvorsorge mittels einer Immobilie sind nicht sehr weit von der Praxis des Bleigießens oder des Knochenwerfens entfernt.

Sich von seinen Gewohnheiten zu trennen ist schmerzhaft, sein Vermögen zu verlieren ist noch sehr viel schmerzhafter. Besonders dann, wenn man frühzeitig über die notwendigen Informationen verfügt hat.

Wer sein reales Vermögen schützen will, muss dringend raus aus den Papierwerten und allen auf Geld basierten Kapitalanlagen!

Dazu gehören auf jeden Fall Staatsanleihen/Bundesschätzchen, Sparbücher und Festgeldkonten, Fondsanteile, Lebensversicherungen, Bausparverträge. Aktien gehören nicht mehr ins Depot.

Alles muss auf den Prüfstand, auch bestehende Darlehens- und/oder Leasingverträge mit längeren Laufzeiten.

Niemand sollte auf eigene Faust handeln, sondern sich fachkundiger Hilfe bedienen.

Schon seit Ende 2008, als die staatsschuldenfinanzierte Bankenrettung absehbar war, arbeiten wir an Alternativen, um Vermögen vor einer neuen globalen Krise zu schützen. Heute steht unser Konzept bereit, zu helfen. Es kostet nichts, nur die erste Überwindung zu einem persönlichen Gespräch.


Montag, 21. März 2011

Standpunkt, Ausgabe 17: Finanzkrise, USA, China, Europa, Deutschland, Rohstoffe, Krisenvorsorge


Nachlese:

Für unsere letzte Ausgabe haben wir uns, besonders für die Exklusiv-Nachricht über Fukushima, viel Kritik eingehandelt. Von Schwarzmalerei und Panikmache war die Rede. Sorry, aber diese Kritik perlt an uns ab. Wir sehen unsere Aufgabe nämlich nicht darin Wahrheiten gefällig zu unterdrücken. Vielmehr wollen wir unsere Leserschaft offen und ehrlich informieren, um so einen wichtigen Wissensvorsprung zu verschaffen. Nur auf der Grundlage früher Wahrheiten können die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Diesen Vorsprung hat höchstens 1 % unserer Mitmenschen, wovon dann immer noch der größte Teil weiter den Kopf in den Sand steckt und diesen Vorteil nicht nutzt.

Unsere US-amerikanischen Quellen sind in Wirtschaft und Politik bestens vernetzt und hören wirklich „die Flöhe husten“. Konsequent werden wir weiter daran arbeiten, diese Quellen für Informationen anzuzapfen, die sonst nirgends zu bekommen sind, oder von den Nachrichtenagenturen erst sehr viel später und dann auch sehr zurückhaltend veröffentlicht werden. Wenn wir diese Informationen hier verarbeiten, dann haben wir deren Wahrheitsgehalt überprüft und übernehmen dafür auch die Verantwortung.

Für Entscheidungen, die von Lesern aufgrund unserer Bewertungen getroffen werden, übernehmen wir nur in den Fällen die Verantwortung, in denen wir am Entscheidungsprozess – über unsere Kolumnen hinaus - aktiv beteiligt sind. Diese Mitarbeit bieten wir immer wieder an.

Natürlich hat diese Art der Wissensvermittlung auch handfeste egoistische Gründe: Wir wollen ganz klar damit punkten, dass wir die Ersten sind, die solche exklusiven Nachrichten verbreiten.

Wem diese Wahrheiten unbehaglich sind statt hilfreich, der sollte unsere regelmäßige Kolumne nicht länger lesen.


Grundsätzliches:

Die Quellenangaben sind gestrafft. Wir haben eigene Quellen, die wir aus verschiedenen Gründen nicht nennen wollen. Dafür bitten wir um Verständnis.
Wir stellen trotzdem nur echte, belastbare Informationen bereit, die wir allgemein verständlich kommentieren.

Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass die folgenden Äußerungen unsere persönliche Bewertung wiedergeben, die wir mit großer Sorgfalt erarbeitet haben.

Wer sich nicht regelmäßig mit Wirtschaft & Politik und deren Folgen auf die persönlichen Lebensumstände beschäftigt, bzw. beschäftigen kann, sollte sich für die folgenden Seiten unbedingt Zeit nehmen. Der Nutzen ist enorm und wächst mit jeder weiteren Ausgabe, die wir regelmäßig, kostenlos und ohne jede Verpflichtung, bereitstellen.

Denken Sie aber bitte auch daran, diese Informationen Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen, etc., etc., zugänglich zu machen. Die Ereignisse erfordern Hintergrundwissen und machen Denkanstöße notwendig.

Nutzen Sie unsere Erfahrung für Ihre eigenen Entscheidungen. Vertrauen Sie nicht länger den Politikern, Ökonomen, Wirtschaftsjournalisten oder gar Bankern. Nur Letztere wissen was sie tun, nie haben sie dabei jedoch das Interesse ihrer Kunden im Blick, ausschliesslich ihre eigenen.

Nehmen Sie endlich die Scheuklappen herunter, Sie werden sofort eine bessere Sicht auf das Wesentliche haben. Ignorieren Sie nicht länger die Fakten und handeln Sie endlich! Katastrophenblindheit kann sich heute niemand mehr leisten.

Für Rückfragen, Anregungen, Kommentare, persönliche Beratungen, unsere Email-Adresse: benner-kemmer@web.de.


Die Verfasser

Eines unserer Lieblingszitate:

Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.“ (Arthur Schopenhauer)


Exklusiv-Nachricht

Es klingt unglaublich, ist jedoch wahr: Das wirkliche Ausmass der Katastrophe in Fukushima und anderen japanischen Atomkraftwerken soll systematisch und dauerhaft unterdrückt werden. Darin sind sich alle führenden Industrienationen einig. Das Ganze ist eine abgekartete Sache, verabredet zwischen allen wichtigen Regierungen der Welt, hochgradig menschenverachtend.

Hintergrund dieser Verabredung ist die Angst vor den weltweiten, hochgradig negativen, wirtschaftlichen Auswirkungen einer längst notwendigen Evakuierung der Gebiete mindestens 400 Kilometer im Umkreis von Fukushima und der dort gelegenen wichtigen Produktionsstätten. Die Region um Tokio hätte längst evakuiert werden müssen. Statt dessen kalkulieren die Verantwortlichen damit, dass die gesundheitlichen Folgen der Katastrophe nicht sofort, sondern erst in den kommenden Jahren, sichtbar werden. Insoweit hat man von den Ereignissen in Tschernobyl gelernt. Noch heute streiten dort Politik und Wissenschaft über das Ausmaß der Verstrahlungen bei der Bevölkerung, ja sogar bei den am Unglücksreaktor eingesetzten Arbeitern.

Fakt ist, dass Tepco und die japanische Regierung es in den ersten Stunden nach der Katastrophe versäumt haben, Maßnahmen einzuleiten, die eine massive Ausweitung der Katastrophe hätten verhindern können. Anders als in Tschernobyl hatten die Verantwortlichen in Japan jedoch nicht den Mumm, die Erkrankung oder möglicherweise den Tod einiger Tausend Helfer in Kauf zu nehmen, um die schädlichen Folgen für Millionen Japaner in den kommenden Jahren zu verhindern, oder wenigstens stark einzuschränken.

Das Krisenmanagement der japanischen Regierung hat sich mittlerweile genau auf diese Vertuschungstaktik ausgerichtet: Evakuierungen nicht nötig oder sehr begrenzt (HANDELSBLATT, 31.03.2011 und 02.04.2011; MANAGER MAGAZIN, 01.04.2011), Messwerte werden frisiert (Financial Times Deutschland, 01.04.2011, Aktionismus vorgetäuscht, Gefahren klein geredet, Informationen unterdrückt, usw.

So wie die Probleme zunehmen, so nehmen die Nachrichten ab. Japan spielt bei FAZ, ZEIT, Süddeutsche, etc. keine besondere Rolle mehr. Aktuell sind es die neuen Vorwürfe in der Plagiatsaffäre Guttenberg, die wichtiger sind.

Die restliche Welt macht mit, auch Europa. Da werden einfach mal die Risiken der Atomenergie weiter ignoriert, oder die bedenkenlosen Strahlenwerte für belastete Lebensmittel herauf gesetzt.

Währenddessen verteilt sich die Radioaktivität über Japan und die Welt. Tokio wird – für Jahrzehnte - radioaktiv verstrahlt. In Teilen Kanadas ist das Trinkwasser verseucht, in den USA taucht verstrahlte Milch auf (THE WALL STREET JOUNAL, 31.03.2011). Die europäischen Häfen richten sich auf die Ankunft verstrahlter Schiffe aus Japan ein.

Dieses Vorgehen halten wir für kriminell. Unabhängig davon, dass alle Regierungen gegen die jeweilige Verfassung ihres Landes verstoßen. Wieder ein besonderes Beispiel für den Umgang mit Krisen, verursacht durch Gier, Korruption, Machtmissbrauch, usw.


Schwerpunktthema: Finanzkrise und die japanische Katastrophe:

Ok, nach offizieller Lesart ist die Finanzkrise überwunden, warum sollen wir dann noch irgend etwas über die Auswirkungen der Atomkatastrophe darauf schreiben? Weil wir wissen, dass die Finanzkrise von den Politikern, Ökonomen, Medien, usw., nur unterdrückt wird. Tatsächlich hat sie gigantische Ausmasse und nimmt noch weiter zu. Unser Standpunkt dazu sollte hinlänglich bekannt sein, nachzulesen in unseren bisherigen Veröffentlichungen.

Auf der ganzen Welt haben die Schönschreiber Hochkonjunktur. Da wird die steigende Inflation doch tatsächlich als Zeichen der gesunden Weltwirtschaft gepriesen. Beispielhaft nennen wir hier den „Krisencheck“ der ZEIT vom 07.04.2011 unter der Überschrift „Wirklich noch auf Wachstumskurs?“. Danach ist alles in bester Ordnung und die Weltwirtschaft ist nicht von Japan abhängig. Warum nur, bitte schön, ist Japan immer noch die drittgrößte Exportnation? Das muss irgendwie andere Ursachen haben ...

Weiter überwiegen die Stimmen, die den Wiederaufbau der zerstörten Regionen als weltweites Konjunkturprogramm feiern. Ein Trugschluss, wie die nächsten Wochen schon zeigen werden. Die Auswirkungen der Atomkatastrophe werden eine weltweite Wirtschaftskrise verursachen, die in ihrer Größe und Auswirkung noch nicht abzusehen ist. Sicher ist nur, dass sie kommt.

Japan wird zuerst davon betroffen sein. Die Region um Fukushima ist verstrahlt und wird nicht wieder aufgebaut. Die Vermögenswerte (Immobilien, Fabriken, usw.) dort sind endgültig verloren. Die Existenzgrundlage vieler Menschen ist zerstört. Daraus ergeben sich riesige Zahlungsausfälle bei den Banken. Die Banken wird – wieder einmal – der Staat mit Milliardenhilfen retten (Financial Times Deutschland, 07.04.2011), aber wer unterstützt die Menschen? Üblicherweise folgen großartigen Ankündigungen seitens der Politiker keine Taten (siehe New Orleans). Japan wird nicht anders verfahren. Die Menschen bleiben sich alleine überlassen. Die Folge: Massiver Rückgang der Sparquote, Auflösung von Sparguthaben. Der japanische Staat verliert seinen Rückhalt in der Bevölkerung.

Die japanische Autoindustrie rechnet damit, dass 5 Millionen Autos nicht gebaut werden. Dieser Produktionsausfall kostet die japanischen Autobauer täglich 200 Million US-Dollar (Studie Goldman Sachs). Die Auswirkungen sind weltweit zu spüren, Toyota muss z. B. in den USA die komplette Produktion einstellen (MANAGER MAGAZIN, 05.04.2011). Die deutschen Autobauer denken bereits über Kurzarbeit nach (MANAGER MAGAZIN, 30.03.2011). Andere Wirtschaftszweige zeigen sich auch betroffen.

Andere Industriezweige sind natürlich ebenfalls dauerhaft betroffen. Eine Erholung liegt in weiter Ferne. Wie schnell wieder halbwegs Normalisierung eintritt hängt von der weiteren Entwicklung der Atomkatastrophe ab. Es hängt von der Schadensbegrenzung ab, die aber nicht so richtig gelingt.

Die japanische Notenbank schätzt die wirtschaftliche Lage schlecht ein. Sie sieht „die japanische Wirtschaft wegen des Erdbebens unter erheblichem Abwärtsdruck, vor allem die Produktion“ (Financial Times Deutschland, 07.04.2011).

Produktionsausfälle bedeuten auch erhebliche Steuerausfälle. Zudem sind die Schäden aus der Atomkatastrophe bisher nicht abzuschätzen. Der Betreiber, soviel ist schon klar, wird dafür nicht aufkommen.

Die anstehenden Wertverluste alleine bei den Immobilien im Großraum Tokio werden so gewaltig sein, dass die too-big-to-fail-Banken Japans noch mehr staatliche Gelder benötigen, um das Desaster zu kaschieren. Japans Staatsverschuldung, bisher schon die höchste der Welt, wird weiter steigen. Wirklich keine rosigen Aussichten.

Die Weltwirtschaft steht vor verschärften Herausforderungen. So sieht es der Chef des weltgrößten Anleiheinvestors, PIMCO, eine Allianz-Tochter (Financial Times Deutschland, 31.03.2011). Er warnt davor, Parallelen zu der Erdbebenkatastrophe von Kobe 1995 zu ziehen. Dieses Ereignis sei mit dem heutigen Desaster aus Erdbeben, Tsunami und Atomunfall nicht zu vergleichen. Entscheidend seien die Folgen für Tokio, wo rund 40 % der japanischen Industrieproduktion angesiedelt sind. PIMCO erwartet außerdem, dass größere Summen japanischer Gelder aus dem Ausland abgezogen werden, um den Wiederaufbau zu finanzieren. Die Summen würden größer sein als die Märkte derzeit noch annehmen würden (HANDELSBLATT, 31.03.2011). Nach unseren Informationen werden die Kosten für den Wiederaufbau, ohne Fukushima, auf mittlerweile 320 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Vorläufig scheinen die Auswirkungen auf die weiter schwelende Finanzkrise noch äußerst gering. Die Börsen steigen weiter, die wirtschaftliche Entwicklung scheint robust. Glauben Sie uns, das ergibt keinen Sinn und wird schon sehr bald von der Realität eingeholt. Erst könnte es an den Börsen jedoch noch weiter nach oben gehen. Es ist einfach zuviel Liquidität vorhanden. Je höher es aber geht, um so tiefer wird der Aufschlag.

Die japanische Katastrophe wird den USA, Europa, China und den anderen aufstrebenden Schwellenländern die Luft abdrücken. Besonders die USA und Europa werden unter den Kapitalabflüssen nach Japan leiden. Die US-Staatsanleihen geraten in Gefahr, genauso die Euro-Rettung. Die USA stehen schon jetzt direkt am Abgrund, Europa durch die selbst verschuldete Dauerkrise der PIIGS-Staaten (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien) nur wenige Schritte davon entfernt. Das kann nicht gut gehen. Da hilft es nichts, wenn uns die Medien das Hirn mit positiven Nachrichten verkleistern, nach denen die Arbeitslosenraten wie ein Stein fallen und die Schornsteine rauchen. Aber kaum jemand interessiert sich dafür, wie die angeblich nicht mehr arbeitslosen Menschen ganz plötzlich aus der Statistik gerechnet werden. China zieht die Welt mit – nur die Aktienmärkte dort laufen nicht mehr mit. Der Konsum explodiert – angeblich. Zur Belohnung ist jetzt die Inflation da, hervorgerufen durch die Spekulationen bei Nahrungsmitteln und Energie. Nicht durch steigende Löhne, sondern durch steigende Kosten. Das ist schlecht. Daran wird der Wiederaufbau in Japan auch nichts ändern, eher sind wir vom Gegenteil überzeugt. Der Druck auf die Preise geht weiter. Die zusätzlich für den Wiederaufbau bereit gestellte Liquidation geht in die Spekulation, sonst nirgends, schliesslich werden dort hohe Gewinne erzielt, nicht bei dem Neuanfang in Japan.

Auf diese Entwicklungen und Aussichten haben die Politiker der Welt nur die eine Lösung: Sparen, noch mehr sparen. Ein völlig falscher Ansatz, wie wir schon seit dem 1930er Jahren längst wissen. Der damalige US-Finanzminister Andrew Mellon führte sein Land in die Große Depression: „Liquidieren Sie alles, Arbeiter, Aktien, Bauern und Immobilien.“ Den Schweizer Tagesanzeiger durchwehte am 01.04.2011 die Erleuchtung. Er titelte „Der weltweite Sparwahnsinn“: Der alte Kontinent Europa ist heftig vom Sparwahn infiziert. Der englische ECONOMIST nennt es gar eine Mischung aus „Verwirrung und Flop“. Man mutet den Griechen, Iren, Portugiesen und Spaniern Sparprogramme zu, die nicht nur unmenschlich sind, sondern auch höchst kontraproduktiv. ECONOMIST: „Die Sparpolitik wird das Wachstum beeinträchtigen“. Das wird die Schulden dieser Staaten noch unbezahlbarer machen und die Zinsen auf ihren Staatsanleihen noch weiter in die Höhe treiben. Das Resultat ist eine Abwärtsspirale. Den Technokraten in der EU und beim IWF sei Dank. Die USA stecken im gleichen Dilemma, aber sehr wahrscheinlich gehen deren Geschichtsbücher nur bis zum 2. Weltkrieg zurück.

Was wir jedoch augenblicklich noch als sehr viel gefährlicher einstufen ist die Tatsache, dass hinter der Fassade der Katastrophe in Japan und der Euro-Krise Amerikas Banken und Hedge-Fonds die Gift-Papiere wieder auferstehen lassen, die schon einmal zum Zusammenbruch führten, die Subprime Bonds. Mittlerweile erreichen die Anleihen auf wertlose US-Immobilienkredite ein neues Hoch. Die Rating-Agenturen loben erneut diesen Risiko-Müll. Obwohl der Wert der Häuser weiter ungebremst sinkt, haben sich die Preise für die Schrottanleihen in den letzten beiden Jahren verdoppelt. So also wollen diese Banken ihre Bilanzen bereinigen. Es ist die gleiche Sau, die durchs Dorf gejagt wird, nur dieses Mal bunt angemalt. Wegen der vielen Krisenherde auf der Welt schaut niemand hin. Am Ende sind diese Banken zu groß, um gerettet zu werden und es endet wie in Island, Irland, usw. Jedenfalls ist damit der Beweis für unsere frühere Aussage erbracht, dass es zu keinen echten Reformen des Finanzmarktes gekommen ist und das Finanz-Casino rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, geöffnet hat. Die Banken gehen noch größere Risiken ein, ohne Überwachung von Außen, und mit noch weniger Kontrollen innerhalb der Banken. Quellen: Financial Times Deutschland, 30.03.2011 und focus.de, 05.04.2011). Wir haben schon seit Monaten auf diese Entwicklung hingewiesen, bitte nachlesen.

Abschliessend möchten wir an dieser Stelle auf einen Artikel hinweisen, den der US-Ökonom Joseph E. Stiglitz am 06.04.2011 auf project-syndicate.org veröffentlicht hat. Die deutsche Übersetzung trägt den Titel „Glücksspiel mit dem Planeten“ und wird von uns als Ergänzung zu dieser Ausgabe mit versendet. Absolut lesenswert.


USA:

Die alternde Weltmacht Amerika ist mit knapper Not einer Etatkrise und damit einem Herzstillstand entgangen. Völlig irre das Ganze. Vernunft Mangelware. Der Präsident völlig überfordert, seine Berater schon im nächsten Präsidentschaftswahlkampf. Eine echte Lösung wurde nicht gefunden, das Problem nur um einige Wochen verschoben. Wir sind nicht sehr zuversichtlich, was die endgültige Lösung betrifft. Beiden Seiten fehlt offensichtlich Sachverstand und der Wille, wirklich etwas zu bewegen.

Präsident Obama, sein Finanzminister Geithner und die Republikaner verkaufen das Ende der Etatkrise als große Leistung. Genauso falsch, wie alle anderen Nachrichten, mit denen die US-Regierung in den vergangenen Tagen zu punkten versuchte.

Den Vogel abgeschossen hat die Nachricht, die „US-Regierung macht mit Bankenrettung Gewinn“ (Financial Times Deutschland, 31.03.2011) oder „Bankenrettung wird für Washington zu Cashcow“ (Wirtschaftsblatt.at, 30.03.2011). Wieder nur ein schönes Beispiel dafür, wie die europäische Presse die Dinge ungeprüft darstellt. Die Rede ist davon, dass ein Großteil der Milliardenhilfen von den Banken zurückgezahlt wird und das US-Finanzministerium einen Profit meldet. Um „sagenhafte“ 24 Milliarden US-Dollar geht es. Nur ignoriert diese Nachricht die gesamten Kosten, die sich nämlich auf 700 Milliarden US-Dollar mehr belaufen, als die angegebenen 240 Milliarden aus dem Sonderprogramm TARP (wir haben schon darüber berichtet). Sollte diese Gewinn-Zahl wirklich zutreffen, dann bleibt unter dem Strich immer noch ein Verlust von locker 676 Milliarden US-Dollar für das amerikanische Volk. Quelle: Huffington Post, 30.03.2011. Die deutschen Überschriften suggerieren etwas ganz anderes, oder?

Die Wahrheit über die amerikanischen Verhältnisse kommt – wieder einmal – von PIMCO, dem weltgrößten Anleihefonds. Der findet die USA „griechischer als Griechenland“ und bezweifelt, dass die USA ihr Schuldenproblem überhaupt lösen können. Er sagt eine „trügerische“ Abwertung des Dollar voraus und „Taschendiebstahl“ bei den Sparern. Dass sich die Länder mit Wachstum von Schulden befreien könnten, funktioniere nicht mehr. „Es gibt wie in einem Schneeballsystem keine Notwendigkeit, weitere Leichtgläubige zu finden. Die US-Notenbank wird die Schecks einfach selbst ausstellen. Hat es jemals ein dreisteres Schneeballsystem gegeben? Die US-Regierung wolle ihre Schulden weginflationieren. Würde die US-Regierung alle Verbindlichkeiten korrekt verbuchen, würde die Verschuldung bei fast 500 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen. Anmerkung von uns: Wir haben zuverlässige Informationen, dass das offizielle BIP um 30 % zu hoch angegeben wird, weshalb die 500 %-Marke locker genommen wird.

PIMCO nennt vier Möglichkeiten, einen Staatsbankrott zu verhindern, die für die Inhaber von US-Staatsanleihen (u. a. deutsche Lebensversicherer, Landesbanken, HRE) massive Verluste bedeuten würden: Die Schuldverschreibungen könnten schlicht für ungültig erklärt werden (Anmerkung von uns: Diese Möglichkeit prüfen gerade einige US-Bundesstaaten). Eine höhere Teuerung wird erlaubt, die die Schulden weginflationiert. Eine „trügerische“ Abwertung des Dollars, die schon im Gang sei. Die heimliche Geldentwertung durch die seit Monaten auf Niedrigstniveau liegenden Leitzinsen, die angesichts der herrschenden Inflation tatsächlich negativ seien. Quelle: pimco.com.

Wir erwarten, dass die Not so groß wird, dass alle Möglichkeiten durchgeführt werden. Möglicherweise die erste Methode nur auf Ebene der Bundesstaaten, was dann aber die deutschen Landesbanken und die Hypo Real Estate (HRE) umbringen wird. Die Inflationierung funktioniert auch längst, wie uns der Wal-Mart CEO Bill Simon berichtet (offizielle Quelle: USA TODAY). Unsere Freunde von der NIA erwarten zwingend ein weiteres US-Anleihen-Kaufprogramm QE3 (Nachricht vom 06.04.2011).

Mit den neuen Arbeitslosenzahlen der US-Regierung wollen wir uns nicht aufhalten. Die stimmen nicht und sind von uns schon hinreichend kommentiert worden, einfach noch einmal nachlesen.

Der Anstieg bei den Beziehern von Foods Stamps (Lebensmittelmarken) hat sich im Januar 2011 verlangsamt. Neues Allzeithoch sind jetzt 44,188 Millionen Menschen, Anstieg „nur“ 105 470 Bedürftige. Jedoch stieg die Zahl im Vergleich zum Januar 2010 um 4,756841 Millionen! Aktuell beziehen 14,2 % der US-Gesamtbevölkerung staatliche Lebensmittelhilfen. Die direkten Kosten, ohne Verwaltungsaufwand, dafür belaufen sich auf 5,869 Milliarden US-Dollar im Januar 2011. Im Gesamtjahr 2010 kumulierten sich die direkten Zuwendungen auf unglaubliche 66,764 Milliarden US-Dollar. Quelle: fns.usda.gov.


China:

Außer neuen Menschenrechtsverletzungen haben wir wenig gehört aus dem Reich der Mitte.

Aufschlussreiches zu China kam aber aus Afrika. Chinas Unternehmer industrialisieren den Kontinent. Wir haben schon früher davon berichtet, wie sich China fit macht für die Unwägbarkeiten in der Welt. Noch liegen die offiziellen chinesischen Investitionen (2 %) deutlich hinter denen der EU oder der USA (je 36 %). Die chinesischen Staatskonzerne gehen aber noch einen anderen Weg: Für die Förderung von Rohstoffen bauen sie im Gegenzug Infrastrukturen. Außerdem beteiligen sich chinesische Banken an afrikanischen. Rund 20 % aller chinesischen Investitionsvorhaben im Ausland liegen bereits in Afrika. Quellen: Global Witness, NZZ, 31.03.2011.

China arbeitet weiter an der Internationalisierung seiner Währung (Welt Online). Wir sehen hier aber noch keine nachhaltigen Bestrebungen, sich vom US-Dollar zu befreien. Wie auch, bei den Währungsreserven in US-Dollar.

Die Unruhen im Land gehen weiter. China bekommt die Nahrungsmittelpreise nicht in den Griff. Die Inflation veranschlagen wir bei 10 %.



Europa:

Portugal hat aufgegeben und schlüpft unter den EU-Rettungsschirm. Diese Entwicklung haben wir schon lange vorhergesagt. Das ist noch nicht das Ende. Spanien wird der nächste Kandidat, allen Gesundbetungen zum Trotz. Die Ahnungslosen haben sich schon gleich zu Wort gemeldet: „Domino-Effekt in der Euro-Zone nicht in Sicht“, schreibt die Financial Times Deutschland heute, am 08.04.2011. Das erinnert alles sehr an Griechenland und die Anfänge von Portugal. Jetzt wird dieses Land erst richtig kaputt gemacht. Wie stark muss die Angst davor sein, die Verluste der EU-Banken öffentlich machen zu müssen?

Wie sehen die Folgen der Rettung aus? Griechenland zahlt auf 2-jährige Euro-Bonds aktuell 16,04 % Zinsen, auf 5-jährige 14,47 % und auf 10jährige immer noch 12,72 %. Außerdem mittlerweile eine Arbeitslosenquote von 14,1 % vor der Rettung waren es 10,2 % (Quelle: Eurostat),. Wo soll das hinführen? Da bleibt nur der Bankrott. In Irland schießt das Defizit in die Höhe (Tagesanzeiger, 04.04.2011). Ganz logisch, haben wir schon früher erklärt: Wenn das BIP zurück geht und die Entwicklung der Schulden damit nicht Schritt hält, nimmt die Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP zu. Außerdem sind schon wieder 25 Milliarden nötig, um den irischen Banken beizuspringen. Nicht zum letzten Mal. Arbeitslosenquote hier 14,9 % (Quelle: Eurostat).

Die EZB hat in dieser Woche den Leitzins erhöht. Schon raschelt es im Blätterwald „EZB-Zinsschritt ist das richtige Signal“ (Financial Times Deutschland, 07.04.2011). Die Begründungen sind schlicht ein Witz: Inflation und Spekulation sollen bekämpft werden. Dazu hat die EZB zu einem alten deutschen Hausmittel gegriffen. Wird sich aber in der heutigen Zeit als wenig wirkungsvoll und eher krisenverschärfend erweisen. Zwischen den einzelnen Ökonomien in der Währungsunion besteht einfach keine harmonische Entwicklung, denn die Wachstumsraten der Mitgliedsländer variieren zwischen Rekordexpansion mit inflationären bis hin zur Rezession mit deflationären Tendenzen. Hinzu kommt eine weiter um sich greifende Krise um die ausstehenden Staatsschulden der Eurozonenländer. Die Schweizer Credit Suisse jedenfalls geht davon aus, dass die EZB einen geldpolitischen Fehler begangen hat.

Die Niederlande, immer wieder hoch gelobt für ihre wirtschaftlichen Verhältnisse, gehen neue Wege beim Sparen. Das Land trennt sich von seinen 60 Kampfpanzern, 19 modernen Kampfjets und 17 Kampf-Hubschrauber. Außerdem wird Militär-Personal eingespart. Quelle: Financial Times Deutschland, 08.04.2011. Das wird hoffentlich nicht weiter Schule machen, sonst hat die deutsche Rüstungsindustrie, immerhin die drittgrößte der Welt, doch noch ein Problem. Griechenland fällt ja schon bald als dankbarer Abnehmer aus.

Immerhin Hunderttausende haben in Großbritannien gegen das neue Sparpaket der Regierung demonstriert. Weitere Demos sollen folgen. Die englische Regierung ist nicht zu beneiden. Klare Ansage: Großbritannien ist arm und wird noch ärmer. Wir sind uns sicher, dass die Bevölkerung die Regierungspläne nicht mittragen wird. Unruhen sind vorprogrammiert, Straßenschlachten auch. Wir erwarten, dass dieser Funke früher oder später auf Kontinental-Europa überspringt.

Derweil verkauft das britische Verteidigungsministerium das einstige Prunkstück der Royal Navy, den Flugzeugträger „Ark Royal“, sicherheitshalber aber ohne Flugzeuge. Erst kürzlich fiel er überraschend den drastischen Sparmaßnahmen im Verteidigungshaushalt zum Opfer. Quelle: Süddeutsche, 31.03.2011. Für den Hafen von Dover hat Großbritannien noch keinen Käufer gefunden.


Deutschland:

Wir bleiben von der Katastrophe in Japan verschont. Sagen die führenden Wirtschaftsforscher in ihrem Frühjahrsgutachten. Außerdem bekommt Deutschland einen neuen Wachstumsmotor, die Binnennachfrage, im Volksmund auch Konsum genannt. Steigende Beschäftigung und Löhne sollen das möglich machen. Der Arbeitsmarkt befindet sich im Höhenrausch. Da fällt es schon nicht weiter auf, dass der GfK-Konsumklimaindex im März, entgegen der ursprünglichen Planung, nein es heißt Vorhersage, rückläufig ist. Schuld seien die steigenden Preise. Quellen: MANANGER MAGAZIN, 29.03.2011 und 07.04.2011, HANDELSBLATT, 30.03.2011, Financial Times Deutschland, 31.03.2011, 07.04.2011, und 08.04.2011.

Bei soviel tollen Nachrichten wollen wir dieses Mal nicht stören. Wir verweisen nur auf unsere bisherigen Statements zu den frohen Botschaften. Es dauert nicht mehr lange, bis die Einschläge genau in das deutsche Wirtschaftswunder-Herz treffen. Glauben die denn wirklich alle, dass Deutschland davonkommt ...

Deutschland träumt weiter.


Rohstoffe:

Wir wollen uns nicht wiederholen. Jedenfalls nicht so oft. Die Preise steigen weiter. Gold und Silber liegen weit vorne. Der Ölpreis geht Richtung 130 US-Dollar. Spielt natürlich bei der Berechnung der Inflation keine Rolle. Ein Ende dieser Entwicklung sehen wir nicht. Korrekturen sind natürlich möglich, bei Gold und Silber sogar wünschenswert. Trotzdem erwarten wir bei Silber, unserem Lieblingsmetall, in diesem Jahr noch 50 Dollar/Unze. Silber wird zwangsläufig in der Vermögenssicherung noch eine wichtige Rolle spielen. Gold könnte die 2.000 Dollar-Marke übersteigen.

In den USA wollen 13 Bundesstaaten Gold- und Silbermünzen als Zahlungsmittel einführen. Utah hat den Anfang gemacht.

Der Anteil von Gold und Silber am Vermögen der Menschen ist gering, zu gering. In Deutschland sind es, laut einer Studie, bei Silber gerade einmal 0,3 %. Die Nachfrage wird weiter steigen und auf einen ausgetrockneten Markt treffen. Die Folgen sind leicht einzuschätzen.

Die weitere Entwicklung der Finanzkrise, der Staatsschulden und der Katastrophe in Japan treiben die Nachfrage vor sich her.

Die Industrie hat begonnen, die Preissteigerungen bei den Rohstoffen an die Verbraucher weiter zu geben. Das MANAGER MAGAZIN nennt es am 30.03.2011 „Inflation in kleinen Tüten“. Die Industrie ändert die Verpackungsgrößen. Schrumpfen ist angesagt. Entweder schon gleich weniger Inhalt und höherer Preis, oder erst einmal weniger Inhalt zum gleichen Preis wie vorher. 30 % des Gesamtmarktes sollen bereits betroffen sein.

Diese Entwicklung kommt aus den USA zu uns. Dort müssen die Konzerne damit leben, dass Preiserhöhungen wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der geringen Einkommen nicht durchsetzbar sind. Also gibt es weniger fürs Geld.


Krisenvorsorge:

Die Lebensversicherungen sind in Deutschland fest in die Vermögensplanung einzementiert. Auch im vergangenen Jahr nahmen die Versicherer fast 179 Milliarden Euro Beiträge ein. Es ist offensichtlich schwer, die Risiken begreifbar zu machen. Nur ein Beispiel: Die Versicherer sind dominant in Staatsanleihen investiert, gerne auch in die der PIIGS-Staaten. Deren Kollaps führt auch zum Kollaps der Versicherungen. Sehr schnell gehen dann die Nominalwerte gegen Null. Das war es dann mit der tollen Zukunftssicherung.

Deshalb gilt: Die langfristige Bindung an kollektive Geldanlagen mit ungewissem Ausgang meiden, neben Kapitallebensversicherungen auch die geschlossenen Fonds und die meisten Immobilien. Einen großen Bogen um alles machen, was kompliziert ist (Zertifikate, offene Fonds).

Wer von nicht selbst genutzten Immobilien einfach nicht die Finger lassen will, dem empfehlen wir z. B. einen Artikel, der am 03.04.2011 unter der Überschrift „Häuser bleiben von Inflation nicht verschont“ im Schweizer Tagesanzeiger erschienen ist. Bietet einen kleinen Einstieg in die Materie. Sonst empfehlen wir Wikipedia zum Thema Währungsreform. Sehr hilfreich, um zu einer sinnvollen Entscheidung zu kommen. Gerne helfen auch wir.

Nachdrücklich: Staatsanleihen/Bundesschätzchen verkaufen, Sparbücher und Festgeldkonten auflösen, wenigstens stark reduzieren, Fondsanteile verkaufen, Lebensversicherungen nicht nur ruhend stellen, sondern auflösen und den Rückkaufswert auszahlen lassen, Bausparverträge, soweit möglich, auflösen. Die so gewonnene Liquidität unverzüglich krisensicher investieren. Die Ideen dazu haben wir.

Finger weg von Immobilien, Aktien, und, und, und. Alles nicht krisenfest. Die Angebote der Banken, Versicherungen, etc. taugen nichts. Das Sparverhalten muss sich rigoros ändern.

Alles muss auf den Prüfstand, auch bestehende Darlehens- und/oder Leasingverträge mit längeren Laufzeiten.

Je weniger jemand hat, umso mehr muss er sich schützen! Bei 90 % Vermögensverlust bleiben bei 5000 nur 500, bei 50.000 aber immer noch 5.000 Euro übrig. Außerdem gilt: Nur als Teil einer Gruppe kann die Vermögenssicherung durch sinnvolle Verteilung auf unterschiedliche Anlageformen optimal erreicht werden. Einzelkämpfer haben nur äußerst geringe Überlebenschancen.