Montag, 6. Dezember 2010

Wochenrückblick, Ausgabe 2, Kalenderwoche 49/2010

Mit diesem Wochenrückblick setzen wir die 1. Ausgabe fort, die wir am 06.12.2010 verfasst hatten.

Wieder kommentieren wir wichtige Nachrichten aus Wirtschaft und Politik, die in dieser Woche in den deutschen Medien erschienen oder gleich kommentiert wurden.

Die Auswahl der Nachrichten wird von uns getroffen, wir sind uns aber sicher, dass wir nichts Wichtiges auslassen.

Wir versuchen uns kurz zu fassen.

Obwohl die Kommentare – natürlich – unsere persönliche Meinung wieder geben, können wir jede unserer Aussagen durch entsprechende Quellen belegen, oder durch belastbare Indizien untermauern. Leser, die Zweifel an unseren Aussagen haben, können wir gerne informieren. Email genügt.

Wir wünschen Ihnen viele (neue) Erkenntnisse aus diesem Wochenrückblick und freuen uns über konstruktive Anregungen.


Finanzkrise:

Zu diesem Thema gibt es, nachdem wir in der 1. Ausgabe bereits ausführlich Stellung bezogen haben, keine wirklichen Neuigkeiten.

Die Journalisten sind nach wie vor damit beschäftigt, die Krise „klein zu schreiben“ statt endlich die Wahrheit „aus dem Sack“ zu lassen. Die Maßnahmen der us-amerik. Notenbank (FED) sind Benzin ins Feuer. Sonst nichts.

Die Banken (Citibank) und Grosskonzerne (General Motors) nutzen die Gunst der Stunde, um sich medienwirksam von den staatlichen Hilfen zu lösen. Leider aber für die US-amerikanischen Steuerzahler nur böse Taschenspielertricks: Die neue Liquidität der FED, ebenfalls besichert durch die gleichen Steuerzahler, erlaubt diesen Protagonisten sich durch die eine Tür das Geld noch billiger zu beschaffen, um es aus der anderen Tür dem gleichen Staat als Rückzahlung der Staatshilfen wieder zurück zu geben. Otto Normalverbraucher wird dieses Spiel von den Medien auf der ganzen Welt als gesunde Entwicklung dargestellt und als weiterer Beweis, dass die Finanzkrise der Vergangenheit angehört. Richtig muss es heißen, dass diese Entwicklung für eine Verschärfung der Krise sorgen wird.

Solche Kniffe sorgen dafür, dass die Aktienmärkte der Welt völlig überbewertet sind, die Devisenspekulanten immer neue Angriffe auf die Euro-Staaten führen, die Spekulationen in Rohstoffe (die Edelmetalle ausgenommen, siehe später unter „Rohstoffe“) und Nahrungsmittel Blasen ausbilden, die Inflation Fahrt aufnimmt, oder das Mutterland des Kapitalismus, die USA, zunehmend verelendet.

Die Angriffe gegen den Euro haben nur das eine Ziel, von den immensen Problemen und dem enormen Handlungsdruck der USA abzulenken. Die Begründungen für die Angriffe gegen PIIGS-Staaten sind konstruiert. Die angeblichen Probleme dieser Länder sind seit Jahren hinlänglich bekannt, nichts davon ist neu. Klares Indiz dafür sind die Herabstufungen durch die Rating-Agenturen, nachdem die betroffenen Länder die geforderten Sparbeschlüsse gefasst haben. Sorry, aber das ist nur ein schlechter Witz. Damit soll die Euro-Festung nur noch weiter kaputt geschossen werden.

Die europäischen Staaten hätten – Einigkeit vorausgesetzt – die politische und vor allen Dingen die wirtschaftliche Kraft dagegen zu halten. Es geschieht nichts. Zu groß ist die jahrzehntealte Dankbarkeit gegenüber dem großen Freund und Beschützer USA in weiten Teilen Europas.

An dieser Stelle noch ein echter Paukenschlag für die deutschen Sparer: Das Landgericht Berlin hat entschieden, dass es auf die Einlagensicherung der Sparguthaben keinen Rechtsanspruch gibt. Es sei lediglich eine freiwillige Leistung. Was das heißt? Die Zusagen des Einlagensicherungsfonds der Banken sind wertlos. Genau so wie die Zusage der Bundeskanzlerin im Oktober 2008, die zur Beruhigung der Gemüter eine Staatsgarantie für alle Guthaben der Deutschen erklärte. Uns war schon damals klar, dass diese Garantie völlig wertlos ist: Das Vermögen der Bundesrepublik hätte niemals ausgereicht, um dieses Versprechen tatsächlich einzulösen. Übrigens hätten die Steuerzahler ihre eigenen Ersparnisse abgesichert. Das wäre so, als wenn jeder Sparer seine Ersparnisse ein 2. Mal zur Bank/Versicherung usw. trägt. Eine merkwürdige Vorstellung, oder?


USA:

Es gibt zu diesem Thema sehr aufschlussreiche Neuigkeiten:

In Amerika selbst wird die Politik der FED wörtlich als riskant beschrieben.
Dem können wir eigentlich nichts hinzufügen. Nur an die zunehmende Verelendung der Mittelschicht erinnern und das die versprochenen neuen Jobs weit und breit nicht in Sicht sind. Ganz im Gegenteil.

Immer mehr Bundesstaaten und Kommunen sind pleite. Und es werden noch mehr. Nachdem kürzlich bei den Wahlen die Republikaner stark zugelegt haben, lassen diese schon einmal die Muskeln spielen und verweigern die Zustimmung dazu, die Hilfen an die Not leidenden Bundesstaaten zu verlängern. Die Folgen: Schulen werden geschlossen, Polizisten entlassen, Zahlungen an die staatlichen Pensionsfonds zurück gehalten, Leute entlassen, Gehälter nicht pünktlich bezahlt, und, und, und.

Zitieren wir doch an dieser Stelle den Vorsitzenden der US-Notenbank FED, Mr. Ben Bernanke, der vor wenigen Tagen vor dem Senat der USA einräumte, dass die finanzielle Lage in den USA irreparabel geworden ist. „Die USA befinden sich in einer existentiellen Krise“. Diese Aussage wollen wir nicht weiter kommentieren.

Die US-Einlagensicherungsbehörde meldet 829 Problembanken mit gefährdeten Einlagen von über 400 Milliarden $. Achtung: In diesem Jahr sind bereits 146 Banken in den USA bankrott gegangen. Unsere eigenen Quellen in den USA gehen von einer viel höheren Zahl gefährdeter Banken aus: knapp 3.000 sollen es sein, die in den nächsten Jahren noch „über den Jordan gehen“ können. Die Gründe sind leicht zu benennen: Diese Banken haben die gleichen Probleme wie die großen 10, nur erhalten sie keine Hilfe und keinen Zugriff auf die Liquidität der FED.

So kann es nur verwundern, dass die Kreditwürdigkeit der USA immer noch mit der höchsten Stufe bewertet ist.

China jedenfalls zweifelt an der US-Kreditwürdigkeit. Die (einzige) chinesische Ratingagentur glaubt nicht mehr an die Bereitschaft der USA, ihre Schulden zurückzuzahlen und hat eine Herabstufung vorgenommen, negativer Ausblick inklusive.

In unserem nächsten Wochenrückblick beschäftigen wir uns eingehend mit dem riesigen Haushaltsdefizit der USA und dessen weltweiten Auswirkungen.

Winston Churchill, früherer engl. Premierminister, wird der folgende Ausspruch zugeschrieben: „Amerika wird es immer richtig machen, aber erst nachdem es alle anderen Optionen ausgeschöpft hat“.


China:

Die Nachrichten zu China waren in dieser Woche auch nicht gerade berauschend: Die Royal Bank of Scotland warnte ihre Kunden vor einem möglichen Bankrott Chinas und empfahl, sich gegen das Risiko eines Zahlungsausfalls abzusichern. China habe aus der globalen Kreditkrise die vollkommen falschen Schlussfolgerungen gezogen. Die bisher tollen Zahlen der chinesischen Wirtschaft stehen längst auf tönernen Füßen, ein massiver Einbruch ist nur eine Frage der Zeit. Bald lässt sich der fehlende Konsum des Westens nicht mehr durch volle Lager und beladene Container-Schiffe in den Statistiken kaschieren.

Die Immobilienpreise liegen in Peking momentan beim 22-fachen des jährlich verfügbaren Einkommens und in Shenzhen beim 18-fachen. Als seinerzeit die Tokio-Blase platzte wurde lediglich ein Faktor von 8 gemessen. Die US-Blase erreichte ihr Hoch bei einem vergleichsweise geringen Faktor von 6,4. Jeder kann sich hier seine eigenen Gedanken machen.

Sicher ist, dass sich China nicht von der weltweiten Entwicklung abkoppeln kann. Dazu kommen noch zunehmende Probleme im Land durch eine aktuelle Inflationsrate von 5,1 % im Vergleich zum Vorjahr.

Die riesigen Währungsreserven werden China bei der Lösung der anstehenden Probleme wahrscheinlich nicht helfen.

Vielleicht kauft sich China auch zum Abbau dieser Reserven in Afrika und jetzt auch in Europa ein. Bezahlt wird in Dollar.

Wir halten China trotz dieser Entwicklung, die absehbar war, für einen absoluten Nutznießer der Finanzkrise. Die westlichen Industrienationen vergeuden weiter ihre politischen und wirtschaftlichen Ressourcen und stärken die Schwellenländer, allen voran China.


Europa:

Die Süddeutsche Zeitung schrieb Anfang der Woche über „Die Vereinigten Staaten von Europa“. Wenigstens ansatzweise wurden hier die Dinge auf den Punkt gebracht. Also lesenswert. Gerne stellen wir diesen Artikel als pdf-Datei zur Verfügung.

Die WirtschaftsWoche schwadroniert über einen notwendigen Schuldenerlass zur Lösung der Euro-Schuldenkrise, wohl wissend, dass die Banken dabei nicht mitspielen werden. Nach unserer Auffassung ist dieser Vorschlag auch zu kurz gedacht: Nur eine vollständige Restrukturierung der weltweiten Finanzgeschäfte und ihrer Nutznießer, den Banken, Investmentgesellschaften, Hedgefonds, Versicherungen, wäre die richtige Lösung. Damit meinen wir vollständige Entrümpelung der Bankbilanzen vom wertlosen Müll aus Wertpapieren, Verbot von Eigengeschäften, Verbot der Spekulationen in Devisen, Rohstoffen und Nahrungsmitteln. Diese Aufzählung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, beinhaltet jedoch die wichtigsten Bereiche. Banken, die dann keine Werte mehr in ihrer Bilanz haben, müssen endlich geschlossen werden (da wären viele klangvolle Namen dabei). Alle anderen, und – glauben Sie uns – es bleiben noch genug übrig, werden zur Durchführung banküblicher Aufgaben verpflichtet. Das, nur das, schafft Aufschwung in der Realwirtschaft. Besser noch, es könnte die Steuerzahler und Sparer vor den irrsinnigen Verlusten bewahren, die sonst in den nächsten Jahren auf sie zukommen. Leider kommt es nicht zu einer solchen Restrukturierung.

Statt dessen erleben wir einen Währungskrieg gegen den Euro, Zoff innerhalb Europas über mögliche Lösungen, Schuldzuweisungen vom Norden an den Süden und umgekehrt, täglich neue Gesundbetungen, Schlagabtausch über die Medien, usw.

Dabei, so meinen wir, wäre eine Lösung in durchaus greifbarer Nähe: Die Spekulanten auflaufen lassen durch die einseitige Erklärung fester Wechselkurse des Euro zu den anderen Währungen auf der Welt. Was aber bedeutet, sich gegen die USA zu stellen. Leide keine Option für Europa. Also wird lieber weiter gewurstelt.

Für die deutschen „Top-Ökonomen“ vom Schlage eines Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner Ifo-Institus, auch die Gelegenheit zur „Öffentlichkeitsarbeit“. So verteufelte er im Handelsblatt eine Transferunion und warnte „wir versündigen uns an unseren Nachkommen“. Aus unserer Sicht ist Herr Sinn schon früher immer wieder durch willfährige politische Statements aufgefallen, selten durch sinnvolle Äußerungen. So auch jetzt.

Schon mit der Bankenrettung 2008 haben „wir uns an unseren Nachkommen versündigt“. Daran ändert es nichts, wenn die diversen Rettungspakete in Schattenhaushalten geparkt werden (was so ausdrücklich im Gesetz steht) und deshalb nicht im normalen Bundeshaushalt erscheinen.

Ganz am Rande: Die Transferunion kennen wir schon seit Gründung der Bundesrepublik und haben darin nichts anstößiges gesehen. Oder was ist der Finanzausgleich zwischen den Bundesländern anderes?

Da die europäischen Regierungen offensichtlich nicht Willens sind, die nötigen Schritte für die Stabilisierung der Euro-Zone einzuleiten, andererseits der Euro überleben muss, ist eine Transferunion wenigstens eine der möglichen drittklassigen Lösungen.

Es kann nur immer wieder herausgestellt werden: Deutschland erwirtschaftet 56 % seines Exports mit den Ländern der Euro-Zone, insgesamt 78 % mit der EU. Da wäre die immer wieder vorgeschlagene D-Mark II-Einführung irrsinnig. Enorme Export-Einbußen wären die Folge, da unsere Waren zu teuer würden. Der nächste Schritt wären Staatsbürgschaften und Darlehen deutscher Banken an diese Länder, um auf diesem Wege die deutschen Exporte zu finanzieren, die dann ebenfalls nie mehr zurückgezahlt werden könnten.

Warum wird der Vorschlag des Luxemburgers Jean-Claude Juncker ohne nähere Prüfung von Deutschland und Frankreich vehement abgelehnt? Sicher, es ist bestenfalls nur eine zweitbeste Lösung. Trotzdem verdient dieser Vorschlag eine eingehende Prüfung. Einer der deutschen Wirtschaftsweisen, Bofinger, hat gute Gründe dafür genannt, über die Einführung von Euro-Bonds eingehend nachzudenken. Altkanzler Helmut Schmidt hält Jean-Claude Juncker für einen der wenigen fähigen Politiker in Europa.

Die FAZ titelte am Samstag „Familienunternehmer warnen vor Euro-Bonds“. Diese Familienunternehmer, u. a. Oetker, Haub (Tengelmann) und Görtz (Schuhhersteller) drohen für den Fall, dass Euro-Bonds eingeführt werden, mit Abwanderung. Ein wunderbares Beispiel politischer Einflussnahme. Wobei wir uns erst einmal die Frage stellen, wohin diese Herren mit ihren Unternehmen auswandern wollen, vielleicht nach China? Schließen dann alle Tengelmann-Filialen und Görtz-Schuhhäuser? Dr. Oetker macht immer noch den Löwenanteil seines Umsatzes in Deutschland. Was dann? Allen diesen Unternehmen ist eins gemein: Sie profitieren vom Euro in den Ländern, die augenblicklich so verteufelt werden. Wir stellen deshalb fest: Ein scheinheiliger Vorstoß!

Die jüngsten Zahlen aus Griechenland belegen aber eins ganz klar: Ein Land unter dem EU-IWF-Rettungsschirm wird unwiderruflich kaputt gespart. Die Sparmaßnahmen führen zu deutlichen geringeren Wirtschaftswachstum, Steuereinnahmen und Konsumausgaben, was das griechische BIP verringert, was dann wieder im Verhältnis dazu die Schulden nach oben treibt. Die Schuldenpyramide wird größer und die Pleite Griechenlands zum sich selbst erfüllenden Ereignis einer falschen europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik. Irland wird die gleiche Entwicklung nehmen, andere Länder werden noch folgen, bevor dieser Wahnsinn als solcher erkannt wird.

Bei diesen Entwicklungen in Europa macht es Sinn, dass sich die EU nach eigenen Angaben für eine weitere „Verschärfung der Schuldenkrise“ rüstet.


Deutschland:

Natürlich haben wir zu diesem Punkt schon im vorangegangenen Thema Stellung genommen. Einige Nachrichten bleiben aber noch:

Zugegeben, es ist im Moment eines unserer Lieblingsthemen, die Konjunktur in Deutschland. Sie wird nun schon einige Wochen landauf und landab gefeiert. Sehr zu Unrecht, wie wir finden.

Zu den frisierten Statistiken lesen Sie bitte noch einmal unseren letzten Wochenrückblick. Heute geht es uns mehr um die Meinungen der deutschen Top-Ökonomen und deren Fakten.

Leider haben wir keine Fakten gefunden. Eigentlich hantieren diese Ökonomen nämlich nur mit Annahmen und Hoffnungen. Sehr schön nachzulesen in einem Artikel auf ZEIT ONLINE mit dem Titel „Glaube statt Fakten“. Gerne stellen wir auch diesen Artikel per pdf-Datei zur Verfügung.

Wir sagen: Die Fakten lesen sich anders und sind nicht ermutigend. Arbeitsplätze gibt es nur im Niedriglohn-Segment und bei der Leiharbeit. Außerdem liegen die deutschen Löhne auf niedrigstem EU-Niveau. Der Export-Weltmeister zahlt schlecht. Leicht abzulesen am rückläufigen Gesamtaufkommen der Lohnsteuer.

Niedrige Löhne können keinen Konsum beleben. Der wäre aber dringend nötig, um die Konjunktur zu stützen und Wachstum zu erzeugen.

Viele Menschen in Kaufhäusern, Elektromärkten, usw. bedeuten noch keinen Umsatz.

Trotz gegenteiliger Hoffnung: Das Vertrauen der Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung fehlt. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren. Die Entwicklung des privaten Konsums für das laufende Jahr von geschätzten 0,5 Prozent Plus ist einerseits viel zu gering, um daraus eine Erholung abzulesen, und andererseits eben nur eine Schätzung der Marktforscher der GfK.

Der XXL-Export wird nicht von Dauer sein. Den Abnehmerländern geht das Geld aus und China steckt selbst in absehbaren Problemen. Die Nachhaltigkeit geht flöten.

Was ist von den Aussagen der Politiker und einiger Wirtschaftsvertreter zu halten, dass die deutschen Arbeitnehmer vom Aufschwung durch höhere Löhne profitieren sollen? Nichts. Die diskutierten Erhöhungen sind lächerlich gering, angesichts der ausgewiesenen Unternehmensgewinne und der dringend notwendigen Impulse beim Konsum.

Lieber verlangen die Automobilhersteller 4 Mrd. Euro Zuschüsse vom Staat, um bei der Entwicklung von Elektromotoren für ihre Autos gegenüber dem Ausland nicht den Anschluss zu verlieren. Bei den Hartz IV-Reformen reicht es aber nur für 5 Euro mehr im Monat. Dieser Personenkreis, immerhin lt. offizieller Statistik 6,5 Mio., würde gerne mehr ausgeben. Erhöhungen hier kämen wirklich dem Konsum zugute.

Ab 1. Januar 2011 stehen wieder Erhöhungen an, die die Privathaushalte belasten und Geld dem Konsum entziehen. Woher nehmen die Markforscher dann wieder ihre positiven Aussichten?


Rohstoffe:

Die ersten Ausblicke auf 2011 machen die Runde. Alle sind äußerst zuversichtlich für die Entwicklung der Preise von Gold und Silber. Nur die Analytiker der Landesbank Baden-Württemberg stellen sich diesem Trend entgegen. Deren Bericht macht auf uns den Eindruck einer politisch motivierten Gefälligkeit.

Zwei Dinge beeinflussen aus unserer Sicht tatsächlich die Preise von Gold und Silber: Die Vertrauenskrise in die Papierwährungen und die Lieferfähigkeit.

Eine Vertrauenskrise wird sich 2011 weiter entwickeln, daran führt aus unserer Sicht kein Weg vorbei. Drastisch gesagt: Hinter unserem Rücken entwickelt sich ein Tsunami, der die Ereignisse von 2008 eher wie einen Herbststurm aussehen lässt, bei dem ein paar Bäume umstürzen und Dachziegel fliegen.

Dieser Tsunami wird alle Papiergeld-Vermögen fast vollständig entwerten. Werden die Otto Normalverbraucher diese Entwicklung verinnerlicht haben, beginnt der ultimative Run auf Gold und Silber. Auf dem Weg dahin wird es keine wirkliche Konsolidierung der Preis bei Gold und Silber mit starken Preisrückgängen geben. Erholungsphasen gibt es immer, dafür sorgen schon die Spekulanten. Die sorgen aber auch für einen weiteren Preisanstieg.

Wir sagen es immer wieder, bevorzugen Sie Silber als Vermögensspeicher. Auf gar keinen Fall die Anlage in die immer noch so beliebten Bundesschätzchen, Lebensversicherungen, Bausparverträge, Riester-Renten, Sparbücher, usw. Wird garantiert alles entwertet. Die Geschichte (Weimarer Republik, Gründung Bundesrepublik) wird sich hier wiederholen.

Warum Silber? Es gibt im Vergleich zu Gold um den Faktor 5 weniger Silber. Natürlich wird mehr Silber gefördert als Gold. Die Jahresförderung Silber liegt bei 21.300 Tonnen. Verarbeitet werden aber 24.800 Tonnen. Der Lagerbestand liegt nur noch bei 18.600 Tonnen weltweit.

Silber ist im Vergleich zu Gold klar unterbewertet. Das Verhältnis von Gold zu Silber beträgt im Moment zwischen 1:70 und 1:60. Wird Silber als Vermögensspeicher wieder entdeckt, verringert sich das Verhältnis auf bis zu 1:25. Also in jedem Fall ein lohnendes Investment. Je früher um so besser. Jetzt ist die Versorgung mit Silbermünzen noch gut, gerade weil viele Verkäufer meinen, sie müssten jetzt schon Kasse machen, nachdem die Unze Silber 30 Dollar/22 Euro durchbrochen hat.

Wir werden weiter über die Entwicklung berichten.