Montag, 21. März 2011

Standpunkt, Ausgabe 17: Finanzkrise, USA, China, Europa, Deutschland, Rohstoffe, Krisenvorsorge


Nachlese:

Für unsere letzte Ausgabe haben wir uns, besonders für die Exklusiv-Nachricht über Fukushima, viel Kritik eingehandelt. Von Schwarzmalerei und Panikmache war die Rede. Sorry, aber diese Kritik perlt an uns ab. Wir sehen unsere Aufgabe nämlich nicht darin Wahrheiten gefällig zu unterdrücken. Vielmehr wollen wir unsere Leserschaft offen und ehrlich informieren, um so einen wichtigen Wissensvorsprung zu verschaffen. Nur auf der Grundlage früher Wahrheiten können die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Diesen Vorsprung hat höchstens 1 % unserer Mitmenschen, wovon dann immer noch der größte Teil weiter den Kopf in den Sand steckt und diesen Vorteil nicht nutzt.

Unsere US-amerikanischen Quellen sind in Wirtschaft und Politik bestens vernetzt und hören wirklich „die Flöhe husten“. Konsequent werden wir weiter daran arbeiten, diese Quellen für Informationen anzuzapfen, die sonst nirgends zu bekommen sind, oder von den Nachrichtenagenturen erst sehr viel später und dann auch sehr zurückhaltend veröffentlicht werden. Wenn wir diese Informationen hier verarbeiten, dann haben wir deren Wahrheitsgehalt überprüft und übernehmen dafür auch die Verantwortung.

Für Entscheidungen, die von Lesern aufgrund unserer Bewertungen getroffen werden, übernehmen wir nur in den Fällen die Verantwortung, in denen wir am Entscheidungsprozess – über unsere Kolumnen hinaus - aktiv beteiligt sind. Diese Mitarbeit bieten wir immer wieder an.

Natürlich hat diese Art der Wissensvermittlung auch handfeste egoistische Gründe: Wir wollen ganz klar damit punkten, dass wir die Ersten sind, die solche exklusiven Nachrichten verbreiten.

Wem diese Wahrheiten unbehaglich sind statt hilfreich, der sollte unsere regelmäßige Kolumne nicht länger lesen.


Grundsätzliches:

Die Quellenangaben sind gestrafft. Wir haben eigene Quellen, die wir aus verschiedenen Gründen nicht nennen wollen. Dafür bitten wir um Verständnis.
Wir stellen trotzdem nur echte, belastbare Informationen bereit, die wir allgemein verständlich kommentieren.

Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass die folgenden Äußerungen unsere persönliche Bewertung wiedergeben, die wir mit großer Sorgfalt erarbeitet haben.

Wer sich nicht regelmäßig mit Wirtschaft & Politik und deren Folgen auf die persönlichen Lebensumstände beschäftigt, bzw. beschäftigen kann, sollte sich für die folgenden Seiten unbedingt Zeit nehmen. Der Nutzen ist enorm und wächst mit jeder weiteren Ausgabe, die wir regelmäßig, kostenlos und ohne jede Verpflichtung, bereitstellen.

Denken Sie aber bitte auch daran, diese Informationen Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen, etc., etc., zugänglich zu machen. Die Ereignisse erfordern Hintergrundwissen und machen Denkanstöße notwendig.

Nutzen Sie unsere Erfahrung für Ihre eigenen Entscheidungen. Vertrauen Sie nicht länger den Politikern, Ökonomen, Wirtschaftsjournalisten oder gar Bankern. Nur Letztere wissen was sie tun, nie haben sie dabei jedoch das Interesse ihrer Kunden im Blick, ausschliesslich ihre eigenen.

Nehmen Sie endlich die Scheuklappen herunter, Sie werden sofort eine bessere Sicht auf das Wesentliche haben. Ignorieren Sie nicht länger die Fakten und handeln Sie endlich! Katastrophenblindheit kann sich heute niemand mehr leisten.

Für Rückfragen, Anregungen, Kommentare, persönliche Beratungen, unsere Email-Adresse: benner-kemmer@web.de.


Die Verfasser

Eines unserer Lieblingszitate:

Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.“ (Arthur Schopenhauer)


Exklusiv-Nachricht

Es klingt unglaublich, ist jedoch wahr: Das wirkliche Ausmass der Katastrophe in Fukushima und anderen japanischen Atomkraftwerken soll systematisch und dauerhaft unterdrückt werden. Darin sind sich alle führenden Industrienationen einig. Das Ganze ist eine abgekartete Sache, verabredet zwischen allen wichtigen Regierungen der Welt, hochgradig menschenverachtend.

Hintergrund dieser Verabredung ist die Angst vor den weltweiten, hochgradig negativen, wirtschaftlichen Auswirkungen einer längst notwendigen Evakuierung der Gebiete mindestens 400 Kilometer im Umkreis von Fukushima und der dort gelegenen wichtigen Produktionsstätten. Die Region um Tokio hätte längst evakuiert werden müssen. Statt dessen kalkulieren die Verantwortlichen damit, dass die gesundheitlichen Folgen der Katastrophe nicht sofort, sondern erst in den kommenden Jahren, sichtbar werden. Insoweit hat man von den Ereignissen in Tschernobyl gelernt. Noch heute streiten dort Politik und Wissenschaft über das Ausmaß der Verstrahlungen bei der Bevölkerung, ja sogar bei den am Unglücksreaktor eingesetzten Arbeitern.

Fakt ist, dass Tepco und die japanische Regierung es in den ersten Stunden nach der Katastrophe versäumt haben, Maßnahmen einzuleiten, die eine massive Ausweitung der Katastrophe hätten verhindern können. Anders als in Tschernobyl hatten die Verantwortlichen in Japan jedoch nicht den Mumm, die Erkrankung oder möglicherweise den Tod einiger Tausend Helfer in Kauf zu nehmen, um die schädlichen Folgen für Millionen Japaner in den kommenden Jahren zu verhindern, oder wenigstens stark einzuschränken.

Das Krisenmanagement der japanischen Regierung hat sich mittlerweile genau auf diese Vertuschungstaktik ausgerichtet: Evakuierungen nicht nötig oder sehr begrenzt (HANDELSBLATT, 31.03.2011 und 02.04.2011; MANAGER MAGAZIN, 01.04.2011), Messwerte werden frisiert (Financial Times Deutschland, 01.04.2011, Aktionismus vorgetäuscht, Gefahren klein geredet, Informationen unterdrückt, usw.

So wie die Probleme zunehmen, so nehmen die Nachrichten ab. Japan spielt bei FAZ, ZEIT, Süddeutsche, etc. keine besondere Rolle mehr. Aktuell sind es die neuen Vorwürfe in der Plagiatsaffäre Guttenberg, die wichtiger sind.

Die restliche Welt macht mit, auch Europa. Da werden einfach mal die Risiken der Atomenergie weiter ignoriert, oder die bedenkenlosen Strahlenwerte für belastete Lebensmittel herauf gesetzt.

Währenddessen verteilt sich die Radioaktivität über Japan und die Welt. Tokio wird – für Jahrzehnte - radioaktiv verstrahlt. In Teilen Kanadas ist das Trinkwasser verseucht, in den USA taucht verstrahlte Milch auf (THE WALL STREET JOUNAL, 31.03.2011). Die europäischen Häfen richten sich auf die Ankunft verstrahlter Schiffe aus Japan ein.

Dieses Vorgehen halten wir für kriminell. Unabhängig davon, dass alle Regierungen gegen die jeweilige Verfassung ihres Landes verstoßen. Wieder ein besonderes Beispiel für den Umgang mit Krisen, verursacht durch Gier, Korruption, Machtmissbrauch, usw.


Schwerpunktthema: Finanzkrise und die japanische Katastrophe:

Ok, nach offizieller Lesart ist die Finanzkrise überwunden, warum sollen wir dann noch irgend etwas über die Auswirkungen der Atomkatastrophe darauf schreiben? Weil wir wissen, dass die Finanzkrise von den Politikern, Ökonomen, Medien, usw., nur unterdrückt wird. Tatsächlich hat sie gigantische Ausmasse und nimmt noch weiter zu. Unser Standpunkt dazu sollte hinlänglich bekannt sein, nachzulesen in unseren bisherigen Veröffentlichungen.

Auf der ganzen Welt haben die Schönschreiber Hochkonjunktur. Da wird die steigende Inflation doch tatsächlich als Zeichen der gesunden Weltwirtschaft gepriesen. Beispielhaft nennen wir hier den „Krisencheck“ der ZEIT vom 07.04.2011 unter der Überschrift „Wirklich noch auf Wachstumskurs?“. Danach ist alles in bester Ordnung und die Weltwirtschaft ist nicht von Japan abhängig. Warum nur, bitte schön, ist Japan immer noch die drittgrößte Exportnation? Das muss irgendwie andere Ursachen haben ...

Weiter überwiegen die Stimmen, die den Wiederaufbau der zerstörten Regionen als weltweites Konjunkturprogramm feiern. Ein Trugschluss, wie die nächsten Wochen schon zeigen werden. Die Auswirkungen der Atomkatastrophe werden eine weltweite Wirtschaftskrise verursachen, die in ihrer Größe und Auswirkung noch nicht abzusehen ist. Sicher ist nur, dass sie kommt.

Japan wird zuerst davon betroffen sein. Die Region um Fukushima ist verstrahlt und wird nicht wieder aufgebaut. Die Vermögenswerte (Immobilien, Fabriken, usw.) dort sind endgültig verloren. Die Existenzgrundlage vieler Menschen ist zerstört. Daraus ergeben sich riesige Zahlungsausfälle bei den Banken. Die Banken wird – wieder einmal – der Staat mit Milliardenhilfen retten (Financial Times Deutschland, 07.04.2011), aber wer unterstützt die Menschen? Üblicherweise folgen großartigen Ankündigungen seitens der Politiker keine Taten (siehe New Orleans). Japan wird nicht anders verfahren. Die Menschen bleiben sich alleine überlassen. Die Folge: Massiver Rückgang der Sparquote, Auflösung von Sparguthaben. Der japanische Staat verliert seinen Rückhalt in der Bevölkerung.

Die japanische Autoindustrie rechnet damit, dass 5 Millionen Autos nicht gebaut werden. Dieser Produktionsausfall kostet die japanischen Autobauer täglich 200 Million US-Dollar (Studie Goldman Sachs). Die Auswirkungen sind weltweit zu spüren, Toyota muss z. B. in den USA die komplette Produktion einstellen (MANAGER MAGAZIN, 05.04.2011). Die deutschen Autobauer denken bereits über Kurzarbeit nach (MANAGER MAGAZIN, 30.03.2011). Andere Wirtschaftszweige zeigen sich auch betroffen.

Andere Industriezweige sind natürlich ebenfalls dauerhaft betroffen. Eine Erholung liegt in weiter Ferne. Wie schnell wieder halbwegs Normalisierung eintritt hängt von der weiteren Entwicklung der Atomkatastrophe ab. Es hängt von der Schadensbegrenzung ab, die aber nicht so richtig gelingt.

Die japanische Notenbank schätzt die wirtschaftliche Lage schlecht ein. Sie sieht „die japanische Wirtschaft wegen des Erdbebens unter erheblichem Abwärtsdruck, vor allem die Produktion“ (Financial Times Deutschland, 07.04.2011).

Produktionsausfälle bedeuten auch erhebliche Steuerausfälle. Zudem sind die Schäden aus der Atomkatastrophe bisher nicht abzuschätzen. Der Betreiber, soviel ist schon klar, wird dafür nicht aufkommen.

Die anstehenden Wertverluste alleine bei den Immobilien im Großraum Tokio werden so gewaltig sein, dass die too-big-to-fail-Banken Japans noch mehr staatliche Gelder benötigen, um das Desaster zu kaschieren. Japans Staatsverschuldung, bisher schon die höchste der Welt, wird weiter steigen. Wirklich keine rosigen Aussichten.

Die Weltwirtschaft steht vor verschärften Herausforderungen. So sieht es der Chef des weltgrößten Anleiheinvestors, PIMCO, eine Allianz-Tochter (Financial Times Deutschland, 31.03.2011). Er warnt davor, Parallelen zu der Erdbebenkatastrophe von Kobe 1995 zu ziehen. Dieses Ereignis sei mit dem heutigen Desaster aus Erdbeben, Tsunami und Atomunfall nicht zu vergleichen. Entscheidend seien die Folgen für Tokio, wo rund 40 % der japanischen Industrieproduktion angesiedelt sind. PIMCO erwartet außerdem, dass größere Summen japanischer Gelder aus dem Ausland abgezogen werden, um den Wiederaufbau zu finanzieren. Die Summen würden größer sein als die Märkte derzeit noch annehmen würden (HANDELSBLATT, 31.03.2011). Nach unseren Informationen werden die Kosten für den Wiederaufbau, ohne Fukushima, auf mittlerweile 320 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Vorläufig scheinen die Auswirkungen auf die weiter schwelende Finanzkrise noch äußerst gering. Die Börsen steigen weiter, die wirtschaftliche Entwicklung scheint robust. Glauben Sie uns, das ergibt keinen Sinn und wird schon sehr bald von der Realität eingeholt. Erst könnte es an den Börsen jedoch noch weiter nach oben gehen. Es ist einfach zuviel Liquidität vorhanden. Je höher es aber geht, um so tiefer wird der Aufschlag.

Die japanische Katastrophe wird den USA, Europa, China und den anderen aufstrebenden Schwellenländern die Luft abdrücken. Besonders die USA und Europa werden unter den Kapitalabflüssen nach Japan leiden. Die US-Staatsanleihen geraten in Gefahr, genauso die Euro-Rettung. Die USA stehen schon jetzt direkt am Abgrund, Europa durch die selbst verschuldete Dauerkrise der PIIGS-Staaten (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien) nur wenige Schritte davon entfernt. Das kann nicht gut gehen. Da hilft es nichts, wenn uns die Medien das Hirn mit positiven Nachrichten verkleistern, nach denen die Arbeitslosenraten wie ein Stein fallen und die Schornsteine rauchen. Aber kaum jemand interessiert sich dafür, wie die angeblich nicht mehr arbeitslosen Menschen ganz plötzlich aus der Statistik gerechnet werden. China zieht die Welt mit – nur die Aktienmärkte dort laufen nicht mehr mit. Der Konsum explodiert – angeblich. Zur Belohnung ist jetzt die Inflation da, hervorgerufen durch die Spekulationen bei Nahrungsmitteln und Energie. Nicht durch steigende Löhne, sondern durch steigende Kosten. Das ist schlecht. Daran wird der Wiederaufbau in Japan auch nichts ändern, eher sind wir vom Gegenteil überzeugt. Der Druck auf die Preise geht weiter. Die zusätzlich für den Wiederaufbau bereit gestellte Liquidation geht in die Spekulation, sonst nirgends, schliesslich werden dort hohe Gewinne erzielt, nicht bei dem Neuanfang in Japan.

Auf diese Entwicklungen und Aussichten haben die Politiker der Welt nur die eine Lösung: Sparen, noch mehr sparen. Ein völlig falscher Ansatz, wie wir schon seit dem 1930er Jahren längst wissen. Der damalige US-Finanzminister Andrew Mellon führte sein Land in die Große Depression: „Liquidieren Sie alles, Arbeiter, Aktien, Bauern und Immobilien.“ Den Schweizer Tagesanzeiger durchwehte am 01.04.2011 die Erleuchtung. Er titelte „Der weltweite Sparwahnsinn“: Der alte Kontinent Europa ist heftig vom Sparwahn infiziert. Der englische ECONOMIST nennt es gar eine Mischung aus „Verwirrung und Flop“. Man mutet den Griechen, Iren, Portugiesen und Spaniern Sparprogramme zu, die nicht nur unmenschlich sind, sondern auch höchst kontraproduktiv. ECONOMIST: „Die Sparpolitik wird das Wachstum beeinträchtigen“. Das wird die Schulden dieser Staaten noch unbezahlbarer machen und die Zinsen auf ihren Staatsanleihen noch weiter in die Höhe treiben. Das Resultat ist eine Abwärtsspirale. Den Technokraten in der EU und beim IWF sei Dank. Die USA stecken im gleichen Dilemma, aber sehr wahrscheinlich gehen deren Geschichtsbücher nur bis zum 2. Weltkrieg zurück.

Was wir jedoch augenblicklich noch als sehr viel gefährlicher einstufen ist die Tatsache, dass hinter der Fassade der Katastrophe in Japan und der Euro-Krise Amerikas Banken und Hedge-Fonds die Gift-Papiere wieder auferstehen lassen, die schon einmal zum Zusammenbruch führten, die Subprime Bonds. Mittlerweile erreichen die Anleihen auf wertlose US-Immobilienkredite ein neues Hoch. Die Rating-Agenturen loben erneut diesen Risiko-Müll. Obwohl der Wert der Häuser weiter ungebremst sinkt, haben sich die Preise für die Schrottanleihen in den letzten beiden Jahren verdoppelt. So also wollen diese Banken ihre Bilanzen bereinigen. Es ist die gleiche Sau, die durchs Dorf gejagt wird, nur dieses Mal bunt angemalt. Wegen der vielen Krisenherde auf der Welt schaut niemand hin. Am Ende sind diese Banken zu groß, um gerettet zu werden und es endet wie in Island, Irland, usw. Jedenfalls ist damit der Beweis für unsere frühere Aussage erbracht, dass es zu keinen echten Reformen des Finanzmarktes gekommen ist und das Finanz-Casino rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, geöffnet hat. Die Banken gehen noch größere Risiken ein, ohne Überwachung von Außen, und mit noch weniger Kontrollen innerhalb der Banken. Quellen: Financial Times Deutschland, 30.03.2011 und focus.de, 05.04.2011). Wir haben schon seit Monaten auf diese Entwicklung hingewiesen, bitte nachlesen.

Abschliessend möchten wir an dieser Stelle auf einen Artikel hinweisen, den der US-Ökonom Joseph E. Stiglitz am 06.04.2011 auf project-syndicate.org veröffentlicht hat. Die deutsche Übersetzung trägt den Titel „Glücksspiel mit dem Planeten“ und wird von uns als Ergänzung zu dieser Ausgabe mit versendet. Absolut lesenswert.


USA:

Die alternde Weltmacht Amerika ist mit knapper Not einer Etatkrise und damit einem Herzstillstand entgangen. Völlig irre das Ganze. Vernunft Mangelware. Der Präsident völlig überfordert, seine Berater schon im nächsten Präsidentschaftswahlkampf. Eine echte Lösung wurde nicht gefunden, das Problem nur um einige Wochen verschoben. Wir sind nicht sehr zuversichtlich, was die endgültige Lösung betrifft. Beiden Seiten fehlt offensichtlich Sachverstand und der Wille, wirklich etwas zu bewegen.

Präsident Obama, sein Finanzminister Geithner und die Republikaner verkaufen das Ende der Etatkrise als große Leistung. Genauso falsch, wie alle anderen Nachrichten, mit denen die US-Regierung in den vergangenen Tagen zu punkten versuchte.

Den Vogel abgeschossen hat die Nachricht, die „US-Regierung macht mit Bankenrettung Gewinn“ (Financial Times Deutschland, 31.03.2011) oder „Bankenrettung wird für Washington zu Cashcow“ (Wirtschaftsblatt.at, 30.03.2011). Wieder nur ein schönes Beispiel dafür, wie die europäische Presse die Dinge ungeprüft darstellt. Die Rede ist davon, dass ein Großteil der Milliardenhilfen von den Banken zurückgezahlt wird und das US-Finanzministerium einen Profit meldet. Um „sagenhafte“ 24 Milliarden US-Dollar geht es. Nur ignoriert diese Nachricht die gesamten Kosten, die sich nämlich auf 700 Milliarden US-Dollar mehr belaufen, als die angegebenen 240 Milliarden aus dem Sonderprogramm TARP (wir haben schon darüber berichtet). Sollte diese Gewinn-Zahl wirklich zutreffen, dann bleibt unter dem Strich immer noch ein Verlust von locker 676 Milliarden US-Dollar für das amerikanische Volk. Quelle: Huffington Post, 30.03.2011. Die deutschen Überschriften suggerieren etwas ganz anderes, oder?

Die Wahrheit über die amerikanischen Verhältnisse kommt – wieder einmal – von PIMCO, dem weltgrößten Anleihefonds. Der findet die USA „griechischer als Griechenland“ und bezweifelt, dass die USA ihr Schuldenproblem überhaupt lösen können. Er sagt eine „trügerische“ Abwertung des Dollar voraus und „Taschendiebstahl“ bei den Sparern. Dass sich die Länder mit Wachstum von Schulden befreien könnten, funktioniere nicht mehr. „Es gibt wie in einem Schneeballsystem keine Notwendigkeit, weitere Leichtgläubige zu finden. Die US-Notenbank wird die Schecks einfach selbst ausstellen. Hat es jemals ein dreisteres Schneeballsystem gegeben? Die US-Regierung wolle ihre Schulden weginflationieren. Würde die US-Regierung alle Verbindlichkeiten korrekt verbuchen, würde die Verschuldung bei fast 500 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen. Anmerkung von uns: Wir haben zuverlässige Informationen, dass das offizielle BIP um 30 % zu hoch angegeben wird, weshalb die 500 %-Marke locker genommen wird.

PIMCO nennt vier Möglichkeiten, einen Staatsbankrott zu verhindern, die für die Inhaber von US-Staatsanleihen (u. a. deutsche Lebensversicherer, Landesbanken, HRE) massive Verluste bedeuten würden: Die Schuldverschreibungen könnten schlicht für ungültig erklärt werden (Anmerkung von uns: Diese Möglichkeit prüfen gerade einige US-Bundesstaaten). Eine höhere Teuerung wird erlaubt, die die Schulden weginflationiert. Eine „trügerische“ Abwertung des Dollars, die schon im Gang sei. Die heimliche Geldentwertung durch die seit Monaten auf Niedrigstniveau liegenden Leitzinsen, die angesichts der herrschenden Inflation tatsächlich negativ seien. Quelle: pimco.com.

Wir erwarten, dass die Not so groß wird, dass alle Möglichkeiten durchgeführt werden. Möglicherweise die erste Methode nur auf Ebene der Bundesstaaten, was dann aber die deutschen Landesbanken und die Hypo Real Estate (HRE) umbringen wird. Die Inflationierung funktioniert auch längst, wie uns der Wal-Mart CEO Bill Simon berichtet (offizielle Quelle: USA TODAY). Unsere Freunde von der NIA erwarten zwingend ein weiteres US-Anleihen-Kaufprogramm QE3 (Nachricht vom 06.04.2011).

Mit den neuen Arbeitslosenzahlen der US-Regierung wollen wir uns nicht aufhalten. Die stimmen nicht und sind von uns schon hinreichend kommentiert worden, einfach noch einmal nachlesen.

Der Anstieg bei den Beziehern von Foods Stamps (Lebensmittelmarken) hat sich im Januar 2011 verlangsamt. Neues Allzeithoch sind jetzt 44,188 Millionen Menschen, Anstieg „nur“ 105 470 Bedürftige. Jedoch stieg die Zahl im Vergleich zum Januar 2010 um 4,756841 Millionen! Aktuell beziehen 14,2 % der US-Gesamtbevölkerung staatliche Lebensmittelhilfen. Die direkten Kosten, ohne Verwaltungsaufwand, dafür belaufen sich auf 5,869 Milliarden US-Dollar im Januar 2011. Im Gesamtjahr 2010 kumulierten sich die direkten Zuwendungen auf unglaubliche 66,764 Milliarden US-Dollar. Quelle: fns.usda.gov.


China:

Außer neuen Menschenrechtsverletzungen haben wir wenig gehört aus dem Reich der Mitte.

Aufschlussreiches zu China kam aber aus Afrika. Chinas Unternehmer industrialisieren den Kontinent. Wir haben schon früher davon berichtet, wie sich China fit macht für die Unwägbarkeiten in der Welt. Noch liegen die offiziellen chinesischen Investitionen (2 %) deutlich hinter denen der EU oder der USA (je 36 %). Die chinesischen Staatskonzerne gehen aber noch einen anderen Weg: Für die Förderung von Rohstoffen bauen sie im Gegenzug Infrastrukturen. Außerdem beteiligen sich chinesische Banken an afrikanischen. Rund 20 % aller chinesischen Investitionsvorhaben im Ausland liegen bereits in Afrika. Quellen: Global Witness, NZZ, 31.03.2011.

China arbeitet weiter an der Internationalisierung seiner Währung (Welt Online). Wir sehen hier aber noch keine nachhaltigen Bestrebungen, sich vom US-Dollar zu befreien. Wie auch, bei den Währungsreserven in US-Dollar.

Die Unruhen im Land gehen weiter. China bekommt die Nahrungsmittelpreise nicht in den Griff. Die Inflation veranschlagen wir bei 10 %.



Europa:

Portugal hat aufgegeben und schlüpft unter den EU-Rettungsschirm. Diese Entwicklung haben wir schon lange vorhergesagt. Das ist noch nicht das Ende. Spanien wird der nächste Kandidat, allen Gesundbetungen zum Trotz. Die Ahnungslosen haben sich schon gleich zu Wort gemeldet: „Domino-Effekt in der Euro-Zone nicht in Sicht“, schreibt die Financial Times Deutschland heute, am 08.04.2011. Das erinnert alles sehr an Griechenland und die Anfänge von Portugal. Jetzt wird dieses Land erst richtig kaputt gemacht. Wie stark muss die Angst davor sein, die Verluste der EU-Banken öffentlich machen zu müssen?

Wie sehen die Folgen der Rettung aus? Griechenland zahlt auf 2-jährige Euro-Bonds aktuell 16,04 % Zinsen, auf 5-jährige 14,47 % und auf 10jährige immer noch 12,72 %. Außerdem mittlerweile eine Arbeitslosenquote von 14,1 % vor der Rettung waren es 10,2 % (Quelle: Eurostat),. Wo soll das hinführen? Da bleibt nur der Bankrott. In Irland schießt das Defizit in die Höhe (Tagesanzeiger, 04.04.2011). Ganz logisch, haben wir schon früher erklärt: Wenn das BIP zurück geht und die Entwicklung der Schulden damit nicht Schritt hält, nimmt die Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP zu. Außerdem sind schon wieder 25 Milliarden nötig, um den irischen Banken beizuspringen. Nicht zum letzten Mal. Arbeitslosenquote hier 14,9 % (Quelle: Eurostat).

Die EZB hat in dieser Woche den Leitzins erhöht. Schon raschelt es im Blätterwald „EZB-Zinsschritt ist das richtige Signal“ (Financial Times Deutschland, 07.04.2011). Die Begründungen sind schlicht ein Witz: Inflation und Spekulation sollen bekämpft werden. Dazu hat die EZB zu einem alten deutschen Hausmittel gegriffen. Wird sich aber in der heutigen Zeit als wenig wirkungsvoll und eher krisenverschärfend erweisen. Zwischen den einzelnen Ökonomien in der Währungsunion besteht einfach keine harmonische Entwicklung, denn die Wachstumsraten der Mitgliedsländer variieren zwischen Rekordexpansion mit inflationären bis hin zur Rezession mit deflationären Tendenzen. Hinzu kommt eine weiter um sich greifende Krise um die ausstehenden Staatsschulden der Eurozonenländer. Die Schweizer Credit Suisse jedenfalls geht davon aus, dass die EZB einen geldpolitischen Fehler begangen hat.

Die Niederlande, immer wieder hoch gelobt für ihre wirtschaftlichen Verhältnisse, gehen neue Wege beim Sparen. Das Land trennt sich von seinen 60 Kampfpanzern, 19 modernen Kampfjets und 17 Kampf-Hubschrauber. Außerdem wird Militär-Personal eingespart. Quelle: Financial Times Deutschland, 08.04.2011. Das wird hoffentlich nicht weiter Schule machen, sonst hat die deutsche Rüstungsindustrie, immerhin die drittgrößte der Welt, doch noch ein Problem. Griechenland fällt ja schon bald als dankbarer Abnehmer aus.

Immerhin Hunderttausende haben in Großbritannien gegen das neue Sparpaket der Regierung demonstriert. Weitere Demos sollen folgen. Die englische Regierung ist nicht zu beneiden. Klare Ansage: Großbritannien ist arm und wird noch ärmer. Wir sind uns sicher, dass die Bevölkerung die Regierungspläne nicht mittragen wird. Unruhen sind vorprogrammiert, Straßenschlachten auch. Wir erwarten, dass dieser Funke früher oder später auf Kontinental-Europa überspringt.

Derweil verkauft das britische Verteidigungsministerium das einstige Prunkstück der Royal Navy, den Flugzeugträger „Ark Royal“, sicherheitshalber aber ohne Flugzeuge. Erst kürzlich fiel er überraschend den drastischen Sparmaßnahmen im Verteidigungshaushalt zum Opfer. Quelle: Süddeutsche, 31.03.2011. Für den Hafen von Dover hat Großbritannien noch keinen Käufer gefunden.


Deutschland:

Wir bleiben von der Katastrophe in Japan verschont. Sagen die führenden Wirtschaftsforscher in ihrem Frühjahrsgutachten. Außerdem bekommt Deutschland einen neuen Wachstumsmotor, die Binnennachfrage, im Volksmund auch Konsum genannt. Steigende Beschäftigung und Löhne sollen das möglich machen. Der Arbeitsmarkt befindet sich im Höhenrausch. Da fällt es schon nicht weiter auf, dass der GfK-Konsumklimaindex im März, entgegen der ursprünglichen Planung, nein es heißt Vorhersage, rückläufig ist. Schuld seien die steigenden Preise. Quellen: MANANGER MAGAZIN, 29.03.2011 und 07.04.2011, HANDELSBLATT, 30.03.2011, Financial Times Deutschland, 31.03.2011, 07.04.2011, und 08.04.2011.

Bei soviel tollen Nachrichten wollen wir dieses Mal nicht stören. Wir verweisen nur auf unsere bisherigen Statements zu den frohen Botschaften. Es dauert nicht mehr lange, bis die Einschläge genau in das deutsche Wirtschaftswunder-Herz treffen. Glauben die denn wirklich alle, dass Deutschland davonkommt ...

Deutschland träumt weiter.


Rohstoffe:

Wir wollen uns nicht wiederholen. Jedenfalls nicht so oft. Die Preise steigen weiter. Gold und Silber liegen weit vorne. Der Ölpreis geht Richtung 130 US-Dollar. Spielt natürlich bei der Berechnung der Inflation keine Rolle. Ein Ende dieser Entwicklung sehen wir nicht. Korrekturen sind natürlich möglich, bei Gold und Silber sogar wünschenswert. Trotzdem erwarten wir bei Silber, unserem Lieblingsmetall, in diesem Jahr noch 50 Dollar/Unze. Silber wird zwangsläufig in der Vermögenssicherung noch eine wichtige Rolle spielen. Gold könnte die 2.000 Dollar-Marke übersteigen.

In den USA wollen 13 Bundesstaaten Gold- und Silbermünzen als Zahlungsmittel einführen. Utah hat den Anfang gemacht.

Der Anteil von Gold und Silber am Vermögen der Menschen ist gering, zu gering. In Deutschland sind es, laut einer Studie, bei Silber gerade einmal 0,3 %. Die Nachfrage wird weiter steigen und auf einen ausgetrockneten Markt treffen. Die Folgen sind leicht einzuschätzen.

Die weitere Entwicklung der Finanzkrise, der Staatsschulden und der Katastrophe in Japan treiben die Nachfrage vor sich her.

Die Industrie hat begonnen, die Preissteigerungen bei den Rohstoffen an die Verbraucher weiter zu geben. Das MANAGER MAGAZIN nennt es am 30.03.2011 „Inflation in kleinen Tüten“. Die Industrie ändert die Verpackungsgrößen. Schrumpfen ist angesagt. Entweder schon gleich weniger Inhalt und höherer Preis, oder erst einmal weniger Inhalt zum gleichen Preis wie vorher. 30 % des Gesamtmarktes sollen bereits betroffen sein.

Diese Entwicklung kommt aus den USA zu uns. Dort müssen die Konzerne damit leben, dass Preiserhöhungen wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der geringen Einkommen nicht durchsetzbar sind. Also gibt es weniger fürs Geld.


Krisenvorsorge:

Die Lebensversicherungen sind in Deutschland fest in die Vermögensplanung einzementiert. Auch im vergangenen Jahr nahmen die Versicherer fast 179 Milliarden Euro Beiträge ein. Es ist offensichtlich schwer, die Risiken begreifbar zu machen. Nur ein Beispiel: Die Versicherer sind dominant in Staatsanleihen investiert, gerne auch in die der PIIGS-Staaten. Deren Kollaps führt auch zum Kollaps der Versicherungen. Sehr schnell gehen dann die Nominalwerte gegen Null. Das war es dann mit der tollen Zukunftssicherung.

Deshalb gilt: Die langfristige Bindung an kollektive Geldanlagen mit ungewissem Ausgang meiden, neben Kapitallebensversicherungen auch die geschlossenen Fonds und die meisten Immobilien. Einen großen Bogen um alles machen, was kompliziert ist (Zertifikate, offene Fonds).

Wer von nicht selbst genutzten Immobilien einfach nicht die Finger lassen will, dem empfehlen wir z. B. einen Artikel, der am 03.04.2011 unter der Überschrift „Häuser bleiben von Inflation nicht verschont“ im Schweizer Tagesanzeiger erschienen ist. Bietet einen kleinen Einstieg in die Materie. Sonst empfehlen wir Wikipedia zum Thema Währungsreform. Sehr hilfreich, um zu einer sinnvollen Entscheidung zu kommen. Gerne helfen auch wir.

Nachdrücklich: Staatsanleihen/Bundesschätzchen verkaufen, Sparbücher und Festgeldkonten auflösen, wenigstens stark reduzieren, Fondsanteile verkaufen, Lebensversicherungen nicht nur ruhend stellen, sondern auflösen und den Rückkaufswert auszahlen lassen, Bausparverträge, soweit möglich, auflösen. Die so gewonnene Liquidität unverzüglich krisensicher investieren. Die Ideen dazu haben wir.

Finger weg von Immobilien, Aktien, und, und, und. Alles nicht krisenfest. Die Angebote der Banken, Versicherungen, etc. taugen nichts. Das Sparverhalten muss sich rigoros ändern.

Alles muss auf den Prüfstand, auch bestehende Darlehens- und/oder Leasingverträge mit längeren Laufzeiten.

Je weniger jemand hat, umso mehr muss er sich schützen! Bei 90 % Vermögensverlust bleiben bei 5000 nur 500, bei 50.000 aber immer noch 5.000 Euro übrig. Außerdem gilt: Nur als Teil einer Gruppe kann die Vermögenssicherung durch sinnvolle Verteilung auf unterschiedliche Anlageformen optimal erreicht werden. Einzelkämpfer haben nur äußerst geringe Überlebenschancen.