Montag, 23. Mai 2011

Standpunkt, Ausgabe 20: Griechenland, USA, China, Europa, Deutschland, Krisenvorsorge


Nachlese:

Wir bleiben dabei, vor unserer aller Augen entwickelt sich ein Finanzkollaps, eine weltweite Mega-Krise, ein Super-GAU. Die Zeichen der Finanzkrise 2008 wurden nicht verstanden, klein geredet, übergangen, beschönigt, verschwiegen. „Business as usual“ eben. Die unsinnige „alternativlose“ Bankenrettung in den USA und Europa fordert längst ihre „staatlichen“ Opfer. Daneben entstehen ständig neue lokale Krisenherde, deren Auswirkungen auf das große Ganze erheblich sein werden, bisher aber noch gar nicht eingewertet wurden. Viele unserer Leser ignorieren diese bedeutsamen Ereignisse, sie stecken schlicht und einfach den Kopf in den Sand und werden deshalb in naher Zukunft mit den Zähnen knirschen.

Das Welt-Finanzsystem ist totsterbenskrank, ohne Aussicht auf Heilung. Den Verantwortlichen geht es nur noch darum, diesen Zustand so lange wie möglich zu verschweigen, um eine Panik zu vermeiden. Die Welt befindet sich in der Insolvenz, eingeleitet durch einen hochkriminellen, betrügerischen Bankrott im Welt-Finanzsystem, für den sich – anders als in der realen Wirtschaft - niemand verantworten muss. Davon sind wir fest überzeugt.

Die Preisentwicklung bei Silber ist vor dem Hintergrund einer massiven Manipulation zu sehen. Sonst nichts. Es wird alles dafür getan, Silber als Vermögensschutz zu diskreditieren. Augenblicklich mit einem gewissen Erfolg, wie uns die Reaktionen unserer Leser zeigen: Die Stimmung ist mies. Hier leisten viele Medien „gute“ Arbeit. In diesem Theater können wir nicht mehr ausschliessen, dass der Preis sogar noch einmal auf 25$/Unze, oder knapp darunter, fällt. Dann wäre Silber nicht mehr nur „saubillig“, wie wir am 08.05.2011 geschrieben haben, sondern geradezu „irre billig“. Das ist aber nichts für schwache Nerven. 
 
Unsere Exklusiv-Nachricht vom 23.03.2011 (Ausgabe 15-16) zu Fukushima wird mittlerweile bestätigt. Neue Meldungen in den letzten Tagen zitieren aus einem Untersuchungsbericht des AKW-Betreibers Tepco, nach dem „die Brennstäbe im Reaktor 1 offenbar schon 16 Stunden nach dem Riesenbeben am 11. März zum größten Teil geschmolzen sind“. In zwei weiteren Fukushima-Reaktoren läuft die Kernschmelze bereits oder steht unmittelbar bevor (Quelle: THE TELEGRAPH/UK, 17.05.2011). Außerdem wird ständig radioaktiv verseuchtes Wasser entdeckt, ein dramatischer Anstieg der Strahlungswerte gemeldet, oder auch die Evakuierungszone erweitert. Nicht zu vergessen, dass weitere (nicht erdbebensichere) AKW’s aus Angst vor neuen, starken Erdbeben vorsorglich abgeschaltet werden. Quellen: Handelsblatt, FAZ.

Wie reagiert Brüssel auf diese neueste Entwicklung? Ganz einfach: Der ursprünglich geplante strenge Stress-Test für alle europäischen Atomreaktoren wird abgeblasen. Verantwortlich dafür: Die Atomlobby und EU-Kommisar Günther Oettinger. Jetzt genügt ein Bericht der Betreiber zu möglichen Gefahren. Quelle: Süddeutsche, 04.05.2011. Die Grünen schauen tatenlos zu.

Jetzt wird die Inflation auch noch mit einer uralten Lehrmeinung klein geredet, die längst in der Mottenkiste verschwunden war. Die US-Notenbank stuft die Inflationsgefahr in Amerika als gering ein. Der Präsident der FED von San Francisco, John Williams erklärte, dass „die nur langsame Zunahme der Gehälter die Preisbeschleunigung abmildere“. Die USA steuere nicht auf eine rasante Inflation zu. Die Inflation erreiche zur Jahresmitte ihren Höhepunkt und werde dann wieder zurückgehen. Quelle: Handelsblatt, 05.05.2011. Das ist Quatsch, es ist längst widerlegt, dass Lohnsteigerungen für die Inflation verantwortlich sind. Die US-Presse ist in ihrer Einschätzung sehr viel weiter und kommt allgemein zu dem Ergebnis: Inflation is back (Quelle: Bloomberg, 01.05.2011). Hier gilt: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

Ebenfalls immer noch sehr kontrovers diskutieren die Leser unsere Aussage, die Schweiz sei ein einziger Hedge-Fonds. Zitieren wir hierzu aus dem Anlagekommentar Nr. 256 der Privatbank Wegelin & Co. vom 05.05.2008. Dort heißt es auf Seite 3 links unten: „So weist die Grossbank UBS (…), nominell betrachtet, das heisst gemessen an den nicht um irgendwelche Risikofaktoren bereinigten Bilanzpositionen, einen Verschuldungsgrad von etwa 50 auf. Den Aktiven von fast 2300 Milliarden Schweizerfranken stehen Eigenmittel in der Höhe von 42.5 Milliarden oder 1.9 Prozent gegenüber (Stand 2007). Das ist wenig (…).“ Die UBS hatte also bereits vor der „unvorhersehbaren“ Finanzkrise eine unterirdisch schlechte Eigenkapitalquote. Wen dieses Thema interessiert, der sollte Ausgabe 5 und 12 unserer Publikation lesen.


Grundsätzliches:

Die Quellenangaben sind gestrafft. Wir haben eigene Quellen, die wir aus verschiedenen Gründen nicht nennen wollen. Dafür bitten wir um Verständnis. Diese Quellen sichern uns einen entscheidenden Wissensvorsprung, den wir auch in der vorliegenden Ausgabe wieder nutzen.

Wir stellen nur echte, belastbare Informationen bereit, die wir allgemein verständlich kommentieren.

Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass die folgenden Äußerungen unsere persönliche Bewertung wiedergeben, die wir mit großer Sorgfalt erarbeitet haben.

Wer sich nicht regelmäßig mit Wirtschaft & Politik und deren Folgen auf die persönlichen Lebensumstände beschäftigt, bzw. beschäftigen kann, sollte sich für die folgenden Seiten unbedingt Zeit nehmen. Der Nutzen ist enorm und wächst mit jeder weiteren Ausgabe, die wir regelmäßig, kostenlos und ohne jede Verpflichtung, bereitstellen.

Denken Sie aber bitte auch daran, diese Informationen Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen, etc., etc., zugänglich zu machen. Die Ereignisse erfordern Hintergrundwissen und machen Denkanstöße zwingend notwendig.

Nutzen Sie unsere Erfahrung für Ihre Entscheidungen. Vertrauen Sie nicht länger den Politikern, Ökonomen, den Mainstream-Wirtschaftsjournalisten oder gar Bankern. Nur Letztere wissen was sie tun, nie haben sie dabei jedoch die Interessen ihrer Kunden im Blick, ausschliesslich ihre eigenen.

Nehmen Sie endlich die Scheuklappen herunter, Sie werden sofort eine bessere Sicht auf das Wesentliche haben. Ignorieren Sie nicht länger die Fakten und handeln Sie, die Zeit drängt!

Für Rückfragen, Anregungen, Kommentare, persönliche Beratungen, unsere Email-Adresse: benner-kemmer@web.de.


Top-Thema: Griechenland – Umschuldung oder was? Oder: „Wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr.“

Die überraschende Festnahme des Franzosen Dominique Strauss-Kahn, Chef des IWF, am vergangenen Samstag, 14.05.2011, durch die New Yorker Polizei, bedeutet eine massive Verschärfung des Währungskrieges gegen den Euro. Um nichts anderes geht es: Die Amerikaner müssen mit allen Mitteln den Euro schwächen, damit der Dollar weiter unangefochten seinen Status als Welt-Reservewährung behält und so von der US-Regierung und der privaten US-Notenbank Fed die Pleite Amerikas noch für längere Zeit verschleiert werden kann. Dafür ist jedes Mittel recht. Nach unserer Überzeugung wurde Dominique Strauss-Kahn eine Falle gestellt.

Obwohl wir schon regelmäßig die Situation der Euro-Zone kommentieren, nehmen wir dieses Ereignis zum Anlass, uns an den aktuellen Diskussionen über die Krise Griechenlands zu beteiligen.

Noch einmal: Die USA, unterstützt von Großbritannien, führen einen Währungskrieg gegen den Euro! Gäbe es diesen Währungskrieg nicht, der Euro hätte das Zeug zur Reservewährung, könnte mittelfristig den US-Dollar sogar ersetzen. Daran hat Amerika natürlich kein Interesse. Nach nur 10 Jahren EWU werden schon 30 % der weltweiten Devisenreserven in Euro gehalten. Zum Vergleich: Dollar 60 %, Yen, Pfund-Sterling, Schweizer Franken, andere 10 % (Quelle: ZEIT, 05.05.2011). Beweis für die international anerkannte Stärke des Euro. Nur zu Hause, in Europa, gilt die Währung offensichtlich nichts.

Die EU ist eine Wirtschaftsmacht, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), die weltweite Nummer 1 – vor den USA und sehr weit vor China. Beste Voraussetzungen, eine entsprechende Rolle in der Welt zu spielen. Das funktioniert aber nur, wenn endlich der Europäischen Währungsunion (EWU), der Euro-Zone, eine echte politische Union, nennen wir es symbolisch die „Vereinigten Staaten von Europa“ folgen würde. Daran haben viele der EU-Mitgliedsländer kein Interesse. Die verantwortlichen Politiker können oder wollen die Zeichen der Zeit nicht erkennen. Deshalb ist es bisher ein leichtes Spiel für die USA und ihre Verbündeten gewesen, den Euro mit Hilfe ihrer Banken, Hedge-Fonds, Rating-Agenturen, usw., in einer konzertierten, besser noch konzentrierten, Aktion schon seit Monaten so stark unter Druck zu setzen. Logisch, dass die Angriffe sich zuerst gegen die schwächsten Glieder der Euro-Kette richten, die sogenannten PIGS-Staaten (Portugal, Irland, Griechenland, Spanien).

Es ist ein offenes Geheimnis: Der IWF stand viele Jahre den USA bei der Durchsetzung ihrer weltweiten Interessen immer treu zur Seite. Möglich, dass diese Nibelungentreue von Strauss-Kahn in den letzten Monaten aufgeweicht wurde. Der renommierte US-Ökonom Joseph E. Stiglitz nennt das am 05.05.2011 in einem Artikel „Die Kehrtwende des IWF“ (Quelle: www.project-syndicate.org): „Unter der Führung von Dominique Strauss-Kahn scheint allmählich und kaum merklich ein neuer IWF entstanden zu sein.“ Am Schluß heißt es dort: „Strauss-Kahn erweist sich als kluger Führer des IWF. Wir können nur hoffen, dass Regierungen und Finanzmärkte seine Worte beherzigen.“ Soweit Stiglitz.

Nach unserer Auffassung ist der IWF aber nicht der geeignete Partner für die EU, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Schliesslich hat diese Organisation bisher bei allen Krisen in der Welt die Schwierigkeiten in den betroffenen Ländern höchstens verschärft, nie gelöst. Nutznießer dieser Politik waren aber immer – oh Wunder - die USA.

Der Einstieg des IWF in die Rettungsaktionen für die PIGS-Staaten diente wieder einmal den amerikanischen Interessen und wurde anfangs von den USA massiv unterstützt. Lassen wir Mr. Dax, Dirk Müller, diese Sache für uns kommentieren: „Es ist ausgemachter Irrsinn, die Amerikaner in die europäische Region mit hineinregieren zu lassen. Der IWF ist bekanntlich der verlängerte Arm der USA, und die hatten schon immer ein geringes Interesse an einem starken und einigen Europa.“ (Quelle: Handelsblatt, 21.04.2010).

Strauss-Kahn hat mittlerweile die schlechten Absichten der USA durchschaut und sich mehr und mehr auf die Seite der Europäer geschlagen. Dem konnten die Amerikaner nicht tatenlos zusehen.

Fakt ist, dass die Verhaftung von Strauss-Kahn, wenige Stunden vor wichtigen Gesprächen in Europa, die Situation für die USA und den Dollar erst einmal wieder entspannt hat. Sein Stellvertreter im IWF, der Amerikaner(!) John Lipsky, Ex-Chef-Ökonom der US-Bank JP Morgan, ist nicht gerade als Macher bekannt.

Die USA wünschen sich für Griechenland eine Umschuldung. Quasi als Einstieg. Die Folgen einer solchen Umschuldung sind bekannt, Argentinien läßt grüßen. Das würde die gesamte EU in Mark und Bein treffen. Genau darauf baut Amerika. Irland, Portugal, Spanien, usw., sollen folgen. „USA fordern den Insolvenzverwalter“ titelte das MANAGER-MAGAZIN am 09.05.2011. In dem Artikel werden viele Befürworter eines Schuldenschnitts zitiert, Roubini ist der prominenteste, der heute noch davon lebt, die Finanzkrise vorher gesagt zu haben (Anmerkung: Das haben Andere auch, wir sogar noch vor Roubini). An neuen, richtigen Einschätzungen tut sich der Mann aber schwer. Jedenfalls hätte ein Schuldenschnitt in den PIGS-Staaten für die USA den besonderen Charme, irgendwann in der Zukunft gegenüber der restlichen Welt selbst einen solchen Schritt für die eigenen Schulden vorzuschlagen. Ein Schuft, wer dabei Böses denkt.

Niemand kann noch ernsthaft daran zweifeln: „Amerikas Schulden sind größer als die Griechenlands“ (Prof. Laurence Kotlikoff, Boston University, in der FAZ, 09.05.2011). „Die europäische Schuldenkrise sorgt für Schlagzeilen. Sie verdrängen die dramatische Entwicklung der amerikanischen Finanzlage.“ Er erklärt, „die USA seien im Prinzip zahlungsunfähig“ und „die Verbindlichkeiten seien viel zu groß, um in langer Sicht erfüllt werden zu können.“ Da ist es doch nur noch ein schlechter Witz, dass die USA kürzlich von der Ratingagentur Standard & Poor’s lediglich verwarnt wurde, wo anderseits Griechenland schon im April 2010, trotz angekündigter EU/IWF-Rettung, auf Ramsch-Niveau herunter gestuft wurde. In Gesellschaft mit Panama, Kolumbien und Ägypten. Der Ökonom Paul Krugman von der NEW YORK TIMES nennt das System der Ratingagenturen zur gleichen Zeit „zutiefst korrupt“. Die Ratingagenturen sind den Interessen der USA stets zu Diensten. So ist es auch kein Zufall, dass die Bonität der PIGS-Staaten immer dann herunter gestuft wird, wenn die Krise in den USA wieder einmal international mehr Beachtung findet.

Innerhalb Europas haben die USA viele Unterstützer. Die Blutsbrüder aus Großbritannien (selbst schon über-bankrott), die Freunde aus Italien (von denen jetzt einer Chef der EZB werden darf), oder auch die sehr Willigen aus Polen. Deutschland zählen wir ebenfalls dazu. Hier besonders die deutschen Professoren und Kommentatoren, die entweder unbedingt die Griechen aus der Euro-Zone werfen wollen (Ifo-Chef Sinn), nur zu deren Vorteil versteht sich, oder einer Umschuldung das Wort reden. Klappt das nicht, dann soll eben Deutschland aus der EWU austreten (Starbatty, Nölling), oder mit anderen Ländern eine neue Gemeinschaftswährung, den Nord-Euro, gründen (Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel). Die WELT titelt am 10.05.2011 sinnig „Ifo-Chef sieht drei Wege aus griechischer Krise“: Neben dem oben bereits zitierten Austritt nennt Sinn noch die Variante der Transferunion, die für ihn aber „keine Lösung sei“. Für ihn ist aber eine „Sozialisierung der Schulden“ gleichzeitig „das Ende von Europa“. Außerdem die „sogenannte interne Abwertung“. Nach seiner Einschätzung „geht das nicht, dann zerbricht das Land“. Bleibt wieder nur der Austritt übrig, der Sinn’sche „Running Gag“ eben. Nichts Neues also. Starbatty und Nölling sind starrköpfige alte Männer, ohne irgendeinen Hang zur Altersweisheit. Henkel und Sinn suchen die Öffentlichkeit, denen geht es nur um Werbung in eigener Sache.

Diese Vorschläge begründen sich alle auf der großen Griechenland-Lüge und sehr, sehr oberflächlichen Analysen. Ständig wird medienwirksam behauptet, Griechenland habe sich die Aufnahme in die Euro-Zone mit geschönten Zahlen „erschummelt“. Diese Behauptung ist schlicht falsch. Allen Beteiligten, auch der damaligen Bundesregierung und ihren ratgebenden Ökonomen, war im Jahr 2000 klar, dass Griechenland die strengen Auflagen nicht erfüllt. Trotz tatkräftiger Hilfe der Spezialisten von Goldman Sachs. Damals war es jedoch politisch gewollt, dass Griechenland aufgenommen wird. Deshalb wurden die korrekten Zahlen der griechischen Nationalbank geflissentlich übersehen. Stattdessen wurden die nachweislichen Anstrengungen der griechischen Regierung zur Konsolidierung des Haushalts positiv bewertet. Der Erfolg dieser Anstrengungen bestätigte der IWF in einem Bericht aus dem November 2001. Früher noch, Anfang Mai 2000, stellte die EU-Kommission ein positives Zeugnis für die Aufnahme Griechenlands in die Euro-Zone aus (Quelle: Berliner Zeitung, 19.05.2000). Erst später, im Jahre 2004, wurden die manipulierten Zahlen Griechenlands dann aufgebauscht und als große Überraschung dargestellt, z. B. bei stern.de, 15.11.2004. Geschummelt haben Kommission und IWF bei der Bewertung Griechenlands als Kandidat für die Aufnahme in die Euro-Zone.

Die EU-Industrieländer, wie Deutschland, nutzen Griechenland schon seit vielen Jahren gerne als brauchbaren Absatzmarkt für ihre Produkte, z. B. Rüstungsgüter, die mit weiter steigenden Schulden bezahlt werden. Die dauerhaften Strukturprobleme in der griechischen Wirtschaft waren spätestens seit der Aufnahme des Landes in die EU bekannt und früher absolut kein Grund zur Besorgnis. Mit dieser Situation hätten Griechenland und Europa noch jahrelang gut leben können. Was Griechenland überhaupt erst aus dem Tritt gebracht hat, war die EU-weit beschlossene Zwangs-Bankenrettung nach der Lehman-Pleite 2008. Diese Aktion überforderte Griechenland, wie übrigens auch Irland, Portugal, Spanien, usw. Schlagartig erhöhte sich dadurch das Defizit.

Die Rettungsmaßnahmen der EU und des IWF sind hinlänglich bekannt, die Folgen auch: Industrieproduktion, Steueraufkommen, Konsum brechen ein. Kurz, Griechenland spart sich kaputt. Nur logisch, dass sich dann auch zwangsläufig die Defizitquote weiter erhöht. Außerdem die Arbeitslosenquote. Weil die Sparmaßnahmen nicht reichen, werden die Forderungen von EU/IWF immer radikaler. „Griechenland startet Ausverkauf“ (Quelle: Handelsblatt, 15.05.2011). Offensichtlich erinnert sich niemand mehr an die Privatisierungsorgie in Großbritannien zu Zeiten von Maggie Thatcher. Anfangs als Erfolg gefeiert, später als kapitaler Fehler erkannt. Wiederholt sich Geschichte etwa doch?

Täglich, so scheint es, nimmt die Zahl derer zu, die für Griechenland eine Umschuldung empfehlen, bei der die Gläubiger auf Teile ihrer Forderungen verzichten sollen. Wie absurd diese Idee eigentlich ist, läßt sich an Hand der Argentinien-Krise ab 1998 sehr gut nachvollziehen. Der IWF erzwang Reformen, die das Land überhaupt erst so richtig in Schwierigkeiten brachte. Privatisierung und Sparprogramme führten beinahe zum totalen Zusammenbruch. 2001 gehörten 90 % der Banken und 40 % der Industrie ausländischen Unternehmen, vorzugsweise aus Spanien und den USA. Bis heute hat sich Argentinien davon nicht mehr erholt (Beispiel: Inflation bei über 30 %). Wer glaubt ernsthaft, dass es Griechenland besser ergehen wird?

Warum geht für Griechenland nicht was für Lettland, Rumänien, Ungarn geht? Alles Länder, die ohne günstige Kredite der EU (Zinsen 3,125 – 3,375 %) und des IWF (Zinsen sogar nur läppische 2,11 – 2,67 %) längst bankrott wären. Griechenland muss mindestens 6,5 % Zinsen zahlen. Verrückt, oder? Aber die Antwort ist für uns einfach: Diese 3 Länder sind Gegner einer stärkeren politischen Einheit Europas. Übrigens, Lettland wurde ebenfalls schon kaputtgespart, es redet nur niemand darüber. Arbeitslosenquote 27 %, jeder 2. junge Mensch ist arbeitslos.

Europa muß endlich seine Hausaufgaben machen. Der „dumme Pakt“ von Maastricht (so der damalige EU-Kommissionspräsident Prodi) ist Murks! Es ist reine Illusion zu glauben, eine gemeinsame Währung funktioniert ohne eine gemeinsame Fiskal- und Wirtschaftspolitik. Dieser Geburtsfehler war den Gründervätern der EU-Gemeinschaftswährung bewußt und wurde zu Gunsten der wirtschaftlichen Vorteile gerne in Kauf genommen (der Franzose Delors steht heute noch dazu, nicht aber der damalige deutsche Finanzminister Theo Waigel).

Natürlich konnte 1991/92 noch niemand etwas von den späteren Entwicklungen ahnen, die zur Finanzkrise 2008 geführt haben. Die europäischen Politiker täten gut daran, jetzt endlich die Zeichen der Zeit richtig zu deuten, statt weiter zu taktieren und mit immer neuen unverantwortlichen Forderungen (schon früh erkannt: Manfred Lahnstein am 28.04.2010 in der ZEIT) die Euro-Zone und die EU aufs Spiel zu setzen. Oder behält der Schweizer Vermögensverwalter Felix Zulauf doch recht, der in der Vergangenheit immer wieder die „Zweitklassigkeit“ zahlreicher Politiker angeprangerte (Quelle: HANDELSBLATT, 28.10.2009)?

Alt-Kanzler Helmut Schmidt hat das Problem kürzlich auf den Punkt gebracht: „Wir haben keine Euro-Krise, sondern eine Krise der Europäischen Union“ (Quelle: „… aber die Währung ist gut“, ZEIT, 05.05.2011). Ein unbedingt lesenswerter Artikel, sachlich und differenziert. Außerdem die Meinung des Philosophen Jürgen Habermas, auf den sich Schmidt bezieht, der am 07.04.2011 unter dem Titel „Merkels von Demoskopie geleiteter Opportunismus“ unter sueddeutsche.de nachzulesen ist. Ebenfalls zu empfehlen: „Die fünf größten Irrtümer der Euro-Gegner“ von Ch. Teevs, SPIEGELONLINE, 13.05.2011. Vereinzelte Artikel im HANDELSBLATT, der WIRTSCHAFTSWOCHE, FAZ, FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND, usw., gehen in die gleiche Richtung. Es regt sich endlich Widerstand gegen den Mist, der sonst so kursiert. In der BILD-Zeitung haben wir vergleichbares (noch) nicht gefunden!

Wirtschaftlich ist Europa die stärkste Region in der Welt. Politisch aber schwach, sehr schwach. Europa ist ein Elefant, der sich vor der Maus USA fürchtet.

Europaskeptische Politiker, angeführt von Angela Merkel, lassen es zu, dass die Amerikaner uns fertig machen. Es sind die Totengräber Europas.

Gerade bei Angela Merkel fällt uns auf: Fehlender wirtschaftlicher Sachverstand paart sich mit übelsten, populistischen Stammtischparolen. So darf der politische Führer eines für Europa so wichtigen Landes nicht auftreten, egal bei welcher Gelegenheit. Das ist beschämend. Wie eingangs schon gesagt: „Wer solche Freunde hat …“

Von dem bekannten Wirtschaftsjournalisten Heinz Brestel (1922 – 2009) aus der Schweiz, viele Jahre für die FAZ tätig, stammt die Empfehlung:

Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat für Geld zu arbeiten“.

Den Politikern in Berlin möchten wir dringend empfehlen, im Zusammenhang mit der Euro-Krise, diesen Ausspruch zu beherzigen.


USA:

An dieser Stelle fassen wir uns kurz, alles Wesentliche dazu haben wir heute bereits gesagt. Zur wirtschaftlichen Verfassung des Landes verweisen wir auf unsere Kommentare in den bisher erschienenen 19 Ausgaben und unserer Jahresvorausschau für 2011.

Das Land hat für uns mittlerweile etwas von der Dekadenz des römischen Reiches in den letzten Jahren seines Untergangs. Das „Yes, we can“ des Friedensnobelpreisträger-Präsidenten Obama bekommt auf einmal eine ganz neue Bedeutung.

Die USA haben die Schuldengrenze gerissen. In den kommenden Wochen helfen Amerika nur Taschenspielertricks, um die Zahlungsfähigkeit weiter aufrecht zu halten. Für Finanzminister Geithner kein Grund zur Besorgnis. Auch die Verwarnung durch die Ratingagentur Standard & Poor’s läßt ihn kalt. Schliesslich wird er schon im Februar 2010 von dem US-Fernsehsender ABC mit dem Spruch zitiert „USA werden niemals Triple-A-Status verlieren“.

Hilfreich für die Politiker hinter dem großen Teich wäre wirklich ein Blick in die eigene Geschichte. Passiert noch nicht. Stellvertretend haben wir das übernommen und eine Stelle aus der ersten Rede von Franklin Delano Roosevelt als 32. Präsident der USA gefunden, die er am 4. März 1993, mitten in der Großen Depression, gehalten hat. Hier der Wortlaut:

Wir brauchen eine strenge Aufsicht des ganzen Bankwesens, der Kredite und der Institutionen, so daß die Spekulation mit dem Geld anderer ein Ende hat und wir brauchen Vorkehrungen für eine adäquate und solide Währung. (…) Die Maßnahmen der Wiederherstellung hängen davon ab, in welchem Maße wir soziale Werte anwenden, die edler sind als monetärer Profit. (…) Die Wiederherstellung jedoch verlangt mehr als nur eine veränderte Ethik. Diese Nation fordert Taten und sofortige Taten. Unsere größte Hauptaufgabe ist es, die Menschen in Arbeit zu bringen.“

Let’s go, Mr. President!


China:

Keine neuen Nachrichten. Wenigstens nichts, was wir in den vergangenen Wochen nicht schon thematisiert hätten.

Viele Ökonomen und eine Reihe westlicher Manager glauben, China entwickele sich innerhalb der nächsten Dekade zum wirtschaftlichen und politischen Machtzentrum in der Welt. Daran glauben wir nicht. Das Land ist riesig und hat deshalb auch längst riesige Probleme, die bei dieser Einschätzung noch keine Rolle spielen. Vielmehr gehen wir von folgendem Szenario aus: Nachdem das Krisenfinale stattgefunden hat, werden Amerika und Europa wieder wirtschaftlich und politisch zur Besinnung kommen und noch einmal ein westlich orientiertes System auf die Beine stellen. In diesem System werden China, Rußland und einige andere Schwellenländer aber starke Akzente setzen. Schliesslich benötigen Amerika und Europa Absatzmärkte. Zugegeben, die Chance für diese Entwicklung steht bestenfalls 50/50, aber die Hoffung stirbt bekanntlich zuletzt. Wir denken, Churchill behält recht und Amerika macht alles richtig, nachdem es erst einmal alles falsch gemacht hat. Andernfalls spielen die USA und Europa nach dem Krisenfinale in einigen Jahren keine große Rolle mehr. Aber auch dann sehen wir China noch nicht in einer Machtposition mit Alleinstellungsmerkmalen. Vielmehr erwarten wir für lange Jahre eine politisch unruhige, wirtschaftlich zerklüftete Welt mit wechselnden Machtzentren. Keine rosigen Zeiten, die dann auf uns zukommen.


Europa:

Die Wirtschaftsdaten des Stat. Bundesamtes für März 2011 liegen auf dem Tisch. Es ist amtlich: Neben dem Ungleichgewicht im Welthandel gibt es auch weiter gewaltige Verzerrungen innerhalb der EU/Europas. Verursacher ist – natürlich – das deutsche Aussenhandelsvolumen. Rund 60 % der deutschen Exporte gehen in die EU, 2/3 davon alleine in die Länder der Euro-Zone. In Länder außerhalb der EU gehen 40 % Anteil. Trotz ebenfalls steigender Importe generiert Deutschland im Handel mit Frankreich und den PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien) enorme Überschüsse. Zur Finanzierung dieser Überschüsse findet auch ein entsprechender Kapitalexport in diese Länder statt, was natürlich unmittelbar die Schulden weiter erhöht. Ein Irrsinn.

An diesen Überschüssen will Deutschland natürlich nicht rütteln, deshalb sollen die betroffenen Länder bei den öffentlichen Ausgaben „den Gürtel enger schnallen“, statt durch eine Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit die Exporte nachhaltig zu steigern und so das Ungleichgewicht zu reduzieren. Deutschlands Handelsbilanzüberschüsse gegenüber der EU werden dann geringer, der einzig richtige Weg. Solange Deutschland keinen Ausgleich im Handel mit den Nicht-EU-Ländern findet, werden Politik und Wirtschaft diese Lösung boykottieren.

Der bereits zitierte Schweizer Vermögensverwalter Felix Zulauf glaubt, dass der Euro auseinanderbricht. Er erwartet nach Spanien den Angriff auf Italien. Für diesen Fall erwartet er „für die kommenden Jahre, auch für Deutschland: Steuererhöhungen, Kürzung von Leistungsversprechen, damit sinkende Kaufkraft.“ Quelle: HANDELSBLATT, 14.05.2011. Wer dann nicht vorgesorgt hat, kann nur noch, quer durch alle Konfessionen, um göttlichen Beistand beten.

Das Rettungspaket für Portugal steht. Nur zu welchem Preis? 5,5 – 6 % Zinsen werden aufgerufen (Quelle: FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND, 11.05.2011). Wir erinnern uns, Lettland, Rumänien, Ungarn zahlen nur die Hälfte. Kein Kommentar. Der IWF sieht für Europa in der Schuldenkrise das größte Risiko und rät dringend, die „Integration im Finanz- und Wirtschaftsbereich voranzutreiben“ (Quelle: NEUE ZÜRICHER ZEITUNG, 12.05.2011). Diese Aussage trägt offensichtlich noch die Handschrift von Strauss-Kahn.

Europa kämpft mit schwachen Einzelhandelsumsätzen. Natürlich sind Portugal, Irland, Griechenland, Spanien am stärksten betroffen. Aber sogar Dänemark und Deutschland bleiben nicht verschont. Noch immer keinen XXL-Aufschwung im deutschen Einzelhandel. Anders in Frankreich, Luxemburg, Polen, hier ging es aufwärts. Quelle: Eurostat. Hoffentlich lesen Brüderle, Sinn, usw., diese Zahlen.


Deutschland:

Neuigkeiten zum Jobwunder in Deutschland. ThyssenKrupp will 35.000 Stellen streichen (Quelle: TAGES-ANZEIGER/CH, 06.05.2011). Da bleibt von den 70.000 neuen Stellen, die die deutsche Industrie schaffen will, unterm Strich schon nur noch die Hälfte übrig. Durch diese Nachricht angestachelt, haben wir in unserem Archiv recherchiert, um das deutsche Job-Wunder zu relativieren. Wir sind fündig geworden.

Am 27.05.2008 veröffentlichte RP ONLINE unter der Überschrift „Forscher: Arbeitslosenzahlen manipuliert“ das Ergebnis einer Untersuchung am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Danach sind 1,5 Millionen Arbeitslose von der Statistik nicht erfaßt. „Da wird in der Tat an der Statistik-Schraube gedreht“, so der Leiter des Instituts, Joachim Möller. Zähle man alles zusammen, „kommt man in Deutschland auf gut 5 Millionen Menschen, die gerne arbeiten würden“. Diese Untersuchung belegt, wie wenig den offiziellen Zahlen zu trauen ist.

Warum sollte es bei den offiziellen Angaben zu den Staatsschulden anders sein? Die FAZ titelte bereits am 26.04.2010 „Der unsichtbare Schuldenberg“ und schreibt: „Ein Großteil der Rentenlasten und der Krankenkosten sind nicht gedeckt. (…) Der Staat macht Leistungsversprechen, die nicht durch künftige Einnahmen gedeckt sind. (…) Die Lücke weitet sich aus und ergibt über die Jahre einen gewaltigen Fehlbetrag. Das ist fiskalischer Kindesmissbrauch“ – so drastisch formuliert es der US-Ökonom Kotlikoff. „Allein die Beamtenpensionen bedeuten 800 bis 900 Milliarden Euro implizierte Staatsschuld für die Bundesländer“, so Raffelhüschen von der Uni Freiburg. Die Staatshaushalte „haben den größten Teil ihrer Schulden nicht in den Bilanzen“, so Kortikoff weiter. In Deutschland sind das immerhin mindestens 6 Billionen Euro. Zusammen mit den offiziellen 2 Billionen errechnet sich eine Summe von unglaublichen 8 Billionen (= 8.000 Milliarden) Euro implizierter Staatsschuld. Wer kommt dafür auf? Da reichen noch nicht einmal die aktuell rund 5 Billionen Vermögen aus, die bei den Deutschen durch eisernes Sparen auf der hohen Kante liegen.

Deshalb ist es auch nicht so weit hergeholt, wenn DER TAGESSPIEGEL am 27.04.2010 titelt „Heute Athen, morgen Berlin“ und prophezeit, „auch die Deutschen werden einmal vor der Staatspleite stehen“. Lassen wir an dieser Stelle den Wirtschaftsjournalisten Günter Ederer zu Wort kommen. Der hält in den nächsten Jahren einen Schuldenschnitt für immer wahrscheinlicher: „Rette sich wer kann“ (Quelle: Deutsche Welle, 12.05.2011). Schon einmal, 1923, vernichtete ein Staatsbankrott in Deutschland viele Vermögen und ebnete den Nationalsozialisten den Weg an die Macht. Wir müssen heute alles dafür tun, ähnliches zu verhindern.


Rohstoffe:

Die Zeichen stehen auf ein wenig Beruhigung. Gold und Silber sind einigermaßen unentschlossen, die Preise für Nahrung und Öl geben wieder etwas nach. Das Wichtigste dazu steht in unserer Kurz-Kolumne 19/1 vom 08.05.2011, dem haben wir vorläufig nichts hinzuzufügen.


Krisenvorsorge:

An dieser Stelle noch ein Bonmot von Heinz Brestel, Schweizer Wirtschaftsjournalist: „Die meisten Leute kommen nicht durch Spekulation zu Vermögen, sondern durch richtige Beobachtung langfristiger Trends.“. Eine treffende Aussage.

Für die immer noch große Zahl unserer banken- und obrigkeitsgläubiger Leser hier ein weiterer Beitrag aus unserem Archiv:

Deutschland hat heute die größten Bad Banks der Welt. Deutsche Banken waren Weltmeister im Täuschen und Tricksen. Deutsche Landesbanken erhöhten ihre Einsätze bei den Verbriefungswetten sogar noch um Milliardensummen, als die anderen bereits ausstiegen. Das war eine gigantische Veruntreuung von Staatsvermögen. Und noch immer verweigern die größten deutschen Banken bei gewaltigen Risikovolumen die Bewertung nach aktuellen Marktwerten. (…) Wir erleben in Deutschland ein Komplett-Versagen der Finanzpolitik und eine sträfliche Inkompetenz. (…) haben deutsche Finanzpolitiker ihren Landesbank-Managern erlaubt, dass sie Citibank spielen. Das war grob fahrlässig und (…) ein gigantischer Bilanzschwindel. (…) Heute sind die deutschen Rettungsinvestitionen für die Banken höher als die der Amerikaner – in absoluten Zahlen. (…) Die Kanzlerin versteht immer noch nichts von den Finanzmärkten (…). Sie faselt von internationalen Abkommen – wie immer, wenn man eine politische Entscheidung auf die lange Bank schieben will. (…) Sie redet von besserer Regulierung und fordert (…) sogar längere Übergangsfristen und Sonderregeln für deutsche Banken.“ Zitiert aus „Deutsche Banken waren Weltmeister im Tricksen“, HANDELSBLATT, 01.03.2010, ein Statement des Journalisten und Buchautors Leo Müller („Bank-Räuber – Wie kriminelle Manager und unfähige Politiker uns in den Ruin treiben“, Econ-Verlag).

Immer wieder warnen wir davor, den Politikern zu vertrauen oder sich von den Banken und ihren vielen Helfershelfern bei Versicherungen, Bausparkassen, Immobilienmaklern, usw., beraten zu lassen. Es mag Ausnahmen geben, nur kennen wir keine.

Kommen Sie uns bitte nicht mit den Sparkassen und den Genossenschaftsbanken („Wir machen den Weg frei“). Auch die haben, nicht erst seit Lehman, unzählige Leichen falsch beratener Kunden im Keller. Jahr für Jahr verlieren am Jahresende Anleger schätzungsweise 30 bis 50 Milliarden Euro durch den Kauf sogenannter „Steuerspar-Immobilien“. Viele bleiben bis ans Ende ihrer Tage hoch verschuldet. Das sind mittlerweile Hunderttausende.

Die Sünden bei den Landesbanken passierten unter aktiver Mitwirkung der Sparkassen, den jeweiligen 50 %igen Mit-Eigentümern. Quer durch die Republik, ohne Ausnahme. Sehr erhellend ist in diesem Zusammenhang der Prüfbericht über die Milliarden-Verwicklungen der BayernLB in München in die US-amerikanische Subprime-Krise, der uns vorliegt. Hier waren größenwahnsinnige Dilletanten am Werk, im Vorstand und im Verwaltungsrat.

Politiker und Banker haben schon seit Jahren das in sie gesetzte Vertrauen mißbraucht und auf schändliche Weise verspielt. Wenigstens hier zeigt Amerika Stärke und klagt die Verantwortlichen an, die Deutsche Bank ist hier an vorderster Stelle dabei. Ändern wird sich nichts. Nur die Staaten stecken in immer größeren Schwierigkeiten und mit ihnen die Menschen, die darin leben.

Denen wird in den nächsten Jahren ihr Vermögen weggenommen. Deflation, Inflation, Devisenzwangswirtschaft, Zwangsanleihen, Zwangshypotheken, Lastenausgleich, um nur eine kleine Auswahl zu nennen, heißen die Zauberwörter staatlichen Zugriffs auf die privaten Vermögen. Wir nennen das die „sanfte“ Enteignung der Sparer, Pensionäre und Rentner, Vermögenden.

Festgeld und Sparbuch, Lebensversicherungen, Bausparverträge, schaffen keinen Vermögenserhalt. Banken, Bausparkassen, BfA, Versorgungswerke und die Lebensversicherer investieren die ihnen anvertrauten Gelder vorzugsweise in Papiere, die entweder von Staatsbankrott oder von Inflation bedroht sind. Alleine in den PIIGS-Staaten geht es um 500 Milliarden Euro, die im Feuer stehen.

Die allseits so beliebten Bundesschätzchen sind dann nur noch das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind. Wer Immobilien hält, muß alternatives Vermögen bilden.

Sich gegen diese Entwicklung abzusichern, erfordert eine Revolution gegenüber allen über die Jahre lieb gewonnenen Anlage-Gewohnheiten. Sonst wird es nicht funktionieren. Wem dafür der Mut fehlt, wir helfen gerne in einem persönlichen Gespräch. Kontaktaufnahme über benner-kemmer@web.de .