Freitag, 15. Juli 2011

Standpunkt, Ausgabe 27 - Kurzmeldung


Europas Regierungen vollständig im Griff der Banken

Es wird Zeit, endlich aufzuwachen. Nicht die EU-Gemeinschaftswährung oder die Schuldensituation in den europäischen Süd-Staaten ist das Problem. Von Tag zu Tag wird immer klarer, dass es die unselige Verbindung von Politik und Finanzwirtschaft ist, die eine stabile europäische Verteidigungslinie im Dollar-Euro-Währungskrieg bisher erfolgreich verhindert haben. Dafür sorgen zuverlässig 700 Banken-Lobbyisten in Brüssel, unterstützt durch Restrukturierungsexperten der Großbanken, von denen sich die Euro-Regierungen beraten lassen (ARD-Monitor, HANDELSBLATT, 14.07.2011). Letzteres ist eine unglaubliche, groteske Vorstellung, aber die Wahrheit. Die europäischen Politiker haben sich damit endgültig ein Armutszeugnis ausgestellt: Banker bestimmen die Politik. Was dabei herauskommt wird – so zeigt bereits die Geschichte in den vergangenen Jahren – für die Menschen mit Schmerz, viel Schmerz, verbunden sein. Soziale Marktwirtschaft, Absicherung im Alter, sichere Arbeitsplätze, Bildung, usw.: Allesamt geopfert für Globalisierung, Gewinnmaximierung und Shareholder Value zum alleinigen Vorteil einer kleinen Gruppe von Menschen, die dabei mit höchster krimineller Energie vorgehen. Für den ganzen Rest, immerhin geschätzte 99% der Weltbevölkerung, bleiben entweder Brot und Spiele, oder Armut, Hunger und früher Tod. Brot und Spiele in Europa, das sind doch erfreuliche Aussichten, oder nicht?