Sonntag, 17. Juli 2011

Standpunkt, Ausgabe 28 - Banken-Teststress

Stresstest = Teststress

Was eine Show auf der europäischen Bühne! Der 2. Bankenstresstest ist eine neue Schmierenkomödie, die uns von Politik, Banken und EZB geboten wird. Unterstützt auch wieder von den gefälligen Medien, vorsichtig kritisiert nur von wenigen Journalisten.

Dieser Stresstest diente nur einem Ziel: Zu dokumentieren, wie gesund die vielen EU-Banken doch sind und nur einige wenige, nämlich ganze 8, den Test nicht bestanden haben. Dabei spanische Sparkassen, dass muss sein. Schliesslich fehlen diesem Bankenbereich in Spanien grob geschätzte 80 Milliarden Euro, um dauerhaft wieder auf die Beine zu kommen. Dabei weiss noch niemand, ob die Summe reicht (andere Schätzungen gehen sogar von 100 bis 120 Milliarden Euro aus) und ob damit die Rettung auch wirklich dauerhaft wäre. Wir erwarten ein klares NEIN.

Die Bankenlobby, ihre Anwälte und wer sonst noch ein Interesse an der Vertuschung der Wahrheiten hat (z. B. die meisten Ökonomen), besorgen den Politikern einen Stresstest, der alle Szenarien, die wirklich den Banken gefährlich werden, außen vor lässt. Staatsbankrotte sind deshalb erst gar nicht optioniert worden. Obwohl bereits Banken selbst, Beispiel Commerzbank, offen für Griechenland einen geordneten Bankrott fordern.

Selbst die Bewertung der Bankbilanzen ist nicht geeignet, dem Stresstest wenigstens den Anschein von Offenheit zu geben.

Der ganze Test dann noch auf freiwilliger Basis, was, wie uns die HELABA vorgeführt hat, für alle Beteiligten in einer einzigen Farce endet.

Fazit: Alles nur Mumpitz. Wieder wird belogen und betrogen. Dieser Stresstest ist eine einzige nutzlose Veranstaltung. Aufgeführt wurde das Schauspiel „test the stress“, unter Mitwirkung von Brüssel, EZB, Banken und deren Anwälten.