Mittwoch, 27. Juli 2011

Standpunkt, Ausgabe 38 - US-Schuldenkrise


US-Schuldenkrise: „Die Regierung ist das Problem, nicht die Lösung“ (der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan)

Was würde Ronald Reagan, Republikaner aus Überzeugung, heute einfallen, angesichts der akuten Schuldenkrise seines Landes und der Unwilligkeit der Politiker, daran etwas zu ändern. Aus unserer Sicht ist es nicht Unfähigkeit, die das Ringen um die Erhöhung der US-Schuldengrenze ausmacht. Es ist schlichtes wahltaktisches Kalkül, von beiden Seiten. Der leistungslose Friedensnobelpreisträger Obama glaubt an seine neue Chance bei der nächsten Präsidentenwahl, genauso wie die Republikaner, denen bisher aber noch ein geeigneter Kandidat, oder auch eine – in Gottes Namen - Kandidatin, fehlt. Von Letzteren muss jetzt schon jede Möglichkeit genutzt werden, sich in den Vordergrund zu drängen, egal was es kostet.

Die Frage muss erlaubt sein: Ist Obama der falsche Präsident zur falschen Zeit? Die Antwort wird nicht mehr lange auf sich warten lassen, davon sind wir überzeugt. Fest steht aber schon jetzt: „Yes, we can“ war doch wieder nur ein Wahl-Slogan. Der Verdacht liegt nahe, dieser Präsident ist wieder nur ein Präsident von Wall Streets Gnaden.

Deshalb halten wir die ganzen Ängste wegen der angeblichen Zahlungsunfähigkeit der USA und der längst erwarteten Herabstufung nur für den Teil einer bestens vorbereiteten Seifenoper mit den üblichen Mitwirkenden, angeleitet von den Dienern der Wall Street und, wie könnte es anders sein, zuverlässig kommentiert von den wohlgefälligen Medien der Welt. Theorie-gestützt von den vielen Star-Ökonomen hüben wie drüben. Hoffentlich erinnern wir uns in einigen Monaten noch an den Mist, der in diesem Zusammenhang gerade verzapft wird. Die Archive werden voll davon sein.

Die FED ist das Zünglein an der Waage. Sie wird sich die Regierung weiter untertan machen und das amerikanische Volk immer noch mehr versklaven. QE3 steht in den Startlöschern. Die Republikaner sind dafür die Steigbügelhalter, angetrieben von der Tea Party, padroniert von den milliardenschweren Brüdern Koch. Ein sehenswertes Schauspiel.

Der Verlust des AAA-Ratings ist nur eine Petitesse. Alle anderen AAA-Länder werden einfach mit runter gestuft. Japan wurde schon längst angezählt, in Europa steht Frankreich jetzt schon im Fokus der Rating-Agenturen. Selbst Deutschland wird es treffen. Als Begründung wird wieder einmal die Euro-Krise herhalten. Das ist natürlich Quatsch, aber die Stammtische der Welt nehmen diesen Grund dankbar auf.

Lehnen wir uns zurück und betrachten die Protagonisten weiter bei ihrem Schauspiel, wir können die Dinge nicht ändern, nur darauf reagieren.

Denen, die Einfluss haben, möchten wir ein Zitat von Albert Einstein hinter die Ohren schreiben: „Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“