Donnerstag, 4. August 2011

Standpunkt, Ausgabe 40 - Gerald Celente

 
Der Trendforscher Gerald Celente erwartet die „globale Kernschmelze“

Nicht erst seit dem verheerenden Kompromiss zwischen Präsident Obama und den Republikanern, angeführt von der Tea Party-Bewegung, zur Erhöhung der amerikanischen Schuldenobergrenze erwartet der US-Trendforscher Celente längst einen vollständigen Zusammenbruch der Weltwirtschaft und in der Folge die Auflösung von Recht und Ordnung, selbst in den westlichen Demokratien.

Celente hält keine der ergriffenen Maßnahmen zur Lösung der weltweiten Probleme, aber insbesondere der Probleme in den USA und Europa, für geeignet, die Schwierigkeiten wieder in den Griff zu nehmen.

Desaströse Arbeitslosenzahlen in den USA (über 22%), hilflose Bemühungen in Europa bei der Bewältigung der Euro-Krise, kraftvolles Auftreten der Chinesen nach Innen (Bekämpfung der Inflation, Zähmung der Banken) und Außen (gegenüber Amerika, Europa, Afrika), sind die Zutaten für den Zusammenbruch.

Alle offiziellen Zahlen, egal aus welcher Ecke der Welt sie kommen, sind mindestens geschönt, eigentlich aber regelmäßig falsch (z. B. die Arbeitslosenzahlen, die Inflation, das Wirtschaftswachstum, das US-BIP, die Staatsschulden, der Konsum). Propaganda, nichts als Propaganda. Warum? Weil die Wahrheit unerträglich ist.

Wahr sind aber die mittlerweile 45.753.000 Bezieher von Lebensmittelmarken in den USA im Mai 2011, ein Anstieg von unfaßbaren 1.105.217 Menschen zum Vormonat! Es gibt keinen besseren Beweis für den augenblicklichen Niedergang Amerikas.

In Europa werden gerade Italien und Frankreich ins Visier genommen, die Schlinge um Spanien zieht sich weiter zu. Brüssel und EZB schauen ziemlich ratlos zu. Verbale Schadensbegrenzung ist alles, was den Verantwortlichen einfällt. Keine rosigen Aussichten.

Japan muss größte Anstrengungen unternehmen, die Folgen der Erdbeben- und Atomkatastrophe so schnell wie möglich wieder in den Griff zu bekommen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann das Land als Käufer von US-Anleihen ausfällt und sogar Vermögenswerte verkaufen muß.

China sieht in einen Abgrund aus Schuldenberg, Immobilienblase, Inflation, Unruhen. Vor diesem Hintergrund erscheinen die Währungsreserven dann schon nicht mehr so gewaltig.

Alle anderen Schwellenländer, denen westliche Ökonomen und Manager so herrliche Prognosen stellen, hängen letztlich auf Gedeih und Verderb von den Industrienationen und China ab. Alles andere ist Nonsens.

Wer kann hier überhaupt noch glauben, dass sich in den kommenden Jahren etwas zum Guten wendet? Wir können nur alle hoffen, dass die schlimmste Befürchtung der globalen Kernschmelze von Celente nur eine Fabel bleibt, um die Menschen zum Nachdenken zu bewegen.