Dienstag, 16. August 2011

Standpunkt, Ausgabe 51 - Rentner-Altersarmut


Deutsche Rentner in der Altersarmut?  

Solche Nachrichten passen nicht so recht in die deutsche Kuschel-Wohlfühl-Propaganda: „Experten rechnen damit, dass sich der Anteil der über 65-Jährigen, die auf die staatliche Grundsicherung im Alter angewiesen sind, bis zum Jahr 2025 vervierfachen wird“, erklärt der Sozialverband VdK bereits am 13.01.2011 auf seiner Internetseite. Jüngst hat das Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) in Halle eine Studie veröffentlicht, die diese Einschätzung bestätigt. Zitat aus der Pressemitteilung vom 02.08.2011: „Die Einkommensarmut ist unter den Rentnerhaushalten in Deutschland im Jahr 2009 gegenüber 1995 angestiegen, ebenso die Ungleichheit in der Verteilung der Arbeitseinkommen.“ Ein männlicher Erstrentner bezieht heute durchschnittlich 820 Euro und liegt damit deutlich unter der Armutsgrenze von 935 Euro. 1995 lag der Anteil der männlichen Rentner mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze in Westdeutschland bei 7,0%, in Ostdeutschland bei 2,4%. 2009 betrug der Anteil im Westen schon 10,2%, im Osten 6,7%. Diese Entwicklung wird sich noch gravierend verschlechtern. Leiharbeit, Niedriglohn und Mini-Jobs, in Verbindung mit dem Ausstieg aus der bisherigen Finanzierung der Rentenversicherung und des Gesundheitssystems, sind die Ursachen. Die Arbeitsgemeinschaft AWO Südwest schlägt Alarm: „Das ist Sozialpiraterie zu Lasten der Schwächsten in unserer Gesellschaft. Die Folge wird grassierende Altersarmut sein.“ Selbst der Arbeitnehmerflügel der CDU ist über diese Entwicklung beunruhigt und fordert die Einführung einer gesetzlichen Mindestrente. 

Fazit: Es müssen endlich wieder gut bezahlte, uneingeschränkt sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze her. Andernfalls bewegen wir uns in Richtung bedingungsloses Grundeinkommen für alle. Vielleicht keine so schlechte Idee. Nur, wer zahlt dann später unsere Renten? Maschmeyer & Co.?