Dienstag, 13. September 2011

Standpunkt, Ausgabe 67 - Spurensuche


Volkes Meinung auf der Spur

In den vergangenen Tagen mussten wir unseren Blog vernachlässigen. Dafür bitten wir um Verständnis. Wir waren unterwegs und haben aber bei dieser Gelegenheit den Menschen ein bisschen aufs Maul geschaut. Dabei ist uns eine Sache ganz besonders aufgefallen: Die Anti-Euro-Fanatiker haben keine Mehrheit. Offensichtlich überfluten deshalb die selbst ernannten Stimmführer landauf und landab die Foren der einschlägigen Medien mit dem Ziel, für ihre Minderheiten-Meinung massiv zu werben. Es ist noch nicht entschieden wie es ausgeht.

Außerdem wurde deutlich, dass die Politiker kein Vertrauen mehr in dieser Frage geniessen. Unabhängig, welche Richtung. Den Menschen fehlt eine klare politische Führung. Die Meinungen der verantwortlichen Politiker werden als Wahlkampfparolen bewertet. Die Menschen vermissen aber auch eine sachliche Berichterstattung in den Medien. Hört, hört, ihr Journalisten.

Trotz großer Zukunftsängste ist die Bereitschaft gering, die eigene Sparplanung an die aktuellen Verhältnisse anzupassen. Es scheint ein Dogma zu sein, dass der Staat sich nicht an dem Vermögen seiner Bürger vergreifen wird sondern andere Wege findet, die grassierende Staatsverschuldung wieder in den Griff zu bekommen. Die Menschen sind der Auffassung, Deutschland sei – trotz Euro-Krise und milliardenschwerer Bankenrettung – in keiner bedrohlichen Situation. Geschichtliche Hintergründe werden einfach ausgeblendet. Das Thema staatliche Enteignung wird geradezu für undenkbar gehalten.

Bundesschätzchen geniessen nach wie vor eine hohe Akzeptanz. Natürlich sehr beliebt auch Immobilieneigentum. Daneben auch Lebensversicherungen, Sparbücher und Bausparverträge. Wir nennen so etwas Nibelungentreue. Kein Thema sind Aktien oder Edelmetalle, egal ob physisch oder als Zertifikate.

Es scheint sich hier zu bestätigen, was wir im vergangenen Jahr in einem US-Blog über die Amerikaner gelesen haben: 1 unter 800.000 Menschen erkennt die Zusammenhänge und handelt danach. Wir bleiben aber immer noch bei unserer Meinung, dass 1% der Menschen diejenigen sind, die überlegt oder gefühlt das Richtige tun oder noch tun werden. Der ganze Rest wird sein Vermögen ganz oder zum großen Teil verlieren. Wir erwarten hier für die große Mehrheit Verluste von bis zu 90%. Die 5 Billionen Privatvermögen wird/muss sich der Staat auf die eine oder andere Art und Weise unter den Nagel reißen. Die in diesem Betrag nicht erfassten deutschen Immobilienvermögen werden natürlich, wie die Geschichte beweist, mit Sonderabgaben bis unters Dach belastet. Niemand wird geschont. In diesem Zusammenhang eine treffende Aussage von Carl Fürstenberg, deutscher Bankier (1850 – 1933): „Wenn der Staat Pleite macht, geht natürlich nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.“

Übrigens haben wir keinen getroffen, der die Attacke der alten Männer gegen den Euro vor dem Bundesverfassungsgericht unterstützt hat. Worüber wir uns ganz besonders freuen.

Griechenland ist – natürlich – beherrschendes Thema. Eine eindeutige Meinungstendenz gibt es nicht. Jedenfalls keine klare Haltung gegen die Rettung des Landes.

Alle Gespräche lassen für uns nur einen Schluss zu: Wir werden weiter unsere Meinung äußern, für die Europäische Gemeinschaft, für die Gemeinschaftswährung, für ein wirtschaftlich starkes Europa, gegen die Kleinstaaterei, gegen Euro-Neurotiker, gegen neue Bankenrettungen, gegen politische und andere Lügen, für Fakten, Fakten, Fakten.

Auf die aktuellen Schwierigkeiten Europas hält Konrad Adenauer eine Antwort parat: Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.

Wer bei diesem Zitat Verständnisprobleme hat, dem bieten wir einen weiteren Ausspruch des gleichen Zitatgebers an: „Man muss Dinge auch so tief sehen, dass sie einfach werden.“

Daran arbeiten wir!