Dienstag, 18. Oktober 2011

Standpunkt 82 - Widerstand!


Aufruf zum Widerstand!

Nein, damit meinen wir nicht, sich einem der „occupy“-Proteste anzuschliessen, die in den letzten Tagen ihren Weg nach Europa gefunden haben und gestern in der Online-Ausgabe der Financial Times Deutschland  schon gleich als „Keim einer neuen Massenbewegung“ beschrieben werden. Sicherlich setzen diese Proteste öffentliche Zeichen und fordern auch gleich Zustimmung bei den Politikern aller Parteien ein. Deshalb aber gleich von einer „neuen Massenbewegung“ zu sprechen erscheint uns bei regelmäßig nur wenigen Tausend Demonstranten doch sehr gestelzt. Rom mit über 100 000 Demonstranten ist die Ausnahme, nicht zuletzt auch wegen der massiven Krawalle als wichtiger Teil dieser Veranstaltung. Hier spielen die besonderen Verhältnisse in der politischen Führung eine ausgeprägte Rolle.

Sicherlich können öffentliche Proteste Zeichen setzen. Besonders Anschauungsmaterial dafür liefern, wie die politische Führung des jeweiligen Landes gedenkt, damit umzugehen. Sehr gut zu beobachten bei den doch immer wieder brutalen Attacken der New Yorker Polizei oder auch bei dem äußerst strammen Vorgehen der Beamten auf dem Berliner Reichstagsgelände. Wir haben alle Achtung vor den Demonstranten, die sich solchen Auseinandersetzungen stellen. Unsere Sache ist es nicht.

Wir meinen und leisten Widerstand einer anderen Art. Seit unserem letzten Beitrag vor zwei Wochen haben wir wieder einmal dem Volk „aufs Maul geschaut“. Dieses Mal sehr intensiv in den Kommentaren der einschlägigen Medien, wie Handelsblatt, Wirtschaftswoche, usw., wo jeder Kommentator schreiben darf, was ihm in den Sinn kommt und wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Wir ersparen uns hier Einzelheiten, täglich finden sich vielfache Kostproben in den Online-Ausgaben dieser und anderer „Fach“-Blätter. Bestens beschrieben mit einem Zitat des Dichters Art van Rheyn: „Die Natur verteilt ihre Gaben gerecht: Die mit dem schwachen Verstand bekommen die lauteste Stimme.“

Allen gemeinsam ist außerdem die behauptete Gewissheit, für die Mehrheit der Deutschen zu sprechen. Halten wir für undenkbar. Deshalb fordern wir die „schweigende Mehrheit“ zum Widerspruch auf. Wir appellieren an alle besonnenen Menschen, das Feld der öffentlichen Meinungsäußerung nicht alleine von diesen Schreihälsen beackern zu überlassen. Zugegeben, es ist ein hartes Stück Arbeit, sich mit Form und Inhalt dieser Kommentare auseinander zu setzen. Starke Nerven und kaltes Blut sind unabdingbare Voraussetzungen dafür. Aber es ist dringend, wirklich dringend notwendig. Jede Stimme zählt. Heute schon.

Abschliessen wollen wir mit einem treffenden Zitat der österreichischen Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916): „Der Klügere gibt nach – eine traurige Wahrheit: Sie begründet die Weltherrschaft der Dummen.“