Sonntag, 15. Januar 2012

Standpunkt 147 - Deutschlands Triple-A


Deutschlands Triple-A Downgrade wird regelrecht zelebriert 

S&P hat vor 48 Stunden in einem Rundumschlag die Ratings von neun europäischen Staaten heruntergestuft. Darunter natürlich Frankreich und Italien, außerdem – für die deutschsprachigen Führungsmedien überraschend – verliert Österreich sein Triple-A. Weiter abgestuft wurden Spanien, Portugal, Zypern, Malta, Slowakei und Slowenien. Deutschland, die Niederlande, Luxemburg und Belgien behalten ihre bisherigen Noten, nur Deutschland ausdrücklich mit einem stabilen Ausblick.

Die Begründung von S&P hat mit der Wirklichkeit wenig zu tun. Obwohl gerade die deutsche Öffentlichkeit und ihre Vordenker sich natürlich erneut in ihrer Haltung bestätigt sehen. Die Kommentare in den Medien sprechen eine beredte Sprache. Tatsächlich sind die von S&P angeführten Gründe mehr als durchsichtig und es erübrigt sich, darauf überhaupt einzugehen.

Was gerade abgeht haben wir schon seit Monaten ausführlich beschrieben. Wir verweisen beispielhaft auf Ausgabe 75, “Die Triple-A-Märchen”, Ausgabe 97, “Fahrplan Euro-Krise”, Ausgabe 102, “Angie I. – Kaiserin von Europa” oder auch in unserer Jahresvorausschau 2011 aus dem Januar 2011 und dem Update im Juli 2011. Wer sich noch gründlicher informieren möchte, der sollte auch noch Ausgabe 78, “Barack Obama: Der Schelm aus Washington”,  Ausgabe 81, “Gewinnt Amerika Währungskrieg gegen den Euro?”, Ausgabe 83, “Frankreich in Not”, Ausgabe 86, “Euro-Krise und kein Ende”, Ausgabe 103, “Europa, die Sau im globalen Dorf”, Ausgabe 111, “Das europäische Problem” und Ausgabe 119, “Europa im Währungskrieg auf verlorenem Posten” lesen. Ist immer noch nicht alles, aber schon sehr ausführlich. Nichts davon müssen wir zurücknehmen.

Anfangs wurden wir mit unserer Auffassung, dass es sich um einen Währungskrieg Dollar vs Euro handelt, mitleidig belächelt. Nur eine weitere Chaos-Theorie, war die abschätzige Meinung. Mittlerweile hat sich die Haltung in den deutschsprachigen Leit-Medien und bei vielen Ökonomen genau in unsere Richtung gedreht.

Deshalb sind wir von der aktuellen Entwicklung nicht überrascht. Wir haben schon vor der S&P-Ankündigung am 05.12.2011 nur noch in Wochen gerechnet, nicht mehr in Monaten. Dabei bleiben wir. Die weiteren Herabstufungen wird es innerhalb weniger Wochen geben, jetzt ist eben Moody’s an der Reihe oder Fitch, um den Druck auf Europa noch weiter zu erhöhen. Die Agenturen werden sich auch nicht auf die Euro-Zone beschränken.

Entscheidend ist, was in Amerika passiert. Schuldengrenze und Präsidentschaftswahl sind die Schlüsselereignisse. Nimmt hier der Druck auf Obama zu, werden sich auch die Angriffe auf Europa, nicht nur die Euro-Zone, verstärken.

Immer wieder wird auch die Meinung kommuniziert, Obama könne mit Hilfe eines weiteren Krieges, gegen den Irak wäre naheliegend, sich in die Wiederwahl retten. Natürlich können wir solche US-Pläne nicht völlig ausschliessen, sehen das aber nur als letzte Option, also wenn der Druck auf Europa nicht ausreicht, um zu Hause ausreichend zu punkten. Fakt ist auf jeden Fall, dass der “Friedensnobelpreisträger”-Präsident Obama alle Mittel(!) für seine Wiederwahl einsetzen wird.

Die Reihenfolge der weiteren Downgrades in Europa ist unerheblich. Entscheidend ist nur, dass auch Deutschland dieses Schicksal ereilen wird. Der Zeitpunkt spielt eigentlich keine Rolle, sicher sind wir aber, dass diese Herabstufung geradezu zelebriert wird, mehr noch als das Downgrade der USA. Die Jäger haben ihre kapitale Beute endlich erlegt. Das wird gefeiert. 

Wir sind uns sicher, in der Wall Street scharren sie schon mit den Füssen. Noch einmal: Nichts wird Deutschland oder die anderen ebenfalls betroffenen Staaten vor der Herabstufung bewahren. Es ist längst beschlossene Sache. Und kommt, so sicher wie das Amen in der Kirche.