Donnerstag, 19. Januar 2012

Standpunkt 152 - Deutschlands Triple-A


Deutschlands Triple-A Downgrade wird regelrecht zelebriert – Nachtrag 3

“Rating-Zwerg stuft Deutschlands Bonität herab”, so titelte gestern das “Handelsblatt” auf seiner Online-Ausgabe. Weiter heißt es: “Die kleine Ratingagentur Egan Jones hat Deutschland auf die Bonitätsnote AA herabgestuft und der Fiskalpolitik der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.”

Bereits im vergangenen Jahre hatte Egan-Jones – von der deutschen Öffentlichkeit unbeachtet - Deutschlands Bonität mehrmals gesenkt. Mittlerweile wird der europäische Exportmeister nun drei Stufen unter der Top-Note AAA bewertet. Aber nur bei Egan-Jones.

Diese Agentur ist im Vergleich zu den führenden S&P, Moody’s und Fitch tatsächlich ein Winzling. Der Winzling, erst 1995 gegründet, geniesst wegen seiner Unabhängigkeit aber einen guten Ruf.

Für uns bemerkenswert: Egan Jones hat die Herabstufungen der vergangenen Monate alle schon frühzeitig vorweggenommen, wie die Beispiele USA oder Frankreich zeigen. Warum nicht auch jetzt, bei der Bewertung Deutschlands?

Die Herabstufung auf jetzt drei Stufen unter Triple-A lässt den Leit-Agenturen jedenfalls Spielraum für ihr Downgrade.

Für uns ist nach wie vor bereits entschieden, dass auch Deutschland seine Top-Note bei einer der großen Rating-Agenturen verliert. Fraglich ist nur noch wann und von wem.

Warten wir es ab, viel Geduld ist nicht mehr nötig.