Freitag, 27. Januar 2012

Standpunkt 160 - Portugal, Spanien, Schweiz


Deftige Nachrichten aus Portugal, Spanien und der Schweiz

Während in Davos der britische Premier David Cameron Kontinentaleuropa und ganz besonders dessen Kaiserin, Angie I., abwatschelt, kommen aus mehreren Staaten alarmierende Nachrichten.

“Arbeitslosigkeit in Spanien auf 17-Jahres-Rekord” titelt heute Mittag der österreichische “Standard”. Die Details: Im 4. Quartal 2011 war jeder 4. Spanier ohne Arbeit. Neue Quote 22,85% nach 21,5% im 3. Quartal. 5,27 Millionen sind ohne Arbeit.

Der “Standard” schreibt: “Spanien führt damit die Negativliste in der EU und sogar unter den OECD-Ländern an. Weil auch die Wirtschaftsaussichten nicht rosig sind, ist nicht so schnell mit einer Verbesserung am Arbeitsmarkt zu rechnen. (...) Nach Prognose der EU-Kommission wird die Arbeitslosenquote in Spanien auch in diesem Jahr über der 20-Prozent-Marke verharren.” Die doktrinierten Sparprogramme zeigen weiter Wirkung. Ein Ende ist nicht absehbar.

“Portugal, das nächste Griechenland?” schreibt heute “sueddeutsche.de”. “Jetzt ist Portugal dran: das Land wird von den Finanzmärkten in die Enge getrieben, schon ist von einem Schuldenschnitt die Rede”, so die Zeitung auf ihrer Online-Ausgabe. Gleichzeitig titelt “focus.de” noch treffender: “Vom “Musterschüler” zum Pleitekandidaten”. Weiter schreibt das Blatt: “Portugal, eigentlich „Musterschüler“ unter den Euro-Schuldensündern, hat erneut Probleme. Experten warnen davor, dass Portugal bald neue Finanz-Hilfen und wie Griechenland einen Schuldenschnitt benötigen wird.” Ein Ausblick: “Jürgen Michels, Ökonom der Citigroup, rechnet sogaqr damit, dass sich die Rezession (...) noch dramatisch verschärft. (...) das Kieler Institut für Weltwirtschaft kam zu dem Schluss, dass in Portugal ein Schuldenschnitt über kurz oder lang unausweichlich ist. Je höher die Zinsen der Anleihen steigen, umso größer wird diese Gefahr. Auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann schließt nicht aus, dass nach Griechenland weitere verschuldete Länder wie Portugal in Schwierigkeiten kommen.”

Zu diesen Entwicklungen fällt uns eine Aussage des österreichischen Ökonomen Erich Streissler ein, der am 23.09.2011 in einem Interview so zitiert wird: “Wir haben nur mehr ökonomische Laien in der Politik” (Quelle: “Salzburger Nachrichten”).

Heute Nachmittag ist eine überraschende Nachricht aus der Schweiz gekommen: “US-Steuerstreit killt älteste Schweizer Privatbank” schreibt “wirtschaftsblatt.at”. Gemeint ist die Privatbank Wegelin, die “wegen mutmaßlicher Beihilfe zu Steuerhinterziehung” ins Visier der US-Behörden geraten ist. Übernommen wird Wegelin von der Schweizer Raiffeisenbank.

Nach Monaten machen die USA richtig fette Beute. Wir haben am 05.07.2011 in der Ausgabe No. 23, “Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung – eine Übersicht”, das entsprechende US-Gesetz vorgestellt. Was gerade in der Schweiz passiert ist nur der Anfang. Jedenfalls eine gute Gelegenheit, sich wieder einmal in dieses Thema einzulesen. Hier geht es weiter: http://der-oekonomiker.blogspot.com/2011/07/standpunkt-ausgabe-23.html. Nur zu empfehlen.