Sonntag, 26. Februar 2012

Standpunkt 178 - Deutschland under pressure!


Deutschland under pressure!

Seit Wochen erleben wir, wie die europäischen Staaten, unter der Führung Deutschlands, zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen und politischen Interessen die PIIGS-Staaten, ganz besonders Griechenland, schamlos erpressen.

Jetzt bekommt die Sache eine pikante Note: Während gerade wieder einmal in Berlin von Innenminister Friedrich die Sau vom Euro-Austritt Griechenlands durch das mediale Dorf gejagt wird, gerät Deutschland selbst im fernen Mexiko unter erpresserischen Druck.

Die G-20-Staaten tagen gerade in Mexiko und drehen den Spieß um. Die Europäer betteln um mehr Geld vom IWF und die Geberländer machen zusätzliche Zahlungen davon abhängig, daß Deutschland, und mit ihm die anderen finanzstarken europäischen Staaten, die Hilfen für die kriselnden Euro-Staaten deutlich erhöhen. Nach anfänglicher Verweigerung beginnt Schäuble bereits einzulenken.

Das Feld für diese Erpressung wird, ähnlich wie in Europa, bestens vorbereitet: Der Chef der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Mexikaner José Ángel Gurría, forderte schon gleich zu Beginn des Gipfels eine Aufstockung des Stabilisierungsfonds und legt dafür die Meßlatte richtig hoch: Ein angemessener finanzieller Stabilisierungsfonds (ESM) müsse so an die 1,5 Billionen USD schwer sein, dreimal mehr, als von der EU und dem IWF bisher zugesagt. “Wir müssen immer noch die Mutter aller Brandmauern bauen”, sagte Gurría. “Je dicker sie ist, desto weniger wahrscheinlich werden wir sie benutzen müssen.”

Der US-Finanzminister Geithner assistiert und fordert ebenfalls, Europa müsse mehr tun. Er verlangt, die Europäer sollten zuerst noch mehr in die Pflicht genommen werden. Nach seiner Auffassung reichen die bislang beschlossenen Rettungspakete für eine Beilegung der Krise nicht aus.

Mexikos Finanzminister Jose Antonio Meade, Gastgeber des G-20-Gipfels, erwartet von den europäischen Staaten, vorneweg Deutschland, größere Anstrengung zur Beilegung der Krise.

Da ist Schäuble gezwungen, schon einmal Deutschland darauf vorzubereiten, daß sein Nein zur Erweiterung des Rettungsschirms nicht mehr von langer Dauer sein kann. Selbst wenn der Bundesbankpräsident Jens Weidmann noch versucht, den Schaden zu begrenzen. Alles nur Show.

Tatsächlich wird Deutschland liefern müssen.

Was die deutschen Leitmedien natürlich ignorieren. Unsere Quellen für diesen Beitrag sind der Schweizer “Tages-Anzeiger” und das österreichische “Wirtschaftsblatt”.