Montag, 30. April 2012

Standpunkt 207 - Reichtum für Fortgeschrittene

„stern“: Reichtum durch Arbeit ist etwas für Anfänger


Aktualisiert am 21.05.2012

Ausnahmsweise veröffentlichen wir einen Artikel in unserem Blog, der ursprünglich im “stern” das Licht der Welt erblickt hat. Der Autor, Walter Wüllenweber, hat einen gescheiten Beitrag geschrieben der die Dinge untersucht, die wir in jüngster Zeit immer wieder zur Diskussion stellen: Wem nützt die Krise? Wer profitiert von den europäischen Spardiktaten? Die soziale Marktwirtschaft – noch da oder schon lange weg? Die Agenda 2010 – Aderlass für die Einen, Zugewinn für die Anderen? 

Das folgende Essay ist in der “stern”-Ausgabe 13/2012 vom 22.03.2012 erschienen. Die Print-Ausgabe liegt uns vor. Copyright und was sonst noch dazu gehört rühren wir natürlich nicht an, gehört alles dem “stern”. Gerne hätten wir einen Link in Richtung “stern” geschickt, aber leider steht der Artikel online nicht zur Verfügung. Zur visuellen Verstärkung haben wir ein paar Grafiken eingestreut.


„Ab wann ist man reich? Wenn man den Spitzensteuersatz zahlen muss? Wenn man Porsche fährt? Oder zum Urlaub auf die Malediven fliegt?

Vergessen Sie’s! Wahren Reichtum misst man nicht in Automarken, Urlaubszielen und auch nicht in Löhnhöhen. Solch naives Mittelschichtsdenken amüsiert die Oberschicht nur. Der Abstand der vermögenden Klasse zur Mitte der Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren nicht einfach nur vergrößert. Er hat Dimensionen erreicht, mit denen die alten Bilder und Vergleiche nicht mehr mithalten. Wir brauchen neue Vergleichsmaßstäbe, um die Verteilung des Reichtums erfassen zu können.

Diese Seite des stern ist eine anschauliche Messlatte für Reichtum: Ein Zentimeter entspricht einem Vermögen von 50 000 Euro. Bei einer Höhe von 20 Zentimetern wird die Millionengrenze überschritten. Der Heftrand liegt bei etwa 1,4 Millionen Euro. Würden alle Deutschen bei ihrem Vermögensstand ein Kreuzchen machen, fast zwei Drittel müssten auf den unteren Heftrand kritzeln. Sie haben so gut wie kein Vermögen. 99 Prozent fänden sich auf dieser Seite wieder. Nur das eine Prozent, dessen Wohlstand diesen Maßstab sprengt, die mit ihrem Besitz außerhalb des stern liegen, nur die sind richtig reich. Von ihnen handelt dieser Artikel.

Wenn wir die Reichtums-Messlatte im selben Maßstab weiterzeichnen, wie weit vom Heftrand entfernt ist dann der reichste Deutsche, Karl Albrecht, der Chef von Aldi Süd? Das „Manager Magazin“ schätzt sein Vermögen auf über 17 Milliarden Euro. Wie groß ist der Abstand zu ihm? Ein Meter? Hundert Meter?

Die Antwort lautet: 3,4 Kilometer. Den Unterschied zwischen den 99 Prozent kann man auf einer stern-Seite darstellen. Karl Albrecht sieht man nur mit dem Fernglas.

Die Geldelite blickt zurück auf eine wahrhaft goldene Zeit. Trotz Finanzkrise hat sie ihren Vorsprung zur Gesellschaft kilometerweit ausgebaut. Und das Tempo, mit dem sie sich vom Rest entfernte, war nach Berechnungen der OECD „erheblich größer“ als in den meisten vergleichbaren Ländern. Schon bei der Einführung des Dax 1987 waren die Bezüge der Vorstände 14-mal so hoch wie der Durchschnittslohn ihrer Beschäftigten. 20 Jahre später ist der Abstand auf das 50-fache angewachsen.

Aber was ist schon Einkommen? Die Besitzenden wissen: Einkommen ist nur das Geld, das man bekommt. Die Vermögenden haben schon. Für wahren Reichtum ist die Substanz entscheidend. Einkommen ist allenfalls der Weg zum Wohlstand. Vermögen ist das Ziel. Der Graben zwischen den 99 Prozent und denen ganz oben folgt nicht den Einkommens-, sondern den Vermögensgrenzen.

Über das kleine Geld, das Einkommen, weiß der Staat fast alles, weil es versteuert werden muss. Auf die Vermögenssteuer hingegen verzichtet der Fiskus seit 1997 großzügig und damit auch auf alle Daten darüber. „Wir bräuchten eigentlich eine Vermögensstatistik. Doch die gibt es nicht“, so klagt darum Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Weil über die Vermögen so wenig bekannt ist, führt die Gesellschaft Ersatzdiskussionen über das Einkommen der Besserverdienenden. Dabei bleibt Reichtum auch für die allermeisten Besserverdienenden ein unerfüllter Traum.

Dem reichsten einen Prozent der Deutschen gehören 35,8 Prozent des Vermögens

Für die Geldelite könnte die Debatte gar nicht besser laufen. Wegen der Fixierung auf das Einkommen bleibt die wahre Reichtumsverschiebung beinahe unbeachtet: „Die Vermögenskonzentration hat in den letzten Jahren weiter zugenommen“, sagt Markus Grabka vom DIW in der nüchternen Sprache des Wissenschaftlers. Was er und seine Kollegen nachweisen können, ist eine wahrhaft revolutionäre Umverteilung nach oben: 1970 gehörten dem reichsten Zehntel der Gesellschaft 44 Prozent des gesamten Vermögens. Ihr Anteil ist inzwischen auf über 66 Prozent angewachsen. Der Vermögensschatz der Deutschen ist seit 1970 deutlich gestiegen. Der Zuwachs landete jedoch vor allem bei denen da oben.

Zur Erinnerung: Auch 1970 herrschte in der Bundesrepublik kein Kommunismus, sondern eine funktioniernde Marktwirtschaft mit deutlicher Ungleichheit. Würde der Kuchen noch nach demselben Verteilungsschlüssel wie vor 40 Jahren aufgeteilt, müssten die reicheren 10 Prozent 1,5 Billionen Euro an die ärmeren 99 Prozent abgeben. Die hätten mit einem Schlag 20 000 Euro zusätzlich uf der Habenseite. Pro Person.

Den ärmsten 90 Prozent gehören gerade 33,4 Prozent des Vermögens

Die Umverteilung macht auch bei den oberen zehn Prozent nicht halt. Das Vermögen wurde gleich ganz noch oben durchgereicht: „Die Schere geht auch zwischen oben und ganz oben auseinander“, hat Michael Hartmann festgestellt, der bekannteste Elitenforscher in Deutschland. Das berühmte eine Prozent ist der große Gewinner beim Reichtumsmonopoly. Inzwischen gehört ihm mehr als ein Drittel des gesamten Vermögens. Anders ausgedrückt: Ein Prozent der Gesellschaft besitzt mehr als die ärmsten 90 Prozent. Das sind die Zahlen für Deutschland, nicht für Indien oder Nigeria.

Weiter nach oben: Wir sind beim reichsten Promille, den oberen 80 000. Sie sind Privateigentümer fast eines Viertels des gesamten Vermögens. Der Frankfurter Soziologe Sighard Neckel nennt das eine „Re-Feudalisierung der Gesellschaft“. Deutschland hat also wieder einen Adel: den Geldadel.“

Grafik 1: 

© ver.di, 2012

„Das alles und noch viel mehr gönnt das Volk seinem Geldadel. Voraussetzung ist allerdings: Der Reichtum muss durch Leistung selbst erarbeitet werden. „Die einzig akzeptierte Legitimation für Reichtum in unserer Gesellschaft ist die Leistung“, sagt der Reichtumsforscher Wolfgang Lauterbach. Die entscheidende Frage lautet: Ist die Geldelite auch die Leistungselite?

Auf den ersten Blick ist BMW-Chef Norbert Reithofer einer von denen da oben. 2011 hat er ein Gehalt von 6,16 Millionen Euro erzielt. Doch Reithofer gehört zu denen, die für ihr Geld noch arbeiten und etwas leisten müssen.

Von den Eigentümern der Firma BMW verlangt das niemand. Die Familie Quandt hat fast die Hälfte der BMW-Anteile geerbt. Sie besitzen eines der größten Vermögen in Deutschland. Ihr BMW-Erbe ist nur ein Teil ihres Imperiums. Doch allein dieser Teil spülte 2011 einen Profit von 650 Millionen Euro in ihre Kassen. 105-mal mehr, als sie ihrem Angestellten Norbert Reithofer bezahlen. Das also sind die Größenordnungen zwischen Kapital und Leistung. Haben die Quandts 105-mal mehr geleistet als Reithofer?

Nicht ihre Leistung hat den Reichtum der Besitzenden in neue Dimensionen katapultiert, sondern Profite aus ihren Kapitalgeschäften. Die erregte Öffentlichkeit stürzt sich auf die Manager, weil sie bekannt und sichtbar sind. Doch nur fünf Prozent des einen Prozents sind Manager. Die meisten Vermögenden verstecken sich hinter unscheinbaren Toreinfahrten und bleiben unsichtbar. Die deutschen Reichen tun so, als gäbe es sie gar nicht. Typisch für die Geldelite sind nicht mehr Unternehmenslenker, schon gar nicht Unternehmensgründer. Viel lieber sind sie Anleger. Sie verwalten das Vermögen, das ihre Väter und Großväter geschaffen haben. Die Generation der Unternehmensgründer ist heute über 80 Jahre alt. Oder tot. „Von den großen deutschen Unternehmen in Privathand werden heute vier Fünftel von Erben geführt“, sagt Elitenforscher Michael Hartmann.

„Die Oberschicht legitimiert sich durch Gewinn, nicht mehr durch Leistung“, sagt der Soziologe Neckel. Was sich nach Wortklauberei anhört, ist in Wahrheit eine der folgenreichsten Veränderungen in der finanziellen Oberklasse. Sie misst ihren Erfolg nur am Profit. Doch der ist bei Bankgeschäften auch völlig mühelos zu haben, ohne Leistung. „Viele verfügen über ein unverdientes Vermögen“, fasst Reichenforscher Lauterbach seine Erkenntnisse zusammen.

In der Welt der Mittelschicht gibt es kein leistungsloses Einkommen. Immer ausgefeiltere Methoden messen die Leistung jedes Beschäftigten. Bei Millionen Arbeitnehmern wird zuerst die Leistung gemessen. Danach richtet sich die Bezahlung. Bei der Geldelite ist es umgekehrt: Zuerst wird auf dem Kontoauszug kontrolliert, was an Rendite reingekommen ist. Daraus werden dann Rückschlüsse gezogen auf die Leistung. Oft sind es Trugschlüsse. Denn Geldvermehrung durch Vermögensverwaltung ist keine Leistung. Und wenn, dann allenfalls der „Wealth Manager“, der Wohlstandsmanager der Bank. Neckel sagt darum: „Leistung ist nicht mehr die moralische Geschäftsgrundlage für Reichtum.“ Die Geldelite ist nicht die Leistungselite. „Der Mythos von der Leistungselite ist entlarvt“, sagt Elitenforscher Hartmann.

Zum Selbstverständnis dieses Staates gehört es, dass starke Schultern die größere Last tragen. So lautet das Mantra der deutschen Steuerpolitik. Doch im wahren Leben läuft es genau andersrum. „Dass die Vermögenskonzentration in den letzten Jahren so zugenommen hat, hängt auch mit der Steuerpolitik zusammen“, sagt Markus Grabka vom DIW. Die Politik hat die Umverteilung nach oben nicht nur nicht verhindert, sie hat sie mit verursacht.“

Grafik 2: 


 © ver.di, 2012


 „Gern stellen sich Deutschlands Reiche als die Lokomotive dar, die den Zug der Staatsfinanzen ganz allein zieht. Weiter kann man die Wahrheit nicht verfehlen. Mehrwertsteuern, Mineralölsteuern und Lohnsteuern werden von der Masse der Gesellschaft aufgebracht. 1960 betrug der Anteil dieser „Massensteuern“ an den Einnahmen des Finanzministers noch etwa 38 Prozent. Die „Gewinnsteuern“, die typischen Steuern der Reichen, hatten damals einen Anteil von 35 Prozent. Bis 2010 hat sich der Anteil der „Massensteuern“ mit 71 Prozent fast verdoppelt, während die „Gewinnsteuern“ unter 20 Prozent abgerutscht sind. Die Oberschicht überlässt die Finanzierung des Staates der arbeitenden Mittelschicht.

Allein durch die Tabaksteuer nimmt der Staat mehr Geld ein als durch Steuern auf Kapitalgewinne. Auch der Beitrag der Steuern auf Unternehmensgewinne liegt noch unter dem, was Raucher in die Staatskasse pusten. Die vermögensbezogenen Steuern auch. Ihr Anteilchen beträgt gerade mal 2,3 Prozent an den Einnahmen des Fiskus. In den USA und in Großbritannien ist der Beitrag der Vermögen fünfmal größer. Deutschland ist eine Steueroase für Vermögen.“ 

Grafik 3: Anteil einzelner Steuerarten am Steueraufkommen 2008


© Bundesfinanzministerium


 "Wenn das Vermögen der Reichen Erträge abwirft, werden vom Profit pauschal 25 Prozent Kapitalertragsteuer abgezogen. Vom Einkommen aus Arbeit nimmt sich das Finanzamt jedoch bis zu 45 Prozent. Bei BMW bedeutet das: Vorstände und Beschäftigte, die ein Rekordergebnis erarbeitet haben, müssen die hohe Einkommensteuer zahlen. Bei der Familie Quandt, deren Leistung sich im Gewinnabschöpfen erschöpft, begnügt der Staat sich mit 25 Prozent. Die Steuerpolitik bevorzugt das leistungslose Einkommen und bestraft den Lohn der Leistung. Kein Wunder, dass die Habenden lieber ihr Geld für sich arbeiten lassen.

Ludwig Erhard hat die Reichen noch ganz anders zur Kasse gebeten. Er verlangte eine Vermögensabgabe, den „Lastenausgleich“. Dabei war er nicht bescheiden. Erhard wollte gleich die Hälfte des Vermögens. [siehe Ergänzung am Schluss, d. Verf.] Nicht auf einmal, sondern verteilt auf 30 Jahre. Macht rund 1,6 Prozent im Jahr. Der Lastenausgleich hatte immerhin ein Volumen von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Gäbe es ihn heute noch, müssten die Vermögenden jedes Jahr gut 25 Milliarden Euro zusätzlich in die Staatskasse zahlen. Das könnte die Folgen der Finanzmarktkrise spürbar mildern.

Doch Deutschland geht einen anderen Weg. Es verschuldet sich. Bei wem? Bei denen, die Geld zum Verleihen übrig haben. Also genau bei denen, die mit ihren Spekulationen die Finanzmarktkrise überhaupt erst ausgelöst haben. Die Vermögenden leihen dem Staat das Geld nicht als Wiedergutmachung. Sie bekommen Zinsen. Derzeit sind die zwar niedrig. Doch die richtig Reichen wissen aus Erfahrung, wie schnell sich das ändern kann. Auf lange Sicht, so viel ist jetzt schon sicher, wird die Reparatur die Verursacher des Schadens noch reicher machen. Und mächtiger. Die 99 Prozent stehen für Generationen in der Schuld des einen Prozents.

Die Finanzkrise hat die Verschuldung der öffentlichen Haushalte in derselben Größenordnung gesteigert wie die Wiedervereinigung. Würde für diese Last heute jemand einen Lastenausgleich fordern, er würde als ahnungsloser Sozialist beschimpft. Bei Erhard nannte man das Wirtschaftswunder.“ 

Grafik 4: Investitionsrückstand der Kommunen in Deutschland 

© wirtschaftundgesellschaft.de, 2012


„80 Prozent der Reichen sind Erben; 56 Prozent haben sogar mehrfach geerbt

Adel verpflichtet. Der Geldadel fühlt sich jedoch nicht der Gemeinschaft verpflichtet, sondern der Familie. Der Reichtum soll zu einhundert Prozent vererbt werden. Die Erbschaft ist der Königsweg in den Geldadelsstand. Melanie Böwing-Schmalenbrock hat in ihrer Doktorarbeit die „Wege zum Reichtum“ untersucht. „Erbschaften sind noch weitaus wichtiger, als die Wissenschaft bisher schon angenommen hat“, lautet das Ergebnis der Wissenschaftlerin. Rund 80 Prozent der reichen Haushalte haben bereits eine bedeutende Erbschaft gemacht, 56 Prozent sogar gleich mehrere.

Vom „Erwerb von Todes wegen“, wie das Steuerrecht es nennt, bekommt der Staat nur wenig ab. 2010 starb beispielsweise Theodor Albrecht, einer der beiden Aldi-Brüder. Geschätzte Hinterlassenschaft: 16 Milliarden Euro. Laut Steuertabelle wären mindestens 4,8 Milliarden Euro Erbschaftsteuer fällig. Die Bundesrepublik Deutschland hat 2010 insgesamt jedoch nur 4,4 Milliarden Euro Erbschaftsteuer eingenommen. Der Generationswechsel des Vermögens ist die Königsdisziplin derSteuerberater, der besten Freunde der Reichen. Die haben sich im vergangenen Jahrzehnt etwa um ein Drittel vermehrt.

Dieses Jahrzehnt, das steht schon fest, wird für den Geldadel königlich. Schuld ist die Demografie. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Altersvorsorge wird bis 2020 mehr als ein Viertel des privaten Vermögens die Generation wechseln. Noch nie in der Geschichte wurden in so kurzer Zeit solche Reichtümer vererbt. Und die Wissenschaft weiß: Erbschaften sind ungleich ungleicher verteilt als das Vermögen. Der Reichtum wird noch weiter nach oben rücken.

Der Aufstieg des einen Prozents hat gerade erst begonnen.“

© stern, 2012 

 
Ergänzung: Die hier getroffenen Aussagen sind nach unserer Auffassung so nicht haltbar. Tatsächlich waren die Reichen nicht von diesem Lastenausgleich gleichermaßen betroffen wie die Mehrheit der Bevölkerung. Wir haben Hinweise gefunden, dass z. B. führende Industrieunternehmen nur einen Bruchteil der gesetzlich geforderten Abgabe an den Fonds geleistet haben. 

Zumindest ungenau ist es, Erhard den Lastenausgleich ans Revers zu heften: Die Alliierten verlangten bereits 1948, „diejenigen, die Vermögen über die Kriegsjahre „retten“ konnten, sollten zu Gunsten derjenigen Abgaben leisten, die durch die Kriegshandlungen in wirtschaftliche und soziale Not geraten waren.“ Das Rechtswörterbuch von Creifelds definiert später so: „Der Lastenausgleich bezweckt einen teilweisen Ausgleich der durch Vertreibungen und Zerstörungen der Kriegs- und Nachkriegszeit entstandenen Schäden und Verluste sowie der Währungsschäden.“ 

In den folgenden Jahren bis 1952 hat Erhard nur vollendet, was der ersten Bundesregierung aufgetragen war. Volkstümlich ist man aufgrund der Formulierung „die Vermögen über die Kriegsjahre „retten“ konnten“ davon ausgegangen, dass die Reichen diese Abgabe finanzieren. (Quelle: „Der Lastenausgleich im Spiegel der zeitgenössichen deutschen Presse 1949 bis 1979“, Benjamin Härte, 2010)

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