Donnerstag, 31. Mai 2012

Standpunkt 246 - Nachrichten-Ticker, 30.05.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Athens Schicksal hängt am seidenen Faden
Will Griechenland wieder auf die Beine kommen, müssen Löhne und Preise drastisch sinken. Ob es dazu aus dem Euro austritt oder nicht, ist fast schon egal. Die Analyse. Weiterlesen …

Kommentar: Wertlos, diese Analyse. Sie stützt sich auf die falschen Annahmen, die schon seit Monaten im Mainstream herumgereicht werden. Die ifo-Experten schreiben den Euro-Austritt und seine Folgen schön. Natürlich liest sich alles sehr schlüssig, nur stochern auch diese Leute im Nebel. Die Vergleiche mit Argentinien oder Thailand sind für die griechische Situation wertlos. Es ist eine Bankenkrise, stupid, auch in der Griechenland-Krise. Genauer: Ursprünglich ist es in Griechenland die Krise deutscher, französischer und amerikanischer Banken, nicht der griechischen Banken. Erst in deren Folge ist es heute natürlich auch ein Problem für die einheimischen Banken. Aus dieser Gewissheit heraus, verbunden mit der offensichtlichen Unfähigkeit der verantwortlichen Politiker im Umgang mit der Krise, greifen weltweit die Spekulanten die PIIGS-Staaten immer wieder an, um kräftige Gewinne zu machen. Es ist höchst verantwortungslos von den ifo-Experten, diese Fakten immer noch zu ignorieren und so zu tun, als sei der Grexit zwar teuer, aber zu beherrschen. Er ist es nicht, genauso wenig wie die Pleite von Lehman 2008, an deren Folgen die Welt heute leidet und deren Kosten überhaupt noch nicht abzusehen sind.   


Banken treiben Spanien in den Ruin
Nach dem Platzen der Immobilienblase ist die Branche massiv unter Druck: Die Sparkasse Liberbank und die Rivalen Ibercaja und Caja 3 sind gezwungen zu fusionieren. Es entsteht eines der größten Institute des Landes. Weiterlesen…

Kommentar: Weiter mit den alten Fehlern. Es ist “too big to fail” auf spanisch. In Wirklichkeit geht es um “too big to rescue” ("zu groß, um gerettet zu werden"). Schon wieder schaut Europa hilf- und tatenlos zu.         


EU warnt vor unkontrollierbarer Finanzlage Spaniens
Die EU-Kommission zeigt sich besorgt über die finanzielle und wirtschaftliche Lage Spaniens. Der fragile Bankensektor und die hohe Arbeitslosigkeit gelten als besondere Achilles-Fersen der iberischen Wirtschaft. Weiterlesen … 

Kommentar: Schon wieder hängt die EU mit ihrer Einschätzung der Entwicklung hinterher. Was muss in Europa noch passieren, bis dem Treiben der Finanzkonzerne das Ende bereitet wird? Offensichtlich müssen die Schwierigkeiten erst Italien und Frankreich erreichen, damit in den europ. Hauptstädten endlich die richtigen Lösungen auf den Weg gebracht werden. Was im Zusammenhang mit Spanien jetzt an Vorschlägen auf dem Tisch liegt, verschafft noch nicht einmal mehr Zeit, von einer Lösung ganz zu schweigen.   


Kommt Madrid von allein auf die Beine?
Die Beteuerungen des Ministerpräsidenten klingen hohl: Die Bankenkrise, die das Land erschüttert, wird Madrid bald dazu zwingen, sich an die EU zu wenden. Als Gegenleistung für die rettende Finanzspritze wird Spanien sich wohl wie Irland bevormunden lassen müssen. Weiterlesen …

Kommentar: Ein guter Artikel aus dem Land der neuen Krise. Reflektiert Dinge, die in Deutschland weitgehend unterdrückt werden. Die vermutete Fiskalunion wird keinesfalls jetzt oder in absehbarer Zeit Teil der europäischen Krisenlösung sein. Erst müssen alle Banken verstaatlicht, das Finanzcasino beendet, die Geschäfte der Banken auf ihre Grundlagen zurückgeführt und unbedingt glasklar reguliert werden. Am besten noch über Nacht, ohne jede Vorankündigung. Für die ewig Gestrigen: Das hat nichts mit Kommunismus zu tun, sondern nur mit staatlicher Verantwortung für die Bürger. Nennen wir es die Durchsetzung der verfassungsmäßigen Rechte. Die Demokratie muss nicht marktkonform sein, wie es die Kanzlerin noch im Spätsommer 2011 forderte, sondern der Markt muss demokratiekonform sein. Nur so geht es.


EU-Kommission gibt Spanien ein Jahr mehr Zeit
Spanien erhält mehr Zeit zum Sparen. Die EU-Kommission räumt der spanischen Regierung ein weiteres Jahr ein, um das hohe Staatsdefizit unter Kontrolle zu bekommen - und geht gleichzeitig mit dem Land hart ins Gericht. Weiterlesen …

Kommentar: Wie gesagt, Europa ist im Umgang mit der spanischen Krankheit völlig hilflos. Diese Anpassung ist lächerlich nutzlos.


EZB lehnte Spaniens Rettungsplan für Bankia ab
Die Europäische Zentralbank hat einem Pressebericht zufolge die von der spanischen Regierung geplante Sanierung der angeschlagenen Großbank Bankia mit Staatsanleihen abgelehnt. Weiterlesen …

Kommentar: Noch ein weiteres Beispiel der Hilflosigkeit. Jetzt ist es die der EZB. Bankia wird Geld bekommen, schnell und unbürokratisch, sonst gehen in weiten Teilen Südeuropas krisenbedingt die sprichwörtlichen Lichter aus. Wie diese dringend benötigte Liquidität bereitgestellt wird, ist dabei völlig egal.     

Kunden plündern spanische Bankkonten
Die Sparguthaben bei spanischen Banken schrumpfen. Allein im April gingen sie um etwa 31,5 Milliarden Euro zurück. Sie sind damit auf dem niedrigsten Wert seit November 2008 angelangt. Weiterlesen …

Kommentar: Natürlich, es besteht keine Ansteckungsgefahr. Spanier und Italiener, demnächst die Franzosen, schauen dem Treiben im Zusammenhang mit Griechenland oder den Anfängen in Spanien tatenlos zu. Diese Fähigkeit haben in Europa nur die Deutschen.


Spanien muss sich bitteren Wahrheiten stellen
Das Scheitern der spanischen Bankia ist kein Unfall. Sie ist das Spiegelbild eines maroden Systems. Spanien wird die Hilfe Europas brauchen. Weiterlesen …

Kommentar: Die bösen Spanier, haben genauso über ihre Verhältnisse gelebt wie die Griechen. Billiges Geld verprasst für nutzlose Investitionen. Was in dem Artikel steht, ist viel zu kurz gegriffen. Marode ist nicht Spanien, sondern das gesamte Finanzsystem und dessen Aufsicht, die solche Entwicklungen überhaupt erst möglich gemacht haben. Nicht vergessen: Schubkarrenweise wurde das Geld nach Südeuropa geschafft, um dort dicke Gewinne zu verdienen. Politik und Aufsicht haben mindestens weggesehen, oft sogar gefördert. Es wird Zeit, dass sich der Mainstream dieser Tatsachen stellt.


Prominente Europäer warnen vor Euro-Austritt
Ein Austritt aus der Euro-Zone wäre eine Katastrophe, heißt es in einem Appell an Europas Regierungschefs. Die Griechen bräuchten mehr Zeit, um die Krise zu überwinden. Weiterlesen …

Kommentar: Ein ehrenhafter Aufruf. Die damit verbundenen Lösungsvorschläge reichen jedoch nicht aus. Für eine große Lösung ist Europa noch nicht soweit.


In der Krise hilft nur stärkere Integration
Die Euro-Länder müssen ihre Integration vertiefen - nur so können sie dem Misstrauen der Märkte entgegenwirken. Dafür bietet sich der Schuldentilgungspakt an, den die Wirtschaftsweisen vorgeschlagen haben. Weiterlesen…

Kommentar: Es ist völlig absurd, gerade jetzt eine stärkere Integration zu fordern. Das beruhigt nicht die Spekulanten und bringt  - erst einmal - die Deutschen nur noch weiter gegen Europa auf. Erst muss die Krise gelöst werden, der Schuldentilgungspakt der Wirtschaftsweisen hilft da nichts. Er ist ähnlich nutzlos wie die Maastricht-Kriterien.


Gebt nur Geld aus, irgendwer wird schon zahlen
Es haben wohl noch immer nicht alle den Ursprung der Krise verstanden: Dass Regierungen Geld ausgeben, welches ihnen nicht gehört. Den Steuerzahler dafür zu bestrafen, ist mehr als verantwortungslos. Weiterlesen …

Kommentar: Der Beifall von den unteren Rängen ist dem Autor sicher. Die Konsequenzen aus seiner Beschreibung der Zustände behält er leider für sich. Dafür wird er seine Gründe haben, müsste er doch am glänzenden Mythos des westlichen Kapitalismusmodell kratzen.


EU-Kommission warnt vor Banken-Exposure in Osteuropa
Die EU-Kommission warnt Österreich vor Risiken im Zusammenhang mit seinem hohen Banken-Exposure in Osteuropa. Weiterlesen …

Kommentar: Für uns ist Österreich schon seit vielen Monaten hochgradig belastet und der geeignete Kandidat für einen weiteren Kriegsschauplatz in der Spekulation gegen den Euro. Die österreichischen Banken sitzen auf einem Sack voller fauler Kredite in den Pleite-Staaten Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Slowenien. So viel können die Österreicher zu Hause gar nicht sparen, wie dort im Feuer steht. Mit Blick auf diese Situation ist das österreichische Rating immer noch überbewertet. Ein Auszug aus unserem Standpunkt No. 75, „Die Triple-A Märchen“, vom 23.09.2011, zu Österreich (hier): Das Land steht am Abgrund. Die Milliarden-Euro-Investitionen in den strukturschwachen osteuropäischen Ländern werden uneinbringlich. Da helfen auch nicht die Kredite an diese Länder von EU und IWF zu günstigsten Konditionen. Ebenfalls stark in den PIIGS-Staaten investiert. Die österreichischen Banken, sowieso nicht auf Rosen gebettet, stehen vor riesigen Wertberichtigungen. Nur redet noch niemand darüber, die Österreichische Nationalbank (ÖNB) hat noch im Februar 2011 in einem Report eine positive Prognose gestellt. Wider besseren Wissens. Bereits im April 2009 betitelte das Manager Magazin einen Ausblick mit „Katastrophale Wirtschaftslage“ (hier). Österreichs Wirtschaft ist abhängig von Deutschland. Nur aus dieser Nähe leitet sich auch das Triple-A-Rating ab. Österreich hält sich für einen Musterknaben. Die Wahrheit: Große Klappe, aber nicht viel dahinter. Kein Euro-Retter, sondern ein Rettungskandidat.


Märchenhochzeit des Geldadels
Rothschild und Rockefeller – klangvolle Namen der Finanzbranche. Nun haben sich die beiden Firmen zusammengetan. Das soll wohl vor allem noch mehr reiche Investoren anlocken, die auf Verlässlichkeit setzen, nicht auf den schnellen Dollar. Weiterlesen …

Kommentar: Einigkeit macht stark. Die zukünftige Entwicklung macht es erforderlich, die Kräfte zu bündeln. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf das folgende Zitat der Gebrüder Rothschild, London, aus einem Brief vom 28. Juni 1863 an einen US-amerikanischen Geschäftspartner: „Die Wenigen, die das System verstehen, werden dermaßen an seinen Profiten interessiert oder so abhängig von seinen Vorzügen sein, daß aus ihren Reihen niemals eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, geistig unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne je Verdacht zu schöpfen, daß das System gegen sie arbeitet.“  


Was tun, wenn es zu einem Run auf den Franken kommt?
Was würde die SNB tun, wenn die Eurozone zusammenbrechen würde und es zu einem Run auf den Schweizer Franken käme? SNB-Präsident Thomas Jordan gab in der «SonntagsZeitung» eine brisante Antwort: Eine Maßnahme wären Kapitalverkehrskontrollen, also Vorkehrungen, die den Zufluss von Kapital in die Schweiz direkt beeinflussen. Ich kann hier nicht in die Details gehen. Wir identifizieren diese Instrumente für den Fall, das weitere Massnahmen nötig wären. Weiterlesen ... 

Kommentar: Die Schweizer sind meistens gut vorbereitet. So auch jetzt. Erst einmal gehört aber klappern zum Handwerk. Bitte auch die Kommentare zu dem Artikel lesen. Unsere LeserInnen können sich außerdem hier gut vorbereiten.


Schwaches Lkw-Geschäft belastet Autobauer
Daimler, MAN und Co. leiden zusehends unter einem schleppenden Absatz ihrer Lastwagen. In Europa brach der Verkauf um mehr als 11 Prozent ein, in Italien um fast 40. Auch der brasilianische Markt bereitet den Herstellern Sorgen – Daimler verordnet 1500 Beschäftigten daher eine Zwangspause. Weiterlesen …

Kommentar: Die Entwicklung in Europa: keine Überraschung. Nur, was ist in Brasilien los, einer der erklärten Weltwirtschaftslokomotiven, die das Wirtschaftswachstum in der Welt wieder mit anschieben soll? Sieht doch ganz danach aus, dass die Entwicklung in den BRIC-Staaten schon seit geraumer Zeit schöngeredet wird. Wer regelmäßig unseren Blog liest, der kennt unsere Meinung dazu: Brasilien, Russland, Indien und China sind randvoll mit eigenen Problemen. Sie können höchsten hoffen, dass der am Horizont sichtbare Finanzkollaps sich doch noch irgendwie verzieht.  

Wir haben unser Angebot erweitert. Einzelheiten dazu hier.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Standpunkt 245 - Nachrichten-Ticker, 29.05.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...



Gier nach Boni treibt Großkanzlei in Ruin
Es ist die größte Pleite einer US-Kanzlei aller Zeiten: Dewey & Leboeuf hat laut einem Medienbericht Insolvenz angemeldet. Mega-Boni, Schulden und hohe Mietkosten haben dem Rechtskonzern mit einst 1300 Anwälten das Genick gebrochen. Hauptleidtragende sind nun die Mandanten. Weiterlesen …

Kommentar: Eine äußerst interessante Meldung. Irgendwie irritierend, dass eine der größten US-Kanzleien ins Gras beißt. In der Heimat von Goldman Sachs eine echte Überraschung.


Bankenverband musste Valovis Bank retten
Die ehemalige KarstadtQuelle-Bank hatte sich mit griechischen Staatsanleihen verzockt. Deshalb musste der Bundesverband Deutscher Banken mit einer Garantie in Höhe von 100 Millionen Euro einspringen. Nun wird ein Käufer für das Institut gesucht - der soll auch die Garantien übernehmen. Weiterlesen …

Kommentar: Ein kleines Opfer. Die Schwergewichte kommen erst noch.        


Bewundert in der Krise
Nur noch jeder dritte EU-Bürger glaubt, die ökonomische Integration sei ein Segen für seine Heimat. Doch während Deutschland dem Kontinent ein hartes Spardiktat aufzwingt und bei den Griechen unbeliebter denn je ist, zeigt eine Umfrage Überraschendes. Weiterlesen … 

Kommentar: Lesen, wundern, genießen, die Zeit wird knapp.  


Unicef kritisiert hohe Kinderarmut in Deutschland
Eine warme Mahlzeit am Tag, ein Platz für die Hausaufgaben oder neue Kleidung: Fast 2,5 Millionen Kinder in Deutschland müssen auf die notwendigsten Dinge verzichten. Das ist das Ergebnis einer Studie des Kinderhilfswerks Unicef. Die Bundesrepublik schneidet damit schlechter ab als viele andere Industrieländer. Weiterlesen…

Kommentar: „Die Kinderarmut in der Bundesrepublik ist höher als in anderen Industrieländern.“ Da stimmt was nicht. Selbst Großbritannien kann es besser, trotz eines insgesamt wesentlich geringeren Lebensstandards. Zu Zeiten der Sozialen Marktwirtschaft war das anders.    


Irland stimmt über „Zeitbombe der Austerität“ ab
Apokalyptische Szenarien prägen in Irland das Vorfeld der Volksabstimmung über den Fiskalpakt. Der Volkszorn auf die Banken ist kaum zu beschreiben. Zähneknirschend gehen die Iren an die Urnen. Weiterlesen …

Kommentar: Die Krise ist in Irland noch lange nicht zu Ende. Deshalb wird der Entscheidung über den Fiskalpakt international so viel Bedeutung beigemessen. Die irische Regierung ist scheinbar doch noch nicht davon überzeugt, dass die Abstimmung gut ausgeht.     


Der Sturm auf die Banken hat begonnen
Nichts fürchten Währungshüter so sehr wie einen Bank Run. Zwar sieht man in Athen noch keine Schlangen vor den Banken, doch die Ruhe trügt: Griechenland erlebt einen Sturm auf die Banken - in Zeitlupe. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Wenn Sparer die Nerven verlieren, zwingen sie oftmals ganze Volkswirtschaften in die Knie. Weiterlesen …

Kommentar: Es geht in diesem Beitrag um Griechenland. Längst hat diese Entwicklung auch in Spanien und Italien begonnen. Logisch zahlt die EZB. Alles andere wäre Benzin ins Feuer der Krise. Deshalb bitte keine Verwunderung über einen völlig normalen Vorgang in nicht normalen Zeiten.    


Spanien steht mit dem Rücken zur Wand
Spaniens Banken bereiten Europa ernste Sorgen. Die Bankia wird offenbar mit neuen Schulden rekapitalisiert. Weiterlesen …

Kommentar: Lassen wir uns nichts vormachen: Europas Politiker sind ratlos, sogar hilflos und – viel schlimmer – führungslos. Deshalb erleben wir den Zerfall Spaniens, danach den von Italien, nebenbei geht Portugal vor die Hunde. Wer (auf uns) nicht hören will, muss fühlen. Seit Monaten prophezeien wir schon diese Entwicklung. Oder, anders ausgedrückt: „Wer die Augen nicht zum Sehen benutzt, wird sie später zum Weinen gebrauchen.“ (Jean Paul, dt. Schriftsteller, 1763 – 1825)


„Wir haben die Griechen gepäppelt und verwöhnt“
Wachstumskritiker Meinhard Miegel fordert die Griechen auf, wieder so bescheiden zu leben wie vor dem EU-Beitritt ihres Landes. Auch mit weiteren Finanzspritzen könne das Land kein höheres Wirtschaftswachstum stemmen. Weiterlesen …

Kommentar: Wie sollen die deutschen Politiker die europäische Krise verstehen, wenn es ihre Akademiker nicht schaffen? Es kann doch nicht so schwer sein die Fakten richtig zu deuten. Wir fragen uns deshalb, ob dahinter vielleicht Absicht steht? Die Ökonomen fühlen sich endlich vom Mainstream angenommen. Leider schon wieder nur einer, der mit Steinen wirft obwohl er im Glashaus sitzt.


„Die Euro-Rettung ist ein Fiasko“
Die Euro-Schuldenkrise eskaliert. Ein Staatsbankrott und der Euro-Austritt Griechenlands werden nicht mehr ausgeschlossen. Professor Bernd Lucke spricht im F.A.Z.-Interview über die Gelder an Griechenland und die Folgen der Rettungsschirmpolitik. Weiterlesen …

Kommentar: In dem Interview werden einige Wahrheiten angeboten, die dem Mainstream nicht schmecken. Aber auch Lucke stellt alles nur in den Kontext einer Staatsschuldenkrise. Ein Fehler.    


Dienstag, 29. Mai 2012

Standpunkt 244 - Nachrichten-Ticker, 28.05.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Mehrheit in Irland für Fiskalpakt
Vor einem Referendum in Irland über den EU-Fiskalpakt zeichnet sich eine Mehrheit für die Befürworter ab. In der am Wochenende veröffentlichten, letzten Umfrage vor der Abstimmung am Donnerstag erreichten sie 49 Prozent. Die Gegner kamen der Erhebung von "Sunday Business Post"/Red C zufolge auf 35 Prozent und die Unentschlossenen auf 16 Prozent. Weiterlesen …

Kommentar/Erklärung: Sie sind brav, diese Iren. Wohlgefällig wollen sie für Merkels Fiskalpakt stimmen. Vorsorglich hat auch der irische Premier die Bevölkerung aufgerufen, für den Fiskalpakt zu stimmen. Er erwartet Fortschritte bei einer wirtschaftlichen Gesundung („Premierminister wirbt für Ja zu Fiskalpakt“, hier). Glücklicherweise erinnert sich niemand mehr daran, mit welchen Versprechungen der Mann sich im vergangenen Jahr hat wählen lassen. Ähnlich wie in Griechenland ging es u. a. auch um Nachverhandlungen des Spardiktats. Die Sache wurde dann auf dem kleinen Dienstweg geregelt: Statt öffentlicher Verhandlungen gab es milliardenschwere Zugeständnisse der Kontinentaleuropäer und schon war das Thema Nachbesserungen vom Tisch. Trotzdem bleibt es bis Donnerstag spannend.


Zypern denkt über Flucht unter Rettungsschirm nach
Auch der griechisch bevölkerte Teil Zyperns muss möglicherweise bald unter den EU-Rettungsschirm schlüpfen. Bislang konnte sich das Land nur mit einem russischen Kredit über Wasser halten.  Weiterlesen

Kommentar: War zu erwarten, zu stark ist die Abhängigkeit vom griechischen Festland. Interessant nur, wer bisher mit Geld eingesprungen ist: Nicht die EU, Mütterchen Rußland hat sich gönnerhaft gezeigt und 2,5 Milliarden Euro Kredit bereitgestellt. Ein echter Freundschaftsdienst. So konnte die Insel in den vergangenen Monaten aus der leidigen Diskussion um die angebliche Rettung Griechenlands herausgehalten werden.       


Spanien tief im Strudel der Bankenkrise
Europa zittert davor, dass Spanien wegen seiner Bankenkrise die EU um Hilfe bitten muss. Allein die marode Großbank Bankia kostet den Staat 23 Milliarden Euro. Madrid fehlt das Geld. Ein Trick könnte helfen. Weiterlesen… 

Kommentar: Nichts neues, in Europas Krise wird doch schon lange getrickst. Besonders gerne im Zusammenhang mit den vielfältigen Bankenhilfen. Wieder geht es nur um ein bisschen Zeitgewinn, mehr ist nicht drin. Die wirklichen Probleme der spanischen Banken sind immer noch nicht auf dem Tisch: 300 Milliarden Euro aus Immobilienkrediten müssen wertberichtigt werden. Wie lange wollen das Europas Krisenmanager noch verstecken?


Wie die Nervosität in Madrid steigt
Die Aktien des angeschlagenen Bankia-Geldinstituts stürzen an der Börse regelrecht ab - doch noch immer weiß die spanische Regierung nicht, wie die Rettung finanziert werden soll. Stattdessen fordert Ministerpräsident Rajoy für die Banken direkte Mittel aus dem Euro-Rettungsfonds - und appeliert in dramatischen Worten an die EU. Weiterlesen …

Kommentar: Spanien tritt der Angstschweiß auf die Stirn. Alle verbalen Beruhigungsdrops des spanischen Ministerpräsidenten und kürzlich aus Berlin zeigen keine Wirkung. Wieso auch, es ist praktizierter Lug und Trug.   


Deutsche Banken haben in Spanien hohe Risiken
Nach dem Platzen der Immobilienblase haben die deutschen Banken ihr Engagement in Spanien zwar reduziert, stehen aber weiterhin mit 112 Milliarden Euro im Feuer. Die meisten ausstehenden Kredite weist die Deutsche Bank auf. Auch der deutsche Staat wäre von der Krise in Spanien getroffen. Weiterlesen…

Kommentar: Was hier an Zahlen genannt wird, ist nach unserer Überzeugung stark untertrieben. Über die vielfältigen Geschäftsbeziehungen zu anderen europäischen Finanzkonzernen, nicht nur zu den stark betroffenen franz. und niederländischen Banken, steht mehr im Feuer, gleichfalls durch Zweckgesellschaften/Schattenbanken und bei den Derivaten. Spanien wird, wegen unfähiger europäischer Krisenmanager, ein Blutbad. Fortsetzung folgt.  


Brüderle: „Eurobonds sind Zinssozialismus“
Bei ihrem Nein zu Eurobonds hat Kanzlerin Merkel die volle Rückendeckung vom Fraktionspartner. FDP-Fraktionschef Brüderle fordert stattdessen eine „richtige Wachstumspolitik“ und schlägt vor, arbeitslose Jugendliche aus Südländern in Deutschland auszubilden. Weiterlesen …

Kommentar: „Bankenhilfen sind Verlustsozialismus“ und bedingen diese Eurobonds, sind aber nur als Teil einer durchstrukturierten Lösung nützlich. Sie alleine retten jetzt nichts mehr. Die Ausbildung ausländischer Jugendlicher in Deutschland? Bravo, Herr Brüderle, eine wirklich tolle Idee. Bis zu Ende gedacht? Nein. Finanzierung? Ausbildungsplätze? Unterbringung? Arbeitsplätze danach? Sicherlich hat die deutsche Wirtschaft sehr zum eigenen Nutzen schon geeignete, billige Ideen.   


Nicht nur in Spanien: Banken verstaatlichen!
Die EZB und Vertreter der Euro-Gruppe beraten über Direkthilfen an spanische Banken. Wird die nächste von Schäuble und Co. gezogene „Rote Linie“ überschritten? Die bisherigen Nutznießer sind in Frankreich zu finden. Weiterlesen …

Kommentar: Die Forderung ist richtig, die Begründung falsch, die beschriebenen Folgen lächerlich harmlos. Zuallererst hat Europa, nicht nur Deutschland, bisher deutsche Banken gerettet. Erst jetzt und in der nächsten Zukunft geht es um Banken in Frankreich, Spanien, Italien, Holland, Dänemark, Schweden, Großbritannien (Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit). Dabei geht es immer noch auch um die Rettung deutscher Finanzkonzerne, allen voran die Deutsche Bank. Einfach mal die letzte Bilanz lesen, Herr Henkel, das eröffnet Horizonte. In dieser Bilanz steckt Sprengstoff, der sich so nur noch bei einer Hand voll anderer europäischer Banken wiederfindet, französische, spanische, italienische, holländische, schwedische, dänische, (Aufzählung erhebt …) gehören mit größter Wahrscheinlichkeit nicht dazu. Da wäre eine „Re-nationalisierung“ tödlich. Simples Ausbuchen heißt die Lösung. Zu banal, als dass es den  Bildungsbürgern einfällt. Dieser Beitrag des Hans-Olaf Henkel soll vor allen Dingen eins: die Pläne und Vorschläge des Franzosen Hollande hintertreiben.


Beleidigungen, Chaos und sich selbst erfüllende Prophezeiungen
Wenn jeder umgefallene Sack politischer Reis ein mediales Erdbeben auslöst, dann kann mit Fug und Recht von der Unmöglichkeit eines Klimaumschwungs philosophiert werden. Somit werden alle Weissager Recht behalten, die unter den gegebenen Umständen den baldigen totalen Kollaps Griechenlands vorhersagen[1]. Bedenklich stimmt, dass viele dieser Propheten selbst dazu beitragen. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Griechen am 17. Juni erneut ein für Europa radikales Wahlergebnis liefern werden. Weiterlesen …

Kommentar: Der ist entbehrlich. Ein Beitrag nur für Leute, die noch nicht von den deutschen Leitmedien verdorben wurden.


Amerika baut wieder
Erstmals seit fünf Jahren ziehen die Preise am US-Häusermarkt wieder an. Die führenden Baugesellschaften verzeichnen neue Aufträge - ein Signal der Hoffnung für die Gesamtwirtschaft. Weiterlesen …

Kommentar: Und im November sind Präsidentschaftswahlen, da will Barack Obama wiedergewählt werden. Nur in diesem Zusammenhang ist dieser Bericht zu verstehen. Aus jedem kleinsten Fitzelchen muss in den kommenden Monaten eine gute Nachricht kreiert werden. Die Propagandamaschinerie beginnt zu laufen.


Wir haben unser Angebot erweitert. Einzelheiten dazu hier.  

Montag, 28. Mai 2012

Standpunkt 243 - Nachrichten-Ticker, 27.05.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


CHF: Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
Möglicher Euro-Austritts Griechenlands: Eine Arbeitsgruppe des Bundes trifft laut Nationalbankpräsident Thomas Jordan Notfallvorbereitungen. Eine Massnahme wären Kapitalverkehrskontrollen. Weiterlesen …

Kommentar: Es gibt keinen sicheren Hafen fürs Geld. Gegen die staatliche Enteignung ist kein Kraut mehr gewachsen. Wir können nur immer wieder darauf hinweisen: Die Schweiz steckt selbst in höchster Anspannung über die weitere Entwicklung in Europa und der Finanzkrise 08, was nicht ständig etwas miteinander zu tun hat Beides läuft aber, mit unterschiedlicher Geschwindigkeit, in Richtung finaler Countdown. Definitiv. Deshalb muss sich die Schweiz gegenüber ihren wichtigsten Partnern den Rücken freihalten. Streitpotential ist da unerwünscht. Eine geeignete Maßnahme sind nun mal Kapitalverkehrskontrollen. Die „Altfälle“ werden gemeldet, besonders Dreisten wird ihr Vermögen einfach blockiert. Die Staaten rücken diesbezüglich zusammen.   


Sachwert schlägt Geldwert, jetzt erst recht
Wenn ein für seine Offenheit bekannter Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken wie Andreas Schmitz kein Blatt vor den Mund nimmt, ist er es wert, hier mit einigen brisanten Aussagen zitiert zu werden. Zumal seine Amtszeit demnächst ausläuft und er deshalb umso freimütiger über alle anstehenden Probleme und ihre Lösungen reden kann, wie in diesem Fall vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten am vergangenen Mittwoch. Sein Rundumschlag hat es mehrfach in sich:

Die Krise sei "zum Normalzustand geworden", so Schmitz, der Interbankenmarkt werde praktisch nur noch von der Europäischen Zentralbank zusammengehalten. Der Sparkurs Griechenlands sei "nicht aufrecht zu erhalten", die Proteste der dortigen Bevölkerung werden noch zunehmen und auch auf andere Euroländer ausstrahlen. Schmitz nennt das einen "psychologischen Dominoeffekt". Für die Lösung des Problems der Eurozone gebe es nur zwei Möglichkeiten: Entweder eine politische Union, oder die Währungsunion kann in ihrer jetzigen Form nicht mehr bestehen bleiben. Was die zweite Alternative betrifft, "nehmen die Risiken eher zu", so Schmitz. Weiterleiten …

Kommentar: Der Autor, Manfred Gburek, ist bekannt für “lebensnahe” Analysen und Ratschläge. Auf jeden Fall lesenswert. Was Gburek beschreibt, steht so nicht an jeder Ecke herum.     


“Europa ist wie Japan. Nur viel schlimmer”
Hedgefonds-Manager Robert Brooke hat es miterlebt: das Platzen der japanischen Immobilienblase und die folgende Bankenkrise. Im Interview spricht er über die Parallelen zu Europa. Weiterlesen … 

Kommentar: So, so, ein Insider. Vielleicht verortert er deshalb Europa auch in einer Bankenkrise, nicht in einer Staatsschuldenkrise, die uns Europas Experten ständig einreden. Die heutige Krise der Banken ist keine auf Europa begrenzte, sie betrifft außerdem wenigstens noch Nordamerika, Japan und China. Es ist abzusehen, dass irgendwann auch der noch übrige Rest betroffen sein wird. In Japan ist damals eine Immobilienblase geplatzt, fertig. Die geplatzte Immobilienblase 2007 in den USA und die Pleite von Lehman im folgenden Jahr sind bloße Auslöser für einen Super-GAU, die kleine Spitze eines mega-gigantischen Eisbergs. Die Größenordnung: Wir geben dieser Spitze den Wert 3, dem Eisberg den Wert 1 000. Im Juni gibt es von uns ein  Dossier zu diesem Thema.  


Der Euro erwartet sein Urteil
Die Schaffung des Euro vor über einem Jahrzehnt war ein mutiges und einzigartiges Experiment. Was dabei herauskam, erweckt heute jedoch großen Zweifel   nämlich, ob der Euro überleben wird und ob es für die Europäer richtig ist, ihn zu behalten. Wenn die Eurozone überlebt, verspricht dies allerdings große Vorteile für die Mitgliedsländer – und vielleicht für die Welt.

Für die Mitglieder ist der Euro eine Währung mit ultrafestem Wechselkurs: Die Länder der Währungsunion schlossen sich anfangs zu einem bestimmten Wechselkurs gegenüber ihren früheren Währungen ein und warfen die Schlüssel ins hohe Gras. Heute durchkämmt eine zunehmende Zahl von Europäern das Gras, um auf leisen Sohlen nach den Schlüsseln zu suchen. Der Euro weist wichtige gemeinsame Merkmale mit manchen Versionen des alten Goldstandards auf. Damals legten die Länder ihre Wechselkurse zueinander fest, indem sie den Preis festsetzten, zu welchem die einheimische Währung in Gold eingetauscht werden konnte.

Heute vertreten einige  - oft lautstark – den Standpunkt, dass der Goldstandard mit wirtschaftlicher und finanzieller Stabilität gleichzusetzen war. Das allerdings steht in krassem Gegensatz zu den historischen Daten: Das Zeitalter des Goldstandards ist voller Boom-Bust-Phasen, die durch übermäßige Kreditaufnahme von Staaten, Firmen, Einzelpersonen oder allen zusammen geschürt wurden.

Zwischen dem Euro und dem Goldstandard bestehen drei Unterschiede – von denen momentan keiner besonders beruhigend ist. Weiterlesen …

Kommentar: Ein interessanter Artikel, auf jeden Fall. Was uns fehlt ist eine weniger allgemeine Sicht auf die Ursachen zum Anstieg der Staatsschulden, also ein Vergleich zwischen vor 2008 und danach. Gehört eigentlich in so einen  Beitrag zwingend hinein. Schade. 


Fördert Gleichheit die Demokratie?
Selten waren die Vermögen in Deutschland so gleich verteilt wie 1945. Das hatte sein Gutes. Weiterlesen …

Kommentar: Ein bisschen Unterricht in bundesdeutscher Geschichte. Eine interessante These, die von Seymour Lipset, dass die Haltbarkeit einer Demokratie von der Höhe des wirtschaftlichen Wohlstandes im Land abhängt. Trifft das zu, dann kommen auf Europa, später auch Deutschland, harte Zeiten zu. In Griechenland und Portugal wünschen sich viele Menschen wieder eine Militärdiktatur. Möglicherweise bestärkt durch den respektlosen Umgang Europas mit der Demokratie im Zeichen der Krise.


Tag der Abrechnung rückt unaufhaltsam näher
Da schlägt sie zu, die IWF-Chefin Largarde, „zahlt Steuern“ ruft sie den Griechen entgegen, wohlwissend das auch eine bessere Zahlungsmoral bei den Steuern das Problem Griechenlands nicht lösen würde. Auch mit nahezu optimaler Steuermoral würden die Steuereinahmen des Staates sinken, in Anbetracht von knapp -20% realem BIP-Schwund, einem Einbruch von -33,2% bei der Industrieproduktion, bei einer offiziellen Arbeitslosenquote von 22,6% und bei hunderttausenden Mittelständlern und Selbstständigen die mittels sinnentleerter, undifferenzierter und aufoktroyierter Sparmaßnahmen für Griechenland in den Ruin getrieben wurden. Auch die Schrumpfung der Lohn- und Mehrwertsteuereinnahmen wurde maximiert, durch einen Einbruch der Summe der realen Arbeitnehmerentgelte von nahezu -30% und von einem Einbruch der realen Einzelhandelsumsätze von -35% zum Hoch. Die um ein Drittel geschrumpften Steuereinnahmen des griechischen Staates im Mai 2012 von ca. -1,4 Mrd. Euro zum Vorjahresmonat sind Zeichen eines wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und damit einhergehenden moralischen Kollapses, von ansatzweise Weimarer Verhältnissen in Griechenland im 21. Jahrhundert.

Der IWF als Teil der Troika ist ursächlich mit seiner Strategie des prozyklischen und undifferenzierten Sparens, während einer Rezession, für dieses Desaster in Griechenland verantwortlich. Nach der dargebotenen Logik Lagardes wären aber auch die Portugiesen, Spanier und Italiener selber an den Problemen Schuld. Aber spätestens wenn Spanien dem Fehlkonstrukt der Eurozone den Todesstoß versetzen wird, muss sogar die Welle der “Schuldigen” erweitert werden. Denn dann wird sich offenbaren, dass nicht nur die Schuldner jahrelang über ihre Verhältnisse lebten, sondern auch die Gläubiger, die wohl wissend erst per privaten Kapitalfluss, dann später über die öffentlichen Hände die Defizite der Südperipherie finanzierten und Waren und Güter, also Exporterfolge gegen uneinbringbare Forderungen eintauschten. Lagarde betätigt sich mit ihrem armseligen Vergleich von griechischen und afrikanischen Schülern als übelste Populistin und versucht über die systemische Krise per Griechen-Bashing hinweg zu täuschen, dem Sumpf aus einer Fehlkonstruktion des Euro, einer ungeeigneten Geldpolitik die Fehlentwicklungen beförderte, deregulierten Banken und deren Kreditexzesse, unhaltbaren wirtschaftlichen Ungleichgewichten und unfähigen und korrupten Politikern gerade in Griechenland. Weiterlesen …

Kommentar: Er hat mal wieder zugeschlagen, der Meister der Statistiken. Seine Aufbereitung der Zahlen ist wie immer erstklassig, die Schlüsse, die er daraus zieht treffen nicht immer genauso klar ins Schwarze. Macht aber nichts, der Autor befindet sich damit in allerbester Gesellschaft, der eindeutigen Mehrheit.


Joan Baez: „Sie protestieren, singen, lächeln Polizisten ins Gesicht“
Joan Baez ist eine Ikone der Protestmusik. Heute unterstützt sie Occupy, 2008 war es noch Barack Obama. Warum er sie enttäuscht hat, erklärt sie im Interview. Weiterlesen …

Kommentar: In Europa ist es ruhig geworden um Joan Baez. Sie war schon vor 40 Jahren Teil der Protestbewegung in den USA. Ihre Meinung zu Occupy, Obama und Romney ist sehr persönlich, aber auch aufschlussreich. Positiv: Die Amerikaner gehen wieder auf die Strasse.  

Sonntag, 27. Mai 2012

Standpunkt 242 - Nachrichten-Ticker, 26.05.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


SEC kapituliert vor Lehmans Bilanztricks
Die US-Börsenaufsicht SEC will die Ermittlungen zur Pleite der Investmentbank Lehman Brothers offenbar einstellen. Die Bilanztricks der Bank bleiben wohl ungesühnt. Damit dürfte auch ein Verfahren gegen den Wirtschaftsprüfer Ernst & Young im Sande verlaufen. Weiterlesen…

Kommentar: Schon wieder so eine Sache die offensichtlich beigebogen werden soll. Jetzt liegt der Schwarze Peter bei Mary Schapiro und die braucht ihren Mut demnächst für andere Dinge … 


Die Sünden der Finanzwirtschaft
Die Finanzbranche hat massiv an Ansehen verloren. Ohne sie würde unser Wirtschaftssystem aber zusammenbrechen, sagt Jürgen Fitschen. Ein Essay des designierten Co-Chefs der Deutschen Bank über die Zukunft der Branche. Weiterleiten …

Kommentar: Wir glauben immer noch nicht, dass sich hier einer vom Saulus zum Paulus wandelt. Der Morast ist zu tief, als dass nicht auch Fitschen in den vergangenen Jahren darin stecken geblieben wäre. Jedenfalls ist sein Schluss über den Zusammenbruch unseres Wirtschaftssystems falsch: Die Finanzbranche ist entbehrlich, Banken nicht. In diesem Zusammenhang empfehlen wir noch einmal Ludwig Poullain’s “ungehaltene Rede” in der F.A.Z. vom 15.07.2004 (hier), die an Aktualität nichts verloren hat. Fitschen beschönigt, beschreibt die Dinge wie sie sein sollten, nicht wie sie in Wahrheit sind und vor allem von der Deutschen Bank gehandhabt werden. Sollte Fitschen wirklich eine Wende anstreben, so kommt sie zu spät, wie ein Blick in die Bilanz der Bank zeigt. Eine aussagefähige Grafik gibt es hier. Danach sollten keine Fragen mehr offen sein. Andernfalls bitte noch hier lesen. 


Hartz IV und die Zukunft des Sozialstaates
Mit Hartz IV hat die deutsche Politik eine Reform geschaffen, anhand der man auf die sozialen Verwerfungen des kapitalistischen Marktes mit seiner Ausweitung und der Verschärfung seiner Prinzipien reagiert. Im Zuge der Finanzkrise wird nun der Versuch unternommen, diese Sozialpolitik mit der Abrissbirne innerhalb der EU zum Export-Schlager zu entwickeln. Dabei halten sich die Erfolge der Reform für die hiesigen Arbeitnehmer durchaus in Grenzen. Ein Gespräch mit dem Sozialwissenschaftler Christoph Butterwegge, der dieses Jahr mit Krise und Zukunft des Sozialstaates und Armut in einem reichen Land Bücher zum Thema veröffentlicht hat. Weiterlesen … 

Kommentar: Absolut lesenswert. Ein intelligenter Mann, dessen Argumente Hand und Fuss haben. 


Lagarde rechnet mit den Griechen ab
"Helft euch selbst und zahlt endlich Steuern!" Unverblümt sagt Christine Lagarde den Griechen die Meinung. In einem Interview gibt die IWF-Chefin jegliche diplomatische Zurückhaltung auf. Sie habe mehr Mitleid mit afrikanischen Kindern als mit Schülern in Griechenland. Weiterlesen …

Kommentar: Schneidig, schneidig, Madame Lagarde. In dieser Krise zeigt sich auch an dieser Stelle: schon wieder wurde ein Bock zum Gärtner gemacht. In alter IWF-Tradition verteilt die Nachfolgerin des geschassten Strauss-Kahn kräftige Ohrfeigen. Kennen wir alles schon aus den vergangenen Krisen. Immer dann, wenn es um die Durchsetzung neoliberaler Politik ging, wurde vom IWF schweres Geschütz aufgefahren. Einen guten Job für die betroffenen Staaten hat der IWF trotzdem nie gemacht. Daran wird sich auch unter Lagarde nichts ändern. Nach wie vor geht es um die einseitigen Interessen der Industrieländer, mit weitem Abstand voraus um die Amerikas. Unser Tipp: Wer sich zu diesem Thema weiterbilden möchte, der sollte sich näher mit Argentinien beschäftigen. Aber bitte nicht die Informationen beim deutschen Mainstream abholen, der bildet nicht die Wirklichkeit ab. Schade um die Zeit. Abschliessend: Christine Lagarde erhebt, genauso wie Angela Merkel, Anspruch auf den Titel „Kaltmamsell des Kapitals“, frei nach Urban Priol. Deutschlands Stammtische jublieren (hier).  


In der Krise sind auch die Götter machtlos
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist? Weiterlesen...

Kommentar: Erübrigt sich, ist selbsterklärend. Viel Spaß.


So können wir den Euro retten
Deutschland mauert gegen Euro-Bonds, doch was ist die Alternative? Die Wirtschaftsweisen fordern einen europäischen Pakt zur Schuldentilgung. Tatsächlich könnte ein solches Bündnis die Gemeinschaftswährung retten. Worauf warten wir noch? Weiterlesen …

Kommentar: Auf sehr viel bessere Ideen, Herr Graf. Mittlerweile hilft weder noch. Alleine in den Bilanzen europäischer Banken stecken zusammengerechnet Billionen Euro Giftmüll. Richtig, wir meinen Billionen, nicht Milliarden. Dieser Müll muss weg, so schnell wie möglich und restlos. Solange sind alle Vorschläge, egal aus welcher Ecke, zur Lösung der Krise nutzlos. Irgendwann wird es soweit sein. Vorher sind aber noch ein paar % Vermögen umverteilt worden. Wie das geht macht Amerika gerade vor. 

Wir haben unser Angebot erweitert. Einzelheiten dazu hier.

Samstag, 26. Mai 2012

Standpunkt 241 - Nachrichten-Ticker, 25.05.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Das Erfolgsgeheimnis der Angela Merkel
Die Männer in der Union trauten Angela Merkel das höchste Regierungsamt nicht zu. Sie irrten. Denn ausgerechnet ihre vermeintlichen Schwächen machen Merkel stark. Weiterlesen …

Kommentar: Innenpolitisch mag es stimmen, schliesslich fehlt es allen anderen Politikern ebenfalls an der erforderlichen Kompetenz. Dieses Manko gleicht sie sehr entschlossen einfach durch ein ausgeprägtes Machtbewusstsein, gepaart mit einer gehörigen Portion Sitzfleisch, aus. Angela Merkel wird das gleiche Schicksal erleiden wie ihre Vorgängerin als Eiserne Lady Europas, Maggie Thatcher: Während ihrer Regierungszeit für ihre Standfestigkeit im eigenen Land bewundert, verkleinert sich ihre Leistung in der Retrospektion von Jahr zu Jahr bis am Ende nichts mehr übrig bleibt.   


Merkels Plan für Europa
Hollande fordert, Merkel reagiert: Die Kanzlerin bastelt nach SPIEGEL-Informationen an einem Wachstumskonzept für Europa - das empfiehlt jedoch vor allem typisch deutsche Lösungen. Die überraschendste Idee ist die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen. Aber kann sie wirklich funktionieren? Weiterlesen ...

Kommentar: Nein. In Wirklichkeit geht es Merkel nämlich nur um ihren alten Plan: Sparen um jeden Preis. Nichts von diesen Vorschlägen lässt sich umsetzen, die Kanzlerin weiß das ganz genau. Das ist so, wie wenn man einer Meute Hunde einen Knochen hinwirft, um den sich dann alle streiten, also erst einmal prima beschäftigt sind. Nicht mehr lange und wir haben die Fußball-EM und die Olympiade, wunderbare Gelegenheiten, um von den wichtigen Dingen viele Wochen abzulenken und in dieser Zeit sein Unwesen zu treiben.         


Hollande will den Schuldensozialismus
Europas Süden will unter Führung des französischen Präsidenten Wachstum erzwingen - am liebsten durch neue Kredite, die Deutschland bezahlt. Hollandes Strategie ist unverschämt - und führt geradewegs in den Abgrund. Weiterlesen … 

Kommentar: Nur ein weiteres Beispiel für nutzlosen aber gefährlichen Journalismus. Der Verfasser belügt und betrügt die Leser. Nicht Europa lebt auf Kosten Deutschlands, sondern Deutschland auf Kosten Europas. Zu diesem schmerzhaften Eingeständnis sind die Deutschen einfach nicht fähig und sie werden davon tatkräfig vom Mainstream-Journalismus gestützt. Es ist wieder einmal Zeit, in diesem Zusammenhang an den deutschen Dichter und Denker Heinrich von Kleist zu erinnern: Journalistik ist die Kunst, das Volk glauben zu machen, was die Regierung für gut findet.“ 

Was wir brauchen ist mehr Sozialismus, weniger Egoismus. Wer sich daran stört, der kann gerne Sozialismus durch Gemeinsinn ersetzen. Die folgende Grafik zeigt anschaulich, wo die Reise in den vergangenen Jahren in Deutschland hingegangen ist: Eine Vermögensballung bei den oberen 10.000. 
 
Deren Leben wird außerdem noch dadurch versüßt, dass ihr Anteil am deutschen Steueraufkommen beständig zurückgeht:  

 
Überraschenderweise das Werk einer rot-grünen Regierung, in der sich die SPD besonders klar als Unternehmer-Partei positioniert hat. Dafür wurde die Partei ideologisch regelrecht entkernt, d. h. die jahrzehntealten sozialdemokratischen Grundsätze kurzerhand abgeschafft. Als Vorbild diente Labour in Großbritannien unter Tony Blair. Geholfen hat es der Partei nichts, wie wir heute wissen. Darüber kann auch das jüngste Wahlergebnis in NRW nicht hinwegtäuschen. Die SPD hat ihre Basis verloren. 

Wie falsch diese Entwicklung ist, können interessierte LeserInnen hier studieren.    


Deutschland: detaillierte BIP-Daten zeigen das schiefe Wirtschaftsmodell
Gestern berichtete das Statistische Bundesamt (Destatis) in der 2. Schätzung die Daten zum BIP in Q1 2012 und auch die detaillierten Daten zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Zunächst wurde das vergleichsweise solide Wachstum des realen (preis-, saison- und kalenderbereinigten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) von +0,5% zum Vorquartal bestätigt, zum Vorjahresquartal ging es unbereinigt noch um real +1,7% aufwärts. Die detaillierten Daten zeigen leider aufs Neue, dass viel Zeit vertan wurde und das schiefe und einseitig aufgestellte deutsche Wirtschaftsmodell nicht wirklich korrigiert wurde. Weiterlesen …

Kommentar: Es geht um das deutsche Erfolgsmodell, da darf es keine Korrekturen geben. Wer soll den Bürgern denn erklären, wie sehr der Euro Deutschland genutzt hat oder warum die Soziale Marktwirtschaft abgeschafft wurde? Leider wird nun offensichtlich: es ist ein Misserfolgsmodell. Nicht geeignet auf die aktuelle Krisensituation angemessen zu reagieren. Deshalb geht es einfach weiter wie bisher, wird schon irgendwie gutgehen.  


Deutsche Konsumenten gehen weiter eifrig einkaufen
Die verschärfte Schuldenkrise lässt die Deutschen bisher kalt. Das Konsumklima bleibt nach einer Verbraucherumfrage der GfK-Marktforscher im Juni stabil. Weiterlesen …

Kommentar: Wenigstens auf die Konsumenten in Deutschland ist Verlass. Unverdrossen wird die Binnennachfrage angeschoben, die Kaufhäuser platzen täglich aus allen Nähten, ihre Kunden bevölkern mit prall gefüllten Einkaufstaschen die Fußgängerzonen. Die deutschen Konzerne des Einzelhandels melden immer neue Umsatzrekorde. Die Wirklichkeit bildet diese Grafik ab, die die Entwicklung zwischen Deutschland und seinem wichtigsten Handelspartner Frankreich vergleicht: 

Die Deutschen waren noch nie, von einigen Jahren in den 1960ern abgesehen, ein Volk von Konsumenten. Deshalb wird eine dringend nötige Binnennachfrage einfach herbeigeredet. Mehr nicht.


Spaniens Regionen und Banken brauchen noch mehr Hilfe
Spaniens Regionen und Banken ringen nach dem neuerlichen Downgrade durch Standard & Poor's um Unterstützung. Weiterlesen …

Kommentar: Wer unsere Beiträge regelmäßig verfolgt, den darf diese Entwicklung nicht mehr überraschen, schon lange berichten wir von überschuldeten spanischen Kommunen, Regionen und Banken. Was in dem Artikel beschrieben wird, ist aber immer noch nur die Spitze des Eisbergs. Der Rest soll so lange wie möglich versteckt bleiben. Trotzdem wird ganz allmählich sichtbar: Selbst in Spanien, vor den Ereignissen ab 2007 mit einer gesunden Staatsverschuldung, hat mittlerweile eine unfassbar negative Entwicklung eingesetzt, die mit keiner der bisherigen Lösungsversuche zu stoppen ist. Das Gegenteil ist der Fall. Selbst mit den aktuell angedachten Maßnahmen der europäischen Krisenmanager wird sich die Situation nur noch weiter verschlimmern. Für diese Feststellung genügt gesunder Menschenverstand, dazu braucht es keine Ratingagenturen. Deren Rolle in diesem Spiel ist mindestens dubios, aber auf keinen Fall seriös.


Madrid fordert Wiederaufnahme von EZB-Bond-Programm
Spanien fordert Unterstützung von der Europäischen Zentralbank (EZB) und will Frankfurt offenbar wieder zum Kauf von spanischen Staatsanleihen bewegen. Weiterlesen …

Kommentar: Gibt es für Spanien derzeit eine Alternative? Nein. Das Land steht vor dem Abgrund.  


Joschka Fischer: Europa am Abgrund
Die Zeiten sind ernst, sehr ernst sogar. Wer hätte jemals auch nur davon geträumt, dass David Cameron die Regierungen der Euro-Gruppe dazu auffordern würde, endlich all ihren Mut zusammenzunehmen und gemeinsam eine Fiskalunion (gemeinsames Budget, Steuerpolitik, gemeinsame Garantie für die Staatsschulden, etc.) und, da es anders nicht geht, auch eine politische Union zu schaffen. Nur so könne ein Zerfall des Euro aufgehalten werden.

Der konservative britische Premierminister! So geschehen vor wenigen Tagen! Und noch schlimmer daran ist, dass David Cameron völlig und uneingeschränkt Recht hat! Das europäische Haus steht in Flammen, und London fordert ein vernünftiges und entschlossenes Verhalten der Feuerwehr. Freilich hat er die Rechnung ohne die Feuerwehr (uns Deutschen) und unsere Feuerwehrhauptfrau Angela Merkel gemacht. 

Europa, angeführt von Deutschland, löscht lieber weiter mit Kerosin statt mit Wasser und der Brand wird so mit der von Merkel erzwungenen Austeritätspolitik beschleunigt.  Genau deshalb hat sich die Finanzkrise in der Eurozone innerhalb von drei Jahren zu einer wirklichen Existenzkrise ausgewachsen. Weiterlesen …

Kommentar: Ohne. Weil alles richtig. Nur noch eine Kleinigkeit: Was Cameron betreibt ist Wahlkampfhilfe für den großen Bruder in Amerika. Jetzt totales Chaos in Europa, das käme zu früh. Erst müssen die Amerikaner wählen. Ein bisschen nützt es Pannen-Cameron auch zuhause.


Griechenland, Portugal, Irland und Spanien vor Euro-Austritt
Griechenland, Portugal, Irland und Spanien werden nach Einschätzung des Schweizer Vermögensberaters Felix Zulauf binnen eines Jahr die Eurozone verlassen und damit die Gemeinschaftswährung in eine schwere Krise stürzen. Weiterlesen …

Kommentar: Behält Felix Zulauf Recht, und danach sieht es im Moment aus, dann hätte die deutsche Seele endlich Ruhe. Nur nicht für lange, es folgt ein unglaubliches Chaos. Eine massive Rezession ist dann noch das kleinste Übel.     


Dänemark: Kaufkraft fällt weiter; Bankrotte und Jobabbau legen zu
In Dänemark nahm die Kaufkraft der Bevölkerung im Jahr 2011 weiter ab, nachdem die Kosten für Lebensmittel und andere Güter des alltäglichen Bedarfs um 3% kletterten. Zwar stiegen auch die Löhne und Gehälter um 1% gegenüber dem Vorjahr, doch dieser Faktor konnte die höheren Preisanstiege nicht wett machen. Darüber hinaus ist es in jüngster Zeit zu einer Zunahme der Firmeninsolvenzen gekommen. Auch der Jobabbau unter Dänemarks Unternehmen zieht wieder merklich an. Weiterlesen …

Kommentar: Für uns keine Überraschung, hängen die dänischen Banken klammheimlich schon am Tropf der EZB (hier). Das Land buhlt mit Holland darum, wer der nächste Krisenkandidat in Europa sein wird. Bis jetzt ein Kopf an Kopf Rennen.     


Die Europhobie
Die Verunsicherung der Bankkunden im Euroraum steigt. Das treibt verängstigte Sparer aus den Nachbarländern zu Banken in der Schweiz, um ihr Erspartes in Sicherheit zu bringen. Weiterlesen …

Kommentar: Die Anleger sind schon ein verrücktes Volk, bar jeder Vernunft. Warum soll die Kohle in der Schweiz sicher sein? Das Bankgeheimnis wird gerade von Amerika geknackt, die US-Finanzbehörde nimmt sich der Reihe nach alle namhaften Banken in der Schweiz vor. Die Finanzbehörden der Nachbarländer springen gerade – mehr oder weniger erfolgreich – auf diesen Zug auf. Und, sorry liebe Eidgenossen, crasht der Euro, steckt die Schweiz in dem folgenden Chaos mittendrin. Sicher geht anders.  


US-Wirtschaft: Die Erholung ist eine Illusion – Interview mit John Williams
John Williams, Verfasser des bekannten ShadowStats.com Newsletters, präsentiert in diesem Interview seine Sicht auf staatliche US-Statistiken wie BIP, Verbraucherpreisindex, Arbeitslosenquoten; er macht zudem interessante Anmerkungen zum Geldmengenwachstum und zu QE 3. Weiterlesen…

Kommentar: Es ist die Wahrheit, nichts als die Wahrheit, was wir schon von Anfang an im Blog postulieren: Amerika steckt in der Klemme. So sehr, da hilft nur, den Blick weit weg auf Europa zu lenken. Bei dieser Faktenlage hilft kein „ja, aber“ mehr.  


Gentechnik in Lebensmitteln: Wie eine Lobby die Kontrollbehörden unterwandert
Die meisten wollen nichts gentechnisch Verändertes essen. Doch eine neue Untersuchung zeigt, wie die mächtige Gentechnik-Lobby die angeblich neutralen deutschen Kontrollbehörden unterwandert hat - zum Schaden der gutgläubigen Verbraucher. Weiterlesen …

Kommentar: Unglaublich, wir sind sprachlos. Die gleichen Politiker, die ständig auf ihre demokratischen Rechte pochen, verkaufen regelmäßig die Bürger an die Industrie. Korruption.    


Deutsche Bank-Aufsichtsrat gerät weiter unter Druck
Vor dem Machtwechsel an der Spitze der Deutschen Bank in der kommenden Woche gerät der bisherige Aufsichtsrat zunehmend unter Druck. Nach anderen Investoren will nun auch die britische Aktionärsberatung PIRC (Pensions & Investment Research Consultants) bei der Hauptversammlung am Donnerstag dem Kontrollgremium die Entlastung verweigern, wie die „Wirtschaftswoche“ aus einem Schreiben von PIRC zitierte. PIRC begründet die Empfehlung an Aktionäre demnach mit „schwerwiegenden Mängeln“ des Aufsichtsrates im vergangenen Jahr. Weiterlesen …

Kommentar: Ein echter Aufstand oder nur der berühmte Sturm im Wasserglas? Offensichtlich fürchtet Fitschen um seinen neuen Job, weshalb er nun eine öffentliche Kampagne laufen lässt (vgl. gestern).