Montag, 21. Mai 2012

Standpunkt 233 - Angie-Wunderland


Europas Krise: Titel, Thesen, Lösungen! - Folge 27


„Angie im Wunderland“


so titelte „NachDenkSeiten“ am 08.02.2012. Der Autor, Jens Berger, beschäftigt sich ausführlich mit der „Krisenkanzlerin“.

Gerade jetzt, im Zeichen des zu Ende gegangenen G8-Gipfels und der neuen Dynamik in der europäischen Krise, eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

Berger geht hart mit der Krisenfähigkeit der Kanzlerin ins Gericht, ebenso aber auch mit der öffentlichen Meinung zu Angela Merkel.

Weder glänzt Merkel im Zusammenhang mit der Krise durch besonderen Sachverstand, noch durch nennenswerte Führungsfähigkeit. Außerdem schützt sie die Bürger in Deutschland und Europa nicht vor dem Finanzterrorismus der Finanzkonzerne. Kaum zu glauben, dass es am Intellekt mangelt, nur was ist es dann? Berger unternimmt einen Erklärungsversuch:

Wenn die Sonne der politischen Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten. Der Schatten, den Angela Merkel wirft, wird von Tag zu Tag länger – wobei nicht immer klar ist, ob die Kanzlerin in der Krise wächst, oder ob die Sonne der politischen Kultur immer weiter sinkt. Angela Merkel wirkt in ihrer zweiten Regierungszeit sakrosankt. Die Presse verweigert jegliche kritische Auseinandersetzung mit ihr, die Demoskopen vermelden im Wochentakt neue Rekord-Umfragewerte und noch nicht einmal die größte Oppositionspartei hat die Traute, sich im kommenden Wahlkampf mit der Kanzlerin anzulegen. Inhaltlich lässt sich der grassierende Merkel-Hype nicht nachvollziehen, ist ihre Regierungsbilanz doch mehr als durchwachsen. Dies alles erinnert eher an ein fiktives Wunderland, das vor Paradoxen und Absurditäten nur so strotzt. Weiterlesen ...

Wir steuern nur noch ein kleines Zitat bei: „Der Akademikergeist neigt immer dazu, an einmal aufgenommenen Meinungen festzuhalten und sich dabei als Hüter der Wahrheit vorzukommen.“ (Claude Henri Saint-Simon, Graf de Rouvroy).