Mittwoch, 23. Mai 2012

Standpunkt 238 - Nachrichten-Ticker, 22.05.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Gefälschte Dokumente, verzweifelte Schuldner
Eine Tochterfirma der Deutschen Bank in den USA verwaltet treuhänderisch zahllose Hypothekenpakete aus der Boomzeit. Nun werden in deren Namen Millionen von Häusern zwangsversteigert. Doch Grundlage sind oft dubiose Papiere. Weiterlesen …

Kommentar: Heute reichen wir den Artikel nach, auf den sich der gestrige Bericht bezogen hat. In diesem Zusammenhang bitte auch hier nachlesen. „Deutsche Bank National Trust“ – Betrüger aus Leidenschaft. Unvorstellbar, aber wahr.


Eine Mehrheit der Amerikaner rechnet mit Staatsbankrott der USA
Ganz so dämlich und ignorant, wie sie in Europa oftmals hin gestellt werden, können die Amerikaner nun auch wieder nicht sein. Immerhin zeigen zwei brandneue Umfragen, dass 51% der Befragten von einem Staatsbankrott der USA ausgehen. 80% sind zudem der Ansicht, dass ihr Land seit dem Bankenkollaps im Jahr 2008 nie aus der Rezession herausgefunden hat. Mit der Arbeit von Präsident Obama zeigten sich 55% nicht zufrieden, so dass sich in Bezug auf die diesjährige Präsidentschaftswahl ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit Herausforderer Romney abzuzeichnen beginnt. Weiterlesen ...

Kommentar: Die Amerikaner kommen Washington endlich auf die Schliche. Eigentlich eine sehr erfreuliche Entwicklung, nur nicht für Europa. Obama muss jetzt noch mehr die europäische Taste auf seinem Wahlkampf-Klavier drücken, um von den gigantischen Problemen im eigenen Land abzulenken. Die USA sind pleite, die Statistiken schöngerechnet, die Staatsschulden steigen unaufhaltsam, die Armut auch. Amerikas Basis, die Mittelklasse, erodiert.   


Grexit und Geuro – die Planspiele der Finanzlobby
Vor wenigen Wochen war ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone lediglich für Stammtischökonomen ein Thema. Die erdrutschartigen Verluste der „Systemparteien“ bei den griechischen Parlamentswahlen haben nun das Undenkbare denkbar gemacht. Deutsche Regierungsvertreter spielen in der Öffentlichkeit ganz ungeniert mit dem Gedanken an einen Austritt Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung und bekommen dabei von Vertretern der Finanzwirtschaft bestmögliche Schützenhilfe. Gestern präsentierte die Deutsche Bank ihren „Plan B“ für Griechenland. Selbstverständlich geht es der Finanzwirtschaft dabei nicht um Griechenland oder gar Europa, sondern darum, die eigenen Verluste einmal mehr dem Steuerzahler aufzubürden. Weiterlesen …

Kommentar: In diesem Beitrag wird alles gesagt. Deshalb: kein Kommentar.  


Europas Zukunft ist arbeitslos
Die Jugendarbeitslosigkeit steigt weltweit, besonders dramatisch ist die Lage in EU-Ländern wie Spanien: Dort findet fast jeder zweite junge Mensch keinen Job. Die Internationale Arbeitsorganisation warnt vor einer "verlorenen Generation". Weiterlesen …

Kommentar: Bitte aufmerksam lesen. Das reine Fiasko. Arbeitsplätze im Ausland, vorzugsweise in Deutschland und Österreich sind keine Lösung, sondern verstärken nur zusätzlich die Probleme und das Ungleichgewicht. Außerdem geraten die Arbeitsmärkte in Österreich und Deutschland unter Druck. So eine Entwicklung nützt nur denjenigen, die die Qualität der Arbeitsplätze hierzulande noch weiter reduzieren wollen. Demnächst erscheint dann die Agenda 2010 endgültig als tolle Sache.


Jung, dynamisch, arbeitslos
Ideen gegen die Arbeitslosigkeit in Griechenland, Portugal und Spanien gibt es viele. Bei kaum einer ist sicher, ob sie funktioniert. Weiterlesen…

Kommentar: Selbst in Österreich hat man diese Gefahr schon erkannt und vermisst geeignete Maßnahmen. Bitte die Grafik nicht vergessen, sie gibt einen guten Überblick. Lösungen? Lupe raus und suchen …


Löhne steigen nur für Ausgewählte
Die Löhne dürften in Deutschland 2012 im Schnitt nur um rund drei Prozent zulegen. Nach Abzug der
Inflation bleibt da kaum noch etwas für den Kaufkraftzuwachs übrig. Nur ein Bruchteil der Arbeitnehmer kann sich auf höhere Löhne freuen. Weiterlesen …

Kommentar: Stellt sich schon gleich die Frage, woher verschiedene Ökonomen ihre Gewissheit nehmen, die Binnennachfrage in Deutschland sei mittlerweile signifikant gestiegen, wie Hüther bei Maischberger erklärte. Es bleibt dabei: Rekordgewinne in der Wirtschaft, Einkommenseinbussen der Arbeitnehmer. So geht „Soziale Marktwirtschaft“ in Deutschland 2012. Danke Kanzlerin, danke Sinn, danke Weidmann, die Totengräber haben einen Namen.


Hollandes gefährliches Spiel auf Merkels Kosten
Die erfahrene deutsche Kanzlerin bekommt den neuen französischen Präsidenten nicht in den Griff. Der politische Richtungsstreit mitten in der Krise droht Europa um Jahre zurückzuwerfen. Weiterlesen …

Kommentar: Sie kann sich verlassen, die Kanzlerin, auf ihre Medien. Der „Schwarze Peter“ macht schon die Runde. Will sich die Kanzlerin jetzt auch noch mit Frankreich anlegen? Was hat Europa ihr nur angetan, dass sie sich benimmt wie bei derTrennung in einer schlechten Beziehung?    


Merkel verbannt Eurobonds von der Tagesordnung
Mit Unterstützung von Frankreichs neuem Präsidenten Hollande fordern immer mehr europäische Mächtige Eurobonds. Die Kanzlerin will nicht einmal darüber reden. Auch beim EU-Sondergipfel an diesem Mittwoch will sie das Thema ignorieren, heißt es aus Regierungskreisen. Trotzdem gebe es nicht "den Hauch eines Konflikts" mit den europäischen Partnern. Weiterlesen …

Kommentar: Bitte, bitte, belügt uns weiter, wir lechzen nur so danach. Verschärft die europäische Krise, schürt Neid und Missgunst, verweigert jede Vernunft, gipfelt durch Europa, erhebt Tricksen und Täuschen zur alleinigen Maxime, schafft weiter die Demokratie ab, sorgt für Unruhen: kurz, macht weiter wie bisher. Nur, irgendwann wird die Verantwortung für dieses verantwortungslose Treiben verteilt. Weil es bis dahin nicht mehr so lange dauert sind alle noch da, die den Karren in den Dreck gefahren haben, alle. Da hilft es nicht, auf seinen Nachbarn zu deuten. Die Rechnungen werden persönlich adressiert. Und nicht mehr nur durch Wahlergebnisse, sondern sicherlich auch durch den Rechtsstaat (bzw. was von dem dann noch übrig ist). Dieser Zeit fiebern wir entgegen.

Auch dass den Stammtischführern, der nichtsnutzigen Journaille, den verantwortungslosen Ökonomen, den sprechblasenproduzierenden Politikern, jedes weitere Wort im Hals stecken bleibt, sie sollen für immer schweigen. Vielleicht halten ja dann auch wir die Klappe.


Four Reasons Why The Euro Is Not Crashing
UBS addresses four key reasons for the apparent paradox based on the difference between ECB and Fed 'monetization', the EZ's balanced current account (independent of foreign capital flows), and the high-oil-price induced petro-dollar circulation diversifying into Euros (or out of USD). The final and most telling of factors though is bank deleveraging as European financial entities, who remain under pressure to shrink their balance sheets and re-build capital, have been selling foreign assets. They remain EUR dismalists with a year-end target of 1.15 but expect the slide to these levels to be cushioned (absent an imminent break-up) by banks' 'shrinkage'. 

Kommentar: Es gibt doch noch Hoffnung? Perhaps!