Donnerstag, 24. Mai 2012

Standpunkt 239 - Nachrichten-Ticker, 23.05.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Das erste Opfer
Schuld am griechischen Desaster haben alle – Berlin, Brüssel und Athen. Wie Euroland ein Mitglied in Not bringt, das es eigentlich nie hätte aufnehmen dürfen. Weiterlesen …

Kommentar: Heute beginnen wir damit, die Nachrichtenflut über Griechenland im Blog einzudämmen. Eigentlich ist schon alles zu diesem Thema auf vielfältige Weise gesagt, zündende Ideen waren nicht dabei, ständig wird an des Pudels Kern vorbeigeredet. So lange keine echten Neuigkeiten kommen, beschäftigen wir uns in Europa mit den nächsten Krisenherden, außerdem mit dem Wahlkampf in den USA und seinen Folgen für Europa.

Der Artikel von Marc Brost und Mark Schieritz setzt für uns einen vorläufigen Schlusspunkt. Er fasst zusammen, was bisher geschehen ist und gibt einen Ausblick auf die kommenden Wochen/Monate. Insgesamt sehr fundiert geschrieben, entdecken wir nur wenige Schwächen. So z. B. wenn es heißt, „natürlich gäbe es den ganzen Schlamassel nicht, wäre Griechenland erst gar nicht Mitglied der Euro-Zone geworden“. Wir sind der festen Überzeugung, das Drama wäre das gleiche, nur wäre der Hauptdarsteller Irland, Portugal, Spanien oder Italien. Diese kleinen Schwächen sind jedoch belanglos, insgesamt  eine reife Leistung. Unbedingt lesen.  


EZB versagt Auskunft über Milliardenspritzen
Die EZB hatte die europäischen Geldhäuser in mehreren Schritten mit 1000 Mrd. Euro an billigem Geld versorgt. Nun wollen die Grünen wissen, an wen das Geld ging - doch die Notenbank rückt die Namen der Zielbanken nicht heraus. Weiterlesen ...

Ergänzung: Das können die Grünen, wenigstens für die zweite Tranche, sehr viel schneller haben: einfach hier nachlesen.    


Bundesbank nennt Griechenlands Euro-Austritt beherrschbar
Die Bundesbank setzt Athen die Pistole auf die Brust: Wenn die neue Regierung nach der Wahl das EU-Sparprogramm nicht einhalte, werde kein Geld mehr fließen. Die Folgen müsse Griechenland alleine schultern. Weiterlesen…

Kommentar: Der blanke Wahnsinn, was hier behauptet wird. Und ein sicheres Indiz dafür, dass es von allen Seiten nur darum geht, die griechischen Neuwahlen so zu beeinflussen, dass Athen zukünftig dem Beispiel Irlands und Portugals folgt und widerspruchslos die Sparprogramme buchstabengetreu umsetzt. Beachtenswert nur, dass sich der IWF, Italien oder auch die beiden Musterschüler aus dieser Keilerei gegen Griechenland heraushalten.

Wir verkennen trotzdem nicht, dass uns ein letzter Rest von Zweifel bleibt, bei dem als Folge der Neuwahl mit Griechenland doch noch ein Exempel statuiert wird. Vergleichbar mit der Lehman-Pleite 2008. Damals waren die US-Regierung und Goldman Sachs der festen Überzeugung, man habe alles im Griff. Das Ergebnis dieser Annahme kennen wir alle: Chaos, Zusammenbruch, überbordende Staatsschulden, usw. Als Warnung vor diesem neuen Versuch sollte den Verantwortlichen das folgende Zitat dienen: "Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." (George Santayana, amerik. Philosoph, 1863 – 1952)


Deutsche für Austritt Griechenlands aus der Währungsunion
Laut einer ZEIT-ONLINE-Umfrage sind die Deutschen mehrheitlich dafür, dass Griechenland den Euro aufgibt. Fast jeder Zweite aber kritisiert Merkels Spardiktat. Weiterlesen…

Kommentar: Oh, ihr Ahnungslosen …


Euro-Zone und EZB bereiten Griechenlands Austritt vor
Der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone rückt offenbar näher: EZB und Bundesbank richten Krisenstäbe ein, die Regierungen arbeiten an nationalen Notfallplänen - das griechische Finanzministerium dementiert aber. Weiterlesen …

Kommentar: Aha, der Austritt Griechenlands wird schon vorbereitet. Also doch ein Rauswurf? Einen anderen Schluss lässt dieser Bericht nicht zu. Wie soll das gehen? Noch schnell eine klitzekleine Vertragsänderung? Andernfalls funktioniert das nämlich nicht. Es gibt nur eine Chance: Griechenland muss seinen Austritt erklären. Dafür gibt es eine Lücke im EWU-Vertragswerk. Also hat das Mobbing weiter Hochkonjunktur. 


Deutschland bekommt Geld umsonst
Am Abend treffen sich die EU-Staats- und Regierungschefs, um über das Thema Konjunktur und Eurobonds zu beraten. Nur Stunden vorher fällt der Euro auf den tiefsten Stand seit Sommer 2010. Deutschland muss dagegen für zweijährige Anleihen keine Zinsen mehr zahlen. Weiterlesen …

Kommentar: Wie bekloppt sind die Anleger? Geben Deutschland ihr Erspartes für umsonst. Der Mainstream leistet ganze Arbeit. Respekt. Aber es stimmt schon, zwei Jahre könnte die Sache gerade noch halten. Was wird passieren, wenn denen schon vorher auffällt, dass es mit der Zukunft des deutschen Modells nicht sehr weit her ist, unser Land keine Insel der Glückseligkeit, kein Fels in der Brandung, kein sicherer Hafen für die sauer verdienten Euros? Erst wird die Schockstarre einsetzen. Und danach?  


Spekulanten wetten massiv gegen den Euro
Hedge-Fonds und Investoren spekulieren so stark wie nie gegen die Gemeinschaftswährung. Eine Trendwende gilt als unwahrscheinlich. Vor allem Griechenland liefert den Spekulanten gute Argumente für ihre Deals. Weiterlesen…

Kommentar: Wir sehen ein Stückchen Wahrheit: Die Bedrohung sind die Spekulanten, die längst schon die Märkte ersetzen. Die gibt es nicht mehr, dienen nur zur Tarnung der Spekulation.    


Rajoy to ask for ECB assistance, according to reports
Spanish President Mariano Rajoy will ask for assistance from the European Central Bank (ECB), Spanish daily El Mundo reports citing a conversation between Rajoy and Socialist leader Alfredo Perez Rubalcaba yesterday. Rajoy will be travelling to Brussels today to meet with European leaders after meeting with French President Francois Hollande in Paris. He is expected to ask the ECB to buy Spanish sovereign debt to help calm the urgent liquidity problems. The monetary authority has not intervened in the secondary debt markets for the last ten weeks as it has resisted calls for a more active role. The leaders will continue to debate between austerity and growth. Rajoy is expected to side with German Chancellor Angela Merkel's stance, that there cannot be growth without austerity first. Lesen ...

Kommentar: Geht der spanische Ministerpräsident vielleicht doch auf Betteltour? In Großbritannien geht man mittlerweile davon aus. Es ist noch gar nicht so lange her, da erklärte der deutsche Finanzminister der staunenden Öffentlichkeit, er glaube Spanien, dass es den Kampf gegen die Schuldenkrise alleine schaffe? Das war am 05.05.2011, bitte hier nachlesen. Offensichtlich haben sich die Umstände in den vergangenen zwei Wochen dramatisch verändert. Sehr wahrscheinlich war der genauere Blick in die Bücher der übernommenen Bankia BBA gleichzeitig ein Blick in den Abgrund.   


Obama sieht großes “amerikanisches Jahrhundert”
US-Präsident Barack Obama sieht die USA wieder in einer starken Führungsrolle in der Welt - von der Wirtschaft über die globale Sicherheit bis hin zu Freiheit und Menschenwürde. Amerika löse ein "neues Gefühl" aus, sagte Obama am Mittwoch vor Luftwaffenkadetten in Colorado Springs (Bundesstaat Colorado). "Ich finde es überall, wohin ich gehe, seien es London und Prag, Tokio und Seoul oder Rio und Jarkarta. Es gibt ein neues Vertrauen in unsere Führungskraft." Weiterlesen …

Kommentar: Wir sind sprachlos über diese propagandistische Finte des US-Präsidenten und leistungslosen Friedensnobelpreisträgers Barack Obama. Deshalb: kein Kommentar. Nur den Hinweis auf einen früheren Beitrag (hier), der die Wirklichkeit in Amerika hinreichend beleuchtet. Mr. Obama scheint in einer Parallelwelt zu leben.


Das geballte Elend im Armenhaus Amerikas
Seit Jahren gilt Camden in New Jersey als einer der gefährlichsten Orte der USA. Längst haben Kriminelle in der gekippten Stadt das Kommando übernommen. Ein Niedergang, der vielen US-Städten droht. Weiterlesen …

Kommentar: Wenn so das große amerikanische Jahrhundert aussieht, dann sollte Europa, Deutschland ausdrücklich eingeschlossen, um göttlichen Beistand flehen.

Seit 2007 haben 14 Millionen Amerikaner ihr Haus verloren.

Die tatsächliche Arbeitslosenquote beträgt weit über 20%, mehr als zu Zeiten der Großen Depression.

Über 46 Millionen Amerikaner erhalten Food Stamps, Lebensmittelmarken, Anspruch hätten nach inoffiziellen Schätzungen 60 Millionen.

Wahrscheinlich 2,5 bis 3 Millionen Amerikaner sind obdachlos, genaue Zahlen gibt es nicht, eher sind es mehr.

Viele Kommunen und Bundesstaaten sind pleite, von Monat zu Monat kommen neue dazu. Der US-Bundesstaat Kalifornien, eine der größten Volkswirtschaften in der Welt, führt diese Entwicklung an.   

Ein Ende dieses Desasters ist noch nicht in Sicht. Egal, wie die Präsidentschaftswahl ausgehen wird. 


Wir haben unser Angebot erweitert. Einzelheiten dazu hier.