Samstag, 26. Mai 2012

Standpunkt 241 - Nachrichten-Ticker, 25.05.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Das Erfolgsgeheimnis der Angela Merkel
Die Männer in der Union trauten Angela Merkel das höchste Regierungsamt nicht zu. Sie irrten. Denn ausgerechnet ihre vermeintlichen Schwächen machen Merkel stark. Weiterlesen …

Kommentar: Innenpolitisch mag es stimmen, schliesslich fehlt es allen anderen Politikern ebenfalls an der erforderlichen Kompetenz. Dieses Manko gleicht sie sehr entschlossen einfach durch ein ausgeprägtes Machtbewusstsein, gepaart mit einer gehörigen Portion Sitzfleisch, aus. Angela Merkel wird das gleiche Schicksal erleiden wie ihre Vorgängerin als Eiserne Lady Europas, Maggie Thatcher: Während ihrer Regierungszeit für ihre Standfestigkeit im eigenen Land bewundert, verkleinert sich ihre Leistung in der Retrospektion von Jahr zu Jahr bis am Ende nichts mehr übrig bleibt.   


Merkels Plan für Europa
Hollande fordert, Merkel reagiert: Die Kanzlerin bastelt nach SPIEGEL-Informationen an einem Wachstumskonzept für Europa - das empfiehlt jedoch vor allem typisch deutsche Lösungen. Die überraschendste Idee ist die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen. Aber kann sie wirklich funktionieren? Weiterlesen ...

Kommentar: Nein. In Wirklichkeit geht es Merkel nämlich nur um ihren alten Plan: Sparen um jeden Preis. Nichts von diesen Vorschlägen lässt sich umsetzen, die Kanzlerin weiß das ganz genau. Das ist so, wie wenn man einer Meute Hunde einen Knochen hinwirft, um den sich dann alle streiten, also erst einmal prima beschäftigt sind. Nicht mehr lange und wir haben die Fußball-EM und die Olympiade, wunderbare Gelegenheiten, um von den wichtigen Dingen viele Wochen abzulenken und in dieser Zeit sein Unwesen zu treiben.         


Hollande will den Schuldensozialismus
Europas Süden will unter Führung des französischen Präsidenten Wachstum erzwingen - am liebsten durch neue Kredite, die Deutschland bezahlt. Hollandes Strategie ist unverschämt - und führt geradewegs in den Abgrund. Weiterlesen … 

Kommentar: Nur ein weiteres Beispiel für nutzlosen aber gefährlichen Journalismus. Der Verfasser belügt und betrügt die Leser. Nicht Europa lebt auf Kosten Deutschlands, sondern Deutschland auf Kosten Europas. Zu diesem schmerzhaften Eingeständnis sind die Deutschen einfach nicht fähig und sie werden davon tatkräfig vom Mainstream-Journalismus gestützt. Es ist wieder einmal Zeit, in diesem Zusammenhang an den deutschen Dichter und Denker Heinrich von Kleist zu erinnern: Journalistik ist die Kunst, das Volk glauben zu machen, was die Regierung für gut findet.“ 

Was wir brauchen ist mehr Sozialismus, weniger Egoismus. Wer sich daran stört, der kann gerne Sozialismus durch Gemeinsinn ersetzen. Die folgende Grafik zeigt anschaulich, wo die Reise in den vergangenen Jahren in Deutschland hingegangen ist: Eine Vermögensballung bei den oberen 10.000. 
 
Deren Leben wird außerdem noch dadurch versüßt, dass ihr Anteil am deutschen Steueraufkommen beständig zurückgeht:  

 
Überraschenderweise das Werk einer rot-grünen Regierung, in der sich die SPD besonders klar als Unternehmer-Partei positioniert hat. Dafür wurde die Partei ideologisch regelrecht entkernt, d. h. die jahrzehntealten sozialdemokratischen Grundsätze kurzerhand abgeschafft. Als Vorbild diente Labour in Großbritannien unter Tony Blair. Geholfen hat es der Partei nichts, wie wir heute wissen. Darüber kann auch das jüngste Wahlergebnis in NRW nicht hinwegtäuschen. Die SPD hat ihre Basis verloren. 

Wie falsch diese Entwicklung ist, können interessierte LeserInnen hier studieren.    


Deutschland: detaillierte BIP-Daten zeigen das schiefe Wirtschaftsmodell
Gestern berichtete das Statistische Bundesamt (Destatis) in der 2. Schätzung die Daten zum BIP in Q1 2012 und auch die detaillierten Daten zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Zunächst wurde das vergleichsweise solide Wachstum des realen (preis-, saison- und kalenderbereinigten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) von +0,5% zum Vorquartal bestätigt, zum Vorjahresquartal ging es unbereinigt noch um real +1,7% aufwärts. Die detaillierten Daten zeigen leider aufs Neue, dass viel Zeit vertan wurde und das schiefe und einseitig aufgestellte deutsche Wirtschaftsmodell nicht wirklich korrigiert wurde. Weiterlesen …

Kommentar: Es geht um das deutsche Erfolgsmodell, da darf es keine Korrekturen geben. Wer soll den Bürgern denn erklären, wie sehr der Euro Deutschland genutzt hat oder warum die Soziale Marktwirtschaft abgeschafft wurde? Leider wird nun offensichtlich: es ist ein Misserfolgsmodell. Nicht geeignet auf die aktuelle Krisensituation angemessen zu reagieren. Deshalb geht es einfach weiter wie bisher, wird schon irgendwie gutgehen.  


Deutsche Konsumenten gehen weiter eifrig einkaufen
Die verschärfte Schuldenkrise lässt die Deutschen bisher kalt. Das Konsumklima bleibt nach einer Verbraucherumfrage der GfK-Marktforscher im Juni stabil. Weiterlesen …

Kommentar: Wenigstens auf die Konsumenten in Deutschland ist Verlass. Unverdrossen wird die Binnennachfrage angeschoben, die Kaufhäuser platzen täglich aus allen Nähten, ihre Kunden bevölkern mit prall gefüllten Einkaufstaschen die Fußgängerzonen. Die deutschen Konzerne des Einzelhandels melden immer neue Umsatzrekorde. Die Wirklichkeit bildet diese Grafik ab, die die Entwicklung zwischen Deutschland und seinem wichtigsten Handelspartner Frankreich vergleicht: 

Die Deutschen waren noch nie, von einigen Jahren in den 1960ern abgesehen, ein Volk von Konsumenten. Deshalb wird eine dringend nötige Binnennachfrage einfach herbeigeredet. Mehr nicht.


Spaniens Regionen und Banken brauchen noch mehr Hilfe
Spaniens Regionen und Banken ringen nach dem neuerlichen Downgrade durch Standard & Poor's um Unterstützung. Weiterlesen …

Kommentar: Wer unsere Beiträge regelmäßig verfolgt, den darf diese Entwicklung nicht mehr überraschen, schon lange berichten wir von überschuldeten spanischen Kommunen, Regionen und Banken. Was in dem Artikel beschrieben wird, ist aber immer noch nur die Spitze des Eisbergs. Der Rest soll so lange wie möglich versteckt bleiben. Trotzdem wird ganz allmählich sichtbar: Selbst in Spanien, vor den Ereignissen ab 2007 mit einer gesunden Staatsverschuldung, hat mittlerweile eine unfassbar negative Entwicklung eingesetzt, die mit keiner der bisherigen Lösungsversuche zu stoppen ist. Das Gegenteil ist der Fall. Selbst mit den aktuell angedachten Maßnahmen der europäischen Krisenmanager wird sich die Situation nur noch weiter verschlimmern. Für diese Feststellung genügt gesunder Menschenverstand, dazu braucht es keine Ratingagenturen. Deren Rolle in diesem Spiel ist mindestens dubios, aber auf keinen Fall seriös.


Madrid fordert Wiederaufnahme von EZB-Bond-Programm
Spanien fordert Unterstützung von der Europäischen Zentralbank (EZB) und will Frankfurt offenbar wieder zum Kauf von spanischen Staatsanleihen bewegen. Weiterlesen …

Kommentar: Gibt es für Spanien derzeit eine Alternative? Nein. Das Land steht vor dem Abgrund.  


Joschka Fischer: Europa am Abgrund
Die Zeiten sind ernst, sehr ernst sogar. Wer hätte jemals auch nur davon geträumt, dass David Cameron die Regierungen der Euro-Gruppe dazu auffordern würde, endlich all ihren Mut zusammenzunehmen und gemeinsam eine Fiskalunion (gemeinsames Budget, Steuerpolitik, gemeinsame Garantie für die Staatsschulden, etc.) und, da es anders nicht geht, auch eine politische Union zu schaffen. Nur so könne ein Zerfall des Euro aufgehalten werden.

Der konservative britische Premierminister! So geschehen vor wenigen Tagen! Und noch schlimmer daran ist, dass David Cameron völlig und uneingeschränkt Recht hat! Das europäische Haus steht in Flammen, und London fordert ein vernünftiges und entschlossenes Verhalten der Feuerwehr. Freilich hat er die Rechnung ohne die Feuerwehr (uns Deutschen) und unsere Feuerwehrhauptfrau Angela Merkel gemacht. 

Europa, angeführt von Deutschland, löscht lieber weiter mit Kerosin statt mit Wasser und der Brand wird so mit der von Merkel erzwungenen Austeritätspolitik beschleunigt.  Genau deshalb hat sich die Finanzkrise in der Eurozone innerhalb von drei Jahren zu einer wirklichen Existenzkrise ausgewachsen. Weiterlesen …

Kommentar: Ohne. Weil alles richtig. Nur noch eine Kleinigkeit: Was Cameron betreibt ist Wahlkampfhilfe für den großen Bruder in Amerika. Jetzt totales Chaos in Europa, das käme zu früh. Erst müssen die Amerikaner wählen. Ein bisschen nützt es Pannen-Cameron auch zuhause.


Griechenland, Portugal, Irland und Spanien vor Euro-Austritt
Griechenland, Portugal, Irland und Spanien werden nach Einschätzung des Schweizer Vermögensberaters Felix Zulauf binnen eines Jahr die Eurozone verlassen und damit die Gemeinschaftswährung in eine schwere Krise stürzen. Weiterlesen …

Kommentar: Behält Felix Zulauf Recht, und danach sieht es im Moment aus, dann hätte die deutsche Seele endlich Ruhe. Nur nicht für lange, es folgt ein unglaubliches Chaos. Eine massive Rezession ist dann noch das kleinste Übel.     


Dänemark: Kaufkraft fällt weiter; Bankrotte und Jobabbau legen zu
In Dänemark nahm die Kaufkraft der Bevölkerung im Jahr 2011 weiter ab, nachdem die Kosten für Lebensmittel und andere Güter des alltäglichen Bedarfs um 3% kletterten. Zwar stiegen auch die Löhne und Gehälter um 1% gegenüber dem Vorjahr, doch dieser Faktor konnte die höheren Preisanstiege nicht wett machen. Darüber hinaus ist es in jüngster Zeit zu einer Zunahme der Firmeninsolvenzen gekommen. Auch der Jobabbau unter Dänemarks Unternehmen zieht wieder merklich an. Weiterlesen …

Kommentar: Für uns keine Überraschung, hängen die dänischen Banken klammheimlich schon am Tropf der EZB (hier). Das Land buhlt mit Holland darum, wer der nächste Krisenkandidat in Europa sein wird. Bis jetzt ein Kopf an Kopf Rennen.     


Die Europhobie
Die Verunsicherung der Bankkunden im Euroraum steigt. Das treibt verängstigte Sparer aus den Nachbarländern zu Banken in der Schweiz, um ihr Erspartes in Sicherheit zu bringen. Weiterlesen …

Kommentar: Die Anleger sind schon ein verrücktes Volk, bar jeder Vernunft. Warum soll die Kohle in der Schweiz sicher sein? Das Bankgeheimnis wird gerade von Amerika geknackt, die US-Finanzbehörde nimmt sich der Reihe nach alle namhaften Banken in der Schweiz vor. Die Finanzbehörden der Nachbarländer springen gerade – mehr oder weniger erfolgreich – auf diesen Zug auf. Und, sorry liebe Eidgenossen, crasht der Euro, steckt die Schweiz in dem folgenden Chaos mittendrin. Sicher geht anders.  


US-Wirtschaft: Die Erholung ist eine Illusion – Interview mit John Williams
John Williams, Verfasser des bekannten ShadowStats.com Newsletters, präsentiert in diesem Interview seine Sicht auf staatliche US-Statistiken wie BIP, Verbraucherpreisindex, Arbeitslosenquoten; er macht zudem interessante Anmerkungen zum Geldmengenwachstum und zu QE 3. Weiterlesen…

Kommentar: Es ist die Wahrheit, nichts als die Wahrheit, was wir schon von Anfang an im Blog postulieren: Amerika steckt in der Klemme. So sehr, da hilft nur, den Blick weit weg auf Europa zu lenken. Bei dieser Faktenlage hilft kein „ja, aber“ mehr.  


Gentechnik in Lebensmitteln: Wie eine Lobby die Kontrollbehörden unterwandert
Die meisten wollen nichts gentechnisch Verändertes essen. Doch eine neue Untersuchung zeigt, wie die mächtige Gentechnik-Lobby die angeblich neutralen deutschen Kontrollbehörden unterwandert hat - zum Schaden der gutgläubigen Verbraucher. Weiterlesen …

Kommentar: Unglaublich, wir sind sprachlos. Die gleichen Politiker, die ständig auf ihre demokratischen Rechte pochen, verkaufen regelmäßig die Bürger an die Industrie. Korruption.    


Deutsche Bank-Aufsichtsrat gerät weiter unter Druck
Vor dem Machtwechsel an der Spitze der Deutschen Bank in der kommenden Woche gerät der bisherige Aufsichtsrat zunehmend unter Druck. Nach anderen Investoren will nun auch die britische Aktionärsberatung PIRC (Pensions & Investment Research Consultants) bei der Hauptversammlung am Donnerstag dem Kontrollgremium die Entlastung verweigern, wie die „Wirtschaftswoche“ aus einem Schreiben von PIRC zitierte. PIRC begründet die Empfehlung an Aktionäre demnach mit „schwerwiegenden Mängeln“ des Aufsichtsrates im vergangenen Jahr. Weiterlesen …

Kommentar: Ein echter Aufstand oder nur der berühmte Sturm im Wasserglas? Offensichtlich fürchtet Fitschen um seinen neuen Job, weshalb er nun eine öffentliche Kampagne laufen lässt (vgl. gestern).