Sonntag, 27. Mai 2012

Standpunkt 242 - Nachrichten-Ticker, 26.05.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


SEC kapituliert vor Lehmans Bilanztricks
Die US-Börsenaufsicht SEC will die Ermittlungen zur Pleite der Investmentbank Lehman Brothers offenbar einstellen. Die Bilanztricks der Bank bleiben wohl ungesühnt. Damit dürfte auch ein Verfahren gegen den Wirtschaftsprüfer Ernst & Young im Sande verlaufen. Weiterlesen…

Kommentar: Schon wieder so eine Sache die offensichtlich beigebogen werden soll. Jetzt liegt der Schwarze Peter bei Mary Schapiro und die braucht ihren Mut demnächst für andere Dinge … 


Die Sünden der Finanzwirtschaft
Die Finanzbranche hat massiv an Ansehen verloren. Ohne sie würde unser Wirtschaftssystem aber zusammenbrechen, sagt Jürgen Fitschen. Ein Essay des designierten Co-Chefs der Deutschen Bank über die Zukunft der Branche. Weiterleiten …

Kommentar: Wir glauben immer noch nicht, dass sich hier einer vom Saulus zum Paulus wandelt. Der Morast ist zu tief, als dass nicht auch Fitschen in den vergangenen Jahren darin stecken geblieben wäre. Jedenfalls ist sein Schluss über den Zusammenbruch unseres Wirtschaftssystems falsch: Die Finanzbranche ist entbehrlich, Banken nicht. In diesem Zusammenhang empfehlen wir noch einmal Ludwig Poullain’s “ungehaltene Rede” in der F.A.Z. vom 15.07.2004 (hier), die an Aktualität nichts verloren hat. Fitschen beschönigt, beschreibt die Dinge wie sie sein sollten, nicht wie sie in Wahrheit sind und vor allem von der Deutschen Bank gehandhabt werden. Sollte Fitschen wirklich eine Wende anstreben, so kommt sie zu spät, wie ein Blick in die Bilanz der Bank zeigt. Eine aussagefähige Grafik gibt es hier. Danach sollten keine Fragen mehr offen sein. Andernfalls bitte noch hier lesen. 


Hartz IV und die Zukunft des Sozialstaates
Mit Hartz IV hat die deutsche Politik eine Reform geschaffen, anhand der man auf die sozialen Verwerfungen des kapitalistischen Marktes mit seiner Ausweitung und der Verschärfung seiner Prinzipien reagiert. Im Zuge der Finanzkrise wird nun der Versuch unternommen, diese Sozialpolitik mit der Abrissbirne innerhalb der EU zum Export-Schlager zu entwickeln. Dabei halten sich die Erfolge der Reform für die hiesigen Arbeitnehmer durchaus in Grenzen. Ein Gespräch mit dem Sozialwissenschaftler Christoph Butterwegge, der dieses Jahr mit Krise und Zukunft des Sozialstaates und Armut in einem reichen Land Bücher zum Thema veröffentlicht hat. Weiterlesen … 

Kommentar: Absolut lesenswert. Ein intelligenter Mann, dessen Argumente Hand und Fuss haben. 


Lagarde rechnet mit den Griechen ab
"Helft euch selbst und zahlt endlich Steuern!" Unverblümt sagt Christine Lagarde den Griechen die Meinung. In einem Interview gibt die IWF-Chefin jegliche diplomatische Zurückhaltung auf. Sie habe mehr Mitleid mit afrikanischen Kindern als mit Schülern in Griechenland. Weiterlesen …

Kommentar: Schneidig, schneidig, Madame Lagarde. In dieser Krise zeigt sich auch an dieser Stelle: schon wieder wurde ein Bock zum Gärtner gemacht. In alter IWF-Tradition verteilt die Nachfolgerin des geschassten Strauss-Kahn kräftige Ohrfeigen. Kennen wir alles schon aus den vergangenen Krisen. Immer dann, wenn es um die Durchsetzung neoliberaler Politik ging, wurde vom IWF schweres Geschütz aufgefahren. Einen guten Job für die betroffenen Staaten hat der IWF trotzdem nie gemacht. Daran wird sich auch unter Lagarde nichts ändern. Nach wie vor geht es um die einseitigen Interessen der Industrieländer, mit weitem Abstand voraus um die Amerikas. Unser Tipp: Wer sich zu diesem Thema weiterbilden möchte, der sollte sich näher mit Argentinien beschäftigen. Aber bitte nicht die Informationen beim deutschen Mainstream abholen, der bildet nicht die Wirklichkeit ab. Schade um die Zeit. Abschliessend: Christine Lagarde erhebt, genauso wie Angela Merkel, Anspruch auf den Titel „Kaltmamsell des Kapitals“, frei nach Urban Priol. Deutschlands Stammtische jublieren (hier).  


In der Krise sind auch die Götter machtlos
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist? Weiterlesen...

Kommentar: Erübrigt sich, ist selbsterklärend. Viel Spaß.


So können wir den Euro retten
Deutschland mauert gegen Euro-Bonds, doch was ist die Alternative? Die Wirtschaftsweisen fordern einen europäischen Pakt zur Schuldentilgung. Tatsächlich könnte ein solches Bündnis die Gemeinschaftswährung retten. Worauf warten wir noch? Weiterlesen …

Kommentar: Auf sehr viel bessere Ideen, Herr Graf. Mittlerweile hilft weder noch. Alleine in den Bilanzen europäischer Banken stecken zusammengerechnet Billionen Euro Giftmüll. Richtig, wir meinen Billionen, nicht Milliarden. Dieser Müll muss weg, so schnell wie möglich und restlos. Solange sind alle Vorschläge, egal aus welcher Ecke, zur Lösung der Krise nutzlos. Irgendwann wird es soweit sein. Vorher sind aber noch ein paar % Vermögen umverteilt worden. Wie das geht macht Amerika gerade vor. 

Wir haben unser Angebot erweitert. Einzelheiten dazu hier.