Dienstag, 29. Mai 2012

Standpunkt 244 - Nachrichten-Ticker, 28.05.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Mehrheit in Irland für Fiskalpakt
Vor einem Referendum in Irland über den EU-Fiskalpakt zeichnet sich eine Mehrheit für die Befürworter ab. In der am Wochenende veröffentlichten, letzten Umfrage vor der Abstimmung am Donnerstag erreichten sie 49 Prozent. Die Gegner kamen der Erhebung von "Sunday Business Post"/Red C zufolge auf 35 Prozent und die Unentschlossenen auf 16 Prozent. Weiterlesen …

Kommentar/Erklärung: Sie sind brav, diese Iren. Wohlgefällig wollen sie für Merkels Fiskalpakt stimmen. Vorsorglich hat auch der irische Premier die Bevölkerung aufgerufen, für den Fiskalpakt zu stimmen. Er erwartet Fortschritte bei einer wirtschaftlichen Gesundung („Premierminister wirbt für Ja zu Fiskalpakt“, hier). Glücklicherweise erinnert sich niemand mehr daran, mit welchen Versprechungen der Mann sich im vergangenen Jahr hat wählen lassen. Ähnlich wie in Griechenland ging es u. a. auch um Nachverhandlungen des Spardiktats. Die Sache wurde dann auf dem kleinen Dienstweg geregelt: Statt öffentlicher Verhandlungen gab es milliardenschwere Zugeständnisse der Kontinentaleuropäer und schon war das Thema Nachbesserungen vom Tisch. Trotzdem bleibt es bis Donnerstag spannend.


Zypern denkt über Flucht unter Rettungsschirm nach
Auch der griechisch bevölkerte Teil Zyperns muss möglicherweise bald unter den EU-Rettungsschirm schlüpfen. Bislang konnte sich das Land nur mit einem russischen Kredit über Wasser halten.  Weiterlesen

Kommentar: War zu erwarten, zu stark ist die Abhängigkeit vom griechischen Festland. Interessant nur, wer bisher mit Geld eingesprungen ist: Nicht die EU, Mütterchen Rußland hat sich gönnerhaft gezeigt und 2,5 Milliarden Euro Kredit bereitgestellt. Ein echter Freundschaftsdienst. So konnte die Insel in den vergangenen Monaten aus der leidigen Diskussion um die angebliche Rettung Griechenlands herausgehalten werden.       


Spanien tief im Strudel der Bankenkrise
Europa zittert davor, dass Spanien wegen seiner Bankenkrise die EU um Hilfe bitten muss. Allein die marode Großbank Bankia kostet den Staat 23 Milliarden Euro. Madrid fehlt das Geld. Ein Trick könnte helfen. Weiterlesen… 

Kommentar: Nichts neues, in Europas Krise wird doch schon lange getrickst. Besonders gerne im Zusammenhang mit den vielfältigen Bankenhilfen. Wieder geht es nur um ein bisschen Zeitgewinn, mehr ist nicht drin. Die wirklichen Probleme der spanischen Banken sind immer noch nicht auf dem Tisch: 300 Milliarden Euro aus Immobilienkrediten müssen wertberichtigt werden. Wie lange wollen das Europas Krisenmanager noch verstecken?


Wie die Nervosität in Madrid steigt
Die Aktien des angeschlagenen Bankia-Geldinstituts stürzen an der Börse regelrecht ab - doch noch immer weiß die spanische Regierung nicht, wie die Rettung finanziert werden soll. Stattdessen fordert Ministerpräsident Rajoy für die Banken direkte Mittel aus dem Euro-Rettungsfonds - und appeliert in dramatischen Worten an die EU. Weiterlesen …

Kommentar: Spanien tritt der Angstschweiß auf die Stirn. Alle verbalen Beruhigungsdrops des spanischen Ministerpräsidenten und kürzlich aus Berlin zeigen keine Wirkung. Wieso auch, es ist praktizierter Lug und Trug.   


Deutsche Banken haben in Spanien hohe Risiken
Nach dem Platzen der Immobilienblase haben die deutschen Banken ihr Engagement in Spanien zwar reduziert, stehen aber weiterhin mit 112 Milliarden Euro im Feuer. Die meisten ausstehenden Kredite weist die Deutsche Bank auf. Auch der deutsche Staat wäre von der Krise in Spanien getroffen. Weiterlesen…

Kommentar: Was hier an Zahlen genannt wird, ist nach unserer Überzeugung stark untertrieben. Über die vielfältigen Geschäftsbeziehungen zu anderen europäischen Finanzkonzernen, nicht nur zu den stark betroffenen franz. und niederländischen Banken, steht mehr im Feuer, gleichfalls durch Zweckgesellschaften/Schattenbanken und bei den Derivaten. Spanien wird, wegen unfähiger europäischer Krisenmanager, ein Blutbad. Fortsetzung folgt.  


Brüderle: „Eurobonds sind Zinssozialismus“
Bei ihrem Nein zu Eurobonds hat Kanzlerin Merkel die volle Rückendeckung vom Fraktionspartner. FDP-Fraktionschef Brüderle fordert stattdessen eine „richtige Wachstumspolitik“ und schlägt vor, arbeitslose Jugendliche aus Südländern in Deutschland auszubilden. Weiterlesen …

Kommentar: „Bankenhilfen sind Verlustsozialismus“ und bedingen diese Eurobonds, sind aber nur als Teil einer durchstrukturierten Lösung nützlich. Sie alleine retten jetzt nichts mehr. Die Ausbildung ausländischer Jugendlicher in Deutschland? Bravo, Herr Brüderle, eine wirklich tolle Idee. Bis zu Ende gedacht? Nein. Finanzierung? Ausbildungsplätze? Unterbringung? Arbeitsplätze danach? Sicherlich hat die deutsche Wirtschaft sehr zum eigenen Nutzen schon geeignete, billige Ideen.   


Nicht nur in Spanien: Banken verstaatlichen!
Die EZB und Vertreter der Euro-Gruppe beraten über Direkthilfen an spanische Banken. Wird die nächste von Schäuble und Co. gezogene „Rote Linie“ überschritten? Die bisherigen Nutznießer sind in Frankreich zu finden. Weiterlesen …

Kommentar: Die Forderung ist richtig, die Begründung falsch, die beschriebenen Folgen lächerlich harmlos. Zuallererst hat Europa, nicht nur Deutschland, bisher deutsche Banken gerettet. Erst jetzt und in der nächsten Zukunft geht es um Banken in Frankreich, Spanien, Italien, Holland, Dänemark, Schweden, Großbritannien (Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit). Dabei geht es immer noch auch um die Rettung deutscher Finanzkonzerne, allen voran die Deutsche Bank. Einfach mal die letzte Bilanz lesen, Herr Henkel, das eröffnet Horizonte. In dieser Bilanz steckt Sprengstoff, der sich so nur noch bei einer Hand voll anderer europäischer Banken wiederfindet, französische, spanische, italienische, holländische, schwedische, dänische, (Aufzählung erhebt …) gehören mit größter Wahrscheinlichkeit nicht dazu. Da wäre eine „Re-nationalisierung“ tödlich. Simples Ausbuchen heißt die Lösung. Zu banal, als dass es den  Bildungsbürgern einfällt. Dieser Beitrag des Hans-Olaf Henkel soll vor allen Dingen eins: die Pläne und Vorschläge des Franzosen Hollande hintertreiben.


Beleidigungen, Chaos und sich selbst erfüllende Prophezeiungen
Wenn jeder umgefallene Sack politischer Reis ein mediales Erdbeben auslöst, dann kann mit Fug und Recht von der Unmöglichkeit eines Klimaumschwungs philosophiert werden. Somit werden alle Weissager Recht behalten, die unter den gegebenen Umständen den baldigen totalen Kollaps Griechenlands vorhersagen[1]. Bedenklich stimmt, dass viele dieser Propheten selbst dazu beitragen. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Griechen am 17. Juni erneut ein für Europa radikales Wahlergebnis liefern werden. Weiterlesen …

Kommentar: Der ist entbehrlich. Ein Beitrag nur für Leute, die noch nicht von den deutschen Leitmedien verdorben wurden.


Amerika baut wieder
Erstmals seit fünf Jahren ziehen die Preise am US-Häusermarkt wieder an. Die führenden Baugesellschaften verzeichnen neue Aufträge - ein Signal der Hoffnung für die Gesamtwirtschaft. Weiterlesen …

Kommentar: Und im November sind Präsidentschaftswahlen, da will Barack Obama wiedergewählt werden. Nur in diesem Zusammenhang ist dieser Bericht zu verstehen. Aus jedem kleinsten Fitzelchen muss in den kommenden Monaten eine gute Nachricht kreiert werden. Die Propagandamaschinerie beginnt zu laufen.


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