Mittwoch, 30. Mai 2012

Standpunkt 245 - Nachrichten-Ticker, 29.05.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...



Gier nach Boni treibt Großkanzlei in Ruin
Es ist die größte Pleite einer US-Kanzlei aller Zeiten: Dewey & Leboeuf hat laut einem Medienbericht Insolvenz angemeldet. Mega-Boni, Schulden und hohe Mietkosten haben dem Rechtskonzern mit einst 1300 Anwälten das Genick gebrochen. Hauptleidtragende sind nun die Mandanten. Weiterlesen …

Kommentar: Eine äußerst interessante Meldung. Irgendwie irritierend, dass eine der größten US-Kanzleien ins Gras beißt. In der Heimat von Goldman Sachs eine echte Überraschung.


Bankenverband musste Valovis Bank retten
Die ehemalige KarstadtQuelle-Bank hatte sich mit griechischen Staatsanleihen verzockt. Deshalb musste der Bundesverband Deutscher Banken mit einer Garantie in Höhe von 100 Millionen Euro einspringen. Nun wird ein Käufer für das Institut gesucht - der soll auch die Garantien übernehmen. Weiterlesen …

Kommentar: Ein kleines Opfer. Die Schwergewichte kommen erst noch.        


Bewundert in der Krise
Nur noch jeder dritte EU-Bürger glaubt, die ökonomische Integration sei ein Segen für seine Heimat. Doch während Deutschland dem Kontinent ein hartes Spardiktat aufzwingt und bei den Griechen unbeliebter denn je ist, zeigt eine Umfrage Überraschendes. Weiterlesen … 

Kommentar: Lesen, wundern, genießen, die Zeit wird knapp.  


Unicef kritisiert hohe Kinderarmut in Deutschland
Eine warme Mahlzeit am Tag, ein Platz für die Hausaufgaben oder neue Kleidung: Fast 2,5 Millionen Kinder in Deutschland müssen auf die notwendigsten Dinge verzichten. Das ist das Ergebnis einer Studie des Kinderhilfswerks Unicef. Die Bundesrepublik schneidet damit schlechter ab als viele andere Industrieländer. Weiterlesen…

Kommentar: „Die Kinderarmut in der Bundesrepublik ist höher als in anderen Industrieländern.“ Da stimmt was nicht. Selbst Großbritannien kann es besser, trotz eines insgesamt wesentlich geringeren Lebensstandards. Zu Zeiten der Sozialen Marktwirtschaft war das anders.    


Irland stimmt über „Zeitbombe der Austerität“ ab
Apokalyptische Szenarien prägen in Irland das Vorfeld der Volksabstimmung über den Fiskalpakt. Der Volkszorn auf die Banken ist kaum zu beschreiben. Zähneknirschend gehen die Iren an die Urnen. Weiterlesen …

Kommentar: Die Krise ist in Irland noch lange nicht zu Ende. Deshalb wird der Entscheidung über den Fiskalpakt international so viel Bedeutung beigemessen. Die irische Regierung ist scheinbar doch noch nicht davon überzeugt, dass die Abstimmung gut ausgeht.     


Der Sturm auf die Banken hat begonnen
Nichts fürchten Währungshüter so sehr wie einen Bank Run. Zwar sieht man in Athen noch keine Schlangen vor den Banken, doch die Ruhe trügt: Griechenland erlebt einen Sturm auf die Banken - in Zeitlupe. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Wenn Sparer die Nerven verlieren, zwingen sie oftmals ganze Volkswirtschaften in die Knie. Weiterlesen …

Kommentar: Es geht in diesem Beitrag um Griechenland. Längst hat diese Entwicklung auch in Spanien und Italien begonnen. Logisch zahlt die EZB. Alles andere wäre Benzin ins Feuer der Krise. Deshalb bitte keine Verwunderung über einen völlig normalen Vorgang in nicht normalen Zeiten.    


Spanien steht mit dem Rücken zur Wand
Spaniens Banken bereiten Europa ernste Sorgen. Die Bankia wird offenbar mit neuen Schulden rekapitalisiert. Weiterlesen …

Kommentar: Lassen wir uns nichts vormachen: Europas Politiker sind ratlos, sogar hilflos und – viel schlimmer – führungslos. Deshalb erleben wir den Zerfall Spaniens, danach den von Italien, nebenbei geht Portugal vor die Hunde. Wer (auf uns) nicht hören will, muss fühlen. Seit Monaten prophezeien wir schon diese Entwicklung. Oder, anders ausgedrückt: „Wer die Augen nicht zum Sehen benutzt, wird sie später zum Weinen gebrauchen.“ (Jean Paul, dt. Schriftsteller, 1763 – 1825)


„Wir haben die Griechen gepäppelt und verwöhnt“
Wachstumskritiker Meinhard Miegel fordert die Griechen auf, wieder so bescheiden zu leben wie vor dem EU-Beitritt ihres Landes. Auch mit weiteren Finanzspritzen könne das Land kein höheres Wirtschaftswachstum stemmen. Weiterlesen …

Kommentar: Wie sollen die deutschen Politiker die europäische Krise verstehen, wenn es ihre Akademiker nicht schaffen? Es kann doch nicht so schwer sein die Fakten richtig zu deuten. Wir fragen uns deshalb, ob dahinter vielleicht Absicht steht? Die Ökonomen fühlen sich endlich vom Mainstream angenommen. Leider schon wieder nur einer, der mit Steinen wirft obwohl er im Glashaus sitzt.


„Die Euro-Rettung ist ein Fiasko“
Die Euro-Schuldenkrise eskaliert. Ein Staatsbankrott und der Euro-Austritt Griechenlands werden nicht mehr ausgeschlossen. Professor Bernd Lucke spricht im F.A.Z.-Interview über die Gelder an Griechenland und die Folgen der Rettungsschirmpolitik. Weiterlesen …

Kommentar: In dem Interview werden einige Wahrheiten angeboten, die dem Mainstream nicht schmecken. Aber auch Lucke stellt alles nur in den Kontext einer Staatsschuldenkrise. Ein Fehler.