Donnerstag, 31. Mai 2012

Standpunkt 246 - Nachrichten-Ticker, 30.05.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Athens Schicksal hängt am seidenen Faden
Will Griechenland wieder auf die Beine kommen, müssen Löhne und Preise drastisch sinken. Ob es dazu aus dem Euro austritt oder nicht, ist fast schon egal. Die Analyse. Weiterlesen …

Kommentar: Wertlos, diese Analyse. Sie stützt sich auf die falschen Annahmen, die schon seit Monaten im Mainstream herumgereicht werden. Die ifo-Experten schreiben den Euro-Austritt und seine Folgen schön. Natürlich liest sich alles sehr schlüssig, nur stochern auch diese Leute im Nebel. Die Vergleiche mit Argentinien oder Thailand sind für die griechische Situation wertlos. Es ist eine Bankenkrise, stupid, auch in der Griechenland-Krise. Genauer: Ursprünglich ist es in Griechenland die Krise deutscher, französischer und amerikanischer Banken, nicht der griechischen Banken. Erst in deren Folge ist es heute natürlich auch ein Problem für die einheimischen Banken. Aus dieser Gewissheit heraus, verbunden mit der offensichtlichen Unfähigkeit der verantwortlichen Politiker im Umgang mit der Krise, greifen weltweit die Spekulanten die PIIGS-Staaten immer wieder an, um kräftige Gewinne zu machen. Es ist höchst verantwortungslos von den ifo-Experten, diese Fakten immer noch zu ignorieren und so zu tun, als sei der Grexit zwar teuer, aber zu beherrschen. Er ist es nicht, genauso wenig wie die Pleite von Lehman 2008, an deren Folgen die Welt heute leidet und deren Kosten überhaupt noch nicht abzusehen sind.   


Banken treiben Spanien in den Ruin
Nach dem Platzen der Immobilienblase ist die Branche massiv unter Druck: Die Sparkasse Liberbank und die Rivalen Ibercaja und Caja 3 sind gezwungen zu fusionieren. Es entsteht eines der größten Institute des Landes. Weiterlesen…

Kommentar: Weiter mit den alten Fehlern. Es ist “too big to fail” auf spanisch. In Wirklichkeit geht es um “too big to rescue” ("zu groß, um gerettet zu werden"). Schon wieder schaut Europa hilf- und tatenlos zu.         


EU warnt vor unkontrollierbarer Finanzlage Spaniens
Die EU-Kommission zeigt sich besorgt über die finanzielle und wirtschaftliche Lage Spaniens. Der fragile Bankensektor und die hohe Arbeitslosigkeit gelten als besondere Achilles-Fersen der iberischen Wirtschaft. Weiterlesen … 

Kommentar: Schon wieder hängt die EU mit ihrer Einschätzung der Entwicklung hinterher. Was muss in Europa noch passieren, bis dem Treiben der Finanzkonzerne das Ende bereitet wird? Offensichtlich müssen die Schwierigkeiten erst Italien und Frankreich erreichen, damit in den europ. Hauptstädten endlich die richtigen Lösungen auf den Weg gebracht werden. Was im Zusammenhang mit Spanien jetzt an Vorschlägen auf dem Tisch liegt, verschafft noch nicht einmal mehr Zeit, von einer Lösung ganz zu schweigen.   


Kommt Madrid von allein auf die Beine?
Die Beteuerungen des Ministerpräsidenten klingen hohl: Die Bankenkrise, die das Land erschüttert, wird Madrid bald dazu zwingen, sich an die EU zu wenden. Als Gegenleistung für die rettende Finanzspritze wird Spanien sich wohl wie Irland bevormunden lassen müssen. Weiterlesen …

Kommentar: Ein guter Artikel aus dem Land der neuen Krise. Reflektiert Dinge, die in Deutschland weitgehend unterdrückt werden. Die vermutete Fiskalunion wird keinesfalls jetzt oder in absehbarer Zeit Teil der europäischen Krisenlösung sein. Erst müssen alle Banken verstaatlicht, das Finanzcasino beendet, die Geschäfte der Banken auf ihre Grundlagen zurückgeführt und unbedingt glasklar reguliert werden. Am besten noch über Nacht, ohne jede Vorankündigung. Für die ewig Gestrigen: Das hat nichts mit Kommunismus zu tun, sondern nur mit staatlicher Verantwortung für die Bürger. Nennen wir es die Durchsetzung der verfassungsmäßigen Rechte. Die Demokratie muss nicht marktkonform sein, wie es die Kanzlerin noch im Spätsommer 2011 forderte, sondern der Markt muss demokratiekonform sein. Nur so geht es.


EU-Kommission gibt Spanien ein Jahr mehr Zeit
Spanien erhält mehr Zeit zum Sparen. Die EU-Kommission räumt der spanischen Regierung ein weiteres Jahr ein, um das hohe Staatsdefizit unter Kontrolle zu bekommen - und geht gleichzeitig mit dem Land hart ins Gericht. Weiterlesen …

Kommentar: Wie gesagt, Europa ist im Umgang mit der spanischen Krankheit völlig hilflos. Diese Anpassung ist lächerlich nutzlos.


EZB lehnte Spaniens Rettungsplan für Bankia ab
Die Europäische Zentralbank hat einem Pressebericht zufolge die von der spanischen Regierung geplante Sanierung der angeschlagenen Großbank Bankia mit Staatsanleihen abgelehnt. Weiterlesen …

Kommentar: Noch ein weiteres Beispiel der Hilflosigkeit. Jetzt ist es die der EZB. Bankia wird Geld bekommen, schnell und unbürokratisch, sonst gehen in weiten Teilen Südeuropas krisenbedingt die sprichwörtlichen Lichter aus. Wie diese dringend benötigte Liquidität bereitgestellt wird, ist dabei völlig egal.     

Kunden plündern spanische Bankkonten
Die Sparguthaben bei spanischen Banken schrumpfen. Allein im April gingen sie um etwa 31,5 Milliarden Euro zurück. Sie sind damit auf dem niedrigsten Wert seit November 2008 angelangt. Weiterlesen …

Kommentar: Natürlich, es besteht keine Ansteckungsgefahr. Spanier und Italiener, demnächst die Franzosen, schauen dem Treiben im Zusammenhang mit Griechenland oder den Anfängen in Spanien tatenlos zu. Diese Fähigkeit haben in Europa nur die Deutschen.


Spanien muss sich bitteren Wahrheiten stellen
Das Scheitern der spanischen Bankia ist kein Unfall. Sie ist das Spiegelbild eines maroden Systems. Spanien wird die Hilfe Europas brauchen. Weiterlesen …

Kommentar: Die bösen Spanier, haben genauso über ihre Verhältnisse gelebt wie die Griechen. Billiges Geld verprasst für nutzlose Investitionen. Was in dem Artikel steht, ist viel zu kurz gegriffen. Marode ist nicht Spanien, sondern das gesamte Finanzsystem und dessen Aufsicht, die solche Entwicklungen überhaupt erst möglich gemacht haben. Nicht vergessen: Schubkarrenweise wurde das Geld nach Südeuropa geschafft, um dort dicke Gewinne zu verdienen. Politik und Aufsicht haben mindestens weggesehen, oft sogar gefördert. Es wird Zeit, dass sich der Mainstream dieser Tatsachen stellt.


Prominente Europäer warnen vor Euro-Austritt
Ein Austritt aus der Euro-Zone wäre eine Katastrophe, heißt es in einem Appell an Europas Regierungschefs. Die Griechen bräuchten mehr Zeit, um die Krise zu überwinden. Weiterlesen …

Kommentar: Ein ehrenhafter Aufruf. Die damit verbundenen Lösungsvorschläge reichen jedoch nicht aus. Für eine große Lösung ist Europa noch nicht soweit.


In der Krise hilft nur stärkere Integration
Die Euro-Länder müssen ihre Integration vertiefen - nur so können sie dem Misstrauen der Märkte entgegenwirken. Dafür bietet sich der Schuldentilgungspakt an, den die Wirtschaftsweisen vorgeschlagen haben. Weiterlesen…

Kommentar: Es ist völlig absurd, gerade jetzt eine stärkere Integration zu fordern. Das beruhigt nicht die Spekulanten und bringt  - erst einmal - die Deutschen nur noch weiter gegen Europa auf. Erst muss die Krise gelöst werden, der Schuldentilgungspakt der Wirtschaftsweisen hilft da nichts. Er ist ähnlich nutzlos wie die Maastricht-Kriterien.


Gebt nur Geld aus, irgendwer wird schon zahlen
Es haben wohl noch immer nicht alle den Ursprung der Krise verstanden: Dass Regierungen Geld ausgeben, welches ihnen nicht gehört. Den Steuerzahler dafür zu bestrafen, ist mehr als verantwortungslos. Weiterlesen …

Kommentar: Der Beifall von den unteren Rängen ist dem Autor sicher. Die Konsequenzen aus seiner Beschreibung der Zustände behält er leider für sich. Dafür wird er seine Gründe haben, müsste er doch am glänzenden Mythos des westlichen Kapitalismusmodell kratzen.


EU-Kommission warnt vor Banken-Exposure in Osteuropa
Die EU-Kommission warnt Österreich vor Risiken im Zusammenhang mit seinem hohen Banken-Exposure in Osteuropa. Weiterlesen …

Kommentar: Für uns ist Österreich schon seit vielen Monaten hochgradig belastet und der geeignete Kandidat für einen weiteren Kriegsschauplatz in der Spekulation gegen den Euro. Die österreichischen Banken sitzen auf einem Sack voller fauler Kredite in den Pleite-Staaten Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Slowenien. So viel können die Österreicher zu Hause gar nicht sparen, wie dort im Feuer steht. Mit Blick auf diese Situation ist das österreichische Rating immer noch überbewertet. Ein Auszug aus unserem Standpunkt No. 75, „Die Triple-A Märchen“, vom 23.09.2011, zu Österreich (hier): Das Land steht am Abgrund. Die Milliarden-Euro-Investitionen in den strukturschwachen osteuropäischen Ländern werden uneinbringlich. Da helfen auch nicht die Kredite an diese Länder von EU und IWF zu günstigsten Konditionen. Ebenfalls stark in den PIIGS-Staaten investiert. Die österreichischen Banken, sowieso nicht auf Rosen gebettet, stehen vor riesigen Wertberichtigungen. Nur redet noch niemand darüber, die Österreichische Nationalbank (ÖNB) hat noch im Februar 2011 in einem Report eine positive Prognose gestellt. Wider besseren Wissens. Bereits im April 2009 betitelte das Manager Magazin einen Ausblick mit „Katastrophale Wirtschaftslage“ (hier). Österreichs Wirtschaft ist abhängig von Deutschland. Nur aus dieser Nähe leitet sich auch das Triple-A-Rating ab. Österreich hält sich für einen Musterknaben. Die Wahrheit: Große Klappe, aber nicht viel dahinter. Kein Euro-Retter, sondern ein Rettungskandidat.


Märchenhochzeit des Geldadels
Rothschild und Rockefeller – klangvolle Namen der Finanzbranche. Nun haben sich die beiden Firmen zusammengetan. Das soll wohl vor allem noch mehr reiche Investoren anlocken, die auf Verlässlichkeit setzen, nicht auf den schnellen Dollar. Weiterlesen …

Kommentar: Einigkeit macht stark. Die zukünftige Entwicklung macht es erforderlich, die Kräfte zu bündeln. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf das folgende Zitat der Gebrüder Rothschild, London, aus einem Brief vom 28. Juni 1863 an einen US-amerikanischen Geschäftspartner: „Die Wenigen, die das System verstehen, werden dermaßen an seinen Profiten interessiert oder so abhängig von seinen Vorzügen sein, daß aus ihren Reihen niemals eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, geistig unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne je Verdacht zu schöpfen, daß das System gegen sie arbeitet.“  


Was tun, wenn es zu einem Run auf den Franken kommt?
Was würde die SNB tun, wenn die Eurozone zusammenbrechen würde und es zu einem Run auf den Schweizer Franken käme? SNB-Präsident Thomas Jordan gab in der «SonntagsZeitung» eine brisante Antwort: Eine Maßnahme wären Kapitalverkehrskontrollen, also Vorkehrungen, die den Zufluss von Kapital in die Schweiz direkt beeinflussen. Ich kann hier nicht in die Details gehen. Wir identifizieren diese Instrumente für den Fall, das weitere Massnahmen nötig wären. Weiterlesen ... 

Kommentar: Die Schweizer sind meistens gut vorbereitet. So auch jetzt. Erst einmal gehört aber klappern zum Handwerk. Bitte auch die Kommentare zu dem Artikel lesen. Unsere LeserInnen können sich außerdem hier gut vorbereiten.


Schwaches Lkw-Geschäft belastet Autobauer
Daimler, MAN und Co. leiden zusehends unter einem schleppenden Absatz ihrer Lastwagen. In Europa brach der Verkauf um mehr als 11 Prozent ein, in Italien um fast 40. Auch der brasilianische Markt bereitet den Herstellern Sorgen – Daimler verordnet 1500 Beschäftigten daher eine Zwangspause. Weiterlesen …

Kommentar: Die Entwicklung in Europa: keine Überraschung. Nur, was ist in Brasilien los, einer der erklärten Weltwirtschaftslokomotiven, die das Wirtschaftswachstum in der Welt wieder mit anschieben soll? Sieht doch ganz danach aus, dass die Entwicklung in den BRIC-Staaten schon seit geraumer Zeit schöngeredet wird. Wer regelmäßig unseren Blog liest, der kennt unsere Meinung dazu: Brasilien, Russland, Indien und China sind randvoll mit eigenen Problemen. Sie können höchsten hoffen, dass der am Horizont sichtbare Finanzkollaps sich doch noch irgendwie verzieht.  

Wir haben unser Angebot erweitert. Einzelheiten dazu hier.