Dienstag, 5. Juni 2012

Standpunkt 251 - Nachrichten-Ticker, 04.06.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Erben lohnt sich mehr denn je
Die Deutschen werden nicht nur immer älter, sie haben auch immer mehr zu vererben. Eine Studie prophezeit eine Erbschaftswelle von "historischem Ausmaß": Jede fünfte Erbschaft hat demnach einen Wert von mehr als 100.000 Euro. Weiterlesen …

Kommentar: Schöne Aussichten. Stehen leider auf wackeligen Füssen. Der Staat wird sich im Zusammenhang mit dem Fortschritt der europäischen Krise bald daran erinnern. Unverfänglich heißt das dann „Financial Repression“, wir nennen es „Enteignung“ (hier). Aufschlussreich aber die Aussagen zur Vermögensverteilung und die weitere Verschiebung des Vermögens. 1% halten 35,8% des Vermögens, 10% haben 61%. Krass.


Die große Angst ums Geld
Bankenbeben, Börsenabsturz, Euro-Schwäche - die Krise ist mit Macht zurück. In ganz Europa fürchten Anleger um ihr Erspartes. Wo ist das Vermögen noch sicher?  Weiterlesen ...

Kommentar: Bei der F.A.S. auf jeden Fall nicht. Es gibt nur die gewöhnlichen Vorschläge, keine wirklich neuen Ideen. Hoffnung sieht anders aus.    


Europa steht in Flammen
Deutschland ist einsam und isoliert. Wider alle historische Erfahrung hält Kanzlerin Merkel dogmatisch an einer Sparpolitik fest, die Europa an den Abgrund geführt hat. Wenn der Euro und mit ihm der zweitgrößte Wirtschaftsraum der Welt zerfällt, dann wird das eine Krise auslösen, wie sie die heute lebenden Generationen noch nicht erlebt haben. Weiterlesen ...

Kommentar: Joschka Fischer mischt sich wieder einmal ein. Politisch betrachtet hat Fischer recht. Nur politisch ist im Augenblick kein Fortkommen. Es ist der Zeitpunkt gekommen, ernsthaft über die Rolle der Banken in diesem Spiel nachzudenken. Wir meinen wirklich ernsthaft. Sonst kommt unser Beitrag, den wir gerade vorbereiten und in diesem Monat noch veröffentlich wollen, bereits zu spät. 

Spanien erhöht täglich den Betrag, der für die Rettung seiner Banken nötig ist. Portugal muss mit knapp 7 Milliarden ebenfalls Banken retten. Irland steht wieder auf der Kippe. Französische Banken stehen erneut unter Druck. Großbritannien rückt in den Fokus, leider nicht wegen des Jubiläums der Queen oder der Olympischen Spiele. Italien, Österreich, die Niederlande, Belgien, alles potenzielle Krisenherde, da kommt am Ende auch Deutschland nicht ungeschoren davon.


Hört auf mit dem Bankendoping
Eine europäische Einlagensicherung gefährdet den Wettbewerb unter den Kreditinstituten. Das Nachsehen hätten all jene, die solide wirtschaften. Weiterlesen...

Kommentar: Er hält uns zum Narren, der Herr Fahrenschon. Fordert eine Welt, die es schon seit 20 Jahren so nicht mehr gibt. Fordert Rechte für “seine” Sparkassen, die schon lange vergessen haben, ihre Pflichten gegenüber den Kunden zu erfüllen. Im Eifer des Gefechts gegen die Finanzkonzerne. Speisen Jahr für Jahr den nutzlosen Markt der Steuersparimmobilien, stecken hinter den bankrotten Geschäftsmodellen der Landesbanken. Gut zu beobachten bei der Bay. Landesbank oder der Sachsen-LB. Was Fahrensohn fordert, setzt eine tiefgreifende Neuordnung voraus, alle Banken betreffend. Dafür werden sich vorläufig keine Politiker finden, was ihm bekannt ist. Da fällt es leicht, Unmögliches zu fordern.


Nur die APO kann den ESM noch verhindern!
Das Gesetz zum Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) untergräbt unsere Demokratie. Initiativen, die sich dagegen stellen, sind weder “rechtspopulistisch” noch “antieuropäisch”. Hinter ihnen stehen aufrechte Bürger. Weiterlesen ...

Kommentar: Schon wieder geht es nur um die deutschen Lasten aus den Maßnahmen für eine mögliche Rettung des Euro. Wir sind auch kein Freund des ESM, halten ihn für nutzlos. Henkel’s Ruf nach Demokratie ist scheinheilig. Sie gilt es nur zu verteidigen, wenn es um deutsche Interessen geht, nicht um griechische, irische, portugiesische, spanische, italienische, usw. Wo bleiben die aufrechten Bürger, wenn nutzlose Spardiktate Menschen in den Selbstmord treiben, Kinder arbeiten müssen, die Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern die 50%-Marke schon geknackt hat, oder die Armut zum Alltag wird. Warum prangern Henkel und seine aufrechten Bürger nicht endlich die wahre Ursache der Krise an? Für diese Leute sollte das kein Problem sein, schliesslich sind sie Teil dieser üblicherweise bestens informierten Netzwerke. Also, warum nicht?   


Portugal muss Banken stützen
Erwartungsgemäß weitet sich die Bankenkrise nun auch auf Portugal aus. Weiterlesen … 

Kommentar: Nun auch Portugal, neben Irland der Musterknabe in Europa in Sachen Krisenbekämpfung. Irgendwas läuft aber schief in dem Land. Banken in Not, Regionen pleite, zahllose Unternehmen von der Insolvenz bedroht. Warum sehen das Europas Krisenmanager nicht? Weil sie dann zugeben müssen, dass es um Portugal ähnlich schlecht steht wie um Griechenland? Es ist eine Tatsache, dass die portugiesische Regierung bereits im vergangenen Jahr nur mit üblen Tricks, u. a. dem Griff in private Rentenfonds, das Haushaltsdefizit auf das mit der Troika vereinbarte Ziel drücken konnte (siehe hier). Uns fehlt mittlerweile eine nachvollziehbare Begründung dafür, dass Portugal gegenüber Griechenland offensichtlich bevorzugt wird. 


Portugal ist Musterschüler unter den EU-Krisenstaaten
Unter den EU-Krisenstaaten gilt Portugal bei der Sanierung der maroden Staatsfinanzen als Musterschüler. Im vergangenen Jahr konnte die Lissaboner Regierung das Haushaltsdefizit von 9,8 (2010) auf 4,2 Prozent drücken. Damit wurde das Sparziel von 5,9 Prozent deutlich übertroffen. Weiterlesen …

Kommentar: Da haben wir sie schon wieder, die Beschönigung der portugiesischen Zustände. Die Menschen im Land sehnen sich ganz offen nach einer Militärdiktatur, die Regierung bettelt bei der ehemaligen Kolonie Angola um Geld, chinesische Unternehmen reißen sich die günstigen Gelegenheiten unter den Nagel. Soll so wirklich die Zukunft Europas aussehen? Täuschen wir uns nicht, die so gerne in Deutschland geforderte Auflösung der Eurozone/EU verschlimmert diese Situation in Europa nur noch. Wer beendet dieses Treiben? 


Das Ende der deutschen Illusion
Zwei Jahre lang konnte Deutschland so tun, als hätte es mit der Euro-Krise nur am Rande zu tun. Die Wirtschaft blühte, die Arbeitslosenzahlen sanken. Jetzt zeigen die neue Konjunkturschwäche und der Einbruch am Aktienmarkt: Deutschland ist sehr wohl verwundbar - und muss deshalb Opfer bringen. Weiterlesen …

Kommentar: Lesen, merken, es kommt viel schlimmer. Zeit, sich mit den Folgen zu beschäftigen. Warum nicht das bisschen eigene Kohle in Sicherheit bringen? Könnte sich auszahlen.


Das Ende der Nachkriegszeit in Deutschland
Mauerfall und 9/11 hat Deutschlands alte Rolle in Europa überstanden. Doch mit der Euro-Krise wanken die Fundamente einer Ära. Die Bundesrepublik wird nicht mehr sein, wie sie 60 Jahre sein sollte. Weiterlesen… 

Kommentar: Wie lange ist es in Deutschland schon nicht mehr so, wie es sein sollte? Das wäre eine nähere Untersuchung wert gewesen, statt die Schuld bei den anderen zu suchen, denen Deutschland, zumindest glauben das die Autoren, scheinbar jahrzehntelang mit viel Geld in der Hand in den Hintern gekrochen ist. Wieder einmal geht es mit diesem Artikel nur um das, was Heinrich von Kleist so beschreibt: „Journalistik ist die Kunst, das Volk glauben zu machen, was die Regierung für gut findet.“ BILDung eben. 


Reich der Schattenbanken steht auf der Kippe
Das Geschäft der Schattenbanken blüht auf, seitdem sich die Regeln für Institute verschärft haben. Hier sammeln sich sämtliche hochriskante Geschäfte. Nun soll Licht in das Reich des Verborgenen gebracht werden. Weiterlesen...

Kommentar: Nicht schlecht, der Artikel, wirklich. In Deutschland bisher ein Novum, dass eine Wirtschaftszeitung, eine ultra-neoliberale außerdem, dieses brisante Thema aufgreift und faktenreich berichtet. Unseren LeserInnen legen wir diesen Beitrag ausdrücklich ans Herz. 

Schade nur, dass die Schlussfolgerungen der Autoren nicht in allen Punkten richtig sind. Besonders übel: Aus dieser Blase kann niemand mehr sanft, also kontrolliert, die Luft heraus lassen. Bestimmt kennt jeder die Situation, wenn man einen voll aufgeblasenen Luftballon loslässt: völlig unkontrolliert und unvorhersehbar schießt er durch die Luft, bis irgendwann die Luft raus ist und er einfach runterfällt. Genauso wird es mit dieser 46 Billionen-Blase passieren. Die ist voll mit 100% toxic waste, Giftmüll. Was damit geschieht, hat schon die Lehman-Pleite gezeigt, nur ging es damals um ein paar hundert Milliarden USD, nicht um 46.000 Milliarden. 


US-Wahlkampf: "Es ist der blanke Hass"
Selten hat sich die Wall Street vor einer Wahl so brutal gegen einen US-Präsidenten gewandt. Die Finanzwelt fühlt sich von Barack Obama betrogen. Weiterlesen ...

Kommentar: Natürlich ist Romney für die Wall Street der passende Mann. Obwohl Obama in seiner zurückliegenden Amtszeit eigentlich nichts Ernsthaftes gegen die Masters of the Universe unternommen hat. Die planen aber für die Zukunft und wollen weiter freie Bahn für ihre Casinogeschäfte. Außerdem sorgen sie vor. In nicht allzuferner Zukunft platzt die Derivate-Blase von rund 700 Billionen USD (BIZ Basel), bzw. mindestens 1.200 Billionen USD (US-Schätzungen). Da ist es wichtig, im Weissen Haus einen Helfer zu haben, der diese Finanzhaie vor den strafrechtlichen Folgen ihres Tuns schützt. Wenigstens das wäre dann mit Barack Obama nicht mehr zu machen.