Donnerstag, 7. Juni 2012

Standpunkt 253, Nachrichten-Ticker, 06.06.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Hier kommen die Vereinigten Staaten von Europa
Wenn Deutschland für die Krise der Eurozone zahlen soll, dann ist eine finanzielle und politische Union der wahrscheinliche Preis. Die Pläne dafür werden bereits entworfen, im Hinblick auf den EU-Gipfel vom 28.-29. Juni, der vielleicht eine große Tragweite haben wird. Weiterlesen …

Kommentar: Wo? Mag sein, dass sich das Schicksal des Euro in den nächsten Wochen entscheidet, sicher ist das nicht. Amerikas Haltung ist nämlich noch nicht eingepreist. Außerdem wird mit den gerade diskutierten Maßnahmen versucht eine Staatsschuldenkrise zu lösen, die tatsächlich eine Bankenkrise ist. Damit meinen wir nicht die Milliarden, die in Spanien fehlen oder die Probleme der österreichischen Banken in Osteuropa. Es geht um den Anteil einer Hand voll europäischer Banken am weltweiten Derivatemarkt (lt. BIZ 700 Billionen USD schwer, US-Schätzungen gehen von 1.200 Billionen USD aus), mittendrin die Deutsche Bank. Das ist mit einer Bankunion nicht in den Griff zu bekommen. 


“Für Europa gibt es keinen bequemen Weg”
Im Handelsblatt-Interview erklärt Bundesfinanzminister Schäuble, warum Sparen und Wachstum kein Widerspruch ist und wo es bei der Euro-Rettung hapert. An der Kandidatur für den Chefposten der Euro-Gruppe hält er fest. Weiterlesen...

Kommentar: Doch, den gibt es. Nur führt er über die Banken und die Aufgabe neoliberaler Grundsätze. Es wäre doch endlich einmal an der Zeit, die deutsche Prinzipienreiterei an den Nagel zu hängen. Verträgt sich aber nicht mit der deutschen Sturheit. Nur deshalb gibt es keinen bequemen Weg.  


Melvyn Krauss – Hollande und Monti verprellen Merkel
Frankreich und Italien ziehen in den "Krieg gegen das Sparen". Ihre Ideen zementieren alte Probleme. Damit stoßen sie den zahlungskräftigsten Partner vor den Kopf. Weiterlesen...

Kommentar: Wieder so einer, der den deutschen Eindruck verstärkt, dass ohne deutsches Geld der Euro nicht gerettet werden kann. Statt Benzin ins Feuer zu gießen, sollte M. Kraus sich einfach aus Europa raushalten.  


Keine Rettung auf Steuerzahlerkosten
EU-Länder sollen von der Pleite bedrohte Großbanken selbst restrukturieren oder abwickeln. Die Kosten dafür übernehmen Gläubiger oder Eigner. Ein Gastkommentar von EU-Kommissar Michel Barnier.  Weiterlesen ...

Kommentar: Lächerlich, was hier in Aussicht gestellt wird. Hat sich eigentlich schon mal jemand die Bilanzen der europäischen Finanzkonzerne angesehen? Offensichtlich nicht. Dabei reicht es völlig, sich die Bilanzen der Deutschen Bank, UBS und Credit Suisse vorzunehmen. Dort schlummern regelrechte “Massenvernichtungswaffen” (Warren Buffett). Wie stellen sich das die Technokraten aus Brüssel vor? Hoffen sie darauf, dass sich diese Dinger in Luft auflösen? 


EU-Banken können sich nicht länger auf Rettungsaktionen verlassen
Krisenbanken sollen in Europa in Zukunft pleitegehen können und den Steuerzahler nicht mehr zu milliardenschweren Rettungsaktionen zwingen. Weiterlesen...

Kommentar: So berichten die Österreicher. Nur zur Vervollständigung.  


EZB sichert Banken langfristig Unterstützung zu
Die sogenannte Vollzuteilung, über die sich die Geschäftsbanken so viel Zentralbankgeld wie nötig beschaffen können, werde bis mindestens Anfang 2013 fortgeführt, sagte EZB-Chef Draghi am Mittwoch. Weiterlesen…

Kommentar: Also ab 2015 keine Rettungsaktionen mehr, bis dahin geht’s weiter. Was passiert dann eigentlich mit den knapp 1000 Milliarden Euro, die die EZB schon Ende 2011 und Anfang 2012 hauptsächlich an die Banken vergeben hat, die gerade dabei sind vollzulaufen?    


Downgrading für größte Austro-Banken
Moody’s stuft Erste, Raiffeisen und Bank Austria herab. Maßgeblich sind risikoreiche Osteuropa-Geschäfte und geringe Eigenkapitalquoten. Weiterlesen …

Kommentar: Österreichs Banken liefern selbst die Munition für die Ratingagenturen. Es stimmt, die österreichischen Banken stecken bis über beide Ohren in unbeherrschbaren Risiken aus ihren Geschäften mit den osteuropäischen Ländern. Ohne Ausnahme.    


Moody’s-Aktion ist für Experten unverständlich
Man soll die Abstufung von Erste Group, Raiffeisen und Bank Austria durch die Rating-Agentur nicht überbewerten, sagt Ewald Nowotny. Weiterlesen …

Kommentar: Der Chef der Österreichischen Nationalbank versucht natürlich alles, um die Situation zu entschärfen, so auch abends in der Nachrichtensendung „ZIB 2“. Nicht die Vergabe neuer Kredite sind das Problem, sondern die Risiken aus den Alt-Geschäften.  


Der Austeritätskurs ist ein Fehler
Die staatliche Schuldenkrise, die Europa derzeit zu verschlingen droht, wurde weder durch die Verschwendung staatlicher Gelder verursacht, noch ist sie durch fiskalische Austerität zu bewältigen. Im Gegenteil: Die Austerität hat die Krise verschärft und droht nun, den Euro zum Absturz und die Weltwirtschaft erneut ins Trudeln zu bringen. Weiterlesen …

Kommentar: Unbedingt lesen, auch für Unkundige verständlich geschrieben.


Hauptsache oben
Deutschlands Topmanager leben abgehoben vom Rest der Bevölkerung. Die Distanz ist inzwischen so groß, dass sie für die Wirtschaft selbst gefährlich wird. Weiterlesen …

Kommentar: Besser beschreibt es die Schlagzeile „Deutschlands abgehobene Eliten“. Eine sachliche Analyse.   


Im Mittelstand geht die Angst um
Immer mehr Experten rechnen mit dem Euro-Austritt Griechenlands. Die Folgen für die deutsche Wirtschaft scheinen überschaubar. Doch die Angst, dass das griechische Virus den wichtigen Handelspartner Spanien erwischt, wächst. Wie sich deutsche Firmen wappnen. Weiterlesen …

Kommentar: Bei solchen Propheten, Karl Brenke vom DIW, Hans-Werner Sinn oder Thilo Sarrazin, muss natürlich zwangsläufig von einem Grexit ausgegangen werden. Da rutscht den mittelständischen Unternehmen schon vorsorglich das Herz in die Hose. Besonders mit Blick auf Spanien. Da versteht man schon, wenn Mittelstandspräsident Ohoven (BVMW) in Richtung Spanien appelliert, „seine Probleme aus eigener Kraft zu lösen“, geschätzter Kapitalbedarf für angeschlagene Banken immerhin 250 Milliarden Euro. Wir erinnern daran: bisher war nur von 50 bis 90 Milliarden Euro die Rede.   


Ahnungslos in die Euro-Dämmerung
Die meisten Bürger ahnen es noch nicht, doch das Endspiel um den Euro hat begonnen: Entweder Europas Regierungen schaffen noch schnell eine politische Union oder die Währungsgemeinschaft zerbricht. Egal, für welchen Weg sie sich entscheiden - für eine billige Lösung ist es wahrscheinlich längst zu spät. Weiterlesen …

Kommentar: Bittere Pillen, die uns Wolfgang Münchau hier zumutet. Aber es gibt da nichts zu beschönigen. Sein Schluss: „Vielleicht kommt die politische Union. Vielleicht kommt der Zusammenbruch [der Euro-Zone]. Eines von beiden wird aber kommen, und Deutschland hat sich auf keines der beiden Szenarien vorbereitet.“

Falsch, wir haben uns vorbereitet. 100%ig. Gerne stehen wir unseren LeserInnen mit Rat und Tat zur Seite. E-Mail genügt.