Freitag, 15. Juni 2012

Standpunkt 263 - Nachrichten-Ticker, 14.06.



Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Alexis Tsipras: Mein Rettungsplan für Griechenland
Wenn Syriza die Wahl gewinnt, wollen wir Griechenland reformieren und den Euro behalten. Dafür müssen wir die Steuereinnahmen steigern.  Weiterlesen…

Kommentar: Vielleicht eine der wenigen Möglichkeiten, sich über die Ziele der voraussichtlichen neuen stärksten Partei in Griechenland zu informieren, bevor ab Montag Europas Politiker versuchen, Kopf zu stehen.


Die großen Versager und ihre Ablenkungsmanöver
In der letzten Zeit häufen sich öffentlich vorgetragene Warnungen und Klagen über die Lage in Europa, die von Personen vorgetragen werden, die für die in der Tat gefährliche Situation maßgeblich verantwortlich sind. Auf vier dieser großen Versager und ihre meist scheinheiligen und ablenkenden Verlautbarungen will ich hinweisen: auf Otmar Issing, Joschka Fischer, Jörg Asmussen und Jens Weidmann. Alle vier haben geleitet von Unwissenheit oder von Zynismus oder von Interessen wesentlich zur schwierigen Situation im Euroraum und in Europa beigetragen. Weiterlesen...

Kommentar: Dieser Beitrag verdient Beachtung. Besonders Issing, Asmussen und Weidmann können heute immer noch viel Unheil anrichten.


“Das haben die Deutschen nicht begriffen”
Der Wiener Ökonom Stephan Schulmeister glaubt nicht an einen Austritt Griechenlands aus dem Euro. An die Adresse von Angela Merkel richtet er massive Vorwürfe. Weiterlesen...

Kommentar: Was Schulmeister in diesem Interview vorträgt, stimmt, auch die Fakten. Etwas, was leider deutsche Ökonomen, allen voran Hans-Werner Sinn, regelmäßig vermissen lassen. Leider setzt Schulmeister bei den LeserInnen ein bisschen ökonomische Vorbildung voraus.    


Zentralbank warnt Credit Suisse und UBS vor Euro-Chaos
Laut Schweizer Zentralbank muss sich die Finanzbranche des Landes auf Chaos in der Euro-Zone einstellen. Die Kapitalbasis der beiden Großbanken UBS und Credit Suisse ist aus Sicht der SNB zu schwach, um ein Katastrophenszenario zu verkraften. Die Warnung schreckt die Investoren auf. Weiterlesen...

Kommentar: Wissen die Schweizer mehr? Europa arbeitet doch schon seit vielen Monaten an der Lösung der europäischen Krise, jetzt stehen Fiskalunion, Fiskalpakt und Bankenunion an, mit denen alle Probleme verschwinden sollen. Falsch? Ja. Die Weiterentwicklung der EU wird vor dem Hintergrund der Krise mit der heißen Nadel gestrickt. An den Spekulationen gegen den Euro wird sich nichts ändern. Garantiert.     


“Eurobonds würden Deutschland in den Ruin treiben”
Der französische Präsident Hollande drängt auf Eurobonds, ebenso Italiens Regierungschef Monti. Hilmar Kopper, Ex-Chef der Deutschen Bank, erfüllt das Grauen. Die Anleihen, schreibt er, würden den Ruin für Deutschland bedeuten. Weiterlesen...

Kommentar: Was wir auch hier vermissen, ist eine fundierte Begründung und, ganz wichtig, Alternativen. Die von ihm beschriebenen negativen Folgen für Deutschland kommen so oder so, man muss nur die Androhungen der Ratingagenturen lesen. Kopper betreibt Populismus, sonst nichts.     


Bundesbank skizziert Weg zu tragfähiger Fiskalunion
Wie könnte eine Fiskalunion in Europa aussehen, die wirklich etwas taugt? Der Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat dazu jetzt konkrete Ideen geäußert. Weiterlesen...

Kommentar: Bitte lesen. Statt diesen Artikel zu kommentieren verweisen wir auf einen älteren Beitrag: “Die Bundesbank: Hüter der Stabilität oder des Finanzkapitals?”  (hier).


Euro-Krise: Deutschland ruiniert Spanien
Die Herabstufung Spaniens ist die Folge einer falschen Rettungspolitik. Die Verantwortung dafür trägt vor allem die Bundesregierung. Weiterlesen… 

Kommentar: Stimmt. Was passiert, wenn die Spekulanten die Jagd auf Spanien so richtig eröffnen? Wer verhindert die Angriffe gegen Italien, Frankreich? Und mit was. Schuldenbremse, Fiskalunion, Fiskalpakt, Bankenunion, nichts davon wird helfen, um diese Angriffe abzuwehren.


Europa braucht einen Schock!
Die Zeit des Taktierens geht zu Ende. Europa steht vor der Wahl: zusammenstehen oder untergehen. Vielleicht brauchen die Eliten des Kontinents ihren eigenen Lehman-Schock, um die große Entscheidung zu wagen. Erst mit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank begriff die amerikanische Politik 2008, wie tief der Abgrund und wie hoch die Kosten ihrer Untätigkeit gewesen wären. Weiterlesen…

Kommentar: Netter Beitrag. Nur taugt der Umgang Amerikas mit Lehman nicht als Vorbild. Davon abgesehen, dass die Lehman-Pleite absichtlich herbeigeführt wurde (hauptsächlich durch den damaligen US-Finanzminister Henry Paulson), sorgten die darauffolgenden Maßnahmen lediglich für einen Zeitgewinn, gerettet wurde bis heute niemand. Die US-Mittelschicht kann ein Lied davon singen, ebenso die mehr als 46 Millionen Bezieher von Lebensmittelmarken, oder die mehrere Millionen ehemaligen Hauseigentümer, denen die Banken ihr „Schätzchen“ genommen haben. Außerdem gingen in der Folge mehr als 2 Millionen Arbeitsplätze verloren. Amerika hat eine Arbeitslosenquote von weit über 20%, wie „shadowstats.com“ regelmäßig nachweist. Übrigens, so weit ist die Politik der europäischen Eliten nicht weg vom US-amerikanischen Vorbild, nur merken wir in Deutschland noch nichts davon.


Merkel warnt vor Überforderung Deutschlands
Die europäische Schuldenkrise wird nach den Worten von Angela Merkel zum entscheidenden Thema auf dem G-20-Gipfel in Mexiko. Die Kanzlerin warnte in ihrer Regierungserklärung davor, Deutschland zu überfordern: Die Kräfte der Bundesrepublik seien "nicht unbegrenzt". Weiterlesen…

Kommentar: Was will Merkel? Die Banken retten? Die Staaten? Die Menschen? Wann nennt die Kanzlerin endlich in einer Regierungserklärung Ross und Reiter? Erklärt die Zusammenhänge, die Lösungsoptionen, die Kosten? Angie I. muss endlich zu ihren Untertanen sprechen, statt sich weiter in Politikermanier hinter leeren Worthülsen zu verstecken. Es wird höchste Zeit.    


Wolfgang Münchau – Her mit der Bankenunion!
Der Schritt Spaniens unter den Euro-Rettungsschirm ist der falsche Weg. Damit verpasst Europa die Chance, sich von einem ineffizienten Bankensystem zu trennen. Weiterlesen…

Kommentar: Leider nicht so einfach, wie es der Autor darstellt. Niemand kennt den Müll in den Bilanzen der Finanzkonzerne, Schattenbanken und Zweckgesellschaften. Alleine bei der Deutschen Bank geht es um Billionen, nicht um Milliarden. Im Vergleich dazu hat der SoFFin mit seinen rund 450 Milliarden Euro bestenfalls die Größe einer Portokasse. Was in den PIIGS-Staaten offensichtlich ist, ist nämlich nicht das Problem. Dazu in den nächsten Tagen mehr.


Braucht Deutschland ein neues Geschäftsmodell?
Offene Märkte sind in Verruf geraten. Dauerkrise und Massenarbeitslosigkeit schüren weltweit den Protektionismus. Geht die Ära des freien Welthandels zu Ende? Und was wird dann aus der exportorientierten deutschen Wirtschaft? Weiterlesen…

Kommentar: Ein kleiner Einstieg in die Thematik, mehr nicht.  


Alle wollen China
Der Euro in der Existenzkrise, die USA politisch blockiert: In der Not werden die alten Machthaber der Welt zu Bittstellern in Peking. Weiterlesen…

Kommentar: Eine Entwicklung, die wir sehr bedauern. Der Preis wird unbezahlbar, den China für seine Hilfen bei der Krise in Europa oder bei dem Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen verlangt. China wird die Schwäche Europas gnadenlos zu seinen Vorteilen ausnutzen. Keine Leistung ohne Gegenleistung. Viele mögen das in Ordnung finden. Besonders wenn es um die vermeintliche Erhaltung von deutschen Arbeitsplätzen geht. Ein Trugschluss, wie sich schon mittelfristig zeigen wird. Noch kann gegengesteuert werden, Europa kann seine Krise auch alleine bewältigen. Gerade deutsche Manager zeigen aber klar und deutlich: daran besteht überhaupt kein Interesse, für sie ist China der Zukunftsmarkt, in dem sie demnächst ihre Boni verdienen wollen.


Abschliessen wollen wir den heutigen Nachrichten-Ticker mit einer Grafik auf die wir irgendwann einmal bei einer Internet-Recherche gestoßen sind, mit der die Hintergründe zu der Krise in Europa leicht verständlich dargestellt sind: