Samstag, 16. Juni 2012

Standpunkt 265 - Nachrichten-Ticker, 15.06.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Das “Vertrauen der Märkte” und andere Mythen
Zittern Sie auch vor einer Machtübernahme der griechischen Syriza? Fürchten Sie sich auch vor der Inflation? Oder sind Sie ohnehin überzeugt vom notwendigen Systemkollaps? Ein paar populäre (Vor-)Urteile über die Finanzkrise, und was es mit ihnen auf sich hat. Weiterlesen …

Kommentar: Bestens geeignet, um sich in die aktuelle Krisenproblematik in Europa einzulesen. Sollte helfen, sich eine eigene Meinung zu bilden, unbeeinflusst vom medialen Getöse.


Widersteht den Demagogen
Die Griechen treffen am Sonntag eine historische Wahlentscheidung - und sowohl Ergebnis als auch Folgen sind unklar. Die FTD sagt in ihrer Wahlempfehlung, wen die Griechen wählen sollen, in deutscher und griechischer Sprache. Weiterlesen ...

Kommentar: Es ist unerträglich, wie hier der Versuch gemacht wird, auf eine demokratische Wahl in einem anderen Land mitten in Europa Einfluss zu nehmen. So geht das nicht. Es ist völlig idiotisch, dass in Griechenland mit allen Mitteln die Parteien unterstützt und an der Macht gehalten werden, die nach einhelliger Meinung der europäischen Spitzenpolitiker und Technokraten das Land über Jahre hinweg auf vielfältige Weise ruiniert haben.  


Ist es an der Zeit, weniger Demokratie zu wagen?
In der Euro-Krise setzt sich bei den EU-Spitzen eine brisante Ansicht durch: Demokraten können nicht mit Geld umgehen. Deshalb wollen sie den Staaten nun die Brieftasche wegnehmen. Kann das gutgehen?. Weiterlesen ...

Kommentar: Alleine die Erörterung dieser Frage ist ein Frevel. Und sie kann nur gestellt werden, weil die Diagnose der Krise falsch ist: Es gibt keine Staatsschuldenkrise, es ist eine Bankenkrise, die in eine Staatsschuldenkrise umgedeutet wurde. Das interessiert nur keinen. Es genügt ein Blick auf die Nutznießer des letzten Hilfspakets für Griechenland (hier) und die Abnehmer der jüngsten EZB-Liquidität (hier). Jetzt muss jeder nur noch 2 + 2 zusammenzählen und es sollte 4 herauskommen. Bei den europäischen Krisenmanagern und ihren Beratern, vor allen Dingen aber bei den deutschen “Top”-Ökonomen, kommt leider bei dieser einfachen Rechnung immer nur 5 heraus.     


Kompletter Bankrott – oder noch mehr Euro-Hilfen
Entweder Euro oder Drachme, entweder weiter mit dem Spar- und Reformkurs - oder Athens Pleite. Bei den anstehenden Wahlen wird klar werden, ob Griechenland in der Euro-Zone bleibt oder nicht. Zwei Szenarien, was dann passieren könnte. Weiterlesen...

Kommentar: Das beherrschende Thema, mit immer den gleichen Fragen und immer den gleichen Antworten. Wir halten Europas Krisenmanager für dumm genug, es mit einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone zu versuchen. Alles andere wäre, nach dem medialen Getöse der letzten Wochen und besonders der vergangenen Tage, nur ein zusätzlicher Beweis für ein verantwortungsloses Spiel mit dem Feuer.      


Der Grexit – “Technisch beherrschbar, aber tragisch”
Die Euro-Zone zittert vor der Griechen-Wahl. Wie schlimm wäre ein Austritt des Landes für die Währungsunion? Der Chefvolkswirt der Allianz, Michael Heise, hält die Risiken des Grexit für gewaltig – aber beherrschbar. Weiterlesen...

Kommentar: Das erinnert auch wieder nur an die Sprüche aus der Wall Street zur Entscheidung, Lehman Brothers pleite gehen zu lassen. Tatsächlich wurde diese Pleite zum finalen Blattschuss für die vorangegangene Subprime-Krise. Niemand kann auch nur einigermaßen die Folgen eines Grexit seriös vorhersagen. Sicher ist nur, es wird schlimm, sehr schlimm. 


Europa steht vor einer Kernspaltung
Merkel und die EU bereiten in großer Not gewaltige Schritte zu einer politischen Finanzunion vor. Der Preis ist eine neue Spaltung des Kontinents.. Weiterlesen... 

Kommentar: Den überlassen wir Mark Twain: Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie in die Zukunft gehen.“

Kontinent der wankenden Banken
Die Angst um Europas Banken ist zurück: Die Griechen räumen vor der Parlamentswahl ihre Konten leer, Spanien braucht bis zu hundert Milliarden Euro, um seine Finanzinstitute zu stützen - auch in Italien wächst die Sorge. In welchen Ländern der EU droht ein Bankenbeben? Ein Überblick. Weiterlesen...

Kommentar: Wir wundern uns immer wieder über die Zahlen, die in den Medien die Runde machen. In Wahrheit geht es um ganz andere Summen (hier). Egal wohin wir blicken, überall sehen wir sich selbst erfüllende Prophezeiungen. Beispiel Spanien: Die EU erklärt die Rettung der Banken mit bis zu 100 Milliarden Euro und zwei Dinge passieren: Die wichtigsten spanischen Banken werden abgestuft wegen genau der Probleme, die Grund für die EU-Hilfsgelder sind (hier), gleichzeitig wird Spanien massiv abgestuft, weil es für diese Gelder gegenüber der EU haften muss (hier). So wird es weitergehen. Mit Spanien, Italien, Portugal, Irland, Frankreich, Belgien, Holland, usw. Großbritannien ist längst völlig heruntergewirtschaftet, versteckt diese Tatsache bisher nur ganz geschickt hinter der Euro-Krise (hier). Noch hält die Wall Street schützend die Hand über London. In Wahrheit befindet sich Großbritannien auf dem Niveau eines Dritte-Welt-Landes (hier). 


Moody’s stuft niederländische Banken herab
Nach der Herabstufung Spaniens und Zyperns senkt Moody's bei fünf niederländischen Großbanken die Bonitätsnoten. Mit Blick auf die Schuldenkrise und schwierige Geschäftsbedingungen warnt die Ratingagentur vor der Herabstufung weiterer Banken. Weiterlesen … 

Kommentar: Das Spielchen geht weiter. Ganz Europa wird unter Wasser gesetzt. Ratlose Politiker schauen dabei hilflos zu. Das österreichische „Wirtschaftsblatt“ wird noch deutlicher: „Keulenschlag: Niederländische Banken herabgestuft“ (hier). Mit dabei die Rabobank, nach einer jüngsten Studie eine der sichersten Banken weltweit (hier).   


Ratingagentur Egan-Jones stuft Frankreich auf BBB+ herab
Es sollte nicht wirklich überraschen, dass die Ratingagentur Egan-Jones die Kreditbonität Frankreichs gestern auf BBB+ abstufte. Der Ausblick sei negativ, da die Refinanzierungskosten der zweitgrößten Wirtschaft der Eurozone im Zuge der anhaltenden Marktturbulenzen zu steigen drohen. Dazu tragen die politischen Ideen des neuen sozialistischen Staatspräsidenten Hollande nicht unwesentlich bei, der nach seiner Amtsübernahme sogleich die durch die Vorgängerregierung verabschiedete Rentenreform rückgängig machte. Weiterlesen …

Kommentar: Europa „under water“. Die Spekulanten machen weiter Jagd auf die stärkste Wirtschaftsmacht. Die Zahl der Helfershelfer ist unübersehbar. Koordiniert werden die Angriffe hier. Wir sind keine Katastrophenfanatiker. Trotzdem geht es hier um einen knallharten Währungskrieg zwischen Dollar und Euro. Die Geschichte wird uns Recht geben.


Was kann sich Deutschland noch leisten?
Hier also nun die neue Linie der Kanzlerin: Die deutschen Ressourcen sind begrenzt. Weiterlesen…

Kommentar: Eine kleine, feine Antwort auf die neue Haltung der Angela Merkel. Der haben wir nichts hinzuzufügen.     


Italien ist besser als sein Ruf
Kaum hat Spanien Brüssel um Finanzhilfe für die Banken gebeten, wird darüber spekuliert, wann Italien aufgibt. Geht es dem Land wirklich so schlecht? Weiterlesen …

Kommentar: Ein wirklich netter Versuch, dem Land den Staub aus den Kleidern zu schlagen. Zwecklos. Es geht bei dem Drama um Europa nicht um die wahren Verhältnisse in den betroffenen Ländern. Es geht darum, Europa nachhaltig und dauerhaft zu schwächen. Die Initiatoren können mit der Entwicklung zufrieden sein.  


Hans-Werner Sinn: „Hollande könnte den Euro zerbrechen“
Sinn-Wandel auf der Jahrestagung des Uhlenbruch-Verlags. Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, gibt sich bei einem Vortrag mild, liefert aber trotzdem messerscharfe Kombinationen – vor allem über des Deutschen größtes Angstthema. Weiterlesen …

Kommentar: Für die einen ist es Deutschlands „Top-Ökonom“, für uns ist er der Top-Demagoge. Seine wenigen Fakten sind falsch oder zurechtgebogen. So auch hier. Er zieht auch immer wieder Dinge in Zweifel, die längst allgemein anerkannt sind. So ist er, der Hans-Werner Sinn.    


Sachverständigenrat fordert 100 Euro Handy-Pfand
In Deutschland sind mehr als 100 Millionen Mobiltelefone im Einsatz. Der Sachverständigenrat will ein Pfandsystem einführen, damit Rohstoffe wie Gold und seltene Metalle wiederverwertet werden. Weiterlesen…

Kommentar: Für uns eine weitere Spielart der Enteignung. Wenigstens klingt die Idee vernünftig. Eine Einführung in das Thema Enteignung gibt es hier.


China versus USA
Chinesisches Kapital sucht vermehrt nach Standorten in Europa. Weiterlesen…

Kommentar: Ein kleiner Einblick in die chinesisch-amerikanischen Spannungen vor dem Hintergrund des US-Präsidentschaftswahlkampfes und Europas Rolle. Wir bleiben dabei: Chinas Investitionen in Europa werden teuer bezahlt.   


Heute schließen wir den Nachrichten-Ticker nicht mit einer Grafik sondern mit einem Zitat ab. Es stammt von Oliver Hassenkamp und passt wunderbar zu den vielen Gerüchten, die über die europäische Krise im Umlauf sind: 

„Immer wieder behauptete Unwahrheiten werden nicht zu Wahrheiten, sondern was schlimmer ist, zu Gewohnheiten.“