Dienstag, 19. Juni 2012

Standpunkt 269 - Nachrichten-Ticker, 18.06.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Wie Steuerzahler die Banken füttern
Banken erhalten vom Staat Milliarden an Unterstützung und werden im Notfall auch noch vor der Pleite bewahrt. Nur einen Bruchteil des Geldes treibt der Staat wieder ein. Weiterlesen…

Kommentar: Leider überwiegend nur etwas für Leute, die über einiges an Grundwissen verfügen. Der Artikel beschreibt den Irrsinn hinter den Milliardenhilfen für die Banken.   


Das Interesse der Deutschen
Ob der Euro überlebt, entscheidet sich nicht bei den Wahlen in Griechenland. Sondern in der ökonomischen Supermacht Bundesrepublik. Weiterlesen ...

Kommentar: Die Autorin hat offensichtlich viel Mühe darauf verwendet die Zusammenhänge verständlich zu erklären. Was herausgekommen ist, verdient Anerkennung. Vor allen Dingen auch deshalb, weil einige unangenehme Wahrheiten beschrieben werden, die deutsche Augen so nicht lesen wollen. Für LeserInnen, die sich für ihre Meinungsbildung auch abseits der gängigen Klischees bewegen, eine dicke Empfehlung.


Europa ist Weimar
Merkel und die "Bild"-Zeitung reden den Deutschen ein, alle Welt wolle an ihr Geld. Erstens ist das falsch. Und zweitens steht viel mehr auf dem Spiel. Wenn die Deutschen sich von Europa abwenden, ist die Demokratie bedroht. Weiterlesen...

Kommentar: Ohne, einfach nur lesen.


G20-Gipfel: Kein Retter aus Fernost
Ganz schön viel, was derzeit auf Angela Merkels Schultern lastet. Wenn am Montag im mexikanischen Los Cabos zum inzwischen siebten Mal seit Beginn der Finanzkrise 2008 der G-20-Gipfel beginnt, werden die anderen Teilnehmer wohl vor allem auf die Bundeskanzlerin schauen. Die meisten von ihnen glauben: Nur Deutschland ist imstande, die Krise in der Euro-Zone nach Jahren des Hickhack endlich zu beenden. Und die Stimmung ist gereizt – längst belastet die europäische Krise auch den Rest der Welt.
Merkel hingegen wird versuchen, den Spieß umzudrehen. In ihrer Regierungserklärung vor dem G-20-Gipfel hatte sie bereits erklärt, dass alle G-20-Länder “in der Pflicht” stünden. Die Euro-Zone könne nicht allein für ein “starkes und nachhaltiges Wachstum sorgen”. Und mit Euro-Zone meint sie vor allem Deutschland, der einzigen großen Volkswirtschaft im Euro-Raum, die überhaupt noch nennenswert Wachstum verzeichnet. Alle anderen befinden sich tief in der Rezession.
Aber hat Merkel Recht? Kann Deutschland die Krise wirklich nicht allein stemmen? Was zum Beispiel ist mit China? Hier rechnet die Weltbank für 2012 immerhin auch weiter mit einem Wirtschaftswachstum von rund acht Prozent. Kann China nicht helfen? Weiterlesen...

Kommentar: Alles Betteln nützt nichts. Europa muss die Krise alleine lösen. Am besten auch noch ohne IWF. Nur dann ist es möglich eine europäische Lösung zu finden, die auch wirklich zu allererst die europäischen Interessen berücksichtigt. Was dieser Beitrag außerdem zeigt: China steckt selbst in großen Schwierigkeiten, die noch zunehmen, statt schon wieder nachzulassen. Europa wird gezwungen, endlich zu handeln und nicht weiter nach auswärtigen Helfern zu suchen, die freudig ihr Geld für Europas Rettung geben.


Europas zweite Chance
Griechenland hat gewählt, aber Europa ist damit noch lange nicht gerettet. Der Kontinent steht in den nächsten Wochen vor einer Richtungsentscheidung: Entweder die EU wächst jetzt endlich zusammen, oder das Projekt ist am Ende. Die Totengräber warten schon. Weiterlesen...

Kommentar: Bevor Europa zusammenwachsen kann, muss es sich erst einmal von der Zwangsjacke “Bankenrettung” befreien. Damit muss es so schnell wie möglich anfangen. Sonst fehlt das Geld, um Europa voran zu bringen. Und das Vertrauen der Bürger in die Politiker, die tatenlos zugesehen haben, wie die Finanzkonzerne sich an den Volksvermögen in Europa schadlos halten. Eine Entwicklung, die in den USA schon längst “on the road” ist, ohne dass in Deutschland irgendjemand davon Kenntnis genommen hat, bzw. nehmen konnte. Amerika muss - vor diesem Hintergrund im eigenen Land - Europa in genau die gleiche Situation treiben, um international nicht den letzten Rest an wirtschaftlicher Macht zu verlieren. Die Welt läuft unaufhaltsam in einen Finanzkollaps rein, dafür sucht Washington einen Schuldigen. Europa steckt bisher in dieser Rolle fest. Europas zweite Chance? So lange ein Trugbild, wie diese Tatsache nicht endlich akzeptiert wird. Die unangenehme Folge: Europa muss sich ein Stück weit gegen US-amerikanische Interessen stellen. Dazu fehlt Merkel der Mut. Hoffen wir also auf Hollande und seine satte Parlamentsmehrheit in Frankreich. Er könnte die nötigen Schritte einleiten.    


Politiker erleichtert über Sieg der Konservativen
Die gemäßigten Parteien in Griechenland haben es bei der Parlamentswahl geschafft, die Politik reagiert darauf mit vorsichtiger Erleichterung. Experten rechnen mit harten Verhandlungen über Europas Sparkurs. Weiterlesen...

Kommentar: Fakt ist doch: In Griechenland bleiben die Seilschaften an der Macht, die das Land nach Meinung der EU als Selbstbedienungsladen mißbraucht haben. Weshalb also die Erleichterung? Weil sich Europa mit seinen offenen Drohungen vor der Wahl durchgesetzt hat? Es ist völlig egal. Griechenlands Situation wird sich keinen Jota verbessern, die Europas leider auch nicht. Die Spekulanten waren vorher längst weitergezogen, Richtung Spanien, Italien, oder – brandneu – Dänemark (“Denmark Warns over Pressure on Krone“, 18.06.2012, „Financial Times“).


Hätten wir die Griechen doch rausgeschmissen
Die Griechen wollen nun doch lieber weiterhin zur Eurozone gehören – und erwarten auch noch eine Belohnung dafür. Wären sie doch bloß gegangen. Weiterlesen…

Kommentar: Ein übler Artikel. Nichts stimmt. Fakten, Fakten, Fakten? Nicht vorhanden. Schlichte Meinungsmache. Schon in der Überschrift. Schade, dass Syriza nicht gewonnen hat. Das darauffolgende Theater von Politik und Journaille hätten wir gerne erlebt.


Die deutsche Rettungspolitik ist ein Spiel ohne Torwart
Im Norden Europas benutzen Politiker noch ihren Verstand. So wäre Finnland dank seiner Finanzministerin selbst bei einem Euro-Ausstieg Griechenlands fein raus. Deutschlands Euro-Politik dagegen ist vollkommen naiv. Weiterlesen…

Kommentar: Ein wenig mehr Verstand würden wir auch dem Autor wünschen. Und einen klaren Blick auf die Wirklichkeit. Schweden hat die Ablehnung des Euros nichts genutzt. Die erste schwedische Bank ist pleite, die Immobilienpreise haben bereits 30% nachgegeben, ein Ende ist noch nicht in Sicht, d. h., der Druck auf die Banken im Land wird noch zunehmen. Die Situation in Finnland ist nicht wirklich besser, siehe z. B. Nokia. Falls Finnland tatsächlich griechische Sachwerte als Sicherheiten besitzt, so verhalten sich die Dinge doch einfach: Bei dem von Henkel geschilderten Szenario einer Pleite Griechenlands, reduziert sich der innereuropäische Ausgleich dann eben um deren Wert. Nichts bleibt dann von dem von Henkel behaupteten Schaden. Wir bleiben bei unserer Meinung: Hans-Olaf Henkel ist ein übler Demagoge, sonst nichts.


Schulden drücken Spanien in die „Todeszone“
Die Griechen-Wahl hat nur kurze Erleichterung gebracht. Der spanische Anleihezins überspringt erneut die kritische Sieben-Prozent-Marke und steigt auf den höchsten Stand seit Euro-Einführung. Weiterlesen…

Kommentar: Die Spekulanten machen einfach weiter. Schliesslich ist Krieg, Währungskrieg. Es wird Zeit, das zu begreifen. 

Zum Abschluss haben wir für unsere LeserInnen ein nachdenkenswertes Zitat von John Maynard Keynes:  

Es gibt keine subtilere und auch keine sicherere Methode, einer Gesellschaft ihre Grundlagen zu entziehen, als die Zerstörung ihrer Währung. ... und kaum einer unter einer Million versteht das wirklich.“ 

 
Wir haben unser Angebot erweitert. Einzelheiten dazu hier.