Dienstag, 19. Juni 2012

Standpunkt 271 - Dänemark-Warnung!


Warnung: Finger weg von Dänemark!

Drastischer können wir es nicht formulieren. Wer glaubt, sein Geld ist in Dänemark sicher, der unterliegt einem fatalen Irrtum. Aber der Reihe nach:

Schon gestern hat uns eine Meldung der „Financial Times“ überrascht, die titelte Denmark Warns over Pressure on Krone“. Heute melden nun auch deutschsprachige Medien erstaunliche Neuigkeiten aus unserem nördlichen Nachbarland. „Dänemark verdient beim Schuldenmachen erstmals Geld“, heißt es beim österreichischen „Wirtschaftsblatt“ (hier) und der Schweizer „Tages-Anzeiger“ meldet „Run auf die Krone alarmiert den dänischen Notenbankchef“ (hier).

Die Dummheit der Anleger scheint grenzenlos. Unsere LeserInnen wissen schon seit Monaten bescheid: Dänemark ist „under water“. Aber der Reihe nach.

Schon im Juli 2011 („Journalisten-Euro-Krise: Deutsche Journalisten im DM-Wolkenkuckucksheim?“, Standpunkt No. 32) beschreiben wir die Situation in Dänemark treffend und weisen ausdrücklich auf die bestehende Banken-Krise hin (hier).

Am 23.09.2011 werden wir präziser: „Dänemark wird bedroht von seinen schwächelnden Banken aufgrund von Problemen im – wie könnte es anders sein – Immobiliensektor. Alleine acht Institute des Landes stehen mit dem Rücken an der Wand. Trotz der geringen Arbeitslosenquote von unter 5% und der moderaten Staatsschuldenqoute von 47% hängt die Schwäche des Bankensektors wie ein Damoklesschwert über dem Land. Die Regierung hat bei bisherigen Bankenpleiten nicht eingegriffen. Fraglich ist aber, ob diese strenge Haltung weiter durchgehalten werden kann. Ein negativer Ausblick.“ So steht es in unserem Beitrag „Die Triple-A Märchen“, Standpunkt No. 75 (hier).

Die Danske Bank, größte Bank in Dänemark, hat mit einem Milliarden-Betrag bei der letzten Liquiditätsspritze der EZB zugegriffen. Der Grund: „die Dänen kämpfen mit Bankenpleiten und hohen Verlusten aufgrund einer massiven Immobilienkrise im heimischen Dänemark“ („Seid umschlungen Milliarden“, Standpunkt No. 193, 27.03.2012, hier).

Zu diesem Zeitpunkt hatte der dänische Staat bereits mit einer milliardenschweren Bankenhilfe seine ehernen Grundsätze aus der jüngsten Vergangenheit, seinen Banken auf keinen Fall zu helfen, über den Haufen geworfen. Zu groß war das Risiko einer unkontrollierten Entwicklung.

Der folgende Auszug stammt aus unserem Nachrichten-Ticker vom 25.05.2012 (hier), auch noch nicht so lange her: 

Dänemark: Kaufkraft fällt weiter; Bankrotte und Jobabbau legen zu
In Dänemark nahm die Kaufkraft der Bevölkerung im Jahr 2011 weiter ab, nachdem die Kosten für Lebensmittel und andere Güter des alltäglichen Bedarfs um 3% kletterten. Zwar stiegen auch die Löhne und Gehälter um 1% gegenüber dem Vorjahr, doch dieser Faktor konnte die höheren Preisanstiege nicht wett machen. Darüber hinaus ist es in jüngster Zeit zu einer Zunahme der Firmeninsolvenzen gekommen. Auch der Jobabbau unter Dänemarks Unternehmen zieht wieder merklich an. Weiterlesen …

Kommentar: Für uns keine Überraschung, hängen die dänischen Banken klammheimlich schon am Tropf der EZB (hier). Das Land buhlt mit Holland darum, wer der nächste Krisenkandidat in Europa sein wird. Bis jetzt ein Kopf an Kopf Rennen.

Oder einige Tage später, im Nachrichten-Ticker vom 31.05.2012 (hier): 

Herabstufung durch Moody’s: Zu hohe Kreditverluste unter Dänemarks Banken
Dass Dänemarks Banken nicht viel weniger Probleme mit ihren Kreditportfolios haben als andere europäische Institute hat eine kleine Anzahl von Zusammenbrüchen oder Verstaatlichungen in den letzten Jahren gezeigt. Die Ratingagentur Moody´s Investors Service stufte nun die Kreditbonität von neun dänischen Banken herab, zu denen auch die Danske Bank, das größte Institut des Landes, zählt. Weiterlesen…

Kommentar: Für uns keine Überraschung. Der dänische Staat hat klammheimlich schon einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag in die heimischen Banken gesteckt. Für die Danske Bank hat es dann auch noch einige Milliarden aus dem letzten EZB-Paket im Februar gegeben. Offensichtlich können diese Milliarden die Verluste durch Kreditausfälle nicht ausgleichen. Brandgefährlich sind auch die Ausleihungen nach Osteuropa, die auch schon den österreichischen Banken zu schaffen machen. 
 
Erst vor wenigen Tagen haben wir in unserem Beitrag „Krisendynamik: Europas Banken steht die Rute im Fenster“, Standpunkt No. 264 (hier), über die Probleme dänischer Banken berichtet.

Unter diesen Umständen ist das Triple-A-Rating für Dänemark der drei großen US-Agenturen ein Witz.

Wer glaubt, in Dänemark einen sicheren Hafen zu finden, der wird sich dabei mächtig die Finger verbrennen.

Noch einmal: Hände weg von Dänemark!