Dienstag, 26. Juni 2012

Standpunkt 282 - Nachrichten-Ticker, 25.06.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Im Wachstumspaket ist kaum “neues” Geld
(faz.de) Die 130 Milliarden Euro des Vierergipfels stammen zum Großteil aus schon beschlossenen Programmen der EU. Weiterlesen …

Kommentar: Schon wieder eine Mogelpackung, wie nicht anders zu erwarten. Wann hört das Getrickse und Getäusche endlich auf? Nie …           


Deutschland ist der Kern der Krise
(sueddeutsche.de) Die Zukunft des Euro wird in Berlin entschieden und nirgends sonst. Nur Deutschland kann den Großteil der Lasten tragen, die mit der Rettung des Euro verbunden sind. Die Deutschen haben die Wahl zwischen schlimm und katastrophal. Es wird Zeit für eine Entscheidung. Die Uhr tickt. Weiterlesen...

Kommentar: Warum versteht das keiner: Der Euro wird nur damit verteidigt, dass die Krise der Banken endlich angegangen wird. Alles andere ist nutzlos – zum jetzigen Zeitpunkt. Wenn einer der wichtigsten Notenbank-Chefs in Europa, der Österreicher Nowotny, vor wenigen Tagen in einem Interview ernsthaft behauptet, “wir retten nicht Banken, sondern Volkswirtschaften” (hier) dann gibt es in Europa eine Lüge mehr, von denen wir hier schon viele beschrieben haben. Diese Behauptung ist grundfalsch. Bitte hier nachlesen. Die Banken haben mit der Kreditvergabe weitgehend aufgehört. Die angebliche Rettung, um die Kreditversorgung der realen Wirtschaft aufrechtzuerhalten, funktioniert nicht und die Protagonisten wissen das ganz genau. Am Beispiel Griechenlands lässt es sich nachvollziehen (hier).


Angela Vader – die Totengräberin Europas
(heise.de/telepolis) Deutschland muss Verantwortung übernehmen – ein Kommentar. Weiterlesen...

Kommentar: Bitte lesen. Hier hat einer die Schnauze voll – von der Eisernen Lady. Seine Forderung ist völlig phantastisch. Muss aus seinen kühnsten Träumen stammen.    


Was Merkel jetzt machen muss
(spiegel.de) Europa oder nichts – das muss der Schlachtruf der Kanzlerin sein. Angela Merkel muss jetzt für die EU kämpfen, auch gegen den Widerstand in der eigenen Partei und bei den Wählern. Selbst wenn es die CDU-Chefin das Amt kosten könnte. Weiterlesen...

Kommentar: Der Beitrag liest sich schlüssig. Die zugrunde liegende Forderung, die europäische Integration zu beschleunigen, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig falsch. Das Ergebnis wäre ein Fiasko. Ein Mehr an Integration löst nicht das Grundproblem, die Bankenkrise. Die Krise würde sich in Europa unvermindert fortsetzen. Vor Beginn der europäischen Integration muss unbedingt erst der Finanzsektor geordnet werden. Das ist unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche, von den Menschen akzeptierte Integration. Aus diesem Grund wird auch der nächste EU-Gipfel, auf dem eine weitgehende Integration Europas diskutiert werden soll (hier), ein absoluter Mißerfolg.


Ist die EU eine Egoisten-Union?
(tagesanzeiger.ch) Vor dem entscheidenden EU-Gipfel liegen die Lösungen für die Eurokrise auf dem Tisch. Trotzdem werden diese wohl verworfen. Die Gegner argumentieren mit falschen Beispielen. Weiterlesen...

Kommentar: Eine sehr schöne Außenansicht auf die dringendsten Probleme, und im Wesentlichen richtig. Bitte lesen und mit der Entwicklung in den nächsten Wochen in Europa vergleichen, natürlich auch gerne mit unserer Sicht auf die Dinge.     


Ökonomen bangen um Währungsunion
(ftd.de) Die Euro-Krise versetzt die Finanzmärkte in Aufruhr. Auch von der FTD befragte Chefvolkswirte sind besorgt – sie fürchten, dass die Währungsunion auseinanderbricht, und fordern die EZB zur Zinssenkung auf. Weiterlesen...

Kommentar: Wie wäre es denn mit einigen nützlichen Vorschlägen? Eine Zinssenkung der EZB wird innerhalb kürzester Zeit wirkungslos verpuffen. Die Ursache der Krise muss bekämpft werden.       


Griechenlands ignorante Retter
(ftd.de) Die Rettung Griechenlands ist ein Feuerwerk von Fehlern. Besonders schlimm: Dass die wirtschaftliche Basis nicht stabilisiert wird. Doch das hat vor allem ideologische Gründe. Weiterlesen...

Kommentar: Eine saubere Analyse. Bleibt leider unbeachtet, da sind wir uns sicher.    


Griechenland: Das Rückgrat ist angeknackst
(wirtschaftsblatt.at) Das berühmte Rückgrat der Wirtschaft, die kleinen und mittleren Betriebe, ist angeknackst. Ob die Milliardenhilfe ankommt, liegt an Griechenland. Weiterlesen…

Kommentar: Der in dem Artikel verbreitete Eindruck, es ständen Milliarden-Hilfen für die Wirtschaft in Griechenland zur Verfügung, ist schlicht falsch. Natürlich können aus EU-Töpfen Gelder abgerufen werden, nur müssen dafür Eigenmittel aufgebracht werden, die nicht vorhanden sind. Also funktioniert es nicht. Eine scjlichte Täuschung, wieder einmal.  


Frankreich: Tausende Unternehmen in ihrer Existenz gefährdet
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die geplanten Reformen in Frankreich werden nicht ausreichen, um die wirtschaftliche Situation des Landes zu verbessern. Ökonomen rechnen dagegen mit einem regelrechten Firmensterben. Weiterlesen…

Kommentar: Es ist offensichtlich ein schmaler Grat, auf dem sich Hollande bewegt. Trotzdem halten wir es für unwahrscheinlich, dass die neue französische Regierung Maßnahmen ergreift, ohne die Folgen ihres Handelns zu bedenken. Noch ist er frisch und unverbraucht.    


„Italiens Bankenproblem reicht nicht an Spanien heran“
(wirtschaftsblatt.at) Nach dem Rettungsantrag Spaniens für seinen Bankensektor rumort es auch in Italien: Mit der Banca Monte die Paschi di Siena (MPS) lässt das drittgrößte Kreditinstitut des Landes möglicherweise bald eine milliardenschwere Kapitallücke vom Staat schließen. Doch erscheinen die Probleme der ältesten Bank der Welt eher hausgemacht. Italien wird nicht das zweite Spanien und muss keine Hilfen für seine Institute in Brüssel beantragen – zumindest vorerst. Sollte die seit Jahren vor sich hin dümpelnde Wirtschaft nicht in Gang kommen und das Schuldenproblem des Staates überhandnehmen, droht dies aber zu einer äußerst brisanten Mischung für die Banken zu werden. Weiterlesen…

Kommentar: Ausnahmslos alle großen italienischen Banken haben sich bei der letzten EZB- Geldschwemme großzügig bedient (hier). Die No. 3, Banca Monte dei Paschi di Siena, älteste Bank der Welt, bittet trotzdem bereits um Staatshilfe in Höhe von 1 Milliarde Euro. Wir sind uns sicher: die am Horizont bereits sichtbaren italienischen Bankenprobleme werden denen Spanien in nichts nachstehen.


Wir schließen heute mit einer informativen Grafik ab, die vor wenigen Tagen bei „spiegel.de“  erschienen ist und die wir unkommentiert an unsere LeserInnen weitergeben wollen: