Dienstag, 31. Juli 2012

Standpunkt 328 - Nachrichten-Ticker, 30.07.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...

Sorry, aber unsere Warnung entwickelt sich zum „running gag“: Wir können nichts für die aktuellen Nachrichten. Die zeigen jedoch unmissverständlich, wo die Reise in den nächsten Wochen und Monaten hingeht: von der Finanzkrise zum Finanzkollaps. Die Banken betrügen unvermindert weiter, zwingen die Staaten in die Haftung und befeuern so weiter die Staatsschuldenkrise. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Entwicklung hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Sie sind längst Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos. Am Ende des Spiels bleiben nur einige wenige Reiche übrig.

Wer ernsthaft beabsichtigt, sich gegen Financial Repression und eine spätere Enteignung zur Wehr zu setzen, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann wird es zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Uns geht es nicht um Panikmache oder hanebüchene Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung.  

Gerne sind wir dabei behilflich, die Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige, provisionsfreie Beratung. Für diese Beratung berechnen wir lediglich eine geringe, einmalige Aufwandsentschädigung. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren Angebote empfehlen wir nicht. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.   


Der Krieg der Zukunft geht ums Wasser
(welt.de) Die Zahl der Menschen steigt rapide an. Gleichzeitig breiten sich wegen des Klimawandels Wüsten weiter aus, Gletscher schmelzen. Darum erwarten Experten Kriege um bald knappes Gut: Süßwasser. Weiterlesen...

Kommentar: Den heutigen Nachrichten-Ticker eröffnen wir mit einer Meldung außerhalb der europäischen Krise. Die Nachricht ist aber deshalb nicht wirklich besser, nur anders. Wir kennen den Streit zwischen den verschiedenen Lagern zum Thema Klimawandel. Trotzdem halten wir die Entwicklung, so wie sie hier beschrieben wird, für sehr wahrscheinlich und wollen sie deshalb unseren LerserInnen nicht vorenthalten. Kommentieren wollen wir sie nicht.


„Banken akzeptieren, dass Skandale auftreten“
(handelsblatt.com) Aus Gier trieb Nick Leeson die Barings Bank in den Ruin. Nun prangert ausgerechnet der Skandalhändler die lasche Aufsicht an – und rügt die Deregulierung der Finanzbranche. Das habe eine fatale Risiko-Kultur entfacht. Weiterlesen...

Kommentar: Wer sich immer noch Zweifel daran leistet, dass die Weltfinanzterroristen und Geldgangster (O-Ton Ernst Prost, Liqui Moly) heute mit höchster krimineller Energie ihre Betrügereien durchziehen, der muss dieses Interview aufmerksam lesen. Dann wird auch klar, warum es überhaupt nicht möglich ist, die Staatschuldenkrise genannte Bankenschuldenkrise mit immer neuen Milliarden zu lösen. Nie, nicht heute, nicht morgen, nicht in zehn Jahren. Stattdessen beginnt der Verdacht zur Gewissheit zu werden, dass es nur noch darum geht, den Menschen ihre Ersparnisse abzuknöpfen, bevor das System kollabiert und alles wieder von vorne losgeht. Dann dürfen auch die Finanzkonzerne zerschlagen, die Spekulationen verboten, das Casino geschlossen, die Märkte reguliert, eine Finanzmarktaufsicht installiert, eine Bankenunion beschlossen werden. Aber erst dann. Bis dahin sind die Politiker lediglich Handlanger dieses Systems, helfen tatkräftig mit, die Menschen in die Schuldenknechtschaft zu pressen, erst in den wirtschaftlich schwachen, später auch in den starken Ländern. Es gibt keine andere vernünftige Erklärung für die Dinge, die seit der Lehman-Pleite 2008 passieren.


Die letzte Lösung lautet Enteignung
(handelsblatt.com) Staatsschulden sind Bürgerschulden. An Kreativität, den Bürgern die Schuldenlast aufzubürden, hat es Regierungen nie gemangelt. Man muss diese Politik nur richtig an den Mann bringen. Weiterlesen...

Kommentar: Der Artikel vermittelt den Eindruck, als liegt die Roadmap für die Lösung der Krise schon seit langem fest und hätte historische Vorbilder. Das stimmt so nicht. Was wir in Europa erleben hat auf keinen Fall historische Vorbilder. Deshalb können die Euro-Skeptiker auch behaupten, diese Gemeinschaftswährung konnte nie funktionieren. Daran ist nur richtig, dass bei der Gründung der EWU aus vielfältigem Eigennutz tiefgreifende handwerkliche Fehler gemacht wurden, die wir in der Hauptsache der deutschen Bundesbank ankreiden. Die Instrumente, die heute fehlen und mit denen der europäischen Krise hätte früh wirkungsvoll begegnet werden können, haben die Bundesbanker um Tietmeyer verweigert. Theo Waigel hat sich damals von ihnen vorführen lassen. Einen Beitrag über die politische Einflussnahme der Bundesbank haben wir hier.

Es ist richtig, die Enteignung der Bürger ist die letzte Lösung, nachdem alle anderen vorher versagt haben. Noch ist es nicht soweit. Obwohl wir wegen der jüngsten Entwicklung wenig Hoffnung auf Besserung haben. Sich frühzeitig dagegen abzusichern ist die allererste Bürgerpflicht. Dazu muss man sich klar machen, dass die Staatsschulden in Europa erst seit 2008 enorm angestiegen sind, weil die Länder den Beschluss gefasst hatten, die Banken zu retten. Sorry, aber es war klar, dieser Versuch musste scheitern. Davon waren wir von Anfang an überzeugt.  

Es ging damals schon um ein Billionen-Dollar-Volumen, nicht nur um ein paar Milliarden. Spätestens seit Ende 2009 wurde die Hilflosigkeit bei diesen Rettungsversuchen deutlich. Die Politiker ignorierten diese Entwicklung und machten einfach weiter. Seit dem sind viele Hundert Milliarden Hilfen zusätzlich an die Banken geflossen, für die Menschen haften, die für die Ursachen überhaupt nicht verantwortlich sind. Als wäre das nicht schon genug, erhöhen sich auch noch die Staatsschulden weiter. Verschärft wird diese Sache noch durch die rigiden Sparprogramme für die betroffenen Länder, durch die sich die Wirtschaftsleistung drastisch verringert, was ebenfalls unmittelbare Auswirkungen auf die Entwicklung der Staatsschulden hat: Steigen die Staatsschulden und fällt gleichzeitig die Wirtschaftsleistung, das Bruttoinlandsprodukt (BIP), so erhöht sich zwangsläufig die Staatsschuldenquote, das Verhältnis von Staatsschulden zu BIP und das Maß aller Dinge. Diesen Zusammenhang sollten selbst die Politiker in Berlin verstehen. Solange sie es nicht tun, rutscht Europa weiter in Rezession, Massenarbeitslosigkeit, Armut.   


Deutsche Löhne steigen wie seit Jahren nicht mehr
(welt.de) Die Einkommen der tariflichen Arbeitnehmer in Deutschland steigt kräftig. Das hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Vor allem Dienstleistungen und der Öffentliche Dienst legen stark zu. Weiterlesen…

Kommentar: Auf den ersten Blick eine gute Nachricht, aber nur auf den ersten. Näher betrachtet ist es ein Fake. „Statistisches Bundesamt als Bundesbeschönigungsamt“ nennt es Wolfgang Lieb von „nachdenkseiten.de“ (hier). Wieder ein „schönes“ von vielen Beispielen dafür, wie die Menschen in Deutschland an der Nase herumgeführt werden.  


Nachfrage nach Mitarbeitern geht weiter zurück
(handelsblatt.com) Deutsche Unternehmen sind im Moment vorsichtiger bei Neueinstellungen. Im Juli gab es so wenig offene Stellen wie seit einem Jahr nicht mehr. Dabei sind 2011 mehr als 600.000 zusätzliche Jobs entstanden. Weiterlesen…

Kommentar: Ein Nachtrag zu dem gestrigen Bericht über die Zuversicht der BDI: „Industrie nennt Wirtschaftslage robust!“ (hier).   


Deutsche Politiker: Juncker sollte als Eurogruppenchef zurücktreten
(wort.lu) Die Eurozone kommt trotz aller Rettungszusagen für die kriselnde Währung nicht zur Ruhe. Euro-Gruppenchef Jean-Cluade Juncker warnte vor dem Zerfall der Währungsunion und deutete unmittelbar bevorstehende Entscheidungen der Euroländer an. Juncker gibt Deutschland eine Mitschuld an der sich verschärfenden Krise. CSU-Generalsektretär Alexander Dobrindt warf Juncker vor, Tatsachen zu verdrehen. „Sich jetzt hinzustellen und Deutschland als Teil des Problems, Teil der Krise zu bezeichnen, ist an Unverfrorenheit nicht mehr zu überbieten“, sagt er im Bay. Rundfunk. „Ob man so jemand wirklich in dieser Funktion als Eurogruppenchef behalten kann (…), da mache ich ein großes Fragezeichen. Weiterlesen…

Kommentar: Wir sehen die Dinge wie Juncker. Natürlich unterstützt CSU-Chef Seehofer seinen Generalsekretär und nannte Junckers Handlungsweise in der F.A.Z. „grenzwertig“ (hier). Das Luxemburger Tageblatt schreibt: „Die CSU verbittet sich jede Kritik an der deutschen Europapolitik und greift Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker sowie EZB-Präsident Mario Draghi scharf an. Von ‚Fehlbesetzungen’ ist die Rede“ (hier). Dazu fällt uns ein sehr passendes Zitat von Jonathan Swift (1667 – 1745, irischer Schriftsteller) ein: „Taucht ein Genie auf, verbrüdern sich die Dummköpfe.“


Warum Juncker recht hat
(ftd.de) Der Chef der Eurogruppe hat allen Grund, die deutsche Doppelbödigkeit anzuprangern. Während Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble die nächste Rettungsaktion vorbereiten, machen FDP und CSU konsequent Stimmung dagegen. Weiterlesen…

Kommentar: Ein zaghafter Versuch, Juncker Gehör zu verschaffen.


„Das Schrumpfen der Mittelschicht destabilisiert die Demokratie“
(tagesanzeiger.ch) Die Eurokrise hat die Mittelklasse erreicht. Immer mehr Deutsche rutschen nach Jahren des übertriebenen Konsums nach unten. Das führe zu einer grossen Verunsicherung, sagt der Soziologe Steffen Mau. Weiterlesen...

Kommentar/Ergänzung: Bevor es so weit kommt, wird der Bundestag einfach beschließen, dass die Bundeswehr deutsche Interessen nicht nur am Hindukusch, sondern endlich auch im Innern der Bundesrepublik verteidigt. Schon ist alles geritzt, die Demokratie wird mit Waffengewalt verteidigt und ein Herzenswunsch von CDU/CSU geht in Erfüllung (hier).  
  

Schäuble und Geithner schwören auf Durchhalten ein
(derStandard.at) Eigentlich hatte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in seinem Urlaub auf der Nordseeinsel Sylt mit ein paar guten Krimis entspannen wollen. Am Montag jedoch wurde nichts daraus. Schäuble empfing stattdessen in seinem Feriendomizil US-Finanzminister Timothy Geithner. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Sollte das alles sein? Lob für Fortschritte, die keine sind? Für Länder, die nach wie vor mit dem Rücken zur Wand stehen? Deren Situation durch die Spardiktate nur weiter verschlimmert wurde? Kaum zu glauben. Andererseits sind die USA nicht auf Europa angewiesen, um ihre eigenen Probleme zu lösen. Amerika benötigt Jobs, Jobs, Jobs, die kann Europa nicht beschaffen. Auf den Konten US-amerikanischer Großbanken und Konzerne schlummern knapp 2 Billionen US-Dollar Liquidität, die könnten leicht für die Schaffung einer ausreichenden Zahl von Jobs eingesetzt werden. Eigentlich. Leider reicht Washingtons Macht nicht bis an die betreffenden Bankkonten heran, obwohl die US-Steuerzahler dafür haften. Deshalb muss die US-Regierung, um die Wiederwahl Obamas nicht zu gefährden, weiter die Europäer auch für ihre Krise verantwortlich machen. Bisher erfolgreich.


Griechenland will sein Geld aus der Schweiz zurückholen
(tagesanzeiger.ch) Milliarden von unversteuerten griechischen Euros liegen auf Schweizer Banken. Jetzt will das hochverschuldete Land den Kampf gegen die Steuersünder wieder aufnehmen. Weiterlesen...

Kommentar: Das ging aber schnell. Die Schweizer zeigen Verhandlungsbereitschaft. Vorhersehbar. Es war töricht von den steuerflüchtigen Griechen anzunehmen die Schweiz wäre sicher. Griechenland wird Erfolg haben.


Troika bleibt in Griechenland bis Einsparungen beschlossen sind
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Am Montagabend trifft sich die griechische Regierung, um die Einsparungen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro zu beschließen. Und die Troika sollte bereits wieder auf dem Heimweg sein. Doch das Vertrauen in die griechische Politik ist verloren. Die Troika will bleiben und selbst sehen, dass die Sparmaßnahmen von allen getragen werden. Weiterlesen...

Kommentar: Das dauert noch. Der Beschluss wurde nämlich nicht gefasst (hier). Ein kleiner Rest von Souveränität hat sich die griechische Regierung erhalten.   


Der Druck auf Deutschland steigt
(handelsblatt.com) Deutschlands Rolle in der Euro-Krise steht immer mehr im internationalen Fokus – und in der Kritik. Europa erwartet von Deutschland Führungsqualitäten bei der Krisenbekämpfung. Dafür müssten sich einige Dinge ändern. Weiterlesen…

Kommentar: Schon seit Monaten erwartet Europa und die Welt deutsche Führungsqualitäten. Passiert ist wenig, außer dass Deutschland erfolgreich eine Lösung der europäischen Krise boykottiert, sie mit immer neuen Forderungen sogar noch verschlimmert. Angie I, Kaiserin von Europa (hier), in der Klemme.


Flammender Appell Blairs zu Euro-Rettung an Berlin
(wirtschaftsblatt.at) Der britische Ex-Premierminister Tony Blair hat Deutschland zur Rettung des Euro aufgerufen. Die gegenwärtige Krise ist laut britischem Ex-Premier von existenzieller Bedeutung für Europa und jede Alternative als die Rettung des Euro sei schlechter. Weiterlesen…

Kommentar: Passend zu Geithners Besuch auf Sylt: Unterstützung vom wichtigsten Verbündeten Amerikas in Europa, Großbritannien. Die Gemengelage wird größer.


USA und China müssen erste Hilfe leisten
(handelsblatt.com) Während Europa um seine Währung bangt, sehen die USA und China fassungslos zu – noch. Denn sollte sich die Krise verschlimmern, müssen die Großmächte eingreifen, und zwar in eigenem Interesse. Weiterlesen…

Kommentar: Um Himmels Willen, nein. Der Preis dafür wäre viel zu hoch. Europa ist die größte Wirtschaftsmacht und muss die Krise unbedingt alleine lösen. Sogar der IWF hat dabei nichts verloren. Das sind die Ideen von Billigheimern, die lieber Kosten und Verantwortung teilen, statt der Welt zu zeigen: Wir schaffen das alleine! Zur Wirtschaftsmacht Europa hier ein interessanter Artikel des SPIEGEL.


Die Bazooka kommt: EZB und Fed wollen Märkte mit Geld fluten
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Noch in dieser Woche erwarten die Finanzmärkte bei der EZB und der Fed einen Wechsel in der Geldpolitik, Leitzinssenkungen, Anleihenkäufe und eine erneute Geldschwemme sind im Gespräch. Das treibt die Kurse an den Börsen in die Höhe. Weiterlesen…

Kommentar: Eine untaugliche Maßnahme. Hilft nur den Spekulanten.


Das Ende des Euro, in Scheiben serviert
(sueddeutsche.de) Merkel telefoniert, Schäuble empfängt, Juncker appelliert: Die Lage in der Euro-Zone wird immer dramatischer. Längst geht es nicht mehr nur um Hilfen für Griechenland oder Spanien, sondern um das ganze Projekt. Weiterlesen…

Kommentar: Schon wieder wird das Ende des Euro herbeigeschrieben. Das ist verantwortungslos. Diese Rechnung geht nicht auf, die Auflösung der Eurozone gleicht einem Selbstmord. Politisch, wirtschaftlich und für die Ersparnisse und Vermögen der Bürger. En regelrechtes Massaker.

Sicher, die europäischen Krisenmanager begreifen nicht das hochexplosive Gemisch aus Banken-Schuldenkrise, Währungskrieg, Spekulation, hemmungslosen Finanzverbrechern, Staatsschulden, Schuldenknechtschaft, Rezession, Massen-Arbeitslosigkeit, Armut und als Höhepunkt das Welt-Finanz-Casino der Banken, rund um die Uhr geöffnet. Daran wird sich durch die Auflösung der Eurozone nichts ändern, eher im Gegenteil: Es wird noch leichter einzelne Staaten kaputt zu spekulieren, erinnern wir uns beispielsweise nur an die Angriffe von Soros gegen Großbritannien und Thailand.

Sicher, die europäischen Krisenmanager bekämpfen die Krise mit den falschen Mitteln. Hauen Milliarden Euro raus (hier), verknechten die Bürger in den betroffenen Ländern auf viele Jahre, befeuern die Spekulation, bremsen die Wirtschaft in die Rezession und ignorieren beharrlich die Folgen.

Sicher ist aber auch, dass eine „Rückabwicklung“ des Euro auf die nationalen Währungen vor dem Hintergrund der beschriebenen Schwierigkeiten gar nicht möglich ist. Was passiert mit den Milliarden zur Rettung der Banken, was mit dem Giftmüll in den Bankbilanzen, was mit den Schulden der Öffentlichen Hand, der Privaten (Länder wie Großbritannien, Irland, Luxemburg z. B. haben Gesamtschulden von über 1000% des BIP!)? Wie werden die aufgeteilt? Europa verkommt zu einer Dritte-Welt-Region. Die einzige Möglichkeit, um das zu verhindern, wäre die umfassende Verwertung des „Volksvermögens“ durch die nahezu vollständige Enteignung der Bürger. Wie das funktioniert haben wir hier ausführlich beschrieben.

Wer bürgt für den Euro-Anteil an den chinesischen Devisenreserven? Was passiert mit dem 25%igen Anteil des Euros am Welthandel?

Was wird aus der deutschen Wirtschaft? Die neue deutsche Währung, gerne D-Mark II, wird massiv aufwerten, die der anderen Länder ab. Da können die deutschen Maschinen- und Autobauer noch so gute Qualität abliefern, was bei den Autoherstellern sowieso nicht der Fall ist, wie die regelmäßigen Rückrufaktionen belegen, Länder wie Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, die Niederlande, Brasilien, China werden über den Preis höchst konkurrenzfähig. Besonders China wird gnadenlos deutsches Know how nutzen, gekauftes oder geklautes, egal. Die liefern dann einfach zwei Maschinen, die zusammen weniger kosten wie die eine deutsche und kompensieren so eventuelle Qualitätsdefizite. Andererseits halten wir den Nimbus der deutschen Qualität mittlerweile eher für einen Mythos.

Alle bisherigen Annahmen über die Einschnitte gehen von dem günstigsten Szenario aus: Die Schwellenländer, allen voran China, kompensieren weitgehend die Ausfälle in Europa, wo Deutschland nach wie vor rund 75% seiner Ausfuhren absetzt. Völlig undenkbar, die Schwellenländer fallen reihenweise aus und haben mit sich selbst genug zu tun. Unruhen sind dort dann an der Tagesordnung (in Europa übrigens auch). Bleiben noch die Amerikaner. Die werden das tun, was sie immer tun, wenn es knüppeldick kommt: sich auf sich selbst konzentrieren, ihren Binnenmarkt, der groß genug ist, um einige Jahre auf - zugegeben – niedrigstem Niveau zu überwintern.

Am Ende heißt es hämisch: „Schaut sie euch an, die dummen Deutschen…“


Angst vor sozialen Unruhen: Millionen Hochschulabsolventen in China ohne Job
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die abgeschwächte chinesische Wirtschaft stellt die derzeitige Regierung vor große Probleme. 6,8 Millionen Studenten werden 2012 ihr Studium beenden. Für rund 30 Prozent wird es keine Arbeit geben. Und die jungen, studierten Chinesen haben das Potential, wirkliche Unruhen anzuzetteln. Weiterlesen…

Kommentar: Diese Zahlen sprechen für sich, kommentieren zwecklos.


Chinas wichtigste Zeitung kritisiert Umweltpolitik der Regierung
(wirtschaftsblatt.at) Nach den gewalttätigen Protesten vom Wochenende gegen ein Industrieprojekt in der chinesischen Stadt Qidong hat Chinas einflussreichste Zeitung "People's Daily" am Montag die Behörden dazu aufgefordert, in Umweltfragen auf die Bevölkerung zu hören. Das Sprachrohr der kommunistischen Partei schrieb, das Land brauche "offene und transparente Entscheidungsmechanismen" und müsse ein "aufgeschlossenes Umfeld für die öffentliche Meinung" schaffen. Weiterlesen…

Kommentar: Da muss niemand ein Prophet sein: China steht vor einem riesigen Berg an Problemen, für den es teilweise überhaupt noch keine Lösungen gibt. Sich auf dieses Land als Handelspartner zu verlassen ist sträflicher Leichtsinn oder der eigenen Not geschuldet.


Deutsche Panzer für die neue Interventionsmacht Katar?
(heise/telepolis.de) Laut Medienberichten will das Herrscherhaus des Boomstaates bis zu 200 deutsche Panzer vom Typ Leopard 2 kaufen.
Bis zum Schluss habe sich Deutschland für ein globales Waffenexportabkommen "mit höchsten Standards" eingesetzt, so äußerte Außenminister Westerwelle sein Bedauern über die gescheiterte erste Runde der Verhandlungen, die den ersten weltweiten Waffenhandelskontrollvertrag zum Ziel haben. Es geht um Regelungen für den Handel mit konventionellen Rüstungsgegenständen, von Kriegsschiffen, Flugzeugen, Panzern, bis zu Kleinwaffen und, ein wichtiger Streitpunkt, Munition. Weiterlesen…

Kommentar: Deutschland wirft wirklich rücksichtslos alle Prinzipien über Bord. Still und leise werden die Standards für Rüstungslieferungen gekappt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, dass deutsche Panzer auch in China rollen, im Einsatz gegen Demonstranten, denn Feinde von Außen hat China nicht. Es ist eine Schande.