Donnerstag, 19. Juli 2012

Standpunkt 314 - Nachrichten-Ticker, 18.07.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...



Zum Teufel mit der Solidarität
(tagesanzeiger.ch) Die Deutschen wollen nicht mehr für die Griechen zahlen, die Bayern nicht für die Berliner und die Zuger nicht für die Jurassier. Eine überdrehte Vorstellung von Leistung droht die Gesellschaft zu zerstören. Weiterlesen...

Kommentar: Die Entsolidarisierung hat begonnen. Innerhalb Europas können wir sie an jeder Ecke beobachten. Die Klage Bayerns gegen den Länderfinanzausgleich, die deutsche Transferunion, unterwandert aus wahltaktischem Kalkül die Solidarität in Deutschland. Eigentlich ein Kulturgut der Bundesrepublik, Teil des deutschen Kapitalismus-Modells „Soziale Marktwirtschaft“, von der nur noch Spurenelemente vorhanden sind.


Luxemburger sind die grössten Euro-Retter
(welt.de) Die meisten Deutschen glauben, dass sie die höchsten Lasten bei der Euro-Rettung schultern. Doch die Bürger anderer Euro-Länder gehen grössere Haftungsrisiken ein. An der Spitze liegen die Luxemburger. Weiterlesen...

Kommentar: Die Deutschen erst auf Platz 5. Aha, eine erstaunliche Aussage. Das wird sich ändern, wenn Deutschland für seine maroden Banken einstehen muss. Dann geht es dahin, das deutsche Volksvermögen, die Ersparnisse aller.


„Die Vorteile von Europa gehen vergessen“
(fuw.ch) Jörg de Vries-Hippen, der deutsche Fondsmanager und Anlagestratege von Allianz global Investors, sagt im Interview mit „Finanz und Wirtschaft“, es brauche bloss eine Vision, um die Eurokrise zu lösen. Weiterlesen...

Kommentar: Was de Vries-Hippen vorstellt, ist eine Zukunftsvision, heute nicht durchsetzbar. Vorher, wir schreiben es immer wieder, muss sich Europa aus dem Schraubstock der Banken befreien. Bis dahin werden von Europas Führungspolitikern unzählige Fehler gemacht und Milliarden den Banken in den Hintern geschoben. Für uns steht fest, dass die Staatsschulden nur noch weiter steigen werden, so dass am Ende dieser Entwicklung die Staatsbürger für ihren Staat bürgen, auch in Deutschland. Heute heisst das noch beschönigend Financial Repression, morgen schon nüchtern Enteignung. Wer sich nicht endlich dagegen wehrt, dem ist bald schon nicht mehr zu helfen.


IWF stellt Europa verheerendes Zeugnis aus
(derStandard.at) Instrumente fehlen, um den Teufelskreis zwischen schwachen Banken und knappen Kassen der Regierungen zu brechen. Weiterlesen...

Kommentar: Der IWF ist eine Gurkentruppe. Selbst unfähig, vernünftige und vor allen Dingen wahrhaftige Lösungsvorschläge zu machen. Noch nie, wirklich noch nie, hat der IWF seit 1952, dem Jahr seiner Gründung, bei einer der von ihm „betreuten“ Krisen irgendwo auf der Welt die für die betroffenen Länder richtigen Massnahmen ergriffen. Es war ein Fehler, den IWF für die Lösung der Krise in Europa mit an Bord zu nehmen. Das wird sich bitter rächen, davon sind wir fest überzeugt. Die Technokraten des IWF leben in einer Welt, die mit der Realität nichts zu tun hat.


„Das absolut falsche Signal zur falschen Zeit“
(wirtschaftsblatt.at) Vertrauenskrise. Skandale ohne Ende erschüttern die Bankenlandschaft quer über die Kontinente. Der Durchschnittsbürger verliert die Geduld und Politiker ergehen sich in Aktionismus der kurzfristig nicht hilft und langfristig viel Unüberlegtes birgt. Weiterlesen …

Kommentar: Diese Skandale bedürfen einer vollständigen Aufklärung und Bestrafung der Verantwortlichen. Das wird nicht passieren. Wir werden halbherzige Ermittlungen erleben und bestenfalls Vergleichsvereinbarungen zwischen den betroffenen Staaten und den verantwortlichen Banken. Niemand ist daran interessiert, die Wahrheit ans Licht zu bringen, alle leben gut von diesem System. Keiner sägt den Ast ab, auf dem er es sich bequem gemacht hat …


Banker am Pranger
(tageblatt.lu) Die Liste der Banken-Skandale wird fast täglich länger. Dabei hatte die Finanzbranche doch Besserung gelobt. Liegt es an einer immer noch zu laschen Kontrolle? Weiterlesen...

Kommentar: Wir lesen, die Liste der Vorwürfe ist lang und es ist alles dabei, was man den Bankern so zutraut. Es wird Zeit, sich über einen Internationalen Gerichtshof Gedanken zu machen, wo diese  Finanzbetrügereien zur Anklage gebracht und die Täter verurteilt werden.


Deutsche Bank wohl Teil des harten Kerns der Zinsmanipulatoren
(handelsblatt.com) Der „Financial Times“ zufolge gehörte die Deutsche Bank zum harten Kern eines Rings aus fünf Großbanken, die Zinsmeldungen manipuliert haben. Notenbank-Chefs wollen derweil das Zinssystem grundlegend überdenken. Weiterlesen...

Kommentar: Die Deutsche Bank im Auge des Sturms, aktiver Teil einer hoch-kriminellen Vereinigung von Banken. Diese Teilnahme initiiert durch den Schweizer Josef „Joe“Ackermann in den Jahren seiner Zeit als Chef der Bank. Schon 2004 hat Ludwig Poullain auf diese Entwicklung hingewiesen (hier). Sonst niemand. Alle anderen suchten lieber die kritiklose Nähe zu diesem Welt-Banker, u. a. Angela Merkel. Dafür gibt es demnächst die Quittung.  


Skandalbank HSBC: Profite standen über dem Gesetz
(zeit.de) Über Jahre nutzte HSBC offenbar jede Chance, um Profit zu machen, auch gegen geltendes Recht. Jetzt dafür eine Strafe zu zahlen, könnte der Bank finanziell leichtfallen. Weiterlesen…

Kommentar: Natürlich stehen die Profite über den Gesetzen, was sonst. Schon seit Jahren. Was wir gerade erleben ist eine Verschärfung der Finanzkrise, ohne dass daraus Konsequenzen gezogen werden. Der Artikel beschreibt den augenblicklich bekannten Stand. Verschafft einen guten Überblick.  


Dodd-Frank-Erfinder zur Finanzkrise: „Ich habe noch weniger Vertrauen in den Finanzsektor als früher“
(ftd.de) Er ist der Mann hinter der grössten US-Finanzreform der vergangenen Jahrzehnte. Congressman Barney Frank schuf den nach ihm benannten Act. Im FTD-Interview verteidigt er das Gesetz – und benennt die Fehler von Präsident Barack Obama. Weiterlesen… 

Kommentar: Ein aufschlussreiches Interview. Unterschlägt aber die Tatsache, dass die US-Finanzreform nach wie vor in irgendeiner Schublade vergammelt. Die Wall Street verzögert ihren Einsatz.  


Libor-Beben droht erste US-Banken zu erschüttern
(manager-magazin.de) Der Libor-Skandal weitet sich aus. Jetzt bahnt sich nicht nur eine Schlammschlacht darüber zwischen europäischen und amerikanischen Finanzregulierern an. Nach Europas Topbanken könnten auch US-Institute in die Libor-Manipulation verstrickt sein. Weiterlesen…

Kommentar: Es ist natürlich ein internationales Kartell.


Wie der Staat die Anleger ausquetscht
(handelsblatt.com) Wenn es darum geht, an Geld zu kommen, war der Staat immer erfinderisch. Bald könnten einige Folterwerkzeuge wieder zum Einsatz kommen. Das DIW schlägt Zwangsanleihen vor. Doch es gibt noch mehr Optionen. Weiterlesen…

Kommentar: Plötzlich rückt das Thema in den Mittelpunkt. Unsere LeserInnen haben wir schon gründlich vorbereitet (hier). Vor allen Dingen auch über die neue Fassung des § 89 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) informiert. Was dort geregelt wird, ist eine eiskalte Enteignung. Diese Regelung muss eigentlich Millionen deutschen Lebensversicherten den Angstschweiss auf die Stirn treiben. Scheinbar bleibt alles ruhig. Noch immer werden die laufenden Verträge fortgesetzt und sogar neue Versicherungen abgeschlossen. Offensichtlich kennen diese Vorschrift nur eine Hand voll Menschen.  

Achtung: Wir haben unser Angebot erweitert. Einzelheiten dazu hier.