Montag, 23. Juli 2012

Standpunkt 319 - Nachrichten-Ticker, 22.07.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...



Niederlande: Pensionsfonds kürzen Renten
(wirtschaftsfacts.de) Auch in den Niederlanden geraten die ehemaligen Bediensteten des öffentlichen Sektors und des Gesundheitsbereichs nun ins Schwitzen, nachdem die beiden größten Pensionsfonds des Landes ankündigten, ab dem kommenden Jahr sehr wahrscheinlich ihre Rentenleistungen zu kürzen. Grund sind zu geringe Kapitalpuffer und ein unter die gesetzlich festgelegte Grenze gesunkener Deckungsgrad. Betroffen von den sich abzeichnenden Kürzungen sind rund 7,5 Millionen Leistungsempfänger. In anderen Bereichen stehen Kürzungen von bis zu 7% bereits fest. Weiterlesen...

Kommentar: Holland in Not. Wer will daran noch länger zweifeln. Es sieht schlecht aus für Henkels Nord-Euro, er wäre auch nur ein Club von Fusskranken.  


Schweizer Privatbank verkauft deutschen Steuermillionären fragwürdige Gold-Bonds
(spiegel.de) Die Schweizer Privatbank Pictet verkauft deutschen Millionären aggressive Steuersparmodelle, die bei vielen Finanzämtern bereits in Verruf geraten sind. Mit sogenannten Gold-Bonds kann ein Einkommensmillionär seine Steuer auf Null drücken, wenn er beispielsweise über eine Handelsgesellschaft in London Gold kauft. Weiterlesen...

Kommentar: Jeder Normalo muss für Beihilfe zur Steuerhinterziehung mit drakonischen Strafen rechnen. Nicht die Banken. Bei denen ist es ein funktionierendes Geschäftsmodell. 


Bafin-Chefin droht Banken mit Geldstrafen
(handelsblatt.com) Bafin-Chefin Elke König kündigt harte Strafen für Banken an, die sich an den Zinsmanipulationen beteiligt haben. Das Libor-System muss laut Experten dringend reformiert werden – oder gehört abgeschafft. Weiterlesen...

Kommentar: Forsch, die Frau König. Nur Ermittlungsergebnisse gibt es nicht.    


Spaniens Regionen bitten um Finanzhilfe
(manager-magazin.de) Eine zweite autonome Region Spaniens hat Finanzhilfen bei der Regierung in Madrid beantragt. Experten erwarten, dass mindestens vier weitere den nationalen Rettungsfonds anzapfen werden. Derweil machen Arbeitslose landesweit gegen den Sparkurs mobil. Weiterlesen...

Kommentar: Es geht weiter. Spanien steckt in der Krise fest. Wie wird Europa damit umgehen? Noch mehr Milliarden, noch mehr Sparen? Europas Krisenmanager brauchen neue Ideen, die alten funktionieren nicht. Nach wie vor schätzen wir den spanischen Bedarf an Hilfsgeldern auf bis zu 500 Milliarden Euro. Der Rettungsfonds für die Regionen ist mit 18 Milliarden Euro ausgestattet (hier). Viel zu wenig.


Tausende Arbeitslose erheben sich in Spanien
(tagesanzeiger.ch) Fast jeder zweite Spanier unter 25 Jahren ist arbeitslos. Die angespannte Stimmung hat sich am Wochenende auf Madrids Strassen entladen. Die Demonstranten sehen sich finanziell immer mehr in die Enge getrieben. Weiterlesen…

Kommentar: Einfach lesen. Die spanische Regierung gerät unter Druck. Sie antwortet mit Polizeigewalt. Die Spirale beginnt sich zu drehen.


Festnahmen im Libor-Skandal stehen bevor
(manager-magazin.de) Im Skandal um den manipulierten Referenzzins Libor stehen US-Staatsanwälte  und europäische Wettbewerbsbehörden offenbar kurz vor den ersten Festnahmen. Vor allem Händler stehen unter Verdacht. Weiterlesen...

Kommentar: Sollten wir etwa Unrecht haben? Scheinbar will Justitia durchgreifen. Allein, uns fehlt der Glaube. Die F.A.Z.  meldet schon erfreut: „Staatsanwälte wollen Banker festnehmen“ (hier). Und weiter: „Es könne sich nur noch um Wochen handeln.“ Der Wunsch ist der Vater des Gedanken. Noch sehen wir keinen Grund unsere Meinung zu ändern.  


Dem Ausgang entgegen: Ausländische Konzerne verlassen China
(wirtschaftsfacts.de) Neben der anhaltenden Flucht in den US-Dollar geschehen in China in diesen Tagen noch andere Dinge, die es wert sind, erwähnt zu werden. Die Meldungen über eine Aufgabe von Produktionskapazitäten und kompletten Werksschließungen in ehemals aufstrebenden Industrieregionen Chinas mehren sich. Vor allem westliche Konzerne scheinen China verstärkt den Rücken zu kehren. Jetzt kündigte auch der deutsche Schuh- und Sportartikelhersteller Adidas an, seine konzerneigene Fabrik in Suzhou komplett aufzugeben. Weiterlesen...

Kommentar: „China ist zu teuer und die globale Nachfrage bricht ein“, heisst es weiter. Schon seit Monaten loben die deutschen Konzernlenker wider besseren Wissens China und seine Märkte. Langsam kehrt die Realität zurück.


Rösler erwartet baldigen Euro-Austritt Athens
(spiegel.de) Der Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone wird immer unwahrscheinlicher. Das Land kann die Sparvorgaben nicht umsetzen, der IWF will seine Hilfen einstellen - und jetzt gibt auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler den Griechen kaum noch Chancen, den Euro zu behalten. Weiterlesen…

Kommentar: Bleibt Rösler konsequent, dann muss er demnächst auch gegenüber Spanien den Austritt aus der Eurozone verlangen. Danach Italien. Dass für ihn „ein Austritt Griechenlands längst seinen Schrecken verloren“ hat (hier) sorgt bei ihm vielleicht für ruhigen Schlaf, in Wirklichkeit kennt niemand die Folgen. Nur die Spekulanten. Deshalb, Herr Rösler, beherzigen Sie bitte dringend die alte Volksweisheit: "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold."


Weltweit werden Vermögen in Höhe von 16,7 Billionen Euro in Steueroasen gebunkert
(heise.de/telepolis) Britisches Tax Justice Network: die Ungleichheit zwischen Armen und Reichen ist grösser als bisher angenommen, Staatsschulden könnten mit Schließung von Gesetzeslücken erheblich abgebaut werden. Weiterlesen …

Kommentar/Ergänzung: Eine weltweite „Elite an Superreichen“ macht sich mit Hilfe eines „Schwarms“ hochbezahlter, fleissiger Vermögensverwalter der grossen Banken die globale Verflechtung von Geschäften und Lücken in der Gesetzgebung zunutze, um enorme Vermögen – „so viel wie das US-amerikanische und japanische Bruttoinlandsprodukt zusammengerechnet“ – am nationalen Fiskus vorbei in Steueroasen unterzubringen. Alles vor den Augen und mit Duldung der nationalen Regierungen/Politiker, die damit eklatant gegen die Verfassung ihrer Länder verstossen. Und natürlich mit viel krimineller Energie der beteiligten Banken. Ein Tribunal muss her (hier).