Dienstag, 24. Juli 2012

Standpunkt 320 - Nachrichten-Ticker, 23.07.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...

Vorab heute eine Warnung: Die folgenden Nachrichten zeigen klar und deutlich, wo die Reise in den nächsten Wochen und Monaten hingeht: von der Finanzkrise zum Finanzkollaps. Die Banken betrügen unvermindert weiter, zwingen die Staaten in die Haftung und befeuern so weiter die Staatsschuldenkrise. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Entwicklung hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen das Volksvermögen ihrer Länder. Sie werden zu einem Teil des von den Banken weltweiten betriebenen Finanz-Casinos. Am Ende bleiben nur einige wenige Reiche übrig.

Wer ernsthaft beabsichtigt, sich gegen Financial Repression und eine spätere Enteignung zur Wehr zu setzen, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann wird es zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Gerne sind wir dabei behilflich, die Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine unabhängige Beratung, weit weg von eigenen Interessen an Provisionen für irgendwelche nutzlosen Anlageprodukte. Die Finanzindustrie ist unser natürlicher Feind, die wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen. Unsere Waffen in diesem Kampf sind Fakten und die sehr viel besseren Argumente. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an: der-oekonomiker@email.de.   



Deutschlands Spitzenrating ist bedroht
(faz.net) Die Einschläge in der Schuldenkrise kommen immer näher: Die amerikanische Ratingagentur Moody’s gibt der Kreditwürdigkeit Deutschlands zwar weiterhin die Bestnote Aaa, hat den Ausblick jetzt aber auf negativ gesenkt. Damit droht der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone ein Verlust ihrer Top-Bonität. Weiterlesen...

Kommentar: Für uns keine Überraschung. Wir haben hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier unsere LeserInnen schon darauf vorbereitet. Es ist Teil eines abgekarteten Spiels. Dazu gehört auch, dass Finnland sein Spitzenrating behält. Vergleichbar mit Dänemark (hier). Das ist lächerlich, wenn man sich die wirtschaftlichen Verhältnisse im Land näher ansieht und deren Wirkung auf die einheimischen Banken. Die Entwicklung der europäischen Krise erleichtert Moody’s natürlich diese neuen Bewertungen. Deutschland ist hoffnungslos überfordert, ideenlos, planlos, führungsschwach.   


Die Chronologie des griechischen Dramas
(focus.de) Schulden, Sparpakete, Milliardenhilfen: Seit über zwei Jahren versetzt die Griechenland-Krise Europa in Aufruhr. Nun reißt den Geldgebern langsam der Geduldsfaden. FOCUS Online zeigt die wichtigsten Stationen des Dramas. Weiterlesen...

Kommentar: Für alle, die sich bisher weggeduckt haben, diese Übersicht. Zuallererst, das wird demnächst deutlich, ist es ein europäisches Drama, was dort abläuft. Eine Lektion über Unfähigkeit, Egoismus, mangelnde Solidarität, Defizite bei der Bewertung/Beurteilung wirtschaftlicher Zusammenhänge und über die unbändige Macht der Banken und ihrer Lobbyisten.  


Spekulation um Griechenland: Hart an der Pleite
(sueddeutsche.de) Griechenland steht kurz vor dem Bankrott. Die internationalen Geldgeber deuten an, dass sie mit ihrer Geduld am Ende sind. Trotz Kreditzusagen von mehr als 220 Milliarden Euro. Und obwohl die Staatsverschuldung schon abgenommen hat. Wie konnte es so weit kommen? Und wie kann die Pleite noch verhindert werden? Weiterlesen...

Kommentar: Kein schlechter Artikel zum Thema, der sich jeder Polemik enthält, was nicht selbstverständlich ist in diesen Tagen. Außerdem stimmen die Fakten. Ebenfalls eine Seltenheit.     


Griechische Pleite rückt näher
(manager-magazin.de) Für Griechenland wird die Lage brenzlig: Deutschland ist - zusammen mit anderen EU-Ländern – anscheinend nicht mehr bereit, neue Milliardenlücken zu füllen. Auch der IWF will offenbar seine Hilfen für das Land einstellen. Doch die Zeit drängt. Weiterlesen...

Kommentar: Was EU/IWF/Troika mit Griechenland treiben ist ein durch und durch perfides Spielchen. Es wird die Einhaltung undurchführbarer Spardiktate erwartet, die einfach nicht zu schaffen sind. Die Vorgaben wurden willkürlich festgelegt, ohne sich um deren Machbarkeit zu kümmern.


Griechenlands Zeit läuft ab
(zeit.de) Griechenland spart eisern, aber andere Reformen kommen nicht voran. Immer noch prägen Vetternwirtschaft und Korruption das politische System – und die Pleite rückt näher. Weiterlesen …

Kommentar: Dieser Artikel unternimmt den Versuch, die Pleite zu erklären und den Austritt zu rechtfertigen. Die Folgen beleuchtet er nicht. Insgesamt also eine sehr einseitige Sache.


Krise in Griechenland: Unaufhaltsam in die Pleite
(sueddeutsche.de) Um das neueste Loch zu stopfen, müssten entweder die Griechen noch mehr sparen oder aber die Europäer noch mehr Milliarden geben. Da beides nicht infrage zu kommen scheint, bleiben nur Staatsbankrott und Austritt aus der Euro-Zone. Das ist riskant - allerdings für die Griechen mehr als für die anderen Länder. Weiterlesen...

Kommentar/Ergänzung: Schon finden sich Kommentatoren, die das größere Leiden einer Pleite bei den Griechen ansiedeln. Was für ein kapitaler Trugschluss. Wir hören die Spekulanten schon feixen. Wird Griechenland aus der Euro-Zone gezwungen – anders wird es nicht funktionieren - dann wird das verheerende Folgen für ganz Europa haben, da sind wir uns sicher. Deshalb sind die 83 Milliarden Euro (heute Nacht waren es im gleichen Artikel noch nur 45 Milliarden, hier), die Athens Pleite Deutschland angeblich kosten würde (hier), nur der Einstieg in eine viele Hundert Milliarden teure Stabilisierung Europas. Nur für Deutschland, der Rest Europas blutet extra.

Wir müssen doch an dieser Stelle noch einmal daran erinnern, warum Griechenland und die anderen vorläufig betroffenen Staaten im Feuer stehen: „18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken“ (hier). Nur ein Bruchteil davon entfällt auf die südeuropäischen Länder (hier).


Bundesbank springt Griechen bei
(ftd.de) Wären die Griechen besser außerhalb des Euro-Raums aufgehoben? Nein, stellt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht klar. Und schickt dennoch – oder gerade deswegen – eine klare Mahnung in Richtung Athen hinterher. Weiterlesen...

Kommentar: Wahrscheinlich haben die Technokraten der Bundesbank endlich genauer nachgerechnet und ernsthaft die Folgen eines Griechen-Rauswurfs aus der Eurozone bedacht. Hoffentlich.   


Spanien drohen griechische Verhältnisse
(tagesanzeiger.ch) Die Zinsen für Staatsanleihen haben Rekordhöhe erreicht. Die Menschen gehen auf die Strasse. Institutionen, Parteien und das Königshaus sind nicht mehr glaubwürdig. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Na und, könnte man sagen. Schliesslich ist der deutsche Finanzminister davon überzeugt, Spanien „wird schnell wieder vorankommen“ (hier). Weniger zuversichtlich schreibt die ZEIT schon am 23.06.2012 unter der Überschrift „Angela Merkel kann Spanien retten“ (hier): „Spanien ist selbst schuld an der Krise. Aber nur mit europäischer Hilfe kann sie überwunden werden. Gelingt das nicht, sind die Kosten unermesslich.“  Das Problem: Angela Merkel. Die wird sich nicht, bzw. wenn doch, nicht schnell genug bewegen. Die hängt nämlich auch der falschen These nach, „Spanien ist an der Krise selbst schuld“. Was für ein Nonsens. Als ob die Immobilienblase das Werk einer überbordenden Nachfrage spanischer Käufer war. Nein, es war das Ergebnis eines von europäischen Banken, angeführt – wie könnte es auch anders sein – von den deutschen, kreierten Baubooms, ähnlich dem in den USA oder Irland. Die Kohle musste raus und alle anderen Möglichkeiten zu investieren waren schon vergeben. Das ist das logische Ergebnis exorbitant hoher Leistungsbilanzüberschüsse, in deren Folge das Geld aus allen Ritzen quillt und mit Schubkarren in der Welt, bevorzugt aber in Europa und den USA, verteilt wird. Sicherheiten, Wirtschaftlichkeit, Ausfallrisiken, alles unwichtiges Zeug, nur was für Zaghafte.  


Spaniens verdrängtes Schuldenproblem
(zeit.de) Spaniens klamme Regionen versetzen die Finanzmärkte in Panik. Braucht das Land schon im Sommer ein zweites Rettungspaket? Weiterlesen …

Kommentar: Verdrängt haben das nur die Vorzeige-Europäer in Berlin, Paris, Brüssel, usw. Und die Spanier mussten die Klappe halten. Bis jetzt, wo die Sache eskaliert. Damit sich da keine falschen Vorstellungen festsetzen: Weder reichen die 100 Milliarden Euro für die spanischen Banken, noch geschätzten zweistelligen Milliardenbeträge für die Regionen. Wir erwarten mindestens 300 Milliarden Euro, die für Spanien auf den Tisch gelegt werden müssen. Wenn die Spekulanten mitspielen.  


Wie Italien den Weg aus der Krise finden könnte
(cash.ch) Das hoch verschuldete Italien kann die Krise nach Meinung der meisten Experten wohl aus eigener Kraft meistern. Weiterlesen…

Kommentar: Hier irren die Experten mal wieder. Ähnliche Meinungen haben wir auch schon zu Griechenland, Portugal und aktuell Spanien gehört (hier). Gestimmt hat keine. Es waren Placebos, sonst nichts.


Italien: Mindestens zehn Städte leiden unter massiven Finanzproblemen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Wie in Spanien muss sich auch Italien zunehmend mit den Finanzen italienischer Städte und Kommunen auseinander setzen. Selbst im wirtschaftlich starken Norden des Landes gibt es große Schwierigkeiten. Sizilien ist nicht die einzige Region mit massiven Schulden. Weiterlesen…

Kommentar: Na also, geht doch. Schaut hin, ihr Experten vom Artikel vorher. So sieht die Wirklichkeit aus. Übrigens auch in Deutschland.


Eine Rückkehr zur D-Mark gibt es nicht
(handelsblatt.com) Die Ratingagentur Moody’s hat nachgerechnet und kommt zum Schluss: Ein Euro-Austritt würde Deutschland teuer zu stehen kommen. Eine Rückkehr zur D-Mark ist demnach keine reale Option. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Peng, das sitzt, oder? Da geht sie hin, die Hoffnung von Hans-Olaf Henkel (hier) und dem Deutschen Michel an den Stammtischen der Republik. Wie gerne hätten die doch eine D-Mark II wieder, um angeblich wieder zu alter Stärke zurück zu finden. Was für eine Fehlannahme.


Bankenverband weist Gabriel-Kritik von sich
(zeit.de) Nach Ansicht des Verbands Öffentlicher Banken trifft die Geldhäuser in der Schuldenkrise keine Schuld. SPD-Chef Gabriel bekräftigte dagegen seine Kritik. Weiterlesen…

Kommentar: Lesen, wundern, merken. Die Banken, die Unschuld vom Lande. Demnächst gibt es die Wahrheit.


Chinesen sichern sich Öl und Gas weltweit
(tageblatt.lu) China sichert sich mit einem Schlag riesige Öl- und Gasvorkommen rund um den Globus: Der von Peking kontrollierte Ölkonzern CNOOC will die kanadische Förderfirma Nexen für 15 Milliarden US-Dollar in bar (12,4 Mrd. Euro) schlucken. Weiterlesen…

Kommentar: Warum gelingt so ein Coup nicht Europa? Statt sich bei der Krise dauerhaft aufzureiben, wäre es an der Zeit, Chinas Rohstoffhunger Paroli zu bieten.