Dienstag, 24. Juli 2012

Standpunkt 321 - Europas Krise (34) - Bankster


Europas Krise: Titel, Thesen, Lösungen! - Folge 34

„Die Regierungen sind machtlos gegen die Bankster“


In Zeiten neuer Skandale, der wieder aufgeflammten Diskussion um einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone oder dringend notwendiger Rettungsmaßnahmen für Spanien halten wir es für wichtig, die Hintergründe dieser Entwicklungen zu beleuchten und, soweit möglich, die Verantwortlichen zu nennen.

Im Dezember 2011 haben wir diese Reihe begonnen (hier). Nach wie vor sehen wir uns im Geiste von George Orwell:

„In Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat.“

Eigentlich eine Motivation, die wir gerne bei Journalisten verorten würden, die jedoch mehrheitlich viel lieber „in der Politik mitmischen, die Trends setzen und Meinung machen wollen“, wie es schon vor der Finanzkrise 2008 Klaus Dittko von der Werbeagentur Scholz & Friends formuliert hat.

Deshalb suchen wir immer wieder in unserem virtuellen Archiv nach Beiträgen, die irgendwann schon einmal das Licht der Welt erblickt haben, dann wieder in der Versenkung verschwunden sind und die wir aus gegebenem Anlass und in loser Folge auf unserem Blog noch einmal zur Auffrischung, oder als Beitrag zur Diskussion, bereitstellen. 

Kürzlich sind wir auf einen Artikel gestoßen, der bereits am 15. Februar 2010 bei faz.net  erschienen ist (hier).

Es handelt sich um ein Interview mit Christopher Whalen, Mit-Gründer von Institutional Risk Analytics in Los Angeles. Whalen erklärt verständlich und nachvollziehbar die Gründe für seine Behauptung: „Die Regierungen sind machtlos gegen die Bankster“. Er beschreibt den hochspekulativen Markt für Kreditausfallversicherungen, die damit verbundenen Risiken und was sich schnellstens ändern muss. Dieser Beitrag gehört in jeden gut sortierten Kopf, der sich nicht nur oberflächlich mit den vielfältigen Krisenursachen beschäftigt.

Das ist jetzt über zwei Jahre her, passiert ist definitiv nichts. Im Gegenteil, es geht munter weiter, wie die neuen Skandale gerade wieder unmissverständlich zeigen.

Zum Einstieg eine kleine Leseprobe: „Nach zum Teil recht phantasievollen Medienberichten stehen Griechenland und andere europäische Randstaaten im Generalverdacht, wegen hoher Schulden, schwacher Wirtschaft und strukturellen Defiziten künftig möglicherweise nicht mehr in der Lage zu sein, ihre Verbindlichkeiten bedienen oder gar zurückzahlen zu können.

An den Finanzmärkten wird intensiv darauf spekuliert. Das führt zu einer Eigendynamik. Der Markt für Kreditausfallversicherungen muss aus diesem Grund dringend reguliert werden (…). Allerdings zeigten sich die Regierungen bisher machtlos gegen die Bankster, die ihre Eigeninteressen mit allen Tricks verteidigten.“

Vor diesem Hintergrund schwindet selbst die kleinste Hoffnung, dass es den Politikern in Europa vielleicht doch noch gelingt, die Krise zu beenden, oder wenigstens einzudämmen.

Die Regierungen sind eingekesselt. Es wird Zeit, diesen Ring aufzubrechen. Es darf nichts werden mit der marktkonformen Demokratie. Den Bankstern gehört das Handwerk gelegt und der Prozess gemacht (hier). Das ist Politiker- und Bürgerpflicht, dann löst sich die Krise in Europa fast von alleine. Einen anderen Weg gibt es nicht. 

An dieser Stelle noch einmal zum Artikel von Christopher Whalen: hier.