Donnerstag, 2. August 2012

Standpunkt 330 - Nachrichten-Ticker, 01.08.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Sorry, aber unsere Warnung entwickelt sich zum „running gag“: Wir können nichts für die aktuellen Nachrichten. Die zeigen jedoch unmissverständlich, wo die Reise in den nächsten Wochen und Monaten hingeht: von der Finanzkrise zum Finanzkollaps. Die Banken betrügen unvermindert weiter, zwingen die Staaten in die Haftung und befeuern so weiter die Staatsschuldenkrise. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Entwicklung hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Sie sind längst Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos. Am Ende des Spiels bleiben nur einige wenige Reiche übrig.

Wer ernsthaft beabsichtigt, sich gegen Financial Repression und eine spätere Enteignung zur Wehr zu setzen, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann wird es zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Uns geht es nicht um Panikmache oder hanebüchene Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung.  

Gerne sind wir dabei behilflich, die Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige, provisionsfreie Beratung. Für diese Beratung berechnen wir lediglich eine geringe, einmalige Aufwandsentschädigung. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren Angebote empfehlen wir nicht. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.   


Zentralbanker ohne Kleider: Massive Vermögensvernichtung auf dem Weg
(wirtschaftsfacts.de) Renommierte Ökonomen, Fondsmanager und Investoren warnen vor einer massiven Vernichtung von Vermögen, die sich bereits auf dem Weg befinde. Die Vereinigten Staaten taumeln abermals einer Rezession entgegen, der sich die Zentralbank Federal Reserve – QE3 hin oder her – wohl kaum allein entgegenstemmen kann. Wie in den vergangenen Monaten publizierte Daten zeigten, schwächt sich jedoch auch das Wachstum in den BRIC-Ländern teils deutlich ab. Eine globale Rezession sei laut Marc Faber zu 100% sicher. Weiterlesen...

Kommentar: Sehr aufschlussreich die beiden angebotenen Grafiken. Die lassen für uns nur einen Schluss zu: Die von FED und EZB bereitgestellte Liquidität (hier) bleibt bei den Banken hängen, in der realen Wirtschaft kommt nichts an. Besonders deutlich zu sehen bei dem zweiten LTRO der EZB.


Nicht der Euro wird gerettet, sondern eine Ideologie
(faz.net) Er ist Leo Trotzkis Patensohn, der Eispickel, mit dem der Revolutionär ermordet wurde, gehörte seiner Tante: Michael Hudson, Kopf der Occupy-Bewegung, trifft Sahra Wagenknecht von der Linken. Weiterlesen…

Kommentar: Wieder einmal ist es das Feuilleton, das bei der F.A.Z. gegenüber sehr einseitigen Berichten zur Eurokrise des Wirtschaftsressorts einen wohltuenden Kontrast schafft. Michael Hudson ist definitiv einer der von uns sehr geachteten Ökonomen, dessen Meinung wir hier, hier und hier schon unseren LeserInnen angeboten haben. In diesem Interview gibt Hudson viel Hintergrundwissen über sich preis, was seine bisherigen Beiträge ideal ergänzt. In der Sache bleibt er seiner Linie treu, die komplett dem entgegensteht, was uns die heimischen Ökonomen als einzige, wahre Ideen verkaufen.

Sahra Wagenknecht schildert die augenblickliche Situation richtig, bleibt aber in der deutschen Politikszene chancenlos. Wir haben momentan den Eindruck, sie und Gregor Gysi verstehen von allen Politikern in Berlin die Krise am besten und sehen die Schwächen der aktuellen Lösungsmaßnahmen. Leider nicht mehrheitsfähig.  


70 Prozent mit Merkels Krisenpolitik zufrieden
(handelsblatt.com) Kanzlerin Merkel schwebt weiterhin unverwundbar über einer zerstrittenen Regierungskoalition und der Euro-Krise. Über zwei Drittel der Befragten im ARD-Deutschland-Trend zeigten sich mit ihrer Arbeit zufrieden. Weiterlesen…

Kommentar: Unfassbar. Der Mainstream leistet ganze Arbeit. Eine fatale Entwicklung. Deutschland auf dem Weg in die politische und wirtschaftliche Sackgasse. Angeführt von der Kaltmamsell des Kapitals (Urban Priol), der Wegbereiterin marktkonformer Demokratie. Der europäischen Krise begegnet sie ratlos und ängstlich. Deutschland erwache!  


Die deutsche Regierung heizt die Eurokrise weiter an
(nachdenkseiten.de) Ginge es nach François Hollande und Mario Monti würde der Euro-Rettungsschirm ESM mit einer Banklizenz ausgestattet, die es ihm erlauben würde, mit EZB-Krediten direkt Staatsanleihen notleidender Eurostaaten zu kaufen. Nach langem Zaudern und Zögern wäre dies ein echter Befreiungsschlag im Kampf der europäischen Bevölkerung gegen die destruktiven Auswirkungen der Finanzmärkte. Doch die deutsche Regierung scheint kein Interesse an einer Bekämpfung der Krise zu haben und wehrt sich mit fadenscheinigen Argumenten gegen den französisch-italienischen Vorstoß. Die Begründung lautet: Eine Entspannung würde den Reformdruck von den angegriffenen Ländern nehmen. Schon immer lag es vor allem an ideologischer Verbohrtheit, wenn die Welt ins Unglück gestürzt wurde. Weiterlesen...

Kommentar: Der Autor, Jens Berger, liefert eine sehr gute Analyse. Randvoll mit unangenehmen Wahrheiten. Diese Analyse beweist, wie tölpelhaft die deutschen Politiker, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, mit der Krise umgehen und die Probleme in Europa immer weiter verschärfen. Vielleicht stellenweise für diejenigen, die sich noch nicht regelmäßig mit der Thematik beschäftigen, schwer zu lesen. Trotzdem, durchbeißen lohnt sich.  


Bundesbank intern: Politische Union in Europa unrealistisch
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Bereitschaft einiger Länder, mehr Souveränität abzugeben, ist gering, so Bundesbank-Präsident Weidmann. Dies behindere das Entstehen einer politischen Union in Europa erheblich. Wenn es darum geht, auch etwas von der Souveränität der Bundesbank abzugeben, bleibt Weidmann aber hart. Immerhin habe man einen „weitgehenderen Anspruch als manch andere Notenbank“. Weiterlesen...

Kommentar: 55 Jahre und kein bisschen weise. Ständig mischt sich die Bundesbank in die Politik ein. Umgekehrt undenkbar. Wir verweisen auf eine Untersuchung des Österreichers Stephan Schulmeister aus 1997: “Die Bundesbank: Hüter der Stabilität oder des Finanzkapitals?” (hier). Sehr empfehlenswert.  

Den Euro retten – aber ohne die Griechen
(focus.de) Sie können nicht sparen – und wollen es auch gar nicht. Stattdessen geben die Griechen immer gern anderen die Schuld: Früher den USA, heute Deutschland, morgen vielleicht den Eskimos. Weiterlesen…

Kommentar: Ein banaler, kleingeistiger Artikel. Von einem Meinungsmacher der Journaille. Schön, dass Dönisch einen Griechen als Zeugen gegen die Griechen vorweisen kann. Der Vortrag ist nicht neu, bildet so oder ähnlich das Grundgerüst deutscher Stammtischdiskussionen. Nur, der Euro geht nicht an Griechenland kaputt, sondern an Spanien, Italien, politischem Unvermögen, erklärt von ungebildeten, verblendeten Journalisten. Griechenland spielte bis 2008 wirtschaftlich in Europa keine Rolle, deshalb war auch die griechische Staatsverschuldung belanglos. Ein Mückenschiss auf der europäischen Landkarte. Daran hätte sich bis heute auch nichts geändert, wenn nicht zwischendurch milliardenschwere Bankenhilfen zum Programm erhoben wurden. Bankenhilfen, die nicht griechische Banken, sondern die europäischen Großbanken mit ihren kriminellen Machenschaften zu retten hatten. Jedes neue Rettungspaket in Europa, egal für welches Land, dient nach wie vor nur diesem Zweck.     


Warum die Schweiz unser Vorbild sein muss
(welt.de) Am 1. August begehen die Eidgenossen ihren Nationalfeiertag. Man belächelt sie immer noch gern – dabei täten die kriselnden Staaten Europas gut daran, das Schweizer Erfolgsmodell zu studieren. Weiterlesen…

Kommentar: Ein „wunderbares“ Plädoyer für das Steuerparadies der Reichen und Schönen. Was an der Schweiz soll Vorbild sein? Wir haben es nicht verstanden. Der Umgang mit ihren bankrotten Großbanken UBS und Credit Suisse (CS), der das Land zu einem Alpen-Hedgefonds gemacht hat? Die unbegrenzten Garantieerklärungen der Regierung, durch die jeder der knapp über 8 Mio. Schweizer mit 4,5 Mio. CHF im Obligo steht (hier)? Kollabiert der Derivatehandel, was nur noch eine Frage der Zeit ist, dann sind die Schweizer schlagartig pleite, Deutschland übrigens auch. Die Fakten dazu gibt es hier. Der Steuerstreit mit den USA, ein Umschlagplatz für schmutziges Geld: So soll ein Erfolgsmodell aussehen?    


Das Dollar-Paradox
(tagesanzeiger.ch) Der Greenback legt wieder zu, die Notenbanken horten Dollardevisen, und die Zinsen von US-Staatsanleihen sind auf rekordtiefem Niveau. Wer hat da etwas vom Abstieg der Supermacht Amerika gesagt? Weiterlesen…

Kommentar: Die USA, der Einäugige unter den Blinden? Oder Harold Pinter hat recht: „Ich behaupte, die Vereinigten Staaten ziehen die größte Show der Welt ab, ganz ohne Zweifel. Brutal, gleichgültig, verächtlich und skrupellos, aber auch ausgesprochen clever.“


Rohstoff-Riesen schalten auf Sparflamme
(handelsblatt.com) Der Heißhunger Chinas nach Rohstoffen flaut ab. Die Preise für Stahl, Kupfer und Eisenerz fallen. Die Stahlhütten der Welt leiden – und Minenkonzerne wie Rio Tinto und BHP Billiton ziehen nun Konsequenzen. Weiterlesen…

Kommentar: Irgendwann sind auch in China die Lager übervoll und den Rest der Welt quält schon eine Rezession. China ist doch Teil der Krise.    


Der Boom-Kontinent
(tagesanzeiger.ch) Afrika verzeichnet Wachstumsraten, von denen Europa nur träumen kann. Selbst die schwächeren Länder stehen besser da als jene der Euro-Zone. Weiterlesen…

Kommentar: Es ist nicht schwer, in Afrika solche Wachstumsraten zu erzielen. Schliesslich fördert China den Ausbau der Infrastruktur mit milliardenschweren Krediten. Falls diese Entwicklung nachhaltig ist, geht sie an Europa vorbei.  


Jetzt Euribor-Manipulationen? Italienische Strafermittler durchsuchen Barclays Bank
(wirtschaftsfacts.de) Es war eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, wann es zu investigativen Untersuchungen der Banken bezüglich einer möglichen Manipulation von anderen Zinssätzen kommen würde. Der britischen Bank Barclays stehen solche Untersuchungen in Italien bereits ins Haus, wo strafrechtliche Ermittler im Zuge einer Razzia die Mailänder Büros durchsuchten und wichtige Dokumente beschlagnahmten. Es geht nun um die Frage, ob denn im Falle des wichtigen europäischen Zinsbarometers Euribor alles mit rechten Dingen zugegangen ist, nachdem der Betrug um den Libor aufgedeckt wurde. Weiterlesen...

Kommentar: Skandale ohne Ende und immer noch nur die Spitze des Eisbergs. Die systemrelevanten Banken, eine kriminelle Vereinigung. Und die Staaten leisten Beihilfe. Im realen Leben eine Freude für jeden Staatsanwalt, nur nicht im Kosmos der Finanzindustrie, einem rechtsfreien Raum.


Deutsche Bank mit Massenentlassungen; Whitney: „Alles erst der Anfang“
(wirtschaftsfacts.de) Dass sich die Jobkahlschläge im internationalen Bankensektor wieder deutlich mehren, hatte zuletzt die Ankündigung durch die amerikanische Großbank Morgan Stanley gezeigt, abermals 4.100 Mitarbeiter zu entlassen. Auch die Deutsche Bank AG zieht jetzt nach, nachdem das Institut heute bekannt gab, 1.900 Jobs abbauen zu wollen. Davon betroffen ist vor allem das Investmentbanking. Laut Meredith Whitney sei dies jedoch erst der Anfang. Insgesamt stünden mehr als 50.000 Jobs bei den Banken auf der Kippe. Weiterlesen…

Kommentar: Die Analysen von Meredith Whitney sind für uns schon seit Jahren Pflichtlektüre. Die Frau hört öfters sogar die Flöhe husten und liegt mit ihren Statements beständig dicht an der Realität. Was sie sagt hat Gewicht.


Deutschland: Lage der Industrie hat sich dramatisch verschlechtert
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die deutsche Industrie musste im Juli einen starken Produktionsrückgang und große Auftragseinbußen hinnehmen. Der Einkaufsmanager-Index sank rapide – so schnell, wie zuletzt vor drei Jahren. Zudem setzte ein deutlicher Stellenabbau ein. Weiterlesen...

Kommentar: Es kriselt in Deutschland. Die Zuversicht bekommt erste Risse. Noch versuchen die Statistiker (hier) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) dagegen zu halten (hier). Statt die Krise in Europa zu beenden und so die Rezession zu verhindern, gibt es demnächst wieder ein eilig hervor gezaubertes Konjunkturprogramm. So bearbeiten schon seit langem die deutschen Autobauer die Berliner Regierung wegen Subventionen für die Entwicklung und den Verkauf von Elektroautos. Es geht um sagenhaft 4 Milliarden Euro (hier). Bisher hat die Regierung 2 Milliarden Euro angeboten. Daraus könnte dann was werden.