Freitag, 3. August 2012

Standpunkt 331 - Nachrichten-Ticker, 02.08.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: Immobilienblase – Spanien – Serbien – Banken – Griechenland – Kapitalflucht – Facebook – Libor-Skandal – Spekulanten


Sorry, aber unsere Warnung entwickelt sich zum „running gag“: Wir können nichts für die aktuellen Nachrichten. Die zeigen jedoch unmissverständlich, wo die Reise in den nächsten Wochen und Monaten hingeht: von der Finanzkrise zum Finanzkollaps. Die Banken betrügen unvermindert weiter, zwingen die Staaten in die Haftung und befeuern so weiter die Staatsschuldenkrise. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Entwicklung hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Sie sind längst Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos. Am Ende des Spiels bleiben nur einige wenige Reiche übrig.

Wer ernsthaft beabsichtigt, sich gegen Financial Repression und eine spätere Enteignung zur Wehr zu setzen, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann wird es zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Uns geht es nicht um Panikmache oder Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung.  

Gerne sind wir dabei behilflich, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige, provisionsfreie Beratung! Für diese Beratung berechnen wir lediglich eine geringe, einmalige Aufwandsentschädigung. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren Angebote empfehlen wir nicht. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.   


Forscher:  Der Hauskauf lohnt sich noch
(faz.net) Aus Furcht vor Inflation kaufen viele Deutsche Häuser und Wohnungen. Die Preise steigen. Ist das schon eine Blase? Nein, sagt das Institut der Deutschen Wirtschaft – und nennt die Gründe dafür. Weiterlesen...

Kommentar: Ein Leser dieses Artikel hat die Sache kurz und knapp kommentiert: Gefälligkeitsstudie. Uns erinnert das sehr stark an ähnliche Studien in den Jahren 2005 bis 2008 zu der Gefahr einer Subprimekrise in den USA und den Auswirkungen auf die deutschen Banken. Damals war „Friede, Freude, Eierkuchen“, bis es bei Lehman Brothers endgültig knallte. Wir haben übrigens schon im August 2004 in einem Vortrag die Entwicklung prophezeit, die ein Jahr später in den USA mit der Subprimekrise ihren Anfang genommen hat und immer noch anhält.

In Wahrheit gibt es keinen Grund, sich diesem Run auf Immobilien in Deutschland anzuschließen. Wenigstens nicht, um sich damit Krisensicherheit zu kaufen. Das funktioniert nämlich nicht. Natürlich sind die Zinsen verlockend niedrig („Deutsche klammern sich an niedrige Immo-Zinsen“, hier), aber die Hypothekendarlehensverträge der Banken enthalten Regelungen, die alle, wirklich alle, Risiken dem Darlehensnehmer aufbürden. Selbst die Verabredung niedriger Zinsen für 5, 10 oder 15 Jahre bietet keine Sicherheit mehr, die Bank kann jederzeit unter fadenscheinigen Gründen den Vertrag lösen und verlangen, dass die Zinsen neu vereinbart werden. Es gibt schon lange keine Sicherheit mehr, dass sich die darlehensgebende Bank die Refinanzierung mit der gleichen Laufzeit besorgt (siehe vor einigen Jahre die Probleme bei der Depfa Bank, hier). Deshalb halten sich die Banken mittlerweile Hintertürchen offen.

In unserem Beitrag „Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung – eine Übersicht“ (hier) haben wir uns schon mit dem Thema Immobilien beschäftigt. Ein Auszug: Der deutsche Immobilienmarkt gerät aus den Fugen, die Preise steigen. Viele glauben, Betongold beruhigt. Die Deutsche Bank rechnet damit, daß hierzulande die Preise noch bis 2015 steigen. Diese Entwicklung ist nicht von der Hand zu weisen, zu tief sitzt die Furcht vor dem Verlust des Ersparten, die mit dem Kauf von Wohneigentum bekämpft wird.

Warnungen wie die von Siegfried Jaschinski, ehemaliger Vorstandschef der Landesbank Baden-Württemberg,  sehr anschaulich am 09.07.2010 in der „Financial Times Deutschland“ in einem Artikel mit dem Titel „Risiko Immobilienkauf: Das Ende der stabilen Häuserpreise“ beschrieben, gehen vorläufig ins Leere. [Der Artikel ist hier frei zugänglich.]

Immobilieneigentümer stehen als Staatsbürger, die für den Staat bürgen, aber vor größten Herausforderungen. Ihnen wurde schon in der Vergangenheit immer viel abverlangt, wenn es den Staatsschulden an den Kragen gehen musste.

Natürlich reden Makler und Banker den Immobilien das Wort. Außerdem sind die Meldungen verlockend: „Immobilienpreise in Großstädten explodieren“ (hier), wer möchte an dieser Entwicklung nicht seine Vorteile ziehen. Verschärft sich die Krise, dann kippt der Immobilienmarkt und es gibt ein Blutbad. Die Arbeitslosigkeit nimmt zu, in der Folge fallen Kredite reihenweise aus, Darlehen werden gekündigt, eine Welle von Zwangsversteigerungen schwappt durch Deutschland. Zusätzlich „erfindet“ der Staat die Reichensteuer und es geraten auch die Immobilieneigentümer unter Druck, die sich eigentlich „aus dem Schneider“ wähnen.

Wer von der fixen Idee befallen ist, trotz unserer und anderer Warnungen, unbedingt in Deutschland eine Immobilie kaufen zu müssen, der darf auf keinen Fall in Verbindung mit einer Tilgungs-Lebensversicherung finanzieren. Der Sprengsatz heißt § 89 – Zahlungsverbot; Herabsetzung von Leistungen – im Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG). Die Folgen haben wir ebenfalls hier beschrieben. Bitte nachlesen.

Außerdem empfehlen wir den kürzlich bei „fuw.ch“ erschienenen Artikel „Deutschlands kommende Immobilienblase“ zu lesen (hier) und insbesondere dem dortigen Link zu folgen zu dem Artikel „Deutschland und Spanien: Näher, als man denkt“. Unbedingt lesen.


Wird das spanische Militär auf Unruhen vorbereitet?
(heise/telepolis.de) Die Krise im Land wird in der neuen Sicherheitsdoktrin als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft. Weiterlesen…

Kommentar: Uns ängstigen solche Nachrichten. Wie gerne würde die CDU/CSU der Bundeswehr ein Mandat verpassen, um im Inneren eingesetzt zu werden (hier). Natürlich ausschließlich  zur Terrorismusbekämpfung. Leider wird man in Deutschland ruck zuck zum Terroristen erklärt und schon ist der Staatsgewalt Tür und Tor geöffnet. Und dass die nicht zimperlich ist, das haben Stuttgart 21 und Gorleben schon hinlänglich bewiesen. Den ersten Anlauf dazu haben nicht die SPD und Bündnis90/Die Grünen, sondern FDP und die Linken verhindert.   


Chef der serbischen Nationalbank tritt zurück
(spiegel.de) Der EU-Beitrittskandidat Serbien steuert in eine Krise. Die Staatskassen sind fast leer, der Chef der Notenbank ist zurückgetreten. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Regierung und wirft ihr Vetternwirtschaft vor. Weiterlesen…

Kommentar: Serbien hat in der EU nichts verloren (hier), ein fußkranker Staat, der weder Recht und Gesetz achtet, noch wirtschaftlich einen Nutzen für die Europäische Gemeinschaft darstellt. Schlimmer, ein hungriger Mund mehr, der gestopft werden muss. Davon gibt es in Osteuropa schon genug. Das Problem dabei sind aber die bereits bestehenden starken Beziehungen zu Österreich. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, dass Serbien durch Kredite von EU und IWF über Wasser gehalten werden muss. In der Folge geht es Österreichs Banken an den Kragen, die Ausfallrisiken nehmen erheblich zu (hier, vorletzter Absatz). Mit direkten Auswirkungen auf den österreichischen Part bei den Rettungsversuchen für Spanien, Italien, usw.


Draghi zückt die Waffen
(zeit.de) Der EZB-Chef will den Krisenstaaten mit mehr Geld helfen. Das ist legitim. Aber es funktioniert nur, wenn die Politik mitzieht. Weiterlesen...

Kommentar: Mittlerweile wissen wir, Draghi ist mit seinem Vorstoß jämmerlich gescheitert. Nicht alle haben das mitbekommen. „Draghi wagt den Drahtseilakt“ schreibt „sueddeutsche.de“ (hier). Financial Times Deutschland nennt es gar „Draghis weiser Plan“ (hier). Andere sind schon weiter: „spiegel.de“ findet „Draghi verschiebt die Euro-Rettung“ (hier) und „handelsblatt.com“ titelt „Draghi lässt Italien und Spanien fragend zurück“ (hier). Der österreichische Standard  schreibt „Europäische Zentralbank hält die Märkte hin“ (hier). Es ist für Jeden etwas dabei. Für  uns ist Draghi ein zahnloser Tiger, der ein bisschen rumlaviert, so tut als ob, sich tatsächlich aber im Kreise dreht und wieder einmal die Krise verschlimmert. Chef eines Debattierclubs, dessen Mitglieder auch dann noch zu keinem Ergebnis kommen, wenn ihnen das Wasser schon bis zum Hals steht. Wie sollen solche Leute einen nützlichen Beitrag zur Lösung der europäischen Krise leisten? Hoffnungslos.    


Die Banken müssen endlich zahlen
(sueddeutsche.de) Brauchen die Krisenstaaten mehr Geld? Diese Diskussion führt in die Irre. Die insolventen Länder brauchen einen Schuldenerlass, der zulasten der Gläubiger geht. Das ist bitter für die Banken – aber es schont die Steuerzahler. Weiterlesen...

Kommentar: Was soll man von so einem Artikel halten? Wo hat die Verfasserin die vergangenen drei Jahre gelebt? Es kann nicht auf dieser Welt gewesen sein. Schuldenerlass, für wen? Nur Griechenland, oder auch Spanien, Italien, Portugal Irland, demnächst auch Frankreich und Österreich? Da ist jemand der Wirklichkeit entrückt. Dieses ganze Rettungsbrimborium ist doch genau dafür veranstaltet worden, um die Banken vor dem Untergang zu bewahren. Kein frisches Geld und zusätzlich noch ein Schuldenerlass bringt die Bilanzen der Banken so richtig zum Kochen. Wir reden dabei nicht von griechischen, portugiesischen, spanischen oder italienischen Banken. Dann geht es den richtig großen Banken an die Wäsche. Denen fliegt mit einem ohrenbetäubenden Knall der Derivatehandel um die Ohren, selbst wenn nur ein Teil der knapp 700 Billionen (lt. BIZ) Volumen in Schieflage gerät – und den USA, Großbritannien, der Schweiz und Deutschland mit einem Schlag ihre Großbanken auf die Füße. Was wir meinen steht hier. Dann schmelzen die Ersparnisse, bzw. die Vermögen der Bürger dieser Staaten wie Schnee in der Sonne. Dann gehen, im übertragenen Sinn, erst einmal auf der Welt die Lichter aus. Aus unseren Gesprächen wissen wir: Kaum einer kann sich diese Zusammenhänge vorstellen und niemand glaubt, dass es so weit kommen kann. Die da oben werden es schon richten, heißt es immer wieder. Irrtum, die haben leider selbst keine Ahnung, was sich da zusammenbraut. Und die Journalisten, das wenigstens zeigt dieser Artikel überdeutlich, kennen ebenfalls die Zusammenhänge nicht. 

Nicht vergessen: „Nichts ist im Menschen, auch im scheinbar aufgeklärtesten, fester verwurzelt als der Glaube an irgendwelche Autoritäten“ - Egon Friedell, (1878 - 1938)

Die Devise muss lauten: „Rette sich, wer kann!“


EU lobt Griechenland für Sparbeschlüsse
(zeit.de) Hält sich Athen nicht an den vorgegebenen Sparkurs, gibt es kein neues Geld für Griechenland. Die EU zeigt sich vor dem entscheidenden Urteil der Troika zufrieden mit den Reformansätzen. Weiterlesen…

Kommentar: Da soll noch einer durchblicken. Seit Tagen versuchen Ökonomen und Politiker, allen voran die deutschen, Griechenland wegen der vielen Verstöße gegen die Sparauflagen mit einem Austritt aus der Eurozone zu bestrafen. Gerade Rösler, Brüderle, Dobrindt, Seehofer, kämpfen mit harten Bandagen (hier). Plötzlich fährt die EU-Kommission dazwischen. Es geht, wie immer, um die Deutungshoheit. Die EU will den deutschen Kleingeistern das Feld nicht kampflos überlassen. Statt sich in völlig nutzlosen Auseinandersetzungen zu verschleißen, wären machbare Lösungsvorschläge das Richtige.    


Reiche Südeuropäer bunkern ihr Geld im Norden
(sueddeutsche.de) Während Europas Politiker mühevoll an der Rettung der gemeinsamen Währung basteln, bahnt sich ein neues Problem an: reiche Südeuropäer ziehen seit Monaten ihr Vermögen aus der Heimat ab. Allein aus Spanien verschwanden im ersten Quartal dieses Jahres lautlos 163 Milliarden Euro. Das spüren vor allem die klammen Finanzminister. Weiterlesen…

Kommentar: Wo ist das Problem? Die Lösung heißt Devisen- oder Kapitalverkehrskontrollen (hier). Dieses Instrument gibt es schon viele Jahre und Länder wie Frankreich und Italien haben damit auch schon viel Erfahrung. Griechenland verhandelt gerade mit der Schweiz über die Rückführung „ausgelagerter“ griechischer Vermögen.

Die Zukunft des Euro liegt in Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich, Belgien, Finnland? Wer so etwas heute noch schreibt, der hat sich zuletzt nicht über die Zustände in diesen Ländern informiert. Rezession? Rezession! Bankenkrise? Bankenkrise! In Deutschland und Finnland noch nicht so offensichtlich, aber im Rest (Beispiele hier, hier, hier und hier).


„Deutsche profitieren von Anleihekäufen der EZB“
(welt.de) Wird die EZB ihre Staatsanleihenkäufe wieder aufnehmen? Die Bundesbank stemmt sich dagegen, doch damit liegt sie falsch, sagt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. Weiterlesen…

Kommentar: Diese Meinung ist geradezu exotisch, deshalb hat sie es unbedingt verdient gelesen zu werden.


Großbritanniens Rezession verschärft sich deutlich in Q2
(wirtschaftsfacts.de) Großbritannien schlitterte im zweiten Quartal deutlich tiefer in die Rezession. Gegenüber dem Vorquartal sank die Wirtschaftsleistung um 0,7%, womit die hohen Erwartungen an eine einsetzende Erholung im Keim erstickt wurden. Wenn man die einzelnen Subsektoren einmal genauer analysiert, werden die Stärke und die Hartnäckigkeit des Abschwungs noch weitaus ersichtlicher. Bislang haben die neuen Kapitalinjektionen der Bank of England in das heimische Finanzsystem nichts zu einem Turnaround beitragen können. Weiterlesen…

Kommentar: Wir wiederholen es gerne bei dieser Gelegenheit noch einmal: Das Land ist pleite, bankrott, am Ende. Schon seit vielen Monaten schreiben wir das (hier). Das Triple-A, dieser Tage noch einmal bestätigt (hier), ist ein absoluter Witz.


Die Spekulanten zocken munter weiter
(zeit.de) Der Libor-Skandal hat das britische Bankwesen in Verruf gebracht. Es soll umgebaut werden. Die Finanzindustrie hat schon Wege gefunden, sich der Neuordnung zu entziehen. Weiterlesen…

Kommentar: Dazu fällt uns nichts mehr ein. Glaubt da noch irgendjemand an das Gute im Banker?


Die Hälfte des Geldes ist weg
(tagesanzeiger.ch) Die Facebook-Aktie erreicht ein neues Tief. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: So geht Abzocke heute. Zur Einstimmung die Grafik aus dem Artikel:   

 
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