Samstag, 4. August 2012

Standpunkt 332 - Nachrichten-Ticker, 03.08.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...

Themen: Eurokrise – USA – Investmentbanken – Europa – Allianz - Zerschlagung Großbanken – Griechenland - Transferunion – IWF – Slowenien – Spanien – Enteignung – Demokratie - Lebensversicherungen  


Sorry, aber unsere Warnung entwickelt sich zum „running gag“: Wir können nichts für die aktuellen Nachrichten. Die zeigen jedoch unmissverständlich, wo die Reise in den nächsten Wochen und Monaten hingeht: von der Finanzkrise zum Finanzkollaps. Die Banken betrügen unvermindert weiter, zwingen die Staaten in die Haftung und befeuern so weiter die Staatsschuldenkrise. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Entwicklung hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Sie sind längst Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos. Am Ende des Spiels bleiben nur einige wenige Reiche übrig.

Wer ernsthaft beabsichtigt, sich gegen Financial Repression und eine spätere Enteignung zur Wehr zu setzen, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann wird es zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Uns geht es nicht um Panikmache oder Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung.  

Gerne sind wir dabei behilflich, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige, provisionsfreie Beratung. Für diese Beratung berechnen wir lediglich eine geringe, einmalige Aufwandsentschädigung. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren Angebote empfehlen wir nicht. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.   


„Die USA profitieren von der Eurokrise“
(fuw.ch) Fred Bergsten, der einflussreiche US-Ökonom und Direktor des Petersen Institute for International Economics, warnt, die USA würden über ihre Verhältnisse leben.

Fred Bergsten, Direktor des Peterson Institute for International Economics, glaubt fest an das Überleben der Eurozone. Den Euro hält der renommierte Nationalökonom für unterbewertet. Die Staatsschulden der USA hingegen würden zu wenig beachtet. Die Weltmärkte schätzten die Lage komplett falsch ein – genau wie vor vier Jahren bei Griechenland. Für die Konjunktur berge das nicht zu unterschätzende Gefahren. Weiterlesen...

Kommentar: Eine klare Aussage. Guter Lesestoff. Bestärkt uns in der These, dass Amerika bis auf weiteres ein großes Interesse daran hat, den Euro unter Druck zu halten.


Euro-Debatte: Warum die Skeptiker in Amerika sitzen
(faz.net) Viele Experten sehen den Euro nahe am Abgrund – und fordern entsprechend teure Rettungsmaßnahmen. Doch in den Untergangsprognosen gibt es ein Muster: Die meisten Pessimisten kommen aus Amerika. Die Europäer sehen die Krise viel gelassener. Weiterlesen…

Kommentar: Nach unserer Ansicht geben die Pessimisten in den USA den strammen Patrioten. Die meisten kennen die fragile Situation zuhause und tun alles, um davon abzulenken. Für uns ist es das „Schwarze-Peter-Spiel“. Meistens hat ihn Europa. Eine wunderbare Aussage: „Die Europäer sehen die Krise viel gelassener“. Wirklich? Gelassen sehen das nur Außenseiter.     


Obamas Angst vor Europa
(zeit.de) Kaum ein Thema ist US-Präsident Barack Obama derzeit wichtiger als die Krise in Europa. Denn fällt der Euro, dann verliert Obama die Wahl. Weiterlesen…

Kommentar: Quatsch. Amerika befindet sich in einer tiefen Rezession und wird vorläufig nur noch von den Statistiken regelmäßig in ein Wachstum schöngeschrieben. Obamas Problem ist Obama selbst. Die gebrochenen Wahlversprechen aus der ersten Kampagne, die vermasselte Regulierung der Finanzindustrie (hier), seine fehlenden Ideen für einen Wirtschaftsaufschwung der neue Jobs schafft und die Mittelschicht vor dem endgültigen Absturz bewahrt. Über 80 Millionen Amerikaner suchen einen Job, mit dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können (hier). Mehr als 46 Millionen Amerikaner sind von Lebensmittelmarken, den Food Stamps, abhängig (hier). Die Armut steigt unaufhaltsam, die Rentenansprüche lösen sich in Luft auf. Knapp 2 Billionen US-Dollar Liquidität stecken überwiegend in der Finanzindustrie und der Rest bei den großen Konzernen fest. Obama hatte gemeinsam mit Bernanke von der Fed versprochen, dass dieses Geld dafür eingesetzt wird, um neue Arbeitsplätze zu schaffen (hier). Tatsächlich liegt die Arbeitslosigkeit auf dem Niveau der Great Depression (hier). Trotzdem liegt Obama mit 7% Vorsprung relativ deutlich vor Romney (hier). Der leistet sich nämlich einen Patzer nach dem anderen, was Obamas Führung absichert.  


USA verlieren ihre klugen Köpfe
(manager-magazin.de) Trotz eines Jobzuwachses im Juli steigt die Arbeitslosenquote in den USA. Dem US-Arbeitsmarkt droht zudem ein gefährlicher Aderlass: Viele Wissenschaftler verlassen das Land – und viele der billigen Arbeitskräfte auch. Das Wachstumsfundament der USA bekommt Risse. Weiterlesen...

Kommentar: Für uns sind die Schlüsse, die in diesem Bericht gezogen werden, wenig glaubwürdig. In den nächsten Tagen werden wir erleben, wie die offiziellen Zahlen zum US-Arbeitsmarkt einer echten Belastungsprobe nicht standhalten. Wir werden darüber berichten. Es sind nicht Amerikas kluge Köpfe: Bei dem Weggang qualifizierter, gut ausgebildeter Leute handelt es sich sowieso um Ausländer, hauptsächlich Chinesen, die zum Studium in den USA waren, um danach in ihre Heimat zurückzukehren. Die treffen übrigens dort auf einen gerade gesättigten Markt (hier). Die US-Billiglöhner müssen Platz machen für Einheimische oder gehen, weil sich die Amerikaner sogar diese Leute zu Niedrigstlöhnen nicht mehr leisten können. Das ist eine normale Entwicklung in einer Rezession und ändert sich sofort wieder, wenn sich die Dinge ändern.  


Warum Investmentbanken so viel Geld verdienen
(zeit.de) In der Londoner Wochenzeitschrift Financial News, die von der Dow Jones-Gruppe herausgegeben wird, gab es in der Ausgabe vom 16. – 22. Juli einen bemerkenswerten Artikel (Is it time to ring-fence investment banks from themselves?) von William Wright über die nach wie vor weitverbreiteten Interessenkonflikte bei Investmentbanken. Deren gewaltige Gewinne haben nicht zuletzt damit zu tun, dass sie Geschäfte betreiben, die bei genauerem Hinsehen auf Kosten ihrer Kunden und der Allgemeinheit gehen und sich vielfach an der Grenze der Legalität befinden.
Ein immer größerer und erstaunlich stabiler Teil dieser Gewinne wird durch Eigenhandel und market making (die Bereitstellung von Liquidität in den verschiedenen Marktsegmenten) erzielt. Bei JP Morgan, dem Wertpapierbereich von Morgan Stanley sowie bei Goldman Sachs, um nur drei repräsentative Beispiele zu nennen, resultierten 2011 zwischen 68 und 78 Prozent der gesamten Erträge aus diesen Aktivitäten. Das reine Kommissionsgeschäft im Auftrag von Kunden spielt eine zunehmend geringe Rolle.
Ohne eine Vermischung von Eigeninteresse und Kundeninteresse sowie ohne die Informationsvorteile, die sich aus der Größe dieser Institute ergeben, wären die Spekulationsgewinne kaum möglich. Weiterlesen...

Kommentar: Eine treffende Beschreibung der Zustände und notwendigen Maßnahmen gegen das Unwesen dieser Konzerne, angeführt von Goldman Sachs (hier). An unterschiedlichen Beispielen wird gezeigt, wie diese Geschäfte betrieben werden. Außerdem gibt es Vorschläge, mit denen dieser Entwicklung erfolgreich begegnet werden kann. Leider fehlt den Politikern der Wille dazu.  


Allianz-Chef gegen Zerschlagung von Großbanken
(wirtschaftsblatt.at) Der Allianz-Chef Diekmann nennt den Vorschlag zur Banken-Aufspaltung unrealistisch. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Natürlich, die Allianz in vielerlei Hinsicht einer der großen Spieler im Welt-Finanz-Casino und kaum daran interessiert, dass sich am Status quo etwas ändert. Diekmann hat natürlich recht damit, dass es „etwas naiv“ sei zu glauben, man könnte „Investment- und Geschäftsbanken im laufenden Betrieb voneinander trennen“. „So schön und schlank das klingt“, halte er die Idee doch für unrealistisch. Dann wäre Schluss mit dem Versteckspiel um die vielen großen und kleinen Skandale, oder mit dem gigantischen Desaster Derivatehandel (hier). Die Finanzkonzerne wollen einfach nicht die Hosen runterlassen. Wohin mit dem Bilanzmüll?


Diekmann drängt auf ein einiges Europa
(manager-magazin.de) Dass die Politik sich in der Euro-Krise Zeit kauft und in Europa auf behutsame Integration setzt, kann Allianz-Chef Diekmann zwar verstehen. Doch die niedrigen Zinsen nerven auf Dauer: Die Umverteilung von Sparern zu Schuldnern sei gerade im überalterten Deutschland nicht hinnehmbar. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Interessant sind die Argumente. Die Rede ist von einer „faktischen Enteignung des deutschen Sparers“ durch „Geldentwertung auf dem Weg der finanziellen Repression“, d. h. die Staaten entschulden sich mit angenehm niedrigen Zinsen und die Zeche zahlen die kleinen Anleger und künftigen Rentner. Diekmann zählen wir zu den Ratgebern der Politik, will er erklären, warum er kein Gehör findet? Was er will ist nicht nur die Festigung des bestehenden Systems, nein, gleich unter dem Vorwand von mehr Europa eine schnelle Entwicklung hin zur marktkonformen Demokratie. Er sagt es natürlich verschlungen, verborgen vor den Augen und Ohren der Betroffenen.   


Allianz: Griechenland muss den Euro behalten
(wirtschaftsblatt.at) Eurozone. Bei einem Hellas-Austritt warnt Europas größter Versicherer vor extrem hohen Kosten für die öffentliche Hand. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Das ist jetzt nicht neu, wurde schon vor Tagen publiziert. Diekmann unterstreicht es nur noch einmal: „Das ist die bessere Lösung für alle.“ Wir sagen: Eine Diskussion um des Kaisers Bart. Es gibt keine Austrittsregularien. Unter diesen Umständen wäre ein Rauswurf für die knallharten Spekulanten ein Fest, für die Derivate-Junkies vielleicht schon der Tod.


Europa ist schon längst Transferunion – zum Glück!
(welt.de) Eine Guldenmark als Parallelwährung in den starken Ländern der Euro-Zone? Anstatt auf fundamentalistische Finanzideologen zu hören, sollte Deutschland der Realität ins Auge blicken. Weiterlesen…

Kommentar: Lesen, könnte den Blick auf die Wirklichkeit schärfen und die Nutzlosigkeit vieler Diskussionen belegen. Oder die Klagen Bayerns und Baden-Württembergs als Wahlkampfstrategie entlarven.


IWF warnt vor laschem Krisen-Kampf
(derStandard.at) Die Eurozone braucht zu lange, um der Probleme Herr zu werden. Breitet sich die Krise noch weiter aus, droht ein tiefer Abschwung. Weiterlesen…

Kommentar: Der prophezeite Abschwung ist schon da. Europa wird sich noch mächtig darüber ärgern, den IWF mit in das Boot der Euro-Rettung geholt zu haben. Seine Ideen sind belanglos, seine Kritik haltlos. Eine nutzlose Einrichtung, die ihre hauptsächliche Aufgabe darin sieht, den reichen Mächtigen in die Hände zu spielen und den Dollar-Ersatz, eine Weltwährung, vorzubereiten.

Daniel Gros, Direktor des Centre for European Policy Studies in Brüssel, hat schon im Dezember 2011 einer europäischen Lösung der Krise Europas das Wort geredet: „Europa hilf dir selbst“ (hier). In einem anderen Beitrag kommen zwei weitere Autoren zu Wort: "Haltet den IWF aus Europa fern!" (hier). Diese wahren Aussagen ist nichts hinzuzufügen.


Moody’s stuft Slowenien drastisch ab
(manager-magazin.de) Neuer Nackenschlag für die Euro-Zone: Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit des Mitgliedslandes Slowenien um drei Stufen gesenkt. Manche Ökonomen erwarten, dass Slowenien zumindest Hilfe für seine angeschlagenen Banken beantragen wird. Weiterlesen…

Kommentar: Die Krise kommt jetzt auch, für alle bemerkbar, in Osteuropa an. Eine herbe Abstufung. Das Land, nicht nur seine Banken, ist ein Sanierungsfall. Österreich wird mit drinhängen, was den Druck auf die Kernländer der Eurozone nur weiter erhöht. Was wohl Rösler, Brüderle, Döring, Dobrindt, Seehofer und Konsorten dazu sagen werden? Austritt 2.0?


Madrid zieht die Sparschrauben an
(sueddeutsche.de) Mariano Rajoy verlangt seinen Landsleuten eine Menge ab: Die neuen Haushaltspläne der Regierung sehen vor, dass Spanien in den kommenden zwei Jahren 102 Milliarden Euro einspart. Trotz aller Proteste - und deutlich mehr als bereits geplant. Auch verdichten sich die Anzeichen, dass Madrid unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen wird. Weiterlesen…

Kommentar: Ein Wahnsinn, was die spanische Regierung ihren Bürgern zumuten will. Dazu passt der Entwurf eines Gesetzes gegen den Steuerbetrug (hier). Da soll z. B., ähnlich wie bereits in anderen europäischen Ländern, die Begrenzung der Bargeldgeschäfte auf 2.500 € geregelt werden. Das Land wird wirtschaftlich verbluten und politisch in eine große Belastungsprobe geraten. Die Unruhen werden zunehmen, die Staatsgewalt auch. Die Spekulanten werden weitermachen, bis zum bitteren Ende. Wie lange dauert es noch, bis die ersten Soldaten in Europa auf Demonstranten schießen?


Der Erfolgreiche ist in Deutschland der Dumme
(welt.de) In Zeiten der Schuldenkrise wird der Ruf nach Umverteilung lauter. Zwang führt auf Dauer jedoch zu Entsolidarisierung. Frank Bsirske und Co. verstricken sich in Neiddebatten und Enteignungsgelüste. Weiterlesen…

Kommentar: Die Journaille verteidigt das Kapital. Einseitig und unausgewogen. Diesen Artikel wollen wir mit einigen Grafiken kommentieren. Dadurch wird augenfällig, wie blödsinnig die Argumente sind, mit denen die Überschrift bewiesen werden soll.

Wir fangen an mit der Entwicklung der durchschnittlichen Nettolöhne- und gehälter je Monat und Arbeitnehmer von 1991 bis 2012: 

© querschuesse.de

Parallel dazu veränderte sich die Besteuerung der Gewinne der Kapitalgesellschaften ganz enorm zu Gunsten der Unternehmer: 


Seit 2000 haben sich Volkseinkommen, Löhne und Gewinne unterschiedlich entwickelt:


Es findet schon seit Jahren eine Umverteilung von unten nach oben statt. Die Auswirkungen sind vielfältig. Ein Beispiel ist die Entwicklung der Armut in Deutschland. Einer vermehrten Armut auf der einen Seite steht ein deutlich vermehrter Reichtum auf der anderen Seite gegenüber: 


Im internationalen Vergleich steht Deutschland mittlerweile ebenfalls schlecht da, wie die Armutsrate der OECD zeigt: 


Die Begünstigung der Gewinne und Vermögen zeigt die folgende Grafik an Hand der Anteile an den Steuereinnahmen: 

 

Natürlich kann man trefflich darüber streiten, ob die Krise in Europa mit einer „Reichensteuer“ oder anderen Zwangsabgaben bekämpft werden soll. Unstreitig muss aber sein, dass die Nutznießer der deutschen Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik dabei sehr viel mehr tun müssen, als der ganze Rest.

In diesem Zusammenhang noch den Hinweis auf unseren Beitrag „Reichtum durch Arbeit ist etwas für Anfänger“ (hier). Ein Artikel des stern, von uns zusätzlich um einige aussagekräftige Grafiken ergänzt.


„Unsere Demokratie wird von Reichen bestimmt“
(theeuropean.de) Reichtum und Macht bestimmen das System. Alexander Görlach sprach mit dem Stanford-Professor James Fishkin darüber, wie wir unsere Demokratie verändern und verbessern können. Weiterlesen…

Kommentar: Ein äußerst „lehrreiches“ Interview. Aber keine leicht verdauliche Kost. Nichts für zwischendurch.


Ende eines deutschen (Rendite-)Traums
(handelsblatt.com) Einst galt die Lebensversicherung als der Deutschen liebstes Anlageprodukt. Doch nicht zuletzt dank der EZB sind die goldenen Zeiten vorbei. Wer heute sein Leben versichert, sollte bescheiden sein – und einiges beachten. Weiterlesen...

Kommentar: Eine anspruchsvolle Aussage: „Was Lebensversicherte wissen sollten“. Und dann fehlt in der folgenden Aufzählung ausgerechnet § 89 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), in dem das Zahlungsverbot und die Herabsetzung von Leistungen geregelt werden. Die Vorschrift kommt seit Mai 2011 in einer neuen Fassung daher, die jedem Versicherten den Angstschweiß auf die Stirn treiben muss. Der folgende Auszug aus unserem Beitrag „Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung – eine Übersicht“ (hier) beschreibt die Folgen:

Durch diese Vorschrift ist es u. a. möglich, Auszahlungen aus Lebensversicherungen teilweise oder ganz zu stoppen, falls die Vermögenslage des betroffenen Unternehmens dies erfordert. Außerdem wird festgelegt, dass die Pflicht der Versicherungsnehmer, die Beiträge in der bisherigen Höhe weiterhin zu bezahlen, vom Auszahlungsstop unberührt bleibt. So eine Regelung lässt nur den Schluss zu, dass Konzerne und Politik mit dem Schlimmsten rechnen, oder wenigstens auf das Schlimmste vorbereitet sein wollen. Im Gesetz heißt es: „Alle Arten Zahlungen, besonders Versicherungsleistungen, Gewinnverteilungen und bei Lebensversicherungen der Rückkauf oder die Beleihung des Versicherungsscheins sowie Vorauszahlungen darauf, können zeitweilig verboten werden.“ Damit sind jederzeit rückwirkende Eingriffe möglich. Beispiel: Verliert eine der Gesellschaften im Verlauf der Euro-Krise große Teile ihres angelegten Vermögens, so erlaubt diese Vorschrift, zukünftige und/oder laufende Leistungen zu versagen, die vereinbarten Beiträge müssten aber weiter bis zum Vertragsende bezahlt werden. Leistungen am Vertragsende gibt es nicht.

Es ist geradezu fatal, wenn diese elementare, weitreichende Regelung in diesem Artikel unterschlagen wird. Aus Unkenntnis, Absicht, ein Opfer der Zensur? Wir wissen es nicht. Vertrauenerweckend ist es jedenfalls nicht.