Donnerstag, 9. August 2012

Standpunkt 337 - Nachrichten-Ticker, 08.08.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...

Themen: Aktien – Große Depression - 1931 – Euro – Hans-Werner Sinn – Bundesbank – EZB - Draghi – Spanien – Standard & Poor’s – Banken in Spanien - Großbritannien –– Irland – Deutschland-Rating – Exportwunder Deutschland -  Kanada – USA – Finanzindustrie


Sorry, aber wir müssen unsere Warnung weiter aufrechterhalten: Die Nachrichten sind wenig erfreulich. Sie zeigen jedoch unmissverständlich, wohin die Reise in den nächsten Wochen und Monaten geht: von der beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise zum „Blutbad“ Finanzkollaps. Die Banken betrügen unvermindert weiter, zwingen die Staaten in die Haftung und befeuern so weiter die Staatsschuldenkrise. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Entwicklung hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Sie sind längst Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos. Am Ende des Spiels bleiben nur einige wenige Reiche übrig.

Für alle neuen LeserInnen haben wir hier und hier die wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Wer ernsthaft beabsichtigt, sich gegen Financial Repression und die Maßnahmen einer späteren Enteignung zur Wehr zu setzen, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann kann es schon zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Uns geht es nicht um Panikmache oder Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung. Wir machen nicht die Nachrichten, wir kommentieren sie nur.

Gerne sind wir aber dabei behilflich, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige und provisionsfreie Beratung. Für diese Beratung berechnen wir lediglich eine leistungsgerechte, einmalige Aufwandsentschädigung. Dadurch können wir unseren Blog werbefrei halten. Darauf legen wir größten Wert, eine unabdingbare Voraussetzung für unsere Unabhängigkeit. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren Angebote empfehlen wir nicht. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.   


Bill Gross: „Der Aktienkult ist tot!“
(handelsblatt.com) Bill Gross, einer der mächtigsten Fondsmanager der Welt, fällt ein harsches Urteil über die Aktienmärkte: Deren Renditen seien wie ein Schneeballsystem, sagt er. Bei Kollegen kommen seine Vorwürfe nicht so gut an. Weiterlesen...

Kommentar: Kritik im Doppelpack: Kritische Wort gegenüber Europa (hier) und gleich auch noch gegen die Aktien. Das Handelsblatt  nutzt diese günstige Gelegenheit, um noch ein bisschen Werbung für die Aktien zu machen. „Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln“ sollen den Anfänger über Nacht zum Profi formieren. Wir bleiben dabei: Aktien sind nur etwas für erfahrene Anleger, denen Verluste nicht den Schlaf rauben. Wir glauben nicht, dass die Aktien ungeschoren die Zuspitzung der europäischen Krise überstehen. Es genügt auch nicht, in die USA oder die Schwellenländer auszuweichen. Deren Probleme sind nicht kleiner (hier und hier).  


Nur Bares ist Wahres
(handelsblatt.com) Immer mehr Privatanleger und Unternehmen horten ihr Geld auf Konten, statt es zu investieren. Die Unsicherheit breitet sich aus; fast so wie zu Zeiten der Lehman-Pleite. Selbst Profiinvestoren gehen auf Nummer sicher. Weiterlesen…

Kommentar: Eine wunderbare Sache. Für den Staat und seinen bald einsetzenden Hunger auf die Ersparnisse und Vermögen seiner Bürger. Entsprechende Pläne werden schon ausgearbeitet, erste Versuchballons, wie der Vorschlag einer Reichensteuer des DIW, schon losgelassen, die ersten gesetzlichen Regelungen installiert (z. B. §89 Versicherungsaufsichtsgesetz), weitere sind schon in der Pipeline. Andere Länder, wie Schweden, Norwegen, Griechenland, Spanien, schränken den Geldverkehr ein oder treffen Vorbereitungen für die Abschaffung des Bargelds. Zahlungsverkehr nur noch per Bank- oder Kreditkarte und Überweisung, da bekommen sogenannte Bankfeiertage eine ganz neue Bedeutung. Alle, die unseren Beitrag zur Enteignung noch nicht kennen, sollten hier nachlesen. Nichts für schwache Nerven.


J. Bradford DeLong – Auf dem Weg in die Große Depression
(ftd.de) Die Weltwirtschaft taumelt, Langzeitarbeitslosigkeit könnte bald ein Massenphänomen werden, für das es kein Gegenmittel gibt. Eine Erinnerung an die 30er-Jahre. Weiterlesen…

Kommentar: Lesenswert. DeLong galt lange Jahre als neoliberaler Hardliner, ein Saulus. Nach 2008 hat er sich zum Paulus gewandelt. Immer wieder kritisiert er die Zustände, die sich nach der Lehman-Pleite nicht geändert haben, sondern eher verschärft. Wir haben früher bereits seine Beiträge in unseren Blog übernommen: hier, hier und hier. J. Bradford DeLong schreibt allgemeinverständlich und ist deshalb auch für den wirtschaftlichen Laien eine Empfehlung wert.


1931 darf sich nicht wiederholen
(ftd.de) In der Bankenkrise von 1931 bat Deutschland seine Hauptgläubiger vergeblich um unbegrenzten Kredit. Die Folgen waren verheerend und sollten der Bundesregierung eine Lehre sein.  Weiterlesen…

Kommentar: Ein wenig Geschichtsunterricht kann nicht schaden. Vor allen Dingen, wenn er sich mit der Zeit vor der Gründung der Bundesrepublik beschäftigt. Regelmäßig gewinnen wir den Eindruck, dass die deutsche Wirtschaftsgeschichte erst 1948 beginnt. Ein Fehler, wie sich noch herausstellen wird. Bei diesem Rückblick ist es aber auch wichtig, in das richtige Jahrzehnt zu blicken. Die Bundesbank und mit ihr verbundene Ökonomen schauen immer nur in die 1920er Jahre, die Zeit der Hyperinflation und leiten daraus ihre heutigen Lehren für Europa ab. Das ist falsch. Leider bleibt nicht mehr genügend Zeit, um über den korrekten Geschichtsunterricht lange zu diskutieren. Täglich, nicht wöchentlich, monatlich oder von Krisen-Gipfel zu Krisen-Gipfel, verschärft sich die Krise in Europa. Die Bundesregierung, sekundiert von der Bundesbank und den Pop-Ökonomen (Danke, Jens Berger von „nachdenkseiten.de“, für diesen herrlichen Begriff) verhindern jeden nützlichen Lösungsversuch. Die Entwicklungen in Spanien, Italien, Frankreich, den Niederlanden und Finnland oder Slowenien sind ein klarer Beweis für diese Einschätzung. Überall bereits mehr oder weniger stark ausgeprägte Rezession.
  

Euro-System in der Sackgasse
(sueddeutsche.de) Die Kapitalmärkte lassen sich nicht mit immer mehr Liquidität beruhigen. Das viele Geld erstickt genau die Kräfte, die nach dem Ausweg suchen. Hinter der Euro-Retterei steht ein gewaltiger Vermögenspoker, bei dem Deutschland verlieren wird. Weiterlesen…

Kommentar: Sinn meldet sich wieder einmal zu Wort, unterstützt von seinem Kollegen Friedrich Sell. Zuerst: Es ist eine schlichte Sauerei, mit welchen unaufrichtigen Zahlen die Herren hantieren. Das deutsche Staatsrisiko soll 800 Milliarden Euro betragen, vielleicht sogar schon überschritten sein, behaupten sie. Korrekte Zahlen sind nicht das Ding des Herrn Sinn, bei seinem Kollegen offensichtlich auch nicht. Später im Artikel heißt es, sie wollen auch am Euro festhalten. Bei den Zahlen tun sie aber so, als wäre die Euro-Zone schon auseinandergebrochen und Deutschland müsse für die Verpflichtungen aller Euro-Staaten, immerhin 17, dabei auch Frankreich, die Niederlande, Finnland, Österreich, Spanien und Italien, aufkommen. Das ist üble Stimmungsmache. Deshalb noch einmal die Übersicht der tatsächlichen Verpflichtungen aus dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 23.07.2012: 


Deshalb sind auch alle anderen Einlassungen der Herren mit äußerster Vorsicht zu genießen. Auch ihre angedeuteten Lösungsvorschläge. Brauchbares ist nicht dabei. Nein, wir haben ihn nicht übersehen, den Vorschlag des temporären Austritts einzelner Länder aus der Euro-Zone. Nur scheinen die Ideengeber selbst demgegenüber nicht besonders zuversichtlich zu sein wenn sie schreiben, dass dadurch der verbliebene Kern stabilisiert werden „kann“. Erfolgsaussicht also bestenfalls Fifty-fifty. Aufgrund unserer eigenen Quellen erwarten wir für diesen Fall eine regelrechte Spekulationsoffensive gegen den Euro, mit unabsehbaren Folgen. Die scheinen den Herren Professoren schnurz zu sein.  Bitte nicht vergessen: Es gibt keine Ausstiegsreglung für die Gemeinschaftswährung. Angeblich sind das Top-Leute der Ökonomen-Zunft, Sinn ist von der Wirtschaftswoche 2011 zum Nr.-1-Ökonomen in Deutschland gewählt worden (hier).


Der hoffnungslose Kampf der Bundesbank
(handelsblatt.com) So heroisch der Kampf von Bundesbank-Chef Jens Weidmann gegen den Kauf von Staatsanleihen durch die EZB auch anmuten mag, er ist falsch, sagt Karl-Heinz Paqué. Deutschland steht eine politische Niederlage bevor. Weiterlesen...

Kommentar: Eine „sinn“-volle Antwort auf Sinn/Still, im bester Bedeutung des Wortes. Eine hervorragende Beschreibung der Situation. Für uns ist der Kampf nicht hoffnungslos sondern nutzlos. Ulrike Hermann von der taz  findet, Weidmann ist in einer aussichtslosen Situation und überschreibt deshalb ihren Kommentar am 31.07.2012 provokant „Vor dem Rücktritt“ (hier). Mehr muss nicht gesagt werden.


Wutwelle gegen Draghi driftet ins Leere
(handelsblatt.com) Die EZB will auch weiterhin Anleihen von Krisenländern kaufen. Mit dieser Aussage löste Mario Draghi eine enorme Wutwelle aus. Schnell wurde die Keule der Rechtswidrigkeit geschwungen. Zurecht? Weiterlesen…

Kommentar: Zum gleichen Thema. Rürup hat sich in der Vergangenheit, ähnlich wie Sinn, selten mit Ruhm bekleckert. Hin und wieder steuert er aber doch noch Beachtenswertes bei, so auch in diesem lesenswerten Beitrag.


Spaniens Regionen provozieren Pleitwelle
(manager-magazin.de) Weil Spaniens Regionen klamm sind, zahlen sie fällige Rechnungen zugunsten spanischer Firmen zu spät. Gleichzeitig treiben sie rigoros Steuern ein – selbst wenn sie ihnen noch gar nicht zustehen. Damit treiben Regionen und Kommunen eine Pleitewelle unter den eigenen Unternehmen voran. Weiterlesen…

Kommentar: Die Beschreibung eines Landes am Abgrund, erst gepäppelt, dann ausgezehrt. Noch 2007 galt Spanien für die Researcher der Deutschen Bank als Zukunftsmarkt (hier). Heute treiben gierige Spekulanten und maßlose Sparprogramme (hier) das Land, unter tatkräftiger Mithilfe der eigenen Regierung, in die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit.   


S&P Takes CreditWatch Actions On Four Spanish Banks
(reuters.com) -- Under the terms of the agreement with the eurozone to recapitalize its banking sector, several Spanish banks are likely to receive government support, and holders of those banks' hybrids and subordinated debt will possibly absorb losses. -- We are therefore placing on CreditWatch with negative implications our 'BB+' long-term rating on Banco Popular Espanol S.A. (Popular). We are also maintaining on CreditWatch negative our ratings on Bankia S.A. (Bankia), Banco Financiero y de Ahorro (BFA), and Ibercaja Banco S.A. (Ibercaja). We are lowering our issue rating on Bankia's nondeferrable subordinated debt to 'CC' from 'CCC-'. -- The rating actions affect only those Spanish banks whose ratings currently benefit, or are likely to benefit, from an uplift above their stand-alone credit profiles (SACPs) for short-term government support. -- The CreditWatch negative status of the four entities mainly reflects uncertainty over how the recapitalization, if it were to happen, and associated restructuring plan could affect the banks' business and financial profiles, and thus their SACPs.. Weiterlesen...

Kommentar: Hin und wieder müssen wir leider auf Nachrichten aus dem angelsächsischen Raum zurückgreifen, weil im deutschsprachigen Raum nichts Vergleichbares angeboten wird. Dafür bitten wir um Verständnis. Vier der wichtigsten spanischen Banken stehen unter Beobachtung von Standard & Poor’s. Mit einem vorhersehbaren Ergebnis: Downgrade. Das Kesseltreiben gegen Spanien geht in die nächste Runde. Und Europa schaut zu.  


Großbritannien: Wirtschaftswachstum kommt zum Stillstand
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die britische Zentralbank hat ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 0,8 Prozent auf 0 Prozent gesenkt. Großbritannien befinde sich auf einer Wildwasserfahrt und Gewitterwolken aus der Eurozone ziehen herüber, warnte der Chef der Bank of England, Sir Mervyn King. Das Land müsse sich nun von den Erfolgen des Olympia-Teams inspirieren lassen, denn wie im Sport werde es auch in der Wirtschaft lang dauern, bis sich Erfolge einstellen. Weiterlesen…

Kommentar: Ohne Worte. Andererseits hat Standard & Poor’s für Großbritannien das Triple-A-Rating bestätigt (hier). Der blanke Hohn gegenüber Kontinentaleuropa.  


Irland: Wohlstand der Privathaushalte sinkt 13. Quartal in Folge
(wirtschaftsfacts.de) Auch im 1. Quartal dieses Jahres sank das kumulierte Vermögen der irischen Privathaushalte um €6 Milliarden. Irland ist eines der besten Beispiele für den anhaltenden Schuldenabbau und der damit einhergehenden Vernichtung eines ehemals gefühlten Wohlstands, der hauptsächlich auf der Preisung überteuerter Immobilienwerte basierte. Seitdem die Häuserblase mit Verve platzte, sinken sowohl die verfügbaren Einkommen der Haushalte als auch die ausstehenden Schulden, womit sich die Disinflation in der lokalen Wirtschaft seit nunmehr 13 Quartalen in Folge fortsetzt. Ein Ende ist nicht in Sicht. Weiterlesen…

Kommentar: Stand nicht kürzlich irgendwo, mit Irland geht es aufwärts? Genau, hier. Europas Lügen… (hier).


Fitch bestätigt Deutschlands Bestnote
(manager-magazin.de) Es ist beim Alleingang von Moody’s geblieben: Nach Standard & Poor’s hat auch die Ratingagentur Fitch der Bundesrepublik bestätigt, weiterhin zu den Topschuldnern der Welt zu gehören. Sollte die Euro-Zone aber in eine tiefe Rezession rutschen, werde das auch Deutschland treffen. Weiterlesen…

Kommentar: Wie beruhigend. Trotzdem, der Artikel ist nicht korrekt. Die US-Ratingagentur Egan-Jones hat bereits am 26.06.2012 Deutschland von AA- auf A+ (Negativ) herabgestuft (hier). War natürlich in Deutschland keine Meldung wert. Und wir haben es uns aufgehoben, bis heute.  


Kein Ende des deutschen Exportwunders
(handelsblatt.com) Der deutsche Außenhandel schwächelt, weil die Euro-Länder um uns herum schwächeln. De facto wachsen die Ausfuhren aber noch immer beträchtlich. Einzig eine schwächelnde Weltwirtschaft könnte dem Export etwas anhaben. Weiterlesen…

Kommentar: Nach der schlechten Nachricht gestern (hier) reißt es heute der Export raus. Passend auch zur Fitch-Benotung. Wir bleiben misstrauisch und warten ab. Der deutsche Export steht erst noch vor seiner Nagelprobe.


Kanada: Massenproteste der Studenten wegen Finanzkrise
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die weltweite Finanzkrise zieht immer weitere Kreise und hat nun auch Kanada erreicht. Anfängliche Studentenproteste entwickelten sich zu Massenkundgebungen, welche nun zum Rücktritt der Bildungsministerin führten. Weiterlesen…

Kommentar: Wir waren lange Zeit die Einzigen, die sich an den Hurra-Meldungen der Anderen gerieben haben (hier). Textauszug: Kanada kaschiert bisher seine Probleme sehr gut. Nachdem das Land schon seit Jahrzehnten von den USA abhängig ist, verkauft es sich jetzt an China. Das Reich der Mitte investiert sehr exzessiv in Rohstoffe und kauft außerdem riesige Gebiete auf, in denen Rohstoffe vermutet werden. Wie überall auf der Welt schwächeln die Banken. Kanada ist nicht wichtig genug, um im Fokus der übrigen Welt zu stehen. Der Druck auf den Immobilienmarkt nimmt auch hier zu, nachdem abzusehen ist, dass der große Nachbar seine Schwierigkeiten in diesem Wirtschaftssektor einfach nicht in den Griff bekommt. Die Industrieproduktion steht mit einem Anteil von 11% am BIP auf ähnlich schwachen Füssen wie in den USA, zuletzt (2010) mit einem Minus von 12%. Selbst die Arbeitslosenquote entspricht den offiziellen US-amerikanischen Verhältnissen von um die 9%. Wichtigster Handelspartner sind die USA. 75% der kanadischen Exporte gehen in das Nachbarland. Staatsschuldenquote mittlerweile 84%, nach 66% in 2007. Insgesamt negativ. Es war für uns nur eine Frage der Zeit, wann das Theater losgeht.


Kanadische Häusermarktblase bedroht die Finanzindustrie
(fuw.ch) Der überbewertete Liegenschaftsmarkt zeigt Anzeichen von Schwäche. Privathaushalte sind massiv verschuldet, die Abwärtsspirale könnte den Banken gefährlich werden. Weiterlesen…

Kommentar: Noch so eine vorhersehbare Entwicklung, über die wir an anderer Stelle bereits berichtet haben (hier): Seit einer kritischen Analyse des Immobilienmarktes durch die Nationalbank finden sich die kanadischen Medien in hellster Aufregung. Die Situation sei schlimmer als in den USA vor dem Subprime-Crash; die Haushalte über beide Ohren verschuldet und der Crash stehe unmittelbar bevor, titeln die Wirtschaftsblätter unter Berufung auf eine tatsächlich höchst beunruhigende Studie der Nationalbank. Demnach übertrifft die Verschuldung der Haushalte nach einem 30-jährigen Anstieg inzwischen jene in den USA und in Großbritannien, während die Immobilienpreise sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt haben. So wie die US-Amerikaner hatten die Kanadier die Preissteigerung ihrer Eigenheime in großem Stil auf Kredit verkonsumiert, so dass ihre Verschuldung inzwischen mehr als 150 Prozent des verfügbaren Einkommens beträgt [vgl. Grafik unten].
Nun hat das rohstoffreiche Kanada immerhin eine ausgeglichene Handelsbilanz, und das Bankensystem scheint noch in eher robustem Zustand zu sein. Allerdings liegen die Staatsschulden bereits bei rund 85 Prozent des BIP und eine Bankenrettung könnte durchaus erforderlich werden.“ (Quelle: „Blasen-Alarm in Taiwan und Kanada, 29.02.2012, hier

Wirklich, wer hat da noch Zweifel an einer weltumspannenden Krise, für die den Europäern gerne der Schwarze Peter zugesteckt werden soll? Nur die sehr bequemen Konsumenten der meisten deutschsprachigen Führungsmedien, die deren „Leid“-Motiven bedingungslos folgen.  




Recession Generation Opts to Rent Not Buy Houses to Cars
(bloomberg.com) Weiterlesen…

Kommentar: Die Amerikaner denken um. Gerade der US-amerikanische Häusermarkt eröffnet auf diese Weise dringend notwendige neue Chancen. Für pfiffige Investoren eine sprichwörtliche Jahrhundertgelegenheit. Eine hervorragende Alternative zu deutschen Immobilien, Ferienhäuser oder Aktien! Garantiert.   


Does Easy Monetary policy Enrich The Financial Sector?
(zerohedge.com) Yesterday, I strongly insinuated that easy monetary policy enriches the financial sector at the expense of the wider society. I realise that I need to illustrate this more fully than just to say that when the central bank engages in monetary policy, the financial sector gets the new money first and so receives an ex nihilo transfer of purchasing power (the Cantillon Effect). Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Leider wieder nur in Englisch. Aber, durchbeißen lohnt sich. Die Antwort fällt eindeutig aus. Wer sich darauf nicht einstellt, verliert. Definitiv. Zur Einstimmung die folgende Grafik von zerohedge.com