Dienstag, 14. August 2012

Standpunkt 342 - Nachrichten-Ticker, 13.08.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...

Themen: Bundesbank - Eurokrise – Flassbeck – DIW – PIMCO – Heuschrecken – Banken – Griechenland – Hans-Olaf Henkel – Belgien – deutscher Exportüberschuss – Rösler – Kinderelend – Dollar – Amerika - Zwangsrente  


Hilflose Politiker vergeigen Europa: Die Nachrichten sind wenig erfreulich. Sie zeigen jedoch unmissverständlich, was sich in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt: aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise kommt es zum „Blutbad“ Finanzkollaps. Die Banken betrügen unvermindert weiter, zwingen die Staaten in die Haftung und befeuern so weiter die Staatsschuldenkrise. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Situation hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Längst sind sie Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos. Am Ende dieses Spiels bleiben nur einige wenige Reiche übrig.

Deutschland bereitet sich vor, auf Financial Repression und geeignete Maßnahmen zur Enteignung ihrer Bürger. Niemand ist darin so erfahren wie die Deutschen.

Uns geht es nicht um Panikmache oder die Verbreitung von Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung. Wir machen nicht die Nachrichten, wir kommentieren sie nur.

Für alle LeserInnen, Neuankömmlinge oder Alteingesessene, haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Wer sich nicht wehrlos diesem Schicksal von Repression und Enteignung ergeben will, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann kann es schon zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Gerne sind wir aber dabei behilflich, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige, und sorgfältige Beratung. Wir berechnen lediglich eine leistungsgerechte, einmalige Aufwandsentschädigung. Dadurch können wir unseren Blog werbefrei halten. Darauf legen wir größten Wert, eine unabdingbare Voraussetzung für unsere Unabhängigkeit. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren provisionspflichtigen Angebote empfehlen wir nicht. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.  


The Bundesbank’s Bond Purchases in 1975
(bnpparibas.com) The Bundesbank has raised objections to the ECB’s potential sovereign bond purchases. However, back in 1975, when private demand for long-term bonds plunged, the Bundesbank bought post, telecom and sovereign bonds worth around 1% of GDP. Weiterlesen...

Kommentar/Ergänzung: Vor einigen Tagen haben wir über einen Artikel mit der Überschrift „Als die Bundesbank ein Tabu“ brach“ berichtet, der bei spiegel.de erschienen ist (hier). Heute reichen wir noch das Ergebnis der Untersuchung nach, auf die sich dieser Bericht bezieht.

Das Thema hat auch noch das österreichische Wirtschaftsblatt aufgegriffen: „EZB wandelt auf Spuren der Bundesbank“ heißt es dort (hier). Die Zeitung schreibt in ihrer Online-Ausgabe: „Bundesbankchef Weidmann stemmt sich gegen den EZB-Einsatz zur Stützung von Anleihezinsen der Peripherieländer. (…) Dabei hatte gerade Weidmanns Institution vorgemacht, dass harte Zeiten auch ‚außergewöhnliche Maßnahmen’ erfordern, wie es Notenbanker gerne nennen. Denn 1975 kaufte die Bundesbank in großem Stil deutsche Post-, Telekom- und Staatsanleihen mit Laufzeiten ab sechs Jahren auf, weil sie fürchtete, dass die steigenden Anleihezinsen das Wachstum in Deutschland auf Dauer abwürgen.“

Es liegt die Vermutung nahe, dass die Bundesbank heute, ähnlich wie in früheren Zeiten, ein doppeltes Spiel spielt, d. h. auf keinen Fall die Interessen der Gemeinschaftswährung, sondern nur die Rückholung eigener Machtbefugnisse verfolgt.


Eurokrise: „Die politische Kultur ist ins Unterirdische abgeglitten.“
(wirtschaftundgesellschaft.de) Der Chefökonom der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD), Heiner Flassbeck, sieht die Situation in der Eurozone „ganz nah an der Schwelle, an der man empfehlen muss, dass all die Länder, die unter Beschuss geraten sind, oder in Gefahr sind, unter Beschuss zu geraten – und das schließt Frankreich mit ein – ernsthaft überlegen, ob sie in einem geordneten Verfahren aussteigen.“ Weiterlesen…

Kommentar: Ein Interview mit klaren Aussagen, bei denen wir nur eine vermissen: Die Verantwortung der Banken in diesem üblen Spiel. Trotzdem ist seine Analyse eine dicke Empfehlung wert.  


Die Euro-Zauberlehrlinge
(faz.net) Die Euro-Staaten sind in der Bailout-Spirale gefangen. Welche Optionen hat Europa jetzt? Entweder zurück zum Maastricht-Vertrag oder vorwärts in den Einheitsstaat. Weiterlesen…

Kommentar: Weder, noch. Die Kriterien des Maastricht-Vertrages sind Murks, dorthin zurück zu gehen wäre ein fataler Fehler, ein Beweis dafür, dass die Verantwortlichen in Europa nichts aus der Krise gelernt haben. Für die Schritte in Richtung Einheitsstaat ist es viel zu früh. Eine neue Idee muss her, z. B. die, vor allem anderen erst einmal die Finanzindustrie an die Kandare zu nehmen.     
  

„Der Tiefpunkt in der Krise ist erreicht“
(zeit.de) Durch die Euro-Krise könnte Europa stärker werden, sagt der designierte DIW-Chef Marcel Fratzscher. Im Interview erklärt er, welche Rolle Deutschland dabei spielt. Weiterlesen…

Kommentar: Noch ein Interview vom „überzeugten Europäer“ Fratzscher. Was er zum Besten gibt, ist wenig vertrauenerweckend. Erwartet keine Rezession, hält den Tiefpunkt der Krise für erreicht, will auf dem schnellsten Weg mehr Integration in Europa oder setzt auf Strukturreformen in den Krisenländern. Die Rolle Deutschlands? Genau da bleibt er ungenau: „Nur so viel: Deutschland hat als größtes und stabiles Land sicherlich einen schwierigen Part in all diesen Verhandlungen. Diese Verantwortung überträgt ihm aber zugleich ungeheure Gestaltungschancen.“ Das war’s. Zu wenig, zu diffus, um als Diskussionsbeitrag durchzugehen.    


Der Euro ist in „existenzieller Gefahr“
(handelsblatt.com) Es wird eng für die Eurozone. Zumindest glaubt das Richard Clarida, strategischer Berater des weltbekannten Fondshauses Pimco. Und die Deutschen könnten nichts gegen den Verfall tun. Ihre Optionen seien begrenzt. Weiterlesen...

Kommentar/Ergänzung: Das dritte Statement PIMCO’s innerhalb weniger Tage zur Krise in Europa. Keine davon lässt am Euro ein gutes Haar. Die Gesellschaft, eine Tochter der Allianz, verwaltet den weltgrößten Anleihefonds. Kaum vorstellbar, dass es in den Interviews nicht darum geht, Meinung zu machen. Natürlich steht der Euro gerade auf des Messers Schneide, aber diese Situation kann Europa nur durch tatkräftige Mithilfe Deutschlands entschärfen. Aus Berlin kommt nichts. Das liegt aber nicht an begrenzten Optionen, sondern am fehlenden Willen.  


Heuschrecken übernehmen den Job der Banken
(format.at) Die Private-Equity-Gesellschaft KKR hat ihre direkten Kredite an ins Trudeln geratene Unternehmen in Europa annähernd verdoppelt. Damit nutzt die von Henry Kravis und George Roberts geleitete Gesellschaft eine Lücke, die die Banken in der Region mit ihrer seit der Finanzkrise zurückhaltenden Kreditvergabe gelassen haben. Weiterlesen...

Kommentar: Wir erinnern daran: Die letzte Liquiditätsschwemme der EZB für die Banken (hier) wurde gegenüber der Öffentlichkeit u. a. damit begründet, dass die Defizite im Bereich der Kreditvergaben bei den Banken durch dieses billige Geld bekämpft werden sollten. Den Heuschrecken dieses Geschäft zu überlassen, denen das Geld dafür von eben den Banken zur Verfügung gestellt wird, die es sich bei der EZB besorgt haben, ist ein Rückschlag bei der Krisenbekämpfung.


Europas Banken verdienen mit Schuldenrückkauf
(spiegel.de) Frisches Kapital ist derzeit Mangelware bei europäischen Banken. Laut „Wall Street Journal“ haben einige Institute eine kreative Lösung gefunden: Sie kaufen ihre eigenen Anleihen zurück. Weiterlesen…

Kommentar: Aus der Not geborene Bilanzkosmetik. Investoren bleiben weg, also wird die Sache durch einen Kniff erledigt und alle sind zufrieden. Klangvolle Namen sind dabei. Risiken spielen erst einmal keine Rolle, obwohl Analysten den Schuldenrückkauf als gefährlich einstufen.


Euro-Banken setzen auf neue Wunderwaffe
(welt.de) Europäische Großbanken haben eine neue Möglichkeit gefunden, ihre Finanzierungsprobleme zu verkleinern. Langfristig birgt diese Option jedoch erhebliche Gefahren. Weiterlesen…

Kommentar: Warum diese reißerische Überschrift, die so gar nichts mit der Wahrheit zu tun hat, die der Artikel selbst dann auch beschreibt. Es ist keine Wunderwaffe, es ist eine Notlösung. Wie so vieles in Europa.  


Griechen-Wirtschaft schrumpft und schrumpft
(handelsblatt.com) Die Griechenland-Krise verschärft sich. Die Wirtschaft ist erneut stark geschrumpft – das achte Quartal in Folge. Deutsche Banken befürchten das Schlimmste und spielen schon mal eine Pleite des Krisenstaats durch. Weiterlesen…

Kommentar: Das erste Beispiel der Berichterstattung über die neusten Zahlen aus Griechenland. Klingt dramatisch, obwohl vorhersehbar.


Griechenlands Wirtschaft im freien Fall
(sueddeutsche.de) Wenn die Troika der Geldgeber nach Griechenland zurückkehrt, besucht sie ein land im Niedergang: In drei Monaten ist die Wirtschaft erneut um mehr als sechs Prozent eingebrochen. Die Arbeitslosigkeit steigt und steigt. Weiterlesen…

Kommentar: Das nächste Beispiel, noch dramatischer formuliert. Was in dem Artikel beschrieben wird ist schon lange hinlänglich bekannt und nur öffentlichkeitswirksam aufgebauscht.


Griechenlands Wirtschaft hält sich wacker
(wftd.de) Die Wirtschaft im Krisenland Griechenland schrumpft weiter – aber langsamer als im Vorquartal. Für das gebeutelte Land sind die Zahlen zumindest ein kleiner Lichtblick. Weiterlesen…

Kommentar: Der erste zaghafte Versuch einer positiven Deutung der Zahlen aus Griechenland. Nützt nichts, die anderen überwiegen und sind Wasser auf die Mühlen der deutschen Grexit-Befürworter. Denen wird dann aber Hören und Sehen vergehen.


God save Europe, not the Euro!
(handelsblatt.com) Bei den Olympischen Sommerspielen 2012 haben sie es gezeigt: Die Briten sind stolz auf ihr Land – und das nicht zu Unrecht. Indes entpuppt sich der Euro als Spaltpilz. Und er entfremdet nicht nur die Briten von uns. Weiterlesen…

Kommentar: Wir haben nur den ersten Satz gelesen – und sind schlagartig von kollektiver Schnappatmung befallen worden. Würden wir hier aufschreiben, was uns an Worten zu diesem Beitrag von Hans-Olaf Henkel eingefallen ist – wir müssten wahrscheinlich mit einer Klage wegen Beleidigung rechnen. Also bleiben wir sachlich.

Henkel verwechselt Show und Wirklichkeit, er feiert ein armes, abgebranntes, egomanisches Land (hier). Vereint in seiner Trauer um den Verlust früherer Stärke und Weltmacht. Angewiesen auf die Finanzindustrie in der Londoner City, einer höchst-kriminelle Vereinigung wie die jüngsten Skandale zeigen (hier), deren Interessen die britische Regierung mit allen Mitteln verteidigt. Ganz klar, die britische Regierung leistet Beihilfe zu unzähligen strafbaren Handlungen der Finanzkonzerne (hier).

Täglich finden Demonstrationen statt, weil rigorose Sparpakete Arbeitsplätze vernichten, die Armut befeuern, die Altersversorgung auflösen, das Gesundheitswesen zerfällt (hier).

Die Regierung sucht in jeder Ecke nach weiteren Einsparungsmöglichkeiten, trotzdem mit eher mäßigem Erfolg.

Die eigene Währung? Eine Farce. Verzweifelt gestützt durch die Druckerpresse der Bank of England (hier und hier).

Großbritannien und die EU? War mal eine Zweckehe, nie mehr. Heute werden wir England leider nicht los, trotz anderslautender Bekundungen von der Insel (hier). Die Briten sind nicht (mehr) lebensfähig ohne Kontinental-Europa. Nur stand Großbritannien immer schon den amerikanischen Interessen näher, dient Amerika als wichtiger Brückenkopf in Europa.

Europa kann auch sehr gut ohne die Briten leben, deshalb braucht sie auch niemand in der Euro-Zone.

Der Euro ein Spaltpilz? Lächerlich. Zum x-ten Mal: Die Krise in Europa ist keine Krise des Euro sondern ausschließlich eine Krise der Banken. Was Europa spaltet sind die falschen Maßnahmen gegen die Krise, fehlende Solidarität, deutsche Prinzipienreiterei, die Hetze deutscher Ökonomen, Politiker,  Oberlehrer und der Bundesbank gegen die Menschen in Südeuropa, gegen den Euro, gegen nützliche Lösungen. Kurz gesagt: Spaltpilze sind Leute wie Hans-Olaf Henkel:

„Ein Fanatiker ist ein Mensch, der seine Ansicht nicht ändern kann, und das Thema nicht wechseln will.“ (Der Engländer Winston Churchill)


Pleitebank Dexia stürzt Belgien in Krise
(spiegel.de) Belgien kämpft schon jetzt mit hohen Schulden und einer drohenden Rezession – nun muss die Regierung in Brüssel wohl erneut Milliarden in die marode Dexia-Bank pumpen. Fachleute warnen, dass es für den Staat kritisch werden  könnte. Weiterlesen…  

Kommentar: Wieder ein Beispiel dafür: es sind die Banken, die den Staaten Probleme machen. Neue Milliarden an die Dexia bedeuten eine Erhöhung der Staatsschulden, eine Herabstufung des Ratings, Angriffe der Spekulanten, usw. Belgien, noch ein Kandidat für den europäischen Rettungsschirm. Der Dexia hat die Staatshilfe nur geschadet, nicht genützt. Die Kosten dieser Staatsgarantien führten zu erheblichen Verlusten im 1. Halbjahr 2012 (hier). Noch kann Belgien das Ruder herumreißen, statt weiter im Morast seiner Staatsschulden zu versinken. Das Land kann sich weitere Aktionen zur Rettung dieser Bank nicht leisten. Die Wirtschaftsleistung ist nur durchschnittlich, die politischen Spannungen zwischen Flamen und Wallonen nur durch einen Mantel des Schweigens versteckt.


OECD besorgt über Rekord bei deutschem Exportüberschuss
(derStandard.at) Wirtschaftliches Ungleichgewicht nimmt weiter zu, OECD rät zu Investitionen in Dienstleistungssektor. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Bravo, bravo, bravo, nur weiter so: Deutschland wird den weltweit größten Exportüberschuss aufweisen. Die OECD rechnet mit einem Leistungsbilanzüberschuss von rund 200 Milliarden Dollar, das Ifo-Institut sogar mit 210 Milliarden Dollar Überschuss. Damit dürfte der Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands über der EU-Toleranzgrenze von 6% liegen, so das Ifo-Institut. Eine geradezu schizophrene Entwicklung.

In einem Gastbeitrag für die Zeit mit dem Titel „Vom Wirtschaftswunder für die Zukunft lernen“ erklären die Ökonomen Heiner Flassbeck und Friedericke Spieker bereits vor mehr als zwei Jahren die kapitalen Fehler des angeblichen deutschen Erfolgsmodells und schlagen Lösungen vor (hier). Sehr empfehlenswert, auch für Einsteiger. Zur Einstimmung ein Auszug:

„Die Welt insgesamt hat nichts davon, wenn ein Land durch Außenhandelsüberschüsse wächst, weil das automatisch zu Lasten der restlichen Länder geht. Das bedeutet nicht, dass der internationale Handel ein Nullsummenspiel ist. Eine zunehmende Handelsverflechtung kann in der Tat die Produktivität erhöhen und auf diesem Wege Wachstum für alle Beteiligten mit sich bringen. Diese Art des Wachstums durch internationale Arbeitsteilung geht aber gerade nicht mit großen Überschüssen im Handel einher, sondern mit einer starken Investitionstätigkeit im Inland gepaart mit einer soliden Zunahme des Verbrauchs.
Das deutsche Wirtschaftsmodell setzt aber klar auf Exportüberschüsse und trägt damit entscheidend zur Entstehung neuer Krisen bei, weil hohe Handelsüberschüsse die Weltwirtschaft destabilisieren. Das liegt daran, dass Handelsungleichgewichte zwingend den Aufbau von Schuldenpositionen der Defizit-Länder bedeuten. Gibt es hier keine Umkehr, gewinnt ein Land also immer, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Abtragen der Schulden nur noch durch ihre abrupte Entwertung möglich ist. Die Finanzmarktakteure schätzen zu Recht die Fähigkeit der Schuldnerländer, ihren finanziellen Verpflichtungen aus den Kreditverträgen mit dem Ausland nachzukommen, immer geringer ein, je länger die Situation zunehmender Verschuldung im Ausland anhält.“ Die passende Grafik haben wir auch noch dazu: 



An anderer Stelle, und zwölf Monate später, beschäftigt sich Heiner Flassbeck noch einmal anschaulich mit einer der Lösungen, die Deutschland UND Europa aus der Krise führen können: „Stagnation beim Konsum – Der falsche Aufschwung ist ein Gastbeitrag für die Badische Zeitung überschrieben (hier). Die folgende Grafik zeigt anschaulich die deutsche Krankheit: 



 
Riesiger deutscher Handelsüberschuss lässt Rösler kalt
(handelsblatt.com) Deutschlands Handelsbilanzüberschuss ist so groß wie in keinem anderen Land. Die Regierung könnte damit noch stärker als bisher ins Kreuzfeuer der internationalen Kritik geraten. Wirtschaftsminister Rösler sieht das gelassen. Weiterlesen…

Kommentar: „Die deutsche Exportwirtschaft ist äußerst leistungs- und wettbewerbsfähig“, so das Dauerargument der Regierung. Den Schaden, den Deutschland damit anrichtet, nimmt niemand zur Kenntnis, am allerwenigsten der Wirtschaftsminister. Dem fehlt leider schon das Grundwissen über die Funktion der Wirtschaft im Allgemeinen und die Wirkung der Handelsüberschüsse im Besonderen. Deshalb hat er auch gar kein Interesse daran, durch geeignete Maßnahmen die Binnenkonjunktur zu stärken. Deutschland lebt wie die Made im Speck auf Kosten der Welt, hauptsächlich aber Europas, und fühlt sich noch wohl dabei.  


Zahl der ausgesetzten Kinder in Europa steigt dramatisch
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Armut in den angeschlagenen europäischen Ländern hat im vergangenen Jahr zu einem drastischen Anstieg der zurückgelassenen Kinder geführt. Besonders in Griechenland ist die Situation alarmierend. Viele Eltern können es sich nicht mehr leisten, ihre Kinder groß zu ziehen. Weiterlesen…

Kommentar: Der Artikel spricht für sich. Austeritätsprogramme auf Kosten der schwächsten, der Kinder. Für Deutsche nicht vorstellbar, was in den Krisenstaaten schon Realität geworden ist. Und kein Ende in Sicht. Sehen wir demnächst auf den Raststätten und Parkplätzen an den Autobahnen Europas angeleinte Kinder neben angeleinten Hunden sitzen? Denkbar wär’s, oder?


Africans Chase Away Almighty Dollar
(online.wsj.com) African Countries are trying to shoo the U.S. dollar away, even if it means threatening to throw people who use greenbacks in jail. Weiterlesen …

Kommentar: Der Druck auf den Dollar nimmt zu und damit zwangsläufig auch der Druck auf den Euro. Afrika gerät immer stärker unter den Einflussbereich Chinas, der Westen hat da nicht mehr viel zu melden. Nur logisch, dass es in der Folge auch dem Dollar an den Kragen geht. Mit scheinbar drakonischen Maßnahmen.


Henry Kissinger: Amerika muss seine Interessen wahren
(handelsblatt.com) Nach dem „arabischen Frühling“ muss die USA ihre Rolle in der Welt neu definieren. Dafür muss die Regierung einen Mittelweg zwischen ihren strategischen Interessen und ihren moralischen Zielen finden. Weiterlesen…

Kommentar: Will Amerika wirklich noch einmal seine Interessen in der Welt wahren, dann muss es zuerst daheim Haus und Hof in Ordnung bringen: Keine geschönten Statistiken mehr, Monat für Monat mindestens 200.000 echte Jobs, ernsthafte Schritte gegen die Finanzindustrie und ihre Spekulationen, nützliche Finanzierungsprogramme gegen die andauernden Zwangsversteigerungen von Immobilien, Konsumanreize, usw. Kurz: Amerika muss seine Mittelschicht stabilisieren, zurück zum „American Way of Life“. Militärische Stärke, aufrechterhalten durch andauernden Pump, kann es auf Dauer nicht geben. Darin liegt auch eine Chance für den Rest der Welt. Die USA sind es nämlich, die den Karren Weltwirtschaft noch einmal aus dem Dreck ziehen müssen. Europa oder gar die Schwellenländer können es nicht.

Es wäre nicht ein Beitrag von Henry Kissinger, wenn es darin nicht auch im die strategischen Interessen der USA gehen würde. Leider hält er da an den althergebrachten Ideen fest, deren Zeit längst abgelaufen ist. Strategische Interessen können nur durch das Bekenntnis zu demokratischen Werten, zu Moral und Menschlichkeit, dauerhaft gesichert werden. Selbst China hat das teilweise erkannt, wie seine Kolonialisierung Afrikas eindrucksvoll zeigt. Amerika hat dagegen in den vergangenen 25 Jahren mit seinen Methoden regelmäßig Schiffbruch erlitten.


Zwangsrente als Ausweg aus der Armuts-Falle
(ftd.de) Die obligatorische Alterssicherung, die Ursula von der Leyen für Selbständige vorgesehen hat, kommt wohl nicht. Das ist verheerend – das Problem drohender Altersarmut bleibt damit unangetastet. Weiterlesen…

Kommentar: Die Deutschen sind ein Volk von Zukunftssicherungsfanatikern. Wer zu wenig verdient, der hat aber keine Möglichkeit fanatisch zu sein. Auf jeden Fall kann derjenige keine 100.000 Euro in eine Lebensversicherung zahlen, um ab dem 65. Lebensjahr monatlich 460 Euro Leistung zu erhalten (Beispiel aus dem stern, 21/2012, Seite 72). Bei einer Zwangsrente per Gesetz wären die Konditionen nicht wirklich besser: Es ist immer die Versicherungsgesellschaft, die gewinnt. 

Achtung: Bei uns gibt es die verwaltungskosten- und provisionsfreie „Allzweckwaffe“ im Kampf gegen die Krise und ihre Folgen: Für einmalige 10.000 Euro Einsatz gibt es bereits nach 15 Jahren eine auskömmliche Rente bis ans Lebensende. Optimal geschützt gegen Zwangsabgaben, Enteignung und § 89 VAG  (hier).