Mittwoch, 15. August 2012

Standpunkt 343 - Nachrichten-Ticker 14.08.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...

Themen: Europa - Holland – Griechenland – Finnland – Zypern – Deutschland – Standard Chartered


Hilflose Politiker vergeigen Europa: Die Nachrichten sind wenig erfreulich. Sie zeigen jedoch unmissverständlich, was sich in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt: aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise kommt es zum „Blutbad“ Finanzkollaps. Die Banken betrügen unvermindert weiter, zwingen die Staaten in die Haftung und befeuern so weiter die Staatsschuldenkrise. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Situation hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Längst sind sie Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos. Am Ende dieses Spiels bleiben nur einige wenige Reiche übrig.

Deutschland bereitet sich vor, auf Financial Repression und geeignete Maßnahmen zur Enteignung ihrer Bürger. Niemand ist darin so erfahren wie die Deutschen.

Uns geht es nicht um Panikmache oder die Verbreitung von Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung. Wir machen nicht die Nachrichten, wir kommentieren sie nur.

Für alle LeserInnen, Neuankömmlinge oder Alteingesessene, haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Wer sich nicht wehrlos diesem Schicksal von Repression und Enteignung ergeben will, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann kann es schon zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Gerne sind wir aber dabei behilflich, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige, und sorgfältige Beratung. Wir berechnen lediglich eine leistungsgerechte, einmalige Aufwandsentschädigung. Dadurch können wir unseren Blog werbefrei halten. Darauf legen wir größten Wert, eine unabdingbare Voraussetzung für unsere Unabhängigkeit. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren provisionspflichtigen Angebote empfehlen wir nicht. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 
 

Früher war mehr Europa
(faz,net) Wir sind weder arm noch überschuldet noch politisch unmündig, sondern träge und einfallslos. Nur wenn wir endlich anfangen, mehr kulturelle Energien zu mobilisieren, können wir die Krise des Kontinents beenden. Ein Plädoyer. Weiterlesen...

Kommentar: Ab und zu findet man in der F.A.Z. Artikel, die sich lohnen. Dieser gehört zweifelsohne dazu. Was der Autor beschreibt ist eine Fiktion, die aus heutiger Sicht noch lange keine Chance hat Wirklichkeit zu werden. Dabei hat „der Alte“, Konrad Adenauer, schon früh erkannt: Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.


Die Renationalisierung Europas
(nachdenkseiten.de) Die als Denationalisierungsprojekt erhoffte Europäische Union hat sich längst in ihr Gegenteil verkehrt: Renationalisierung. Die Renationalisierung Europas hat mit der Dominanz einzelwirtschaftlichen Konkurrenzdenkens in gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen begonnen und führte auf der EU-Ebene zur Reduktion der europäischen Idee auf die Geschäftspolitik des industriellen Kerns. Heute ist das Vertrauen in den propagierten Selbstlauf des eurogekrönten Binnenmarktes bezüglich seiner Verteilungseffekte schwer getrübt, nur Deutschland scheint noch nicht einmal im eigenen Land mitbekommen zu haben, wer den nicht erklärten Klassenkrieg gewinnt. Weiterlesen…

Kommentar: Lesenswert. Eine wahrscheinliche, aber ungute Entwicklung. Natürlich nicht für die Mehrheit der Deutschen. Die halten mittlerweile sogar eine Auflösung der EU für eine erstrebenswerte Variante zur Lösung der Krise in Europa. Die deutschen Leitmedien leisten ganze Arbeit, in der Bundesregierung gibt es schon lange keine echten Europäer mehr und die Stammtischhoheit haben Leute wie Sinn (Deutschlands Nr. 1-Ökonom), Wilhelm Hankel (Ökonom und erklärter Währungsspezialist), Söder (CSU, bay. Finanzminister), Dobrindt (CSU-Generalsekretär), Seehofer (CSU-Parteivorsitzender und bay. Ministerpräsident), Rösler (FDP-Vorsitzender, Bundeswirtschaftsminister), Henkel (Ex-BDI-Präsident), usw. Und außerdem die Herren der Bundesbank. Europa ist auf dem Weg in das 19. Jahrhundert.


In Holland kippt die Stimmung gegen Deutschland
(welt.de) Im September wählt die Niederlande eine neue Regierung. Sollten die Sozialisten gewinnen, verliert Deutschland einen wichtigen Verbündeten. Schon jetzt kippt die Stimmung gegen die Spardisziplin. Weiterlesen…

Kommentar: Eine völlig normale Reaktion, Holland ist in Not. Der Wirtschaft geht es schlecht, die Banken stehen vor großen Problemen, eine Immobilienblase ist im Anmarsch. Die Holländer wissen, Sparen verschlimmert die Situation. 


Deutschland ist in seiner Position festbetoniert. Wir befürchten deshalb, dass auch eine sozialistisch dominierte Regierung in Holland wenig Einfluss auf die Lösung der europäischen Krise hat. Wir erleben gerade mit der französischen Regierung eine große Ernüchterung für Europa.


Athen verschafft sich Luft mit Kurzläufer
(ftd.de) Griechenland hat sich am Finanzmarkt einen kurzläufigen Milliardenkredit besorgt, um einen drohenden Zahlungsausfall abzuwenden. Mit dem Milliardenkredit werden drängende Schulden bei der EZB beglichen. Weiterlesen…

Kommentar: Wieder ein Indiz dafür, dass kein Geld beim griechischen Volk ankommt, wie wir es schon früher nachgewiesen haben (hier). Den Kredit haben nicht Investoren, sondern griechische Banken gegeben, die sich das Geld mit Hilfe der EZB besorgt haben - um die EZB zu bezahlen. Verrückt, oder?   


Europas Musterschüler Finnland wankt
(ftd.de) Ökonomen sehen die finnische Wirtschaft in die Rezession rutschen. Der Ausblick für 2013 ist mäßig – doch Helsinki will die Verbrauchssteuern weiter erhöhen. Weiterlesen...

Kommentar: Natürlich ist Rösler von Finnland begeistert. Nur, wie lange noch? Es geht zu Ende mit dem finnischen Wirtschaftswunder. Am Horizont leuchten die ersten Anzeichen einer fetten Krise. Schon vor Monaten haben wir davor warnen, Finnland zu verherrlichen (hier). Es ist ein Land mit einer überschaubaren Wirtschaft, wenig Einwohnern, am Rande Europas gelegen. Da ist die Abhängigkeit vom europäischen Rest nicht zu unterschätzen.


Testfall Zypern: Zeigt Deutschland erstmals Härte?
(format.at) Ausgerechnet das kleine Zypern könnte zur großen Bewährungsprobe für die schwarz-gelbe Koalition werden. Das hoch verschuldete Land ist zu unbedeutend, um eine Gefahr für den Fortbestand der Euro-Zone darzustellen. Weiterlesen…

Kommentar: Wirklich? Niemand kennt die Folgen, höchstens die Spekulanten. Aber in Berlin spielt eine andere Sache schon heute eine große Rolle: die Bundestagswahl 2013 und die Sicherung der Wiederwahl oder die Angst vor der Bedeutungslosigkeit.  


Wie Deutschland an der Euro-Krise verdient
(zeit.de) Während der Süden sparen muss, saniert sich der deutsche Haushalt quasi von selbst. Allein die Zinskosten sinken durch die Krise um mehr als 60 Milliarden Euro. Weiterlesen…

Kommentar: Natürlich hat sich das Deutschland verdient, finden die Deutschen. Sparsamkeit, Lohnzurückhaltung, immer neue Rekordgewinne bei den Konzernen müssen belohnt werden.


Standard Chartered kauft sich frei
(ftd.de) Um den Verlust ihrer US-Lizenz abzuwenden, schließt die britische Großbank Standard Chartered einen Vergleich mit den US-Behörden: Das Institut zahlt 340 Mio. Dollar und akzeptiert einen Aufpasser – der Preis für mutmaßlich illegale Iran-Geschäfte. Weiterlesen…

Kommentar: Vorhersehbar. Vor ein paar Tagen noch die drohende Schließung der US-Niederlassung, jetzt ein fauler Deal. Ärgerlich, wie billig der britische Finanzkonzern davon gekommen ist.