Freitag, 17. August 2012

Standpunkt 345, Nachrichten-Ticker, 16.08.

Hier stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge des vergangenen Tages aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ... 


Themen: Balkanbanken - Österreich – Slowenien – Griechenland – EZB – Europa – Asien – Rentner – Lebensmittelspekulation


Hilflose Politiker vergeigen Europa: Die Nachrichten sind wenig erfreulich. Sie zeigen jedoch unmissverständlich, was sich in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt: aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise kommt es zum „Blutbad“ Finanzkollaps. Die Banken betrügen unvermindert weiter, zwingen die Staaten in die Haftung und befeuern so weiter die Staatsschuldenkrise. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Situation hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Längst sind sie Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos. Am Ende dieses Spiels bleiben nur einige wenige Reiche übrig.

Deutschland bereitet sich vor, auf Financial Repression und geeignete Maßnahmen zur Enteignung ihrer Bürger. Niemand ist darin so erfahren wie die Deutschen.

Uns geht es nicht um Panikmache oder die Verbreitung von Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung. Wir machen nicht die Nachrichten, wir kommentieren sie nur.

Für alle LeserInnen, Neuankömmlinge oder Alteingesessene, haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Wer sich nicht wehrlos diesem Schicksal von Repression und Enteignung ergeben will, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann kann es schon zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Gerne sind wir aber dabei behilflich, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige, und sorgfältige Beratung. Wir berechnen lediglich eine leistungsgerechte, einmalige Aufwandsentschädigung. Dadurch können wir unseren Blog werbefrei halten. Darauf legen wir größten Wert, eine unabdingbare Voraussetzung für unsere Unabhängigkeit. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren provisionspflichtigen Angebote empfehlen wir nicht. Die uns zugänglich gemachten Informationen behandeln wir absolut vertraulich. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.   



Auslagerung, Auflösung – So bilanzieren Balkanbanken der Hypo schwarz
(format.at) Die seit 2009 verstaatlichte Hypo Alpe Adria Gruppe hat am Donnerstag ihre Halbjahresbilanz veröffentlicht. Dass es in den ausländischen Banken – also vor allem bei den Töchtern in Südosteuropa und Italien – unterm Strich bis Juni Gewinne gab, liegt an umfangreichen Auslagerungen von faulen Krediten und bankferneren Assets. Weiterlesen...

Kommentar: Natürlich ist die Halbjahresbilanz einer österreichischen Bankengruppe, selbst wenn sie einmal für kurze Zeit der Bay. Landesbank gehörte und dieser Umstand den bay. Steuerzahler noch immer viel Geld kostet, primär keine Erwähnung wert. Auf den zweiten Blick ist der Inhalt dieses Artikels aber sehr aufschlussreich und verdient Beachtung. Zeigt sich doch einmal mehr, dass selbst im vergleichsweise kleinen Österreich von den Banken virtuos mit dem seit 2008 aufgeweichten Bilanzierungsrecht umgegangen wird, um die Zahlen aufzuhübschen. Der Hintergrund ist klar: Die österreichischen Banken bereiten sich auf die Angriffe der Spekulanten gegen Osteuropa vor. Da will man gut dastehen, wenn die Steuerzahler einspringen müssen. Das dürfte irgendwann auch Hans-Olaf Henkel auffallen, für den Österreich zum harten Kern eines Nord-Euro gehört.  


Massenweise faule Kredite in Europa und Österreich
(wirtschaftsblatt.at) Europas Banken halten einer PwC-Studie zufolge eine Billion an faulen Krediten. In Österreich hat sich der Wert von 2008 bis 2011 auf 18 Mrd. Euro verdoppelt. In Osteuropa läuft es besser. Weiterlesen…

Kommentar: Nur ein Nachtrag, wir haben gestern schon darüber berichtet. Heute geht es uns um Österreich. Entgegen der offiziellen österreichischen Lesart sehen wir große Probleme auf die Banken der Alpenrepublik zukommen, gespeist aus den Engagements in Osteuropa und in Italien. Wir teilen auch nicht die Einschätzung, dass Osteuropa nicht so stark von der Zunahme fauler Kredite betroffen sei. Die Region steht auf tönernen Füssen, da genügen schon kleinste Erschütterungen und die Situation eskaliert. Wir bewerten es als die „Ruhe vor dem Sturm“.


Bankenkrise erfasst Sloweniens Realwirtschaft
(ftd.de) Die faulen Kredite in den Bankbilanzen könnten sich auf ein Viertel der Wirtschaftsleistung summieren. Sloweniens Flucht unter den Euro-Rettungsschirm scheint unvermeidbar. Weiterlesen…

Kommentar: Der Beitritt Sloweniens zur Euro-Zone war entbehrlich, das ist die eine Sache. Die andere Sache ist die Tatsache, dass Slowenien innerhalb Europas noch das einzige Land ist, das seine Staatsschulden innerhalb einer Generation bezahlen könnte (hier). Slowenien muss die Rettung seiner Banken den ausländischen Eigentümern überlassen und sich stattdessen voll und ganz auf die Wiederbelebung der Wirtschaft konzentrieren.Nur so geht's.


Griechenland insolvent: Nur noch Gehälter der Beamten und Renten werden bezahlt
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Griechenland ist nun auch faktisch zahlungsunfähig: Die griechische Regierung hat einen umfassenden Zahlungs-Stopp verhängt. Öffentliche Leistungen in Milliardenhöhe werden nicht mehr erbracht - obwohl sie im Budget vorgesehen sind. So möchte sich Athen bis zum Jahresende retten. Weiterlesen…

Kommentar: Das Ergebnis europäischer Austeritätspolitik unter deutscher Anleitung. Oder, wie wir es hier formuliert haben: „Europa zertrümmert Griechenland“. Es ist vollbracht.  


Koalitionspolitiker drängen auf EZB-Umbau
(manager-magazin.de) Die Rettungsaktionen der Europäischen Zentralbank zur Bekämpfung der Euro-Krise rufen Kritiker aus CDU und FDP auf den Plan. Sie fordern eine Radikalreform nach der Logik: Wer viel zahlt, soll auch viel zu sagen haben. Selbst die SPD plädiert für eine Rückbesinnung auf die Kernaufgaben. Weiterlesen...

Kommentar: Gott bewahre Europa davor. Der pure Populismus. Den Murks, an dem Europa heute krankt, haben damals die Typen aus der Bundesbank mit Hilfe ahnungsloser deutscher Politiker von CDU/CSU und FDP in den Maastricht-Kriterien festschreiben lassen. Das reicht doch wohl. Übrigens, es ist Luxemburg, das gemessen an der Wirtschaftsleistung den höchsten Beitrag leistet. Es ist eine Tatsache: Deutschland leistet viel für seine Banken (HRE, Commerzbank, Landesbanken), aber wenig für Europa.     


Überlasst Europa nicht Politikern und Beamten!
(focus.de) Europa hängt nicht vom Euro ab. Unser Kontinent lebt von Freiheit und der damit verbundenen Verantwortung. Das müssen wir uns erkämpfen – denn die Währungsunion nimmt planwirtschaftliche Züge an. Weiterlesen…

Kommentar: Scheinbar verspricht es immer noch Erfolg, das Wiederholen der ständig gleichen Thesen. Daran finden offensichtlich auch Journalisten ihren Spaß. Europa gehört längst den Bankern und ihren Interessenvertretern. Die schreiben sich sogar die Gesetze selbst. Daran hat sich bis heute nichts geändert. In der EZB und verschiedenen Regierungen bestimmen sie ganz selbstverständlich die Politik. Wir vergessen auch nicht die Bundesbank: Der geht es nicht um das Wohl der Menschen bei ihren Attacken gegen die verschiedenen Lösungsversuche, sondern nur um Macht und Einfluss. Getreu der alten Volksweisheit „Geld regiert die Welt“.

Wunderbar die Formulierung „Jedes Staatsvolk haftet selbst für die Folgen seines Wirtschaftens“. Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden. Nur trifft das in der aktuellen Krise nicht zu. Der exorbitante Anstieg der Staatsschulden seit 2008 wurde nicht verursacht durch unredliches Wirtschaften der betroffenen Staaten, sondern durch ebensolches der Banken. Banken, Politik und Journaille sind sich offensichtlich einig darin, die Bankenschuldenkrise in eine Staatsschuldenkrise umzudeuten und damit die Menschen in diesen Ländern zu geißeln. Das kann nicht an fehlender Einsicht, sondern muss an planvollem Handeln liegen.    


EZB-Interventionen sind keine Lösung
(handelsblatt.com) Immer wieder war die EZB krisenbedingt gezwungen, massiv zu intervenieren. Eine Lösung ist das freilich nicht. Die Politik darf nicht aus der Verantwortung entlassen werden. Sie muss die Krisenländer stabilisieren. Weiterlesen…

Kommentar: Wie nicht anders zu erwarten ein gescheiter Artikel von Frau Weder di Mauro. Nur leider wenig hilfreich in der augenblicklichen Lage, in der sich Europa befindet. Niemand entlässt die Politik aus ihrer Verantwortung, das hat die längst schon selbst getan. Wenn es auch noch keinem aufgefallen ist, wie die positiven Umfrageergebnisse für die Eiserne Kanzlerin Angela Merkel beweisen. Unbegreiflich. Die Entscheidungen treffen, stellvertretend für die Politik, die Bosse der Finanzindustrie, sonst niemand. Von denen einige, nämlich die der Schweizer UBS, von Frau Weder di Mauro kontrolliert werden. Sie ist seit Frühjahr Mitglied im Verwaltungsrat.


Die Euro-Krise trifft jetzt Asien
(faz.net) Die Volkswirtschaften von China, Indien, Japan und Südkorea sind in erheblichem Maß von der Nachfrage in Amerika und Europa abhängig. Seit die Konjunktur dort ins Stocken geraten ist, werden auch die aufstrebenden asiatischen Staaten gebremst. Weiterlesen…

Kommentar: Eine völlig normale Entwicklung. Wenn große Teile Europas kaputtgespart werden, dann muss das früher oder später Auswirkungen auf der ganzen Welt haben. Hinzu kommt, dass Deutschland erhebliche Handelsbilanzüberschüsse erzielt (hier), statt mit geeigneten Maßnahmen zur Steigerung der Binnennachfrage gegenzusteuern.    


Rentner profitieren von Spekulation mit Lebensmitteln durch Pensionsfonds
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Pensionsfonds gehören zu den wichtigsten Investoren in Lebensmittelspekulationen. Wegen massiv steigender Lebensmittelpreise und dem wachsenden öffentlichen Druck kündigen immer mehr europäische Investoren an, sich aus Rohstoff-Fonds zurückzuziehen. Das können diese jedoch nicht – weil sie wegen immer mehr Rentnern auf die Profite angewiesen sind. Weiterlesen…

Kommentar: Es ist eine Schande, jetzt müssen auch noch die Rentner als Grund dafür herhalten, warum weiter mit Lebensmitteln spekuliert werden muss.