Montag, 20. August 2012

Standpunkt 348 - Nachrichten-Ticker, 19.08.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen täglich aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...

Themen: Goldman Sachs – US-Finanzminister – Portugal  -  Griechenland – Euro-Krise – Deutschland    


Die Nachrichten sind wenig erfreulich. Sie zeigen jedoch unmissverständlich, was sich in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt: aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise kommt es zum „Blutbad“ Finanzkollaps. Die Banken betrügen unvermindert weiter, zwingen die Staaten in die Haftung und befeuern so weiter die Staatsschuldenkrise. Die Krise in Europa verschärft sich weiter. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Situation hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Längst sind sie Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos. Am Ende dieses Spiels bleiben nur einige wenige Reiche übrig.

Deutschland bereitet sich vor, auf Financial Repression und geeignete Maßnahmen zur Enteignung ihrer Bürger. Niemand ist darin so erfahren wie die Deutschen.

Uns geht es nicht um Panikmache oder die Verbreitung von Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung. Wir machen nicht die Nachrichten, wir kommentieren sie nur.

Für alle LeserInnen, Neuankömmlinge oder Alteingesessene, haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Wer sich nicht wehrlos diesem Schicksal von Repression und Enteignung ergeben will, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann kann es schon zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Gerne sind wir aber dabei behilflich, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige, und sorgfältige Beratung. Wir berechnen lediglich eine leistungsgerechte, einmalige Aufwandsentschädigung. Dadurch können wir unseren Blog werbefrei halten. Darauf legen wir größten Wert, eine unabdingbare Voraussetzung für unsere Unabhängigkeit. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren provisionspflichtigen Angebote empfehlen wir nicht. Die uns zugänglich gemachten Informationen behandeln wir absolut vertraulich. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.   


Goldman Non-Prosecution: AG Eric Holder Has No Balls
(rollingstone.com) I’ve been on deadline in the past week or so, so I haven't had a chance to weigh in on Eric Holder’s predictable decision to not pursue criminal charges against Goldman, Sachs for any of the activities in the report prepared by Senators Carl Levin and Tom Coburn two years ago.

Last year I spent a lot of time and energy jabbering and gesticulating in public about what seemed to me the most obviously prosecutable offenses detailed in the report – the seemingly blatant perjury before congress of Lloyd Blankfein and other Goldman executives, and the almost comically long list of frauds committed by the company in its desperate effort to unload its crappy “cats and dogs” mortgage-backed inventory.

In the notorious Hudson transaction, for instance, Goldman claimed, in writing, that it was fully "aligned" with the interests of its client, Morgan Stanley, because it owned a $6 million slice of the deal. What Goldman left out is that it had a $2 billion short position against the same deal.

If that isn’t fraud, Mr. Holder, just what exactly is fraud?

Still, it wasn’t surprising that Holder didn’t pursue criminal charges against Goldman.  And that’s not just because Holder has repeatedly proven himself to be a spineless bureaucrat and obsequious political creature masquerading as a cop, and not just because rumors continue to circulate that the Obama administration – supposedly in the interests of staving off market panic – made a conscious decision sometime in early 2009 to give all of Wall Street a pass on pre-crisis offenses.

No, the real reason this wasn’t surprising is that Holder’s decision followed a general pattern that has been coming into focus for years in American law enforcement. Our prosecutors and regulators have basically admitted now that they only go after the most obvious and easily prosecutable cases.

If the offense committed doesn’t fit the exact description in the relevant section of the criminal code, they pass. The only white-collar cases they will bring are absolute slam-dunk situations where some arrogant rogue commits a blatant crime for individual profit in a manner thoroughly familiar to even the non-expert portion of the jury pool/citizenry. By: Matt Taibbi. Weiterlesen…

Kommentar: „AG“ steht für Attorney General, gemeint ist der US-Finanzminister. Bedauerlicherweise ist diese Sache in den deutschsprachigen Medien kein Thema mehr. Wir können nicht davon lassen und stellen unseren LeserInnen noch einen sehr aufschlussreichen Artikel des US-amerikanischen RollingStone zur Verfügung. Die Aussagen sind eindeutig und zutreffend. Steht aber leider nur in Englisch zur Verfügung, dafür bitten wir um Verständnis.  


Sieh her, Hellas, so wird das gemacht!
(focus.de) Vom Krisenstaat Portugal geht ein Signal aus: Schaut mal, liebe Griechen, ihr müsst nur wollen. Das Land macht gerade vor, wie man sich gesund spart – und für Anleger wieder attraktiv wird. Weiterlesen…

Kommentar: Der Artikel ist ein Angriff auf die Intelligenz. Peter Bloed (so heißt der Mann scheinbar tatsächlich) schreibt die Situation in dem Land schön. Erinnert doch sehr an die Berichte über Irland und Island jüngst in den deutschen Medien, mit der Wirklichkeit hat das wenig zu tun. Wir haben, ebenso wie bei Irland und gestern erst im Fall Island (hier), schon öfters gegen solches journalistische Unwesen angeschrieben, das schenken wir uns heute. Bitte einfach per „Dieses Blog durchsuchen“ in früheren Beiträgen nachlesen.  


Athen will noch mehr sparen
(sueddeutsche.de) Griechenlands Premier Samaras wird bei seinem Deutschland-Besuch ein neues Sparpaket über 11,5 Milliarden Euro präsentieren. Die tiefe Rezession im Land aber hat die Lücke im Etat noch weiter wachsen lassen. Jetzt wird für viele Griechen auch noch die Steuererklärung fällig. Wegen neuer Steuern drohen vielen Griechen hohe Nachzahlungen. Weiterlesen…

Kommentar: Ein schlechter Scherz. Schon die bisherigen Sparprogramme waren größtenteils nicht leistbar oder haben die Situation nur noch verschlimmert (hier), das wird mit dem neuen nicht besser. Es ist schon idiotisch: EU/IWF/Troika verlangen immer neue Einsparungen (hier) und die griechische Regierung liefert. Schade um das Papier, auf dem sie stehen. Wer beendet dieses publikumswirksame Theater, auf beiden Seiten? Die deutsche Bundesregierung ist scheinbar wild entschlossen, Griechenland in Nichts entgegen zu kommen (hier). Trotzdem soll das Land in der Euro-Zone bleiben (hier). Was denn nun?


Helfen mit Augenmaß
(handelsblatt.com) Europa soll der Heimatmarkt für Deutschland bleiben. Deshalb fordert der ehemalige Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Friedrich Merz, dass deutsches Steuergeld nur zielgenau für die Euro-Rettung ausgegeben wird. Weiterlesen…

Kommentar: Herr Merz ist Rechtsanwalt und wir unterstellen ihm in dieser Hinsicht Kompetenz. Bei dem Thema Euro-Rettung tun wir es definitiv nicht. Seine Ideen sind nicht neu, nur schöner formuliert wie bei den meisten anderen. Es gilt die alte Volksweisheit: „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Vielleicht wenigstens als Diskussionsbeitrag am Arbeitsplatz, im Sportverein und am Stammtisch geeignet.         


Deutschland ruiniert sich
(zeit.de) Wie lange sollen die Deutschen noch für die Euro-Rettung zahlen? Eine Replik auf Franziska Brantner. Weiterlesen...

Kommentar: Es ist schon ein Kreuz mit den Ökonomen: Sie können uns immer so schön ihre Welt erklären und dazu gute Ratschläge erteilen. Denen fehlt aber eine wichtige Eigenschaft: Die Funktionsfähigkeit. Ideen zur Lösung kommen erst gar nicht. So geht es uns auch mit dem Beitrag von Richard Sulik, slowakischer Ökonom, aber auch Vorsitzender der Partei SaS (Freiheit und Solidarität). Sulik antwortet auf einen Beitrag von Franziska Brantner, Europaabgeordnete der Grünen, über den wir hier berichtet und kommentiert haben. Er schreibt sich damit mitten rein ins Herz der deutschen Euro-Gegner und wütet gleichzeitig gegen das Solidarprinzip. Sulik macht es sich mit seiner Kritik sehr einfach. Fakten spielen darin keine Rolle. Er vermittelt den Eindruck, als zahle Deutschland fast alleine, tatsächlich beträgt der Anteil moderate 27% (hier). Kein Wort außerdem zu den schädlichen Folgen der deutschen Leistungsbilanzüberschüsse, Niedriglöhne und der fehlenden Binnennachfrage für Europa. Seine Faktenlage ist dürftig. In Griechenland regiert nicht Alexis Tsipras, sondern eine auf die Wünsche der Euro-Retter zugeschnittene Regierung. Deutschland zahlt nicht Milliarden an Griechenland, sondern an die Banken, hauptsächlich deutsche Banken. Die Slowakei, „ärmstes Land der Euro-Zone“ – stimmt nicht. Gemessen an der Wirtschaftsleistung steht das Land an 63. Stelle (hier) in der Welt. Dahinter noch Estland auf dem 111. (hier) und Malta auf dem 150. Rang (hier), allesamt Euro-Länder. Zusammengefasst: Das Ganze liest sich wie eine Auftragsarbeit.