Mittwoch, 22. August 2012

Standpunkt 350 - Nachrichten-Ticker, 21.08.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen täglich aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...

Themen: Kapital-Lebensversicherung – Nahrungsmittelspekulation – Bank of America  -  US-Wahlkampf – Obama – Griechenland – F.A.Z. – Heiner Flassbeck – Euro-Krise – Staatsschulden – Grexit – Schuldentilgungsfonds – EZB – Mario Draghi – Angela Merkel – Kanada – China – Steuer-CD’s – Vermögensverteilung   


Die Nachrichten sind wenig erfreulich. Sie zeigen jedoch unmissverständlich, was sich in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt: aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise kommt es zum „Blutbad“ Finanzkollaps. Die Banken betrügen unvermindert weiter, zwingen die Staaten in die Haftung und befeuern so weiter die Staatsschuldenkrise. Die Krise in Europa verschärft sich weiter. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Situation hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Längst sind sie Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos. Am Ende dieses Spiels bleiben nur einige wenige Reiche übrig.

Deutschland bereitet sich vor, auf Financial Repression und geeignete Maßnahmen zur Enteignung ihrer Bürger. Niemand ist darin so erfahren wie die Deutschen.

Uns geht es nicht um Panikmache oder die Verbreitung von Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung. Wir machen nicht die Nachrichten, wir kommentieren sie nur.

Für alle LeserInnen, Neuankömmlinge oder Alteingesessene, haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Wer sich nicht wehrlos diesem Schicksal von Repression und Enteignung ergeben will, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann kann es schon zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Gerne sind wir aber dabei behilflich, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige, und sorgfältige Beratung. Wir berechnen lediglich eine leistungsgerechte, einmalige Aufwandsentschädigung. Dadurch können wir unseren Blog werbefrei halten. Darauf legen wir größten Wert, eine unabdingbare Voraussetzung für unsere Unabhängigkeit. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren provisionspflichtigen Angebote empfehlen wir nicht. Die uns zugänglich gemachten Informationen behandeln wir absolut vertraulich. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.   


Die Kapital-Lebensversicherung (ist legaler Betrug)
(heise/telepolis.de) Bei einer Kapitallebensversicherung sind weder die genauen Investments noch deren Gewichtung bekannt. Meistens handelt es sich bei dieser Versicherung um einen langfristigen Sparvertrag mit einer oftmals erbärmlichen Rendite. Bereits 1983 fällte das Landgericht Hamburg ein vernichtendes Urteil (AZ: 74 047 / 83, LG Hamburg), dem bis heute Versicherungen nicht widersprochen haben. Der Kern des Urteils bildet der Satz: Eine Kapital-Lebensversicherung zur Altersvorsorge ist legaler Betrug. Weiterlesen…

Kommentar: Gerade wird in den deutschen Leitmedien ausführlich für Lebensversicherungen Werbung gemacht (ein Beispiel hier). Da ist es eine gute Sache, wenn es an anderer Stelle Informationen darüber gibt was es mit Kapital-Lebensversicherungen auf sich hat. In diesem Zusammenhang gehört auch der Hinweis auf das Urteil aus 1983. Selbstverständlich bietet dieser Beitrag auch Wissenswertes über die Riester-Rente und das Verhältnis von Sparanteil zu den Verwaltungskosten. Bitte nicht versäumen, den Links zu folgen, besonders dem zu Harald Martenstein.  


Mit Essen spielt man nicht
(manager-magazin.de) Die Dürre in den USA lässt die Maispreise in die Höhe schießen – und befeuert damit die Diskussion um die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Einige Investoren erklärten bereits ihren Rückzug, andere zaudern noch. Ein Sieg der Ethik? Weiterlesen…

Kommentar: Der Beitrag beschreibt verständlich die Hintergründe dieser unseligen Spekulationen. Die gehört dringend verboten.


Kluge berät Bank of Amerika
(manager-magazin.de) Beim Mischkonzern Haniel hatte er im Streit das Handtuch geworfen. Nun fängt der ehemalige Haniel-Chef Kluge bei der Bank of America an. Er ist nicht der erste prominente deutsche Berater der Bank. Weiterlesen…

Kommentar: Interessant ist weniger die Tätigkeit von Herrn Kluge, sondern die Tatsache, dass Hans-Olaf Henkel schon lange für diese Bank arbeitet. Daran sollte jeder denken, der die Beiträge des Herrn Henkel zum Euro liest und für bare Münze nimmt.


US-Wahlkampf: Zorn und Zynismus statt echter Zukunftspläne
(manager-magazin.de) In 80 Tagen wählen die US-Bürger ihren Präsidenten. In der Schlussphase des Wahlkampfs wird heftig über die Gesundheitsversorgung gestritten – auch die Arbeitslosigkeit und der Weg aus der Schuldenfalle sind Topthemen. Doch aus keinem Lager kommt derzeit ein schlüssiges Konzept. Weiterlesen…

Kommentar: Zeit, sich mit dem US-Präsidentenwahlkampf zu beschäftigen. Dieser Artikel soll als Einstimmung dienen.  


Obama schaut bang nach Griechenland
(handelsblatt.com) Das Ausland verfolgt die Diskussion um eine Pleite Athens mit großer Sorge. Barack Obama telefoniert regelmäßig mit Europa. Ein Scheitern der Rettungsversuche dürfte auch für ihn nicht folgenlos bleiben. Weiterlesen...

Kommentar: Wieso hält sich immer noch hartnäckig das Gerücht, die USA erwartet von Europa unverzüglich die Lösung seiner Krise? Es stimmt einfach nicht. Obama braucht die europäische Krise, um vom völlig desolaten Zustand seines Landes abzulenken. Ein bisschen Recherche im Internet führt zu diesem Ergebnis. Sehr aufschlussreich auch die meisten US-Blogs, die schon seit Monaten gegen den Euro wette(r)n. Macht etwas Arbeit, lohnt sich aber.


Die „FAZ“ und ein gängiges Fehlurteil
(fuw.ch) Überschüsse im Aussenhandel seien ein Zeichen der Stärke. Defizite eines der Schwäche. Deshalb seien nur letztere ein Problem. Die renommierte deutsche „FAZ“ liefert die Argumente – und haut daneben. Weiterlesen…

Kommentar: Eine Lehrstunde für das Flaggschiff der deutschen Leitmedien. Empfehlenswert auch für unsere LeserInnen, die in dem erwarteten deutschen Leistungsbilanzüberschuss eine Gefahr sehen und nach Argumenten für die Diskussionen in der Familie, am Arbeitsplatz, im Sportverein und am Stammtisch suchen. Dieser Artikel ist eine wahre Fundgrube.  


Heiner Flassbeck hat die Hoffnung auf die wirtschaftspolitische Vernunft der deutschen Seite verloren und empfiehlt die Scheidung der Euro-Partner
(nachdenkseiten.de) In dem folgenden Beitrag, den zu lesen und weiter zu verbreiten sich empfiehlt, erläutert Flassbeck, warum er die Zeit für gekommen hält: Weil er keine Hoffnung hat, dass das von der deutschen Regierung durchgesetzte und weiter geforderte „irrsinnige wirtschaftspolitische Programm“ korrigiert werden könnte. Außerdem böte die Trennung aus seiner Sicht die einzige Chance, dass die deutschen Provinzpolitiker und verstockten Ökonomen damit aufhören, Kübel voller Häme und Gehässigkeiten über den Völkern des europäischen Südens auszukippen. Die Folgen für Deutschland und Europa insgesamt wären bitter. Ich bin ziemlich sicher, dass die Aggression gegenüber anderen Völkern auch nach der Trennung nicht aufhört. Weiterlesen…

Kommentar: Da gibt es nichts zu kommentieren, Flassbeck kommt auf den Punkt.


Haben die verschuldeten Staaten über oder unter ihren Verhältnissen gelebt?
(heise/telepolis.de) Die Ansicht, enorm verschuldete Staaten hätten jahrelang "über ihre Verhältnisse" gelebt, nun seien Sparmaßnahmen angezeigt und müssten Ausgaben reduziert, ein vor allem durch üppige Sozialleistungen aufgeblähter Staatshaushalt "verschlankt" werden, um gegenwärtige Wirtschaftskrise am guten Beispiel der "schwäbischen Hausfrau" in den Griff zu bekommen, ist weit verbreitetes Stereotyp. Offensichtlich hartnäckiger Glaube, selbst wenn sich entsprechende Wirtschaftpolitik krisenverschärfend auswirkt, wie sich an den Südländern Europas zeigt. Weiterlesen…

Kommentar/Erklärung: Wie schon bei dem Artikel vorher gibt es nichts zu kommentieren. Wir liefern nur noch eine Grafik zum besseren Verständnis: 

               © tagesanzeiger.ch, 2012


„Wenn der letzte Tourist abreist, wird in Griechenland der Stecker gezogen“
(focus.de) Der Austritt Griechenlands aus dem Euro scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Im FOCUS-Online-Interview erklärt Finanzexperte Robert Halver, wann es so weit ist, was das für Deutschland bedeutet – und warum man mit der EZB nicht Poker spielen sollte. Weiterlesen …

Kommentar: Wieder einer der sicher weiß, dass der Griechenland-Austritt quasi schon beschlossene Sache ist. Und einfach davon ausgeht, dass fehlende Vertragsregelungen einfach durch Einvernehmlichkeit ersetzt wird. Den Dominoeffekt soll dann die EZB verhindern. Ähnliches hat auch die Bank of England versucht, als Soros gegen das Pfund spekuliert hat (hier). Das Ergebnis kennen wir: es war der Grundstein für ein Milliarden-Geschäft – nicht für die englische Notenbank, sondern für Soros. Aber selbst wenn die EZB Erfolg hätte mit ihrer Bazooka, wo ist Schluss? Bei 2 Billionen, oder erst 5 Billionen Euro? Alles nur, um an Griechenland ein Exempel zu statuieren. Das Land wird auch mit der neuen Drachme auf Jahre hinaus ein Dauer-Pflegefall, der mit EU-Mitteln gestützt werden muss. Halver nennt es Anschubfinanzierung, klingt endlich, ist es aber nicht. Selbst wenn dem Land alle Euro-Schulden erlassen werden, inklusive der milliardenschweren Hilfspakete. Das ist kein „Ende mit Schrecken“. Danach fängt die Nightmare erst so richtig an. Für das Land und Europa.

Möglich, dass die ausländischen Banken ihre Engagements in Griechenland heruntergefahren haben, was wir nicht glauben. Dann bleiben aber immer noch die Gefahren für den Derivatehandel (hier), die schon anlässlich des letzten Rettungspakets für Griechenland nur mit allergrößter Mühe beherrscht werden konnten (hier).


Ein Schuldentilgungsfonds ist keine Lösung
(handelsblatt.com) In der Krise haben die Märkte die Politik viel zu lang vor sich hergetrieben. Gastautor Thomas Mayer steht auch deshalb dem Vorschlag des Sachverständigenrates, einen Tilgungspakt, zu schließen, skeptisch gegenüber. Weiterlesen…

Kommentar: Man muss wissen: Thomas Mayer war Nachfolger von Norbert Walter als Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Sein Schluss ist falsch: Der Schlüssel zur Lösung der Krise und die Zukunft des Euros liegen in geeigneten Maßnahmen gegen die Bankenschuldenkrise.  


Lindner stellt Griechen Aufschub in Aussicht
(manager-magazin.de) Kann Griechenland auf kleine Erleichterungen beim Abarbeiten der Auflagen hoffen? NRW-FDP-Chef Lindner könnte sich einen kurzen zeitlichen Aufschub vorstellen. Auch für Haushaltsexperten der Union ist ein Drehen an „kleinen Stellschrauben“ drin – nicht aber an den Sparauflagen an sich. Weiterlesen…

Kommentar: In Wahrheit ändert sich nichts. Deutschlands betonköpfige Politiker wollen nichts dazu lernen.   

EZB unter Beschuss
(nachdenkseiten.de) Nach Informationen des SPIEGEL plant die EZB „Zinsschwellen“, mit denen sie künftig ihren Interventionen am Markt für Staatsanleihen einen festen Rahmen geben kann. Ein solcher Interventionsautomatismus wäre durchaus geeignet, die Spekulation einzugrenzen und den südeuropäischen Staaten ein wenig Luft zu verschaffen. Wer jedoch glaubt, dass „die Märkte“ stets rational agieren und eine Entschärfung der Eurokrise den „Reformdruck“ von den angegriffenen Staaten nehmen würde, kann auch kein Interesse an einer politischen Deeskalation der Krise haben. Vor allem aus Deutschland gibt es daher zahlreiche Stimmen gegen die neue EZB-Linie. Finanzpolitische Hardliner denken sogar bereits daran, das EZB-Statut zu verändern, um Deutschland ein Vetorecht bei allen Entscheidungen zu verschaffen. Von Jens Berger. Weiterlesen…

Kommentar: Die einen, wie vorher Robert Halver, wollen die Zinsobergrenzen dafür einsetzen, um den Dominoeffekt eines „Grexit“ zu vermeiden. Für Jens Berger stellt es eine Möglichkeit dar, den betroffenen Ländern, inklusive Griechenland, zu helfen. Das ist der richtige Weg, um wenigstens Linderung zu verschaffen, die Krise wird es nicht lösen.  


Euro-Krise: Folgt Mario Draghi
(ftd.de) Wer mitten in der Euro-Krise die große Institutionendebatte beginnt, handelt fahrlässig. Alle Konzentration muss sich auf die richtige Krisenstrategie richten. Der EZB-Chef macht das vor. Weiterlesen…

Kommentar: Noch ein durchaus bemerkenswerter Beitrag zur aktuellen Situation in Europa, insbesondere zur deutschen Haltung. Ein Versuch, mit Vernunft zu argumentieren. Leider haben in Deutschland die falschen Leute die Diskussionsführung übernommen und gebärden sich als regelrechte Berserker gegenüber dem Euro und besonders Griechenland.


Anleihekäufe könnten Krise beenden
(ftd.de) Die Pläne für eine neue Runde von Bondkäufen durch die EZB werden offenbar konkreter. Die Notenbank würde damit ihr Mandat gefährlich dehnen – wahrscheinlich aber auch die Sorge um den Euro nachhaltig eindämmen. Weiterlesen…

Kommentar: Dagegen steht ein klares Nein aus Deutschland, wer will daran was ändern? Diese Maßnahme wäre sicherlich eine Linderung der Krise, eine Lösung wäre sie nicht.


Schicksalstage einer Kanzlerin
(handelsblatt.com) Dreht die Bundesrepublik Griechenland den Geldhahn zu – oder nicht? Darüber muss Angela Merkel entscheiden. Dabei offenbart sich, ob ihre Kanzlerschaft eine große sein wird – oder ob sie an Europa scheitert. Weiterlesen…

Kommentar: Der Finanzexperte Robert Halver findet, „viele unterschätzen die Intelligenz und Schlitzohrigkeit von Frau Merkel“. Wäre das so, dann könnte man auf die richtigen Entscheidungen hoffen. Leider nagen an uns erhebliche Zweifel. Deshalb erwarten wir, dass Merkel, die Bundestagswahl 2013 fest im Blick, nur Zeit gewinnen will. Nach der Bundestagswahl kommen dann, vielleicht, die Entscheidungen.


Vorbild Kanada: Merkel fordert auch für Europa strikten Sparwillen
(derwesten.de) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrem Besuch in Kanada einen strikten Sparwillen in den europäischen Staaten als unumgänglich bezeichnet. Sie halte das Vorgehen Kanadas, Haushaltsdisziplin zu wahren und nicht auf Pump zu leben „auch für die richtige Lösung in Europa“ sagte Merkel am Mittwoch in Ottawa bei einem Empfang des deutschen Botschafters. Weiterlesen…

Kommentar: Angela Merkel lobt damit genau das, was sie den europäischen Krisenstaaten verweigert: Kanada hat ein keynesianisches Konjunkturprogramm in Höhe von 4% des BIP aufgelegt (hier). Keine Spur von Sparprogrammen. Unsere Zweifel an den Fähigkeiten der Kanzlerin erhalten neue Nahrung.


Bank of Japan: China befindet sich in der „Gefahrenzone“
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Kombination aus Immobilienblase, demografischem Wandel und steigenden Krediten erhöhe erheblich die Gefahr einer Finanzkrise, warnte ein Gouverneur der Bank of Japan mit Blick auf China. Das Land stehe kurz davor. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Die Warnungen nehmen zu. Man beginnt, uns zu rehabilitieren. „Chinas Aktienmarkt auf tiefstem Stand seit der Finanzkrise“ meldet „fuw.ch“ (hier). Dort heißt es: Das zunehmende Interesse ausländischer Investoren macht den Vertrauensverlust chinesischer Anleger nicht wett.“ „zeit.de“ meldet: „Chinesen verteilen ihren Reichtum in der Welt“ (hier). Leseprobe: „Es ist noch keine zwei Jahre her, da hegten die europäischen Regierungschefs für eine kurze Zeit die Hoffnung, China könne dazu beitragen, der Euro-Zone aus der Krise zu helfen. Immerhin verfügt die Volksrepublik über gewaltige Devisenreserven und weiß gar nicht wohin mit dem vielen Geld. Und die Europäer waren nicht die einzigen Bittsteller. Auch US-Außenministerin Hillary Clinton bat bei ihren mehreren Begegnungen mit chinesischen Regierungsvertretern darum, weiter in die USA zu investieren. Dabei ist China bereits jetzt der größte Gläubiger der USA. Vage sagte die chinesische Führung beiden Hilfe zu. Doch zumindest was Europa betrifft, passierte seitdem nicht allzu viel. Ein paar portugiesische Staatsanleihen hier, ein paar spanische dort – einen spürbaren Einfluss hatten die chinesischen Investitionen auf den Verlauf der Euro-Krise nicht. An griechische Papiere wagten sich die Chinesen so gut wie gar nicht heran. Von den USA kauft China zwar weiterhin Staatsanleihen, aber das hat das Land auch vorher schon getan. Vielleicht haben sich die Chinesen gedacht: Warum sollten wir den beiden reichsten Wirtschaftsräumen der Welt helfen, wenn die Armut bei uns doch noch so hoch ist? Seit einigen Monaten aber fließt nun doch sehr viel Geld aus der Volksrepublik ins Ausland ab. Von der Staatsführung ungewollt.“ Offensichtlich braut sich was zusammen, im Reich der Mitte. Natürlich fehlen auch nach wie vor nicht die Schönschreiberlinge: „Wie China die Krise bändigte“ heißt es kürzlich beim neoliberalen Handelsblatt (hier). „Als Einzige der großen Volkswirtschaften kann ausgerechnet China noch normale Wirtschaftspolitik betreiben. Auch wenn die Konjunktur auf einem Dreijahrestief angekommen ist, die wirtschaftliche Lage ist entspannt.“ Der Mann hat noch gar nicht gemerkt, dass die chinesische Krise erst am Anfang steht. Beschrieben auch in „Investoren fürchten den großen China-Kollaps“ bei „welt.de“ (hier). Wir bleiben gelassen, Chinas Krise wird wachsen. Schön, wenn bis dahin Europa nicht als Sündenbock herhalten muss.


„Taschenspielertricks holen einen immer ein“
(tagesanzeiger.ch) Gibt es die Bankdaten-CD wirklich? Oder pokert Nordrhein-Westfalens Finanzminister Walter Borjans bloss? Sollte alles ein Bluff sein, fliegt dieser auf, sagt Ex-Botschafter Thomas Borer. Weiterlesen…

Kommentar: Das wäre eine charmante Wendung. Wir halten unsere LeserInnen auf dem Laufenden.


Steuerpolitik: Superreiche profitierten von Rot-Grün
(zeit.de) Von den Steuerreformen unter Rot-Grün haben vor allem die Superreichen profitiert, zeigt eine neue Studie. Sie konnten ihr zu versteuerndes Einkommen massiv drücken. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Wie lange wird es dauern, bis die Reichen eine Gegen-Studie präsentieren? Dazu noch eine kleine Grafik: