Donnerstag, 23. August 2012

Standpunkt 351 - Nachrichten-Ticker, 22.08.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen täglich aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...

Themen: Griechenland – Rainer Brüderle – Nouriel Roubini  -  Euro-Währungscrash – Bank of England – Anleihekäufe – Bernd Rürup - Exportmodell – Niederlande – Japan – China – Türkei – Wahlprogramm US-Republikaner


Die Lage spitzt sich zu. Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich das „Blutbad“ Finanzkollaps. Nichts hat sich geändert. Die Banken betrügen hemmungslos weiter, zwingen die Staaten und ihre Bürger in die Haftung und befeuern so die Staatsschuldenkrise. Die Krise in Europa verschärft sich weiter. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Situation hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Längst sind die Regierungen Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos: hier.

Deutschland bereitet sich vor, auf Financial Repression und geeignete Maßnahmen zur Enteignung ihrer Bürger. Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang. Es gibt viele Möglichkeiten. Ein Blick zurück zeigt: Niemand ist darin so erfahren wie die Deutschen. Lastenausgleich, Zwangshypothek, Hypothekengewinnabgabe, Bargeld- und Devisenkontrollen (Kapitalverkehrskontrollen) und das Verbot von Goldbesitz zum Beispiel.

Eine besonders perfide Spielart der Enteignung ist die neu formulierte Vorschrift des § 89 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), in dem das Zahlungsverbot und die Herabsetzung von Leistungen geregelt sind. Eine Vorschrift, die im vergangenen Jahr in Kraft getreten ist und in der Öffentlichkeit noch nicht zur Kenntnis genommen wurde.

Uns geht es nicht um Panikmache oder die Verbreitung von Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung. Zum Thema Enteignungen haben wir hier einen eigenen Beitrag vorbereitet.  

Für alle LeserInnen, Neuankömmlinge oder Alteingesessene, haben wir außerdem hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Wer sich nicht wehrlos diesem Schicksal von Repression und Enteignung ergeben will, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann kann es schon zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Wir sind immer gerne dabei behilflich, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige, und sorgfältige Beratung. Wir berechnen lediglich eine leistungsgerechte, einmalige Aufwandsentschädigung. Dadurch können wir unseren Blog werbefrei halten. Darauf legen wir größten Wert, eine unabdingbare Voraussetzung für unsere Unabhängigkeit. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren provisionspflichtigen Angebote empfehlen wir nicht. Die uns zugänglich gemachten Informationen behandeln wir absolut vertraulich. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.   



Griechenland spart – so viel, wie niemand sonst in Europa
(handelsblatt.com) Griechen-Bashing ist gerade mal wieder ziemlich in Mode in Deutschland. Der CSU-Politiker Stefan Müller brachte des Volkes Stimme jüngst auf den Punkt. In Griechenland sei kein ausreichender Wille erkennbar, die Auflagen der internationalen Geldgeber zu erfüllen. Zumindest mit Blick auf die Entwicklung der Staatsfinanzen stimmt das aber schlicht und ergreifend nicht.  Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Ein beachtlicher Beitrag, den die deutsche Politik ignorieren wird. Passt nicht in das Bild von Griechenland. Statt dessen werden Island, Irland oder Portugal als Vorbild herausgestellt. Es scheint einen hohen Reiz auszuüben, den Euro-Rauswurf Griechenlands voran zu treiben. „Europas größter Sparer“ findet auch SPIEGEL ONLINE (hier). Nach wie vor gilt aber: Griechenland spart sich weiter kaputt (hier).  


Brüderle verlangt von Athen strikte Einhaltung der Reformfristen
(spiegel.de) Die Griechen sagen ja zu den Reformen – wenn sie Aufschub bei der Umsetzung bekommen. Für FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle aber ist gerade der Zeitplan nicht verhandelbar. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE spricht der Liberale über Wege aus der Krise – auch für die eigene Partei. Weiterlesen…

Kommentar: Solche Leute werden die europäische Krise nicht lösen, ganz im Gegenteil.


Iphigenie, Jonas und die Opferung Griechenlands
(presseurop.eu) Während Ministerpräsident Antonis Samaras durch Europa tourt, um für die Lockerung der Kreditkonditionen zu werben, greift der Journalist Nikos Konstandaras tief in die Mythen-Kiste: Der Euro kann nicht gerettet werden, indem man Griechenland ins Meer wirft. Weiterlesen…

Kommentar: Griechisch für Anfänger, lesenswert auch für den fortgeschrittenen Europäer.


Der Währungscrash ist unvermeidlich
(ftd.de) Europas Schuldenkrise gefährdet das Überleben der Europäischen Union. Die EU wird aber nur überleben, wenn der Zusammenbruch des Euro nicht noch länger hinausgezögert wird. Die Europäer sollten den Crash der Gemeinschaftswährung in Kauf nehmen – selbst wenn er kostspielig wird. Weiterlesen…

Kommentar: Roubini, Amerikas Edelhelfer im Krieg gegen den Euro. Versucht, die Stimmung gegen den Euro noch weiter anzuheizen. In der Beschreibung der Alternative bleibt er diffus. Nouriel, kümmere dich um Amerika!  


Bank of England: Deutschland trifft Mitschuld an der Krise, muss Anleihenkäufe der EZB erlauben
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Deutschland und die deutschen Banken müssen den Ländern, denen sie Kredite gegeben haben, helfen, die Schulden umzustrukturieren, und selbst Verluste dabei in Kauf nehmen, fordert der Adam Posen von der Bank of England. Schließlich habe man damals die Kredite vergeben, um die eigenen Exporte zu fördern. Immerhin wäre ein Zusammenbruch der Währung alles andere als gut für Deutschland. Weiterlesen...

Kommentar: Der Wunsch wird in Erfüllung gehen, die Spekulanten werden es erzwingen.


Das deutsche Geschäftsmodell – (k)ein Auslaufmodell?
(handelsblatt.com) Bei wirtschaftlichem Abschwung wird das deutsche Geschäftsmodell infrage gestellt, wohingegen Exporterfolge zu Exportexzessen führen. Das „Modell des exportbetriebenen Wirtschaftswachstums“ ist nicht zufällig entstanden. Weiterlesen…

Kommentar: Wir kommentieren mit dem gestern veröffentlichten Beitrag „Die FAZ und ein gängiges Fehlurteil“ (hier). Das sollte genügen.   


Niederlande: Immobilienpreise im Juli mit -8,03% zum Vorjahresmonat
(querschuesse.de) Das niederländische Statistikamt CBS berichtete heute in seiner bestechend klaren Art “House prices nosedive” von dem Sturzflug der Immobilienpreise im Monat Juli 2012 in den Niederlanden. Im Juli 2012 sank der Immobilienpreisindex um eine Rekordrate von -8,03% zum Vorjahresmonat auf 96,1 Indexpunkte, dies entsprach noch einem durchschnittlichen Immobilienpreis von 216’721 Euro. Zum Hoch im August 2008 waren es durchschnittlich 261’948 Euro, ein Einbruch von -17,3%! Damit rückt ein weiterer Dominostein in den Fokus der permanenten ”Retterzone”. Weiterlesen…

Kommentar: Diese Entwicklung ist für uns seit Monaten schon vorgezeichnet. Als Antwort versucht es die niederländische Regierung mit den gleichen unnützen Maßnahmen wie die anderen Krisenländer. Wenn nicht ein Wunder geschieht, wählen sich die Holländer demnächst eine neue Regierung.


Japans Handelsbilanz spiegelt globale Konjunkturflaute
(fuw.ch) Japans Exporte fielen im Juli gegenüber Vorjahr unerwartet heftig um 8,1%. Die Ausfuhren nach China schrumpften 12%, die Exporte in die Eurozone brachen 25% ein. Weiterlesen…

Kommentar: Japan nimmt bereits vorneweg, was in den nächsten Monaten bei exportabhängigen Handelsbilanzen passiert.


China steht vor einem heissen Herbst
(fuw.ch) „Die weltweit zweitgrösste Volkswirtschaft durchläuft eine Phase voller Ungewissheiten. Das dürfte in den kommenden Monaten nicht nur die chinesischen, sondern auch die globalen Finanzmärkte bewegen.“ Das Reich der Mitte steht vor grossen Herausforderungen und wird damit in den kommenden Monaten vermehrt für Schlagzeilen sorgen. Weiterlesen…

Kommentar: Wir können es nicht lassen weiter über China zu berichten. Der Entwicklung dort messen wir mehr Bedeutung bei als dem US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf.


Schuldenfalle: Zwei Millionen Türken müssen mit Vollstreckung rechnen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Haushaltslage vieler türkischer Familien ist desolat. In den vergangenen neun Jahren sind ihre Verbindlichkeiten um das 18-fache angestiegen. Ihr Gehalt hat sich im gleichen Zeitraum allerdings verdoppelt. Darauf hat jetzt ein Abgeordneter der türkischen Opposition hingewiesen. Weiterlesen …

Kommentar: Lesenswert. Das türkische Vorbild löst sich sehr schnell in Luft auf (hier). Die Situation erinnert sehr stark an die jahrelange Entwicklung in den südeuropäischen Ländern. Was wieder beweist, dass der wirtschaftliche Aufschwung immer nach dem gleichen Muster abläuft: Der Aufschwung ist schuldenfinanziert. 


Wahlprogramm der US-Republikaner: Zurück in die fünfziger Jahre
(spiegel.de) Republikaner-Kandidat Romney gibt sich modern und tolerant – seine Partei aber hat nun ihr Programm für den Wahlkampf fertiggestellt, das konservativste seit langem. Die Schwulenehe soll per Verfassung geächtet, Schwangerschaftsabbruch auch bei Inzest oder Vergewaltigung verboten werden. Weiterlesen…

Kommentar: Dieses Program wird Romney die Wahl kosten. Da legen wir uns fest.