Freitag, 24. August 2012

Standpunkt 353 - Nachrichten-Ticker, 23.08.


Hier stellen wir für unsere LeserInnen täglich aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...

Themen: BIP Deutschland – Arm und Reich – Schäuble  -  Bundeshaushalt - Weltmacht EU – Island – China – Mietpreisentwicklung 


Die Lage spitzt sich zu. Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich das „Blutbad“ Finanzkollaps. Nichts hat sich geändert. Die Banken betrügen hemmungslos weiter, zwingen die Staaten und ihre Bürger in die Haftung und befeuern so die Staatsschuldenkrise. Die Krise in Europa verschärft sich weiter. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Situation hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Längst sind die Regierungen Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos: hier.

Deutschland bereitet sich vor, auf Financial Repression und geeignete Maßnahmen zur Enteignung ihrer Bürger. Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang. Es gibt viele Möglichkeiten. Ein Blick zurück zeigt: Niemand ist darin so erfahren wie die Deutschen. Lastenausgleich, Zwangshypothek, Hypothekengewinnabgabe, Bargeld- und Devisenkontrollen (Kapitalverkehrskontrollen) und das Verbot von Goldbesitz zum Beispiel.

Eine besonders perfide Spielart der Enteignung ist die neu formulierte Vorschrift des § 89 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), in dem das Zahlungsverbot und die Herabsetzung von Leistungen geregelt sind. Eine Vorschrift, die im vergangenen Jahr in Kraft getreten ist und in der Öffentlichkeit noch nicht zur Kenntnis genommen wurde.

Uns geht es nicht um Panikmache oder die Verbreitung von Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung. Zum Thema Enteignungen haben wir hier einen eigenen Beitrag vorbereitet.  

Für alle LeserInnen, Neuankömmlinge oder Alteingesessene, haben wir außerdem hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Wer sich nicht wehrlos diesem Schicksal von Repression und Enteignung ergeben will, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann kann es schon zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Wir sind immer gerne dabei behilflich, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige, und sorgfältige Beratung. Wir berechnen lediglich eine leistungsgerechte, einmalige Aufwandsentschädigung. Dadurch können wir unseren Blog werbefrei halten. Darauf legen wir größten Wert, eine unabdingbare Voraussetzung für unsere Unabhängigkeit. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren provisionspflichtigen Angebote empfehlen wir nicht. Die uns zugänglich gemachten Informationen behandeln wir absolut vertraulich. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.  

Deutschland: detaillierte BIP-Daten zum einseitigen Wirtschaftsmodell
(querschuesse.de) Heute berichtete das Statistische Bundesamt (Destatis) in der 2. Schätzung die Daten zum BIP für das 2. Quartal 2012 und damit auch die detaillierten Daten zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Zunächst wurde das Wachstum des realen (preis-, saison- und kalenderbereinigten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) von +0,3% zum Vorquartal bestätigt und zum Vorjahresquartal ging es unbereinigt noch um real +0,5% aufwärts. Die detaillierten Daten zeigen leider erneut, dass sich substanziell nichts am einseitig aufgestellten deutschen Wirtschaftsmodell geändert hat. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Deutschlands Entwicklung ist brandgefährlich, daran ändern auch die sprechblasenden Politiker mit ihren „wir sind die Besten“ nichts. Außerdem ärgerlich: die ganze Chose kommt nur bei den Unternehmens- und Vermögenseinkommen an: 



 

Deutschland: Sozialverband warnt vor wachsender Kluft zwischen Arm und Reich
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Während es aufgrund falscher politischer Entscheidungen immer leichter werde, in Armut abzurutschen, wachse das Vermögen der Reichen weiter, warnt der Sozialverband Deutschland. Das ist eine traurige Bankrotterklärung. Weiterlesen…

Kommentar: Für die Politiker aus dem Regierungslager ist das natürlich nur Sozialneid. Das Forderungspapier (hier) ist da sehr viel differenzierter.  


Schäubles trügerisches Haushaltswunder
(spiegel.de) Erstmals seit 2008 kann Finanzminister Schäuble einen Überschuss verkünden: Von Januar bis Juni hat der Staat ein Plus von 8,3 Milliarden Euro gemacht. Wie kommt es zu dem Geldsegen? Bleibt die Republik jetzt in den schwarzen Zahlen? Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Milliardenwunder. Weiterlesen…

Kommentar: Bitte nicht vergessen: es ist eine Schätzung. Bestens dafür geeignet, gute Stimmung im künftigen Wahlvolk zu verbreiten. Nicht nur Amerika wählt.


Olli Rehn: EU verliert wegen Krise ihre Weltmacht-Rolle
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Der geopolitische Einfluss Europas erodiert derzeit, warnt Währungskommissar Olli Rehn. Man müsse das Vertrauen wieder herstellen, um den Einfluss Europas zu schützen. Die Staaten müssten das Bild eines geeinten Europas zeigen, sonst könnten keine Früchte geerntet werden. Der ESM, die Stabilitätsgewährung der EZB und ein Entwicklungsplan für die Währungsunion würden dabei helfen. Weiterlesen…

Kommentar: Amerika wird sich an dieser Entwicklung erfreuen, die wir erst einmal für unumkehrbar halten. Europa braucht einen großen Wurf, also muss wenigstens die Krise gelöst werden. Dazu genügen aber weder der ESM, noch ergänzende Maßnahmen der EZB, sondern vor allen Dingen müssen die Banken in den Griff genommen werden. Die Zeit der Ausreden geht demnächst sowieso zu Ende.   


Rückschau: Vorbild Island – Ausweg aus der Krise
(daserste.de) Island war einer der ersten Staaten, den die Eurokrise voll erwischt hat. Inzwischen läuft wieder alles nach Plan auf der Insel – und zwar weitgehend ohne soziale Einschnitte für Bürger und Steuerzahler. Wie hat Island das nur geschafft? Weiterlesen...

Kommentar: Wenn schon im einleitenden Text ein kapitaler Fehler steckt, was können die LeserInnen dann noch vom Rest erwarten? Na ja, wenigstens eine Berichtigung im 3. Absatz. „Doch dann kommt die Finanzkrise“, heißt es da, nicht die Eurokrise. Stimmt (hier). Da muss man schon froh sein. Ansonsten viel Verklärung der Umstände und anschließenden Maßnahmen. Die ursprüngliche Garantie der isländischen Regierung (hier) war keinen Pfifferling wert, wie die britischen und niederländischen Sparer sehr schnell erfahren haben. Staatsverschuldung und Wirtschaftleistung liefen aus dem Ruder (hier). Später hat sich Island aus seiner Verantwortung gestohlen (hier), die Verabredung mit seinen Kreditgebern gebrochen, Zusagen gegenüber Großbritannien und Holland nicht eingehalten, Auflagen nicht erfüllt. Das darf kein Vorbild sein. Wer trägt die Verantwortung für das gescheiterte Geschäftsmodell der isländischen Banken? Die Kunden? Wohl kaum. Statt dessen die isländischen Eigentümer und der Staat, der alles erlaubte und auf jede Kontrolle der Geschäfte dieser Banken verzichtete.


China pumpt Milliarden in den Bankensektor
(ftd.de) Durch die Hintertür führen die Währungshüter der Volksrepublik China den Instituten mehr Geld zu. Damit wollen sie die Kreditvergabe ankurbeln. Offenbar plagen die Notenbank Inflationssorgen. Weiterlesen…

Kommentar: Wir bleiben bei unserer Meinung: China steckt wegen einer kräftigen Konjunkturschwäche in Schwierigkeiten. Und versucht mit den gleichen Mittel gegenzusteuern, die auch von den westlichen Industrienationen angewendet werden, bekanntlich ohne Erfolg. Schwer vorstellbar, dass es in China anders ist.    


Anlagestrategie: Der große China-Bluff
(handelsblatt.com) Jahrelang wurde deutschen Kleinanlegern eingebläut, ihr Geld in China-Produkte zu investieren. Der Drache versprach hohe Renditen. Doch in vielen Fällen ist das Ergebnis ernüchternd, wenn nicht gar eine Frechheit. Weiterlesen…

Kommentar: In deutschen Kleinanleger-Depots schlummern so manche Exoten. Die in Aussicht gestellte Rendite musste nur hoch genug sein. Entrümpeln, rigoros.


„Die Mietpreise werden noch stärker anziehen“
(ftd.de) Der Boom am deutschen Wohnimmobilienmarkt ist noch lange nicht vorbei, meint Jacob Volckerts von der Immobilienberatung CBRE. Doch anders als viele Privatanleger zahlen die Profis nicht mehr jeden Preis. Weiterlesen…

Kommentar: Klar müssen die Preise steigen, nur so gehen auch die überteuerten Objekte noch weg. Nur, tun sie es wirklich und wenn ja, wie lange noch und wohin? Das ist, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, nur noch ein Geschäft für die Makler, Banken, Notare, Staat und die Verkäufer. Natürlich Immobilien, aber doch bitte nicht in Deutschland oder Europa.