Samstag, 25. August 2012

Standpunkt 354 - Nachrichten-Ticker, 24.08.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...

Themen: Geldschwemme für die Reichen – Zwangsabgabe Mittelschicht – Sahra Wagenknecht zu Griechenland  -  Portugal – Kauder zu Grexit – Griechenland – Spanien – Finanzmärkte – ESM-Banklizenz – Eurozonen-Rezession – Abwärtssog für deutsche Wirtschaft – Irland – Euro – China – Schattenbanken – Wall Street  


Die Lage spitzt sich zu. Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich das „Blutbad“ Finanzkollaps. Nichts hat sich geändert. Die Banken betrügen hemmungslos weiter, zwingen die Staaten und ihre Bürger in die Haftung und befeuern so die Staatsschuldenkrise. Die Krise in Europa verschärft sich weiter. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Situation hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Längst sind die Regierungen Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos: hier.

Deutschland bereitet sich vor, auf Financial Repression und geeignete Maßnahmen zur Enteignung ihrer Bürger. Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang. Es gibt viele Möglichkeiten. Ein Blick zurück zeigt: Niemand ist darin so erfahren wie die Deutschen. Lastenausgleich, Zwangshypothek, Hypothekengewinnabgabe, Bargeld- und Devisenkontrollen (Kapitalverkehrskontrollen) und das Verbot von Goldbesitz zum Beispiel.

Eine besonders perfide Spielart der Enteignung ist die neu formulierte Vorschrift des § 89 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), in dem das Zahlungsverbot und die Herabsetzung von Leistungen geregelt sind. Eine Vorschrift, die im vergangenen Jahr in Kraft getreten ist und in der Öffentlichkeit noch nicht zur Kenntnis genommen wurde.

Uns geht es nicht um Panikmache oder die Verbreitung von Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung. Zum Thema Enteignungen haben wir hier einen eigenen Beitrag vorbereitet.  

Für alle LeserInnen, Neuankömmlinge oder Alteingesessene, haben wir außerdem hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Wer sich nicht wehrlos diesem Schicksal von Repression und Enteignung ergeben will, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann kann es schon zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12.

Wir sind immer gerne dabei behilflich, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige, und sorgfältige Beratung. Wir berechnen lediglich eine leistungsgerechte, einmalige Aufwandsentschädigung. Dadurch können wir unseren Blog werbefrei halten. Darauf legen wir größten Wert, eine unabdingbare Voraussetzung für unsere Unabhängigkeit. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren provisionspflichtigen Angebote empfehlen wir nicht. Die uns zugänglich gemachten Informationen behandeln wir absolut vertraulich. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

Geldschwemme zugunsten der Reichen
(tagesanzeiger.ch) Grossbritanniens Reiche haben von der expansiven Geldpolitik der Zentralbank am meisten profitiert, heisst es in einer Studie. Die Politik der Europäischen Zentralbank dürfte den gleichen Effekt haben. Weiterlesen…

Kommentar/Erklärung: Eine offensichtlich sehr aufschlussreiche Studie, die sich mit den Erhebungen an anderer Stelle nahezu deckt. Für Deutschland besorgniserregend: Dem reichsten Prozent gehören 23% des Gesamtvermögens, die halbe Bevölkerung hat kein Vermögen. Glück für die, die nicht betroffen sind. Vorläufig wenigstens. Das Ergebnis dieser Vermögensumverteilung ist älter als die Finanzkrise, von langer Hand geplant und begonnen von der letzten rot-grünen Regierung, fortgesetzt von der schwarz-roten, finalisiert von der schwarz-gelben Regierungskoalition unter Deutschlands beliebtester Regierungschefin Angela Merkel, der Eisernen Lady, als Angie I. Kaiserin von Europa (hier). Das vorläufige Ergebnis wird in der folgenden Grafik noch einmal augenfällig:
 
© umfairteilen.de, 2012


Nur, damit das klar ist: die 40%, denen bis jetzt noch 32% des Vermögens gehören, können sich schon so langsam davon verabschieden, es sei denn, sie sorgen vor. Als gute Staatsbürger müssen sie demnächst nämlich für den Staat bürgen. Die Vorbereitungen laufen weiter auf vollen Touren, insofern steht für unseren Beitrag zum Thema Enteignung (hier) ein neues Update an. Die Diskussion um eine Reichensteuer ist Humbug, es wird um die breite Bevölkerung gehen, die sich an der Entschuldung beteiligen muss. Der Begriff „Reichensteuer“ suggeriert nur, dass es die „oberen 10.000 trifft“, tatsächlich zeigt schon das Modell des DIW mit seinen niedrigen Bemessungsgrenzen (hier) wo die Reise hingeht.


Reichenabgabe kann Mittelschicht treffen
(manager-magazin.de) Sparprogramme sind im beginnenden Wahlkampf außen vor. Stattdessen sollen Reiche für die Staatssanierung zahlen. Doch jetzt macht der Immobilienhype manche Mittelschichtbürger zu Reichen. Experten raten Immobilienbesitzern, Erben und Vermögenden, vor den Wahlen ihr Geld in Sicherheit zu bringen. Weiterlesen…

Kommentar: Tatsächlich, der Artikel beschreibt real mögliche Szenarien. Nur der Vorschlag, der ist  putzig. Vor allen Dingen so leicht umzusetzen, oder? Wo sollen die Betroffenen mit ihrer Immobilie hin, wohin mit ihrer Firma? Einpacken und sich nach Dubai oder Singapur verdrücken? Selbst die Auflösung von Sparbüchern, Festgeldkonten, usw., um den Inhalt in die neuen Steueroasen zu verschieben, ist nicht wirklich eine gute Idee. Datenklau hat Hochkonjunktur und die Spur des Geldes lässt sich heute, im Zeitalter digitaler Zahlungswege, problemlos verfolgen. Deshalb gilt jetzt endgültig: Finger weg von Schwarzgeld, Nummernkonten in der Schweiz, Lichtenstein, Dubai oder Singapur (Aufzählung nicht vollständig!). Die ganze Aufregung lohnt sich nicht mehr. Außerdem gibt es lohnendere Möglichkeiten, ohne damit gleich straffällig zu werden.      


Sahra Wagenknecht: Millionäre könnten Griechenland retten
(derStandard.at) Die deutsche Linke Sahra Wagenknecht fordert, Zockerbanken in die Pleite zu treiben und griechischen Millionären in die Tasche zu greifen, um das Land zu retten. Weiterlesen…

Kommentar: Da deckt sich einiges mit den alt-liberalen Ansichten, dass es die Reichen sind die mit ihrem Geld die Welt retten weil sie investieren, Arbeitsplätze schaffen oder – in höchster Not versteht sich – ihr Land retten. Sorry, aber das ist doch politisch gar nicht gewollt. Weder die Abschaffung der Zockerbanken, zu denen in Deutschland die allererste Adresse gehört, noch eine Beteiligung der Reichen an der Lösung der Krise, egal ob in Griechenland oder demnächst in Spanien, Italien, Frankreich oder bei uns, in Deutschland. Die alte Volksweisheit „Geld regiert die Welt“ ist an Wahrheitsgehalt nicht zu überbieten und wird dafür sorgen, dass es nur eine Lösung zu Lasten der Mittelschicht gibt, an der sich die Reichen ein bisschen beteiligen werden. Blöd nur, dass es in Griechenland, Portugal und Irland keine Mittelschicht gibt, die diesen Namen verdient. In diesen Fällen erlaubt man den Reichen ihr Geld außer Landes zu schaffen und alle anderen zwingt man in die Schuldenknechtschaft. Warum das Ganze? Um die Finanzindustrie zu retten. Was noch einmal beweist: Geld regiert die Welt. Und die Politiker, egal welcher Couleur, sind die Erfüllungsgehilfen. Es gibt nicht nur eine zur Staatsschuldenkrise umetikettierte Bankenkrise, sondern auch gleich eine Krise der Regierungen (hier).  


Portugal schlingert beim Defizit
(querschuesse.de) Portugal verfehlt anscheinend sein Haushaltsdefizitziel von 4,5% des BIPs für das Jahr 2012. In den ersten 7 Monaten des Jahres schrumpften die Steuereinnahmen des Staates um -3,5%, eingeplant für 2012 war ein Anstieg der Steuereinnahmen von +2,6%. Das portugiesische Finanzministerium kündigte an, ohne neue Sparmaßnahmen sei das Defizitziel nicht mehr zu erreichen. Auch das vermeintliche Vorzeigebeispiel für einen “erfolgreichen Reformprozess” ist im Schlingern, dies ist auch völlig klar, denn im Gegenzug für die “Reformen” kassiert auch Portugal eine massive Rezession, eine steigende Arbeitslosigkeit, explodierende Kreditausfälle und eben sinkende Steuereinnahmen. Vor allem die Kontraktion des Konsums wirkt sich negativ aus, so schrumpften bisher 2012 die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer um -11,6% zum Vorjahreszeitraum, statt erwarteter +1,1% Das Schwinden der Masseneinkommen und die Erhöhung der Mehrwertsteuer in 2 Stufen auf 23% ließen bei einer Ausblendung der Scheuklappen auch gar keinen anderen Schluss zu, als massive Mehrwertsteuerausfälle. Die Strategie der wirtschafts- und finanzpolitischen Versager hinterlässt auch in Portugal tiefe Spuren und nahezu irreparable volkswirtschaftliche Schäden. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Die aktuelle Diskussion über Griechenland verdeckt elegant, wie beschissen es in den anderen Problemländern aussieht. Beispiel Portugal. Ständig gelobt aus Berlin, Brüssel und New York (hier, bei n-tv: "Portugal steckt in Sackgasse"), schlittert das Land nur noch weiter in die Rezession. Der Beitrag zeigt an Hand von vielen aussagekräftigen Grafiken, dass die europäische Lösung „Geld gegen Spardiktat“ nicht aufgeht. Was Europa im Umgang mit den PIIGS-Staaten betreibt ist die schleichende Auflösung der Euro-Zone. Deutschland verspricht sich davon die Stärkung seiner wirtschaftlichen Interessen (politisch hat es keine) für die kommenden Jahre in Europa und der Welt. Ob das gelingen wird ist zumindest fraglich. Der Vorteil einer solchen Entwicklung liegt woanders: Staat und Finanzindustrie können sich auf Kosten der Bürger entschulden, können sich auf diese Weise das Volksvermögen unter den Nagel reißen. Nicht vergessen: Es geht um hohe Billionenbeträge.


Kauder: Euro-Austritt Griechenlands „kein Problem“
(faz.net) Unmittelbar vor dem Besuch des griechischen Ministerpräsidenten in Berlin erhöht die Koalition den Druck auf das Mittelmeerland. Unions-Fraktionschef Kauder sagt, ein Austritt Griechenlands wäre „für den Euro kein Problem“. Und Schäubles Finanzministerium räumt ein, man bereite sich auf alle Szenarien vor – auch auf „unwahrscheinliche“. Weiterlesen...

Kommentar/Ergänzung: Wir haben es schon vor langer Zeit geschrieben: „Wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde“ (hier, siehe unter "Top-Thema"). Eine Reihe deutscher Politiker ist mittlerweile an Dummheit einfach nicht mehr zu überbieten, die meisten davon finden sich in der CDU/CSU/FDP-Koalition. Leider ist das auch Teil der von der Kanzlerin gewünschten „marktkonformen Demokratie“. Glaubt man den Umfragen, dann ist ihnen die Zustimmung des Volkes gewiss. Nur ist dessen Wissen über die Krise im allgemeinen und die Folgen einer solchen Entscheidung im besonderen nur in Spurenelementen vorhanden. Scheinbar sind die Politiker dem Volk darin nicht wirklich voraus. Die Folge: „Berlin gründet Arbeitsgruppe Grexit“ (hier). Erinnert sich vielleicht nicht doch noch jemand in Berlin an die Umstände der Lehman-Pleite? Die unmittelbaren Folgen könnten die USA wahrscheinlich knapp 24 Billionen US-Dollar kosten (Quelle: "querschuesse.de". Der Artikel dazu ist leider nicht mehr im Internet "erhältlich", deshalb gibt es hier "unsere" Ausgabe). Lehman Brothers hatte rund 600 Milliarden US-Dollar Miese, bei Griechenland geht es etwa um 300 Milliarden Euro. Die könnte Deutschland locker alleine aus dem Bankenrettungsfonds SoFFin bezahlen und es würden immer noch rund 160 Milliarden Euro übrig bleiben. Als unmittelbare Folge davon würden die Kosten für Spanien und Italien wesentlich günstiger ausfallen. Pech für Griechenland: es ist nicht systemrelevant. Diesen Status erhalten nur Banken, nicht aber Staaten: "Die Lüge von der Systemrelevanz" (hier).


„Für Griechenland gibt es keine Hoffnung mehr“
(sueddeutsche.de) Er ist ein renommierter Geldtheoretiker, Doktorvater von Bundesbankpräsident Jens Weidmann und hält Griechenland für einen hoffnungslosen Fall. Im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ kritisiert Manfred Neumann die Europäische Zentralbank und fordert von der deutschen Regierung ein härteres Durchgreifen in der Euro-Krise. Weiterlesen…

Kommentar: Die Position der Bundesbank vertreten? Das ist das Letzte, was Europa gerade gebrauchen kann. Nicht nur die Banken, auch die Bundesbank gehört endlich an die Kandare genommen. Längst entwickelt sie sich – wieder einmal – zu einem Staat im Staate. Damit muss Schluss sein. Legt diesen Club von Betonköpfen an die Leine. Wer nicht bei Goldman Sachs (z. B. Otmar Issing) oder sonst wo in der Finanzindustrie untergekommen ist, der muss dann halt von seiner üppigen Rente leben, fertig.   


Griechen beklauen in der Not die Bauernhöfe
(welt.de) Ob Pfirsich oder Spaten, auf griechischen Bauernhöfen ist nichts mehr sicher. Die Krise hat die ländlichen Regionen erreicht. Es wird gestohlen, um zu überleben – und Bauern tragen plötzlich Waffen. Weiterlesen…

Kommentar: Jeder ist sich selbst der Nächste … Eine neue Erfahrung in der europäischen Krise. Bei "welt.de" wurde die Überschrift mittlerweile leider dramatisiert.


Spanien will unter den Euro-Rettungsschirm
(format.at) Nach langem Zögern will Spanien nun doch die Euro-Partner um eine Entlastung seiner Staatskasse bitten. Die Verhandlungen laufen bereits. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone verhandelt über die Bedingungen für einen Hilfsantrag, um ihre immens hohen Refinanzierungskosten zu senken, wie drei mit der Angelegenheit betraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Weiterlesen…

Kommentar: Großes Theater, am Ende erleidet Spanien das gleiche Schicksal wie Griechenland oder Portugal. Übrigens, für Portugal wird es dann noch einmal ungleich härter, wenn Spanien unter dem Rettungsschirm verschwindet. Zu stark sind die wirtschaftlichen Verflechtungen.
  

 „Die Finanzmärkte irren“
(zeit.de) Die EZB sollte massenhaft Staatsanleihen aus den Krisenländern aufkaufen, sagt Ökonom Paul de Grauwe im Interview. Nur so könne die Panik am Markt beruhigt werden. Weiterlesen…

Kommentar: Seine Aussage ist richtig, seine Analyse in wesentlichen Punkten falsch. Es geht nicht darum, die Märkte zu beruhigen, die gibt es nicht mehr. Es sind die Spekulanten, die das Geschäft betreiben. Die verdienen so lange wie sich das System der Staatsfinanzierung nicht grundlegend ändert. Diesen Spekulanten muss das Handwerk gelegt werden. Billiges Geld von der EZB müssen nicht nur die Banken (hier) sondern auch die Staaten bekommen. Das alleine reicht natürlich nicht. Verschafft aber Zeit, die endlich auch dazu genutzt werden sollte, die Krise zu lösen und nicht zu verlängern. Dabei gilt: Die Finanzkonzerne sind das Problem, nicht die Staaten.


ESM-Banklizenz: Die Antwort gegen Spekulanten
(dgb.de) Der Kampf gegen die Krise geht weiter. Südeuropa konsolidiert. Italien hat sein Defizit in den letzten drei Jahren um fast vier, Spanien um knapp sechs Prozent reduziert. Trotzdem bekommen sie am Markt langfristig entweder nur zu Wucherzinsen Geld – oder gar nicht. Denn auch Spekulanten wissen: Sparen in der Rezession lässt die Schulden steigen. Sie treiben mit ihren Wettgeschäften die Zinsen auf Höchststände, bis Italien und Spanien unter den Rettungsschirm ESM schlüpfen müssen. Doch einmal Rettungsschirm heißt immer Rettungsschirm. Um diese Länder dauerhaft finanzieren zu können, benötigt der ESM eine unbegrenzte Geldquelle – ein wirksames Instrument gegen Spekulanten. Weiterlesen…

Kommentar: Stimmt.


Eurozone steuert mit Volldampf auf Rezession zu
(tagesanzeiger.ch) Die Wirtschaft der Euroländer schrumpft laut Prognosen im Herbst um bis zu 0,6 Prozent. Die Turbulenzen haben die Lokomotive Deutschland schon gebremst – das Wachstum betrug nur noch 0,3 Prozent. Weiterlesen…

Kommentar: Das Ergebnis radikaler Spardiktate, wie jüngst auch der IWF in einer Studie festgestellt hat: „Radikales Sparen verstärkt die Rezession“ (hier). Die IWF-Ökonomen haben historische Sparprogramme in Industrieländern untersucht und festgestellt, dass ein zu radikaler Sparkurs in ökonomisch schlechten Zeiten kontraproduktiv ist. Die Studie legt die Schlussfolgerung nahe, dass der harte Konsolidierungskurs, zu dem die Griechen und Portugiesen gezwungen wurden, die Probleme verschlimmert hat. Was sich alleine bei der Entwicklung der Staatsschulden seit Beginn der Sparprogramme gut beobachten lässt.


Deutsche Wirtschaft im Abwärtssog
(derStandard.at) Die Dienstleister schwächelten im August so stark wie seit drei Jahren nicht, die Industrie konnte die Talfahrt nur leicht bremsen. Weiterlesen…

Kommentar: „Das Zukunftsvertrauen der deutschen Wirtschaft sinkt, in den Unternehmen wächst die Unsicherheit über künftige Absatzperspektiven – Investitionen werden aufgeschoben oder entfallen ganz“, so Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW-Bankgruppe. „Hoffnungen, dass Deutschlands wirtschaftliche Stärke dem Aufschwung in der Währungsunion auf die Sprünge helfen wird, wurden angesichts der beschleunigten Talfahrt der Wirtschaft und den hohen Verlusten beim Exportgeschäft zunichtegemacht“, betonte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Das ist ja wohl logisch, wenn Deutschlands Hauptabsatzmarkt, die EU, in die Knie geht.  


Irland: Jeder fünfte Schuldner kann seinen Kredit nicht zurückzahlen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) In Irland sind 22 Prozent der Kredite mit ihren Ratenzahlungen im Rückstand. Die Rückzahlung von 30 Milliarden Euro ist unsicher, was ein erhebliches Problem für Irlands Banken darstellen könnte. Weiterlesen…

Kommentar: Der Zustand des Landes verschlimmert sich zusehends. Alle, ausnahmslos alle guten Nachrichten zu Irland sind gefakt. Aus der Ecke kommen noch weitere böse Überraschungen.


„Der Euro war ein Rettungsprogramm für die deutsche Wirtschaft“
(sueddeutsche.de) Panos Panagiotou sieht Griechenland gefährlich nahe am Euro-Austritt. Für die Zukunft seiner Heimat trage Deutschland eine besondere Verantwortung, sagt der Finanzexperte. Schließlich sei es auf Kosten Südeuropas gerettet worden. Ein Gespräch über die Leidensfähigkeit der Griechen, Erfolge im Sparprogramm und unfaire Zins-Entscheidungen. Weiterlesen…

Kommentar: Eine forsche Aussage, die der Autor an Hand von Fakten belegt. Besonders aufschlussreich: „Griechenlands Problem ist maßgeblich ein Bankenproblem. Die Finanzhilfen des Staates an die Banken belasten die Staatskasse enorm, sie müssen aufhören. Mit über 190 Milliarden Euro hat der Staat die griechischen Banken gestützt, dass sind 90% seines Sozialprodukts. In Deutschland entspräche das einem Betrag von zwei Billionen Euro.“ Wie soll sich das Land jemals davon erholen? Durch Spardiktate? Nicht wirklich, oder?  


Chinas „Subprime“-Pendant. Der „Goldene Elefant“
(format.at) Der „Goldene Elefant“ verspricht massig Rendite – doch dahinter steht nichts weiter als ein leerstehender Wohnkomplex zwischen Reisfeldern am Ende einer Schotterpiste.
Der Name – „Goldener Elefant Nr. 38“ – klingt vielversprechend. Gilt doch der Elefant in vielen asiatischen Kulturen als Glücksbringer und Symbol für Stärke und Weisheit. Dieser spezielle Elefant soll seinen Besitzern vor allem eines bringen: satte Gewinne. Weiterlesen…

Kommentar: Auch wieder nur ein Abklatsch westlicher Methoden. Absehbar deshalb auch, wie die Sache ausgeht. Der Kapitalismus funktioniert auch in China nur nach den bekannten Regeln. Irgendwie doch ganz tröstlich.


China macht Jagd auf deutsche Industrieunternehmen
(format.at) Investoren aus dem Reich der Mitte sind weltweit auf der Suche nach Technologien – und nehmen die Industrienation Deutschland damit zwangsläufig ins Visier.
Unternehmen aus der Volksrepublik wollen Insidern zufolge die ThyssenKrupp-Autozuliefer-Tochter Tailored Blanks übernehmen und beim Gabelstaplerkonzern Kion einsteigen. Weiterlesen…

Kommentar: Eine kluge Entscheidung. Die anziehende Rezession und die Fortsetzung der Krise in Europa schaffen günstige Einstiegsmöglichkeiten für die Chinesen. Die bisherigen Einkäufe, wie Putzmeister, Schwing oder Kiekert, waren nur der Anfang. Eine ungute Entwicklung für die Beschäftigten, trotz positiver Berichterstattung in den Medien.


China plant Mega-Konjunkturschub
(handelsblatt.com) Die Regierung steuert energisch gegen den Negativtrend der Konjunktur in China. Die Provinzen planen die Förderung strukturschwacher Regionen. Aus Angst vor Arbeitslosigkeit kündigen sie spektakuläre Stützprogramme an. Weiterlesen…

Kommentar: Noch mehr Geisterstädte und Flughäfen die keiner braucht? Der Export schwächelt. Dem Land fehlen Konsumenten, sonst gibt es keine Binnennachfrage, auch nicht in China.  


Etappensieg für Schattenbanken
(ftd.de) Trotz ihrer Schlüsselrolle im Finanzsystem werden Geldmarktfonds bisher kaum reguliert. Auch die Chefin der US-Börsenaufsicht SEC, Mary Schapiro, scheitert mit dem Versuch, einer härteren Regulierung. Sie wollte den Schattenbanken unter anderem Kapitalpuffer vorschreiben. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Eine unglaubliche Entscheidung, die nur dokumentiert, wie schwach die SEC gegenüber der Finanzindustrie aufgestellt ist. Die USA werden auf keinen Fall Anführer einer dringend gebotenen Regulierung der Finanzkonzerne sein. Nur leider ist es Europa auch nicht. In Brüssel vertreten 700 Lobbyisten die Interessen der Finanzindustrie, in vielen Institutionen sitzen Leute, die von Goldman Sachs dort hingeschickt wurden, um ihre Interessen zu vertreten. Wer nicht direkt aus diesem Stall kommt, der hatte wenigstens über viele Jahre einträglich damit zu tun. Wenn einer dieses System stört, dann wird er entfernt, wie Strauss-Kahn, für den die frühere Chefin einer großen US-Anwaltskanzlei, die Französin Christine Lagarde, die Verantwortung beim IWF übernahm, um die alte - amerikanischen Interessen verpflichtete - Politik fortzusetzen.

Die Schattenbanken sind hochexplosive Spielzeuge der Geschäftsbanken, vollkommen unreguliert und unbeaufsichtigt. Ihr Bilanzvolumen übersteigt längst das der regulären Banken. Sie sind Teil der Spekulation gegen den Euro und beteiligt noch an vielen anderen kriminellen Sauereien. Ihre Beschützer sitzen in den USA und in Großbritannien: 



Why Does Wall Street Always Win?
(Baselinescenario.com) After a long summer of high-profile scandals – JPMorgan Chase trading, Barclays rate-fixing, HSBC money-laundering and more – the debate about the financial sector is becoming livelier.

Why has it has become so excessively dominated by relatively few very large companies? What damage can it do to the rest of us? What reasonable policy changes could bring global megabanks more nearly under control? And why is this unlikely to happen?

If any of these questions interest you – or keep you awake at night – you should take another look at the last time we had this debate at the national level, and reflect on the work of Ted Kaufman, the former Democratic senator from Delaware, who was far ahead of almost everyone in recognizing the problem and thinking about what to do. By Simon Johnson. Read more…

Kommentar: Wir machen keinen Hehl daraus, wir sind Fans von Simon Johnson, dem US-Ökonom, der sich nicht scheut, auch brenzlige Themen anzufassen und allgemeinverständlich zu erklären (z. B. hier). Dieser Beitrag liegt uns leider nur in Englisch vor, ist aber jede Mühe wert. Passt perfekt zu dem vorherigen Thema Schattenbanken.